Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Kurzbiographie der Autorin 4
2. Jana Simon: Das Klassentreffen 5
2.1 Zusammenfassung 5
2.2 Erzählstruktur 7
3. Jana Simon: Madame Ceauşescus Schuhe: Über das Scheitern einer Ost-West
Beziehung 8
3.1 Zusammenfassung 8
3.2 Erzählstruktur 9
4. Das Generationsproblem 11
4.1 Karl Mannheim: Das Problem der Generationen 11
4.2 Das Generationsproblem in Ein Klassentreffen 13
4.3 Das Generationsproblem in Madame Ceauşescus Schuhe 14
5. Der Kapitalbegriff 16
5.1 Pierre Bourdieu: Ökonomisches Kapital kulturelles Kapital soziales Kapital 16
5.1.1 Das kulturelle Kapital 16
5.1.2 Das soziale Kapital 18
5.1.3 Die Kapitalumwandlung 19
5.2 Die Bedeutung von Kapital in Ein Klassentreffen und Madame Ceauşescus
Schuhe 19
Literaturverzeichnis 21
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Einleitung
Die Idee zu dieser Arbeit entstand in einem Seminar, in dem Ostdeutsche Biographien im Generationsvergleich bearbeitet wurden. Ich hatte mich im Vorfeld leider wenig mit der ehemaligen DDR beschäftigt und mein Wissen beschränkte sich auf Schulkenntnisse und wenige Erzählungen von Bekannten, die in der DDR aufgewachsen sind. Somit bot sich, mit einer Arbeit zu diesem Thema, die Möglichkeit, bestehendes Wissen zu erweitern und zu neuen Kenntnissen zu gelangen.
Ziel meiner Arbeit ist es, die Ansichten von Karl Mannheim und Pierre Bourdieu zum Generationsproblem und zum Kapitalbegriff auf die beiden Texte „Ein Klassentreffen“ und „Madame Ceauşescus Schuhe“ von Jana Simon zu beziehen und den Zusammenhang zwischen den beiden Texten und dem Kapitalbegriff bzw. Generationsproblem deutlich zu machen.
Da es sich bei den beiden Texten um autobiographische Erzählungen handelt, werde ich im 1. Kapitel zunächst die Biographie der Autorin erörtern.
Es folgt eine ausführliche Zusammenfassung der beiden Texte. In meinen Ausführungen werde ich mich auf wesentliche inhaltliche Punkte beschränken und im Anschluss einen kurzen Überblick über die Erzählstruktur geben.
Im vierten Kapitel beschreibe ich den Inhalt des Textes „Das Problem der Generationen“ von Karl Mannheim und stelle im Anschluss den Zusammenhang mit den beiden Texten her. Im fünften Kapitel beschreibe ich das ökonomische, das soziale und das kulturelle Kapital. Im Folgenden stelle ich die Bedeutung, die diese Kapitalarten in den beiden Texten haben, dar.
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1. Kurzbiographie der Autorin
Jana Simon wurde am 3. November 1972 als Tochter einer Psychologin und eines Filmemachers und als Enkelin der Schriftstellerin Christa Wolf in Potsdam geboren. Sie wuchs in Ostberlin auf. Nach dem Abitur 1991 ging sie für ein halbes Jahr nach Umbrien, um Italienisch zu lernen. Danach studierte sie in Berlin und London Osteuropastudien, Politik und Publizistik und machte 1998 ihren Magisterabschluss. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie als Praktikantin beim ZDF, in der Moskauer Redaktion des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, bei der Berliner Zeitung und im Berliner Büro von Associated Press.
Seit 1997 arbeitet sie als freie Journalistin für die „Tageszeitung“ in Berlin, die „Berliner Zeitung“ und für den „Tagesspiegel Berlin“. Seit 1998 ist sie darüber hinaus Reporterin beim Tagesspiegel und schreibt auch für „die Zeit“ und „Geo Saison“.
2000 wurde sie mit dem Alexander-Rhomberg-Preis für Nachwuchsjournalisten ausgezeichnet. 2001 erhielt sie für ihre Reportagen den Axel-Springer-Preis und den Theodor-Wolff-Preis.
Ihre Ressorts sind Gedichte, Erzählungen und Romane. Sie veröffentlichte unter Anderem „das Buch der Unterschiede – Warum die Einheit keine ist“ (2000, zusammen mit Frank Rothe und Wiete Andrasch) und „Denn wir sind anders. Die Geschichte des Felix S. (2002). Heute lebt und arbeitet sie in Berlin.
