Ökologische, soziokulturelle und ökonomische
Einflüsse des Tourismus auf den Kulturraum der Samen
von: Barbara Boron, Julia Peters, Mariana Noack
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Auswirkungen des Tourismus auf eine Destination 3
2.1 Ökologische Einflüsse 3
2.2 Soziokulturelle Einflüsse 6
2.3 Ökonomische Einflüsse 9
2.4 Intensitätsdeterminanten 11
3 Der Kulturraum der Samen 13
3.1 Historie der Samen 13
3.2 Geographische Abgrenzung des Kulturraums der Samen 15
3.3 Kultur der Samen 16
4 Tourismus und touristische Einflüsse im Kulturraum der Samen 22
4.1 Ökologische Einflüsse 24
4.2 Soziokulturelle Einflüsse 26
4.3 Ökonomische Einflüsse 28
5 Fazit 30
Literaturverzeichnis 33
Anhang V
1 Einleitung
Spätestens seit ihren Boomzeiten zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wird die To urismusbranche als elementarer Wirtschaftszweig verstanden, der jedoch auf unterschiedlichen Ebenen Besonderheiten aufweist. Im Vergleich der Tourismusdienstleistung mit Konsumgüterprodukten zeigt sich z.B. dass eine Tourismusleistung selten eine geschlossene Einzelleistung darstellt, sondern eher als ein individuell, vom einzelnen Konsumenten abhängiger, Zusammenschluss unterschiedlicher Teilleistungen zu verstehen ist. Während also z. B. der Konsum eines Brotes schlicht in dessen Kauf besteht, setzt sich der Konsum eines Tourismusprodukts u. a. aus solchen Komponenten wie dem Transport ins Zielgebiet und später vor Ort, der Beherbergungsleistung, dem Konsum in der Destination (z. B. Mahlzeiten in Gaststätten, Einkäufe im örtlichen Supermarkt) und dem Kontakt mit den Einheimischen zusammen. Dass diese (Dienst-)Leistungen von unterschiedlichen Leistungserbringern erbracht werden und teilweise zusätzlich von dritten Instanzen (z. B. dem Staat über Gesetze und Bestimmungen) Beeinflussung erfahren, unterstreicht den Charakter des Tourismus als offenes, dynamisches, mehrdimensionales System: Die ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen, politischen und technologischen Rahmenbedingungen sind gleichzeitig „Externe Faktoren“ und Empfänger „Externer Effekte“, d.h. der Tourismus beeinflusst seine Umwelt und wird gleichzeitig von selbiger beeinflusst – ein Zustand des Stillstandes, ohne Veränderung des Systems ist (nahezu) unmöglich. Darüber hinaus sind Wechselwirkungen auch innerhalb des Tourismus zu beobachten: Bietet z. B. ein Hotel sehr günstige Übernachtungen an, und hat dies eine erhöhte Nachfrage zur Folge, sind positive Effekte für die anderen in der Destination ansässigen Unternehmen (z. B. Restaurants, Taxibetriebe, Einzelhandel) wahrscheinlich.
Die nachfolgende Arbeit fokussiert auf die externen Effekte und Einflüsse die der Tourismus auf Destinationen haben kann. Kapitel zwei ist theoretisch gehalten und in Gemeinschaftsarbeit entstanden. Die ökologischen Einflüsse wurden von Mariana Noack beschrieben, die soziokulturellen Einflüsse von Barbara Boron und die ökonomischen Einflüsse von Julia Eva Peters. Ab Kapitel drei wird in den jeweiligen, ansonsten eigenständig erarbeiteten, Hausarbeiten an drei Beispieldestinationen aufzeigt, wie sich die Einflüsse des Tourismus auf lokale Verhältnisse auswirken und wie mit diesen Auswirkungen umgegangen wird bzw. umgegangen werden könnte. Für die vorliegende Hausarbeit wurde als Exempel der Kulturraum der Samen gewählt, der geographisch gesehen über die Grenzen von vier Nationalstaaten reicht und umgangssprachlich oft einfach als Lappland bezeichnet wird.1 In Kapitel drei wird somit der Kulturraum der Samen näher betrachtet. Es erfolgen ein kurzer Rückblick auf die Historie der Samen, eine geographische Abgrenzung des Raumes und eine Betrachtung der samischen Kultur. In Kapitel vier werden die im Theorieteil herausgearbeiteten Erkenntnisse bezüglich ökologischer, soziokultureller und ökonomischer Einflüsse auf das gewählte Praxisbeispiel übertragen. Im fünften Kapitel wird ein Fazit gezogen und aufgezeigt, wie der Tourismus im Kulturraum der Samen gestaltet werden müsste, um möglichst die negativen Einflüsse des Tourismus zu unterdrücken, wenn möglich ganz auszuschalten, und die positiven Aspekte des Tourismus für die Samen zu verstärken.
2 Auswirkungen des Tourismus auf eine Destination
In diesem Kapitel sollen die theoretischen Grundlagen gelegt werden. Es sollen ökologische, soziokulturelle und ökonomische Einflüsse des Tourismus auf Reiseziele und ihre Bevölkerung aufgezeigt werden. Diese werden dann in Kapitel vier auf die gewählte Region übertragen und näher erläutert.
