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Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
1 Entstehungsgeschichte
2 Inhaltliche Zusammenfassung
3 Novellenmerkmale nach Aust
3.1 Länge
3.2 Begebenheit
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3.3 Konzentration
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3.4 Rahmen
3.5 Erzählen nach Mustern
3.6 Sammelbarkeit
4 Novelle oder Roman
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Die folgende Arbeit befaßt sich mit der Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm (1817-1888). Darin soll vor allem diskutiert werden, ob es sich bei dem letzten Werk Storms wirklich um eine Novelle handelt. Zunächst wird die Entstehungsgeschichte und der Inhalt des „Schimmelreiters“ dargestellt, bevor mittels einiger Kriterien für Novellen, die Hugo Aust zusammengestellt hat 1 , untersucht wird, ob diese auf den „Schimmelreiter“ zutreffen oder nicht. Schließlich soll geklärt werden, ob diese Aspekte ausreichend sind, um Storms Spätwerk Novelle zu nennen oder ob es auch alternative Möglichkeiten gibt.
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Storms Novelle „Der Schimmelreiter“ spielt in Nordfriesland in der Nähe der Stadt Husum, in der Storm geboren wurde und aufwuchs. Die Naturgewalten, die eine so fundamentale Bedeutung im „Schimmelreiter“ haben, kannte Storm also seit seiner Kindheit: „Im Laufe seines Lebens wurde Storm mehrfach mit Sturmfluten, [...], konfrontriert“. 2 Den Stoff des „Schimmelreiters“ hatte Storm, wie er im äußersten Rahmen der Novelle selbst angibt, in seiner Kindheit aus einer Zeitschrift vernommen, und obwohl er noch in seiner frühen Schaffenszeit als Dichter gesagt hatte, er wolle Sagenstoffe vor der Novelle schützen (1843) 3 , schrieb er als alter Dichter seinem Freund und Kollegen Paul Heyse, dass er die „Deichgespenstersage auf die vier Beine einer Novelle“ 4 stellen wolle. Erste Pläne für den „Schimmelreiter“ hatte er 1885, also drei Jahre vor der Vollendung der Novelle. Die Arbeit begann mit Recherche. Im Sommer 1886 kam es dann zur Niederschrift, wobei er oft unterbrochen wurde, u.a. durch Krankheit. Storm war zu dieser Zeit in einem sehr depressiven Zustand. 5 Am 9. Februar 1888 stellte Storm den „Schimmelreiter“ fertig;
1
Aust, Hugo, Novelle, Stuttgart/Weimar 1999³, S.7 ff.
2 Hildebrandt, Klaus, Der Schimmelreiter, Interpretation, München 1990, S.19.
3 Aust, 1999³, S.117.
4 Theodor Storm - Paul Heyse, Briefwechsel, Kritische Ausgabe, Clifford Albrecht Bernd
(Hrsg.), 3 Bde., Berlin 1969/70/74, Bd.3, S.140.
5 Hildebrandt, 1990, S.21 ff.
4
wenige Monate später starb er dann am 4. Juli 1888. „Der Schimmelreiter“ ist die letzte Novelle Storms und gilt als seine bekannteste Arbeit. 6
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Der Leser der Novelle „Der Schimmelreiter“ wird durch drei Erzähler in die Binnenhandlung eingeführt. Die Erscheinung eines unheimlichen Wesens, das lautlos während einer stürmischen Nacht auf einem Schimmel am Ich-Erzähler vorbei reitet, führt dazu, dass ein alter Schulmeister die Geschichte des Schimmelreiters erzählt, den viele Dorfbewohner für den Geist des einstigen Deichgrafens Hauke Haien halten. Die Erzählung des Schulmeisters ist die Binnenhandlung, die sich mit dem Leben Hauke Haiens befaßt, von seiner Kindheit bis zu seinem Tod. Darin wird Haien als jemand beschrieben, der sich von Anfang an durch seine Intelligenz von der übrigen Bevölkerung absetzt. Seinen ganzen Ehrgeiz setzt er daran, wie Mensch und Land besser vor dem Meer geschützt werden können. Obwohl eigentlich die finanziellen Voraussetzungen fehlen, schafft Haien es vom Kleinknecht des Deichgrafen zum Deichgrafen selbst aufzusteigen mit Hilfe der Tochter des Deichgrafen, Elke. Um zu beweisen, dass er nicht nur seines „Weibes wegen“ (S.69) Deichgraf geworden ist, läßt er einen neuartigen Deich bauen, den er selbst konzipiert hat. Immer mehr wird das Verhältnis zwischen Deichgraf und Dorfbewohnern strapaziert, so dass Gerüchte die Runde machen, die Haien als jemand der mit dem Teufel paktiert in Verruf bringen. Zu diesen Gerüchten gehört auch, dass Haiens neues Pferd, ein Schimmel, das wiederauferstandene Pferd eines Gerippes sei, das man jahrelang auf einer Insel von der Küste aus sehen konnte. Als Haien bei einer Überprüfung des alten Deiches reparaturbedürftige Stellen bemerkt, nimmt die Tragödie ihren Lauf. Trotz besseren Wissens läßt er sich von den Dorfbewohnern überreden, die Sache aufzuschieben. Als dann eine Sturmflut kommt, bricht der alte Deich, so dass Haien und seine Familie ihren tragischen Tod finden. Seit dieser Zeit geht die Legende um, der Deichgraf käme auf seinem Schimmel immer dann, wenn der Deich in Gefahr wäre zu brechen. Der Schulmeister glaubt diese Geschichte im
6
Laage, Karl Ernst, Theodor Storm, Studien zu seinem Leben und Werk mit einem
Handschriftenkatalog, Berlin 1985, S.29.
Arbeit zitieren:
Peter Lindhorst, 2002, Der Schimmelreiter - Eine Novelle?, München, GRIN Verlag GmbH
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