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2. Jana Simon: Ein Klassentreffen
2.1 Zusammenfassung
Jana Simon begann ihr Abitur 1989 an der Carl von Ossietzky-Schule in der DDR und beendete es 1991 im vereinigten Deutschland. In dieser autobiographischen Erzählung beschreibt die Autorin, wie es ihr und ihren Mitschülern seitdem ergangen ist.
Die Klasse 11 eins bestand aus völlig unterschiedlichen Schülern. Es gab Funktionärskinder (Carsten Krenz, Sohn von Egon Krenz) und bekannte Oppositionellen-Kinder innerhalb einer Schule bzw. Klasse. Manche glaubten noch an die DDR, andere nicht.
Jana Simon begann in einer Zeit ihr Abitur, in der der Untergang der DDR bereits fest stand. Zwar wurde in der Schule noch zwanghaft am alten System festgehalten – z.B. bestand der Geschichtsunterricht ausschließlich aus SED-Geschichte – aber dennoch war ein Ende der
DDR bereits in Sicht.
Als die Mauer fiel, begannen zwei Jahre Chaos. Das gesamte System löste sich auf. Das hatte starke Auswirkungen auf den Schulalltag: Der Samstagsunterricht wurde abgeschafft, die alten Bücher über die Geschichte der SED wurden vernichtet und da sich die meisten Schüler größtenteils in Berufsberatungen oder auf Demonstrationen aufhielten, fiel häufig der Unterricht aus. Hinzu kam, dass 2,5 Millionen Menschen Ostdeutschland verließen, um im Westen ein neues Leben zu beginnen. Für viele von ihnen war es ein Umzug in die Arbeitslosigkeit.
2004 trifft Jana Simon ihre Klassenkameraden auf einem Klassentreffen wieder. Einige hat sie bereits im Vorfeld besucht und mit ihnen über ihre Vergangenheit und ihr jetziges Leben gesprochen.
Jana selbst wollte bereits während ihrer Schulzeit bald in den Westen gehen. Ihr Alltag trug sich sozusagen in einem virtuellen Westen zu. Da sie die Menschen aus dem Westen bewunderte, schaute sie Westfernsehen, hörte Musik von Madonna und trug Levis-Jeans. Ihre Eltern waren gegen das System der DDR und wollten ausreisen. Nach der Wende verfiel Jana in einen Konsumrausch. Ihre beste Freundin Anna war die Intellektuelle der Klasse und wurde zur ersten Klassensprecherin gewählt. Ihre Mutter hatte oppositionelle Freunde und Anna kämpfte für eine andere DDR.
Nur ein Mädchen der Klasse war während der Schulzeit nicht in der FDJ. Therese zog nach der Wende in den Westen und wurde Gymnasiallehrerin in Köln.
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Ihren ersten Besuch stattet Jana Michael ab. Da er es während der Schulzeit vorzog, seine politische Gesinnung geheim zu halten, wurde er von den anderen als Spitzel verdächtigt. Nach dem Abitur war er bei den Grenztruppen. Jetzt erklärt er Jana, dass er in der neuen Klasse an der Carl von Ossietzky-Schule erstmals auf Menschen traf, die anders dachten als er. Michael war aktives Mitglied der FDJ. Bei ihm zu Hause war Westfernsehen verboten. Seine Eltern trauern heute noch um die DDR. Dieses liegt wahrscheinlich an dem sozialen Abstieg, den sie hinter sich haben. Heute wohnt Michael in einem Plattenbau in Berlin und arbeitet als Sachbearbeiter bei der Barmer Ersatzkasse.
Als nächstes besucht Jana Helmut. Helmut war bereits während der Schulzeit für die Vereinigung Deutschlands. Nach der Wende zog er in den Westen. Er war sehr konservativ und gehörte zu den Anhängern Kohls. Die Firma seiner Mutter ging nach der Wende Bankrott. Heute ist Helmut nicht mehr politisch aktiv. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und arbeitet in einer Privatbank. Außer ihm arbeiten auch Katrin und Alexander St. bei einer Bank. Alexander St. wurde während der Schulzeit zeitweise als Spitzel verdächtigt, da er sich bei der FDJ-Kreisleitung engagierte.
Nach ihrem Besuch bei Helmut fährt sie zu Stephan. Stephan war während der Schulzeit der Rebell der Klasse und sehr sprunghaft. Vor der Wende wollte er die Republikaner wählen, nach der