2.1 Ökologische Einflüsse2
Die ökologisch negativen als auch positiven Auswirkungen des Tourismus auf eine Destination sind vielfältig. Insbesondere die negativen verschlechtern die Qualität der Umwelt erheblich und nehmen dem Tourismus zunehmend die Grundlage seiner Existenz.3 Im Folgenden werden deshalb die negativen Auswirkungen näher betrachtet und erläutert. Die Natur spielt für den westlichen Touristen eine immer wichtigere Rolle. Die Mehrheit lebt in urbanen Regionen und sucht folglich intakte Ökosysteme, um eine Balance zu ihrem oftmals stressigen Alltag zu schaffen. Demzufolge wird die Natur, insbesondere durch die steigende Nachfrage der Touristen, menschlichen Einflüssen ausgesetzt, welche weit reichende Konsequenzen auf die Natur haben. 4 Insgesamt lassen sich vier Hauptursachen für die Schädigung der Umwelt durch den Tourismus unterscheiden:
· Ökologische Umstrukturierung durch Infrastruktur
· Abfallproduktion
· Direkte ökologische Belastung durch touristische Aktivitäten
· Effekte auf die Populationsdynamik, die Zuwanderungen hervorrufen. 5
Die Auswirkungen der genannten Ursachen sind vielseitig. Insbesondere die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen, aber auch die generelle Verschmutzung der Umwelt sind die Hauptprobleme, die zu einer verringerten Umweltqualität führen. Letzteres umfasst vor allem die Verunreinigung von Wasser durch ungeklärte Abwässer, Müll oder Öl, und Luft durch z.B. Abgase. Auch die Lärmverschmutzung durch Aktivitäten der Touristen oder Transportmittel sollte in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden, da sie das Wohlbefinden sowohl der Tiere, die zu einem intakten Ökosystem gehören, wie auch der Einwohner und der Gäste beeinflussen kann.
Die Tiere können zusätzlich durch eine Veränderung der Flora und Fauna, z.B. durch Waldrodung, Jagd o.ä. negativ beeinflusst werden. Das Gleichgewicht zwischen Pflanzenwelt und Tierreich ist kritisch für den Erhalt einer gesunden Natur. Ist es gestört, kann es zur Überpopulation sowohl von Pflanzen, als auch von Tierarten kommen, die die Qualität der Umgebung reduzieren, sie aus dem Gleichgewicht bringen und Tourismus unmöglich machen. 6 Die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen in einer Destination hat nicht nur lokale Folgen, sondern auch weiter reichende globale Konsequenzen. Nicht nur dass lokale Wasservorräte oder Energieressourcen durch touristische Aktivitäten extremen Belastungen ausgesetzt werden, oftmals müssen sie auch extern wiederbeschafft werden, um die Nachfrage, insbesondere in touristischen „Hochburgen“ befriedigen zu können. Der zusätzliche Kohlendioxidausstoß der durch diese externen Beschaffungsmaßnahmen verursacht wird, fördert den Treibhauseffekt und hat globale Auswirkungen auf das Ökosystem. 7 Die Erbauung von touristischen Anlagen und das Vorhandensein von menschlichen Aktivitäten führen vor allem zur visuellen Degradierung einer Landschaft, aber sie können auch zu erheblichen Erosionen in einer Destination führen. Diese haben wiederum einen zerstörerischen Einfluss auf geologische Formationen, wie beispielsweise Höhlen und Flussbänke. Erosionen erhöhen zudem das Risiko von Lawinen oder Erdrutschen, welche ganze Landstriche verwüsten können. 8 Insgesamt gibt es eine Reihe von Umweltproblemfeldern die im Zusammenhang mit dem Tourismus stehen. Wahrscheinlich würden diese Probleme auch ohne den Tourismus auftreten, jedoch verstärkt dieser die Auswirkungen um ein Vielfaches. Die folgende Tabelle stellt noch einmal die wichtigsten Probleme detaillierter zusammen. Sie berücksichtigt nicht nur die räumliche Dimension, sondern liefert Indikatoren sowie die Ursache( n) und die Auswirkung(en) für jedes Umweltproblemfeld.
Abbildung 1: Prioritäre Umweltwirkungsfelder des Tourismus9 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
2.2 Soziokulturelle10 Einflüsse
[...]
1 Im weiteren Verlauf der Arbeit wird die Bezeichnung Sámpi verwendet, da diese auch von den Samen selber gebraucht wird.
2 Dieser Abschnitt wurde von Mariana Noack bearbeitet.
3 Vgl. Page, Stephen; Brunt, Paul; Busby, Graham; Connell, Jo (2001): Tourism: A modern synthesis, London, S. 294 ff..
4 Vgl. Wearing, Stephen; Neil, John (1999): Ecotourism - Impacts, potentials and possibilities, Oxford, S. 4.
5 Vgl. Cooper, Chris; Fletcher, John; Gilbert, David; Wanhill, Stephen (1998): Tourism - Principles and practice, 2ed Edition, London, S. 149.
6 Vgl. Page et al., 2001, S. 155.
7 Vgl. Schmied, Martin; Buchert, Matthias; Hochfeld, Christian; Schmitt, Beate (2002): Umwelt und Tourismus - Daten, Fakten, Perspektiven, Berlin, S. 9.
8 Vgl. Page et al., 2001, S. 155 f..
9 Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmied et al., 2002, S. 9.
10 Da es oft schwierig ist soziale und kulturelle Einflüsse voneinander zu trennen, wird auch von soziokulturellen Einflüssen gesprochen. So wird im Verlauf der Hausarbeit keine weitere Differenzierung zwischen sozialen und kulture llen Einflüssen vorgenommen.
Arbeit zitieren:
Barbara Boron, Julia Peters, Mariana Noack, 2005, Ökologische, soziokulturelle und ökonomische Einflüsse des Tourismus auf den Kulturraum der Samen, München, GRIN Verlag GmbH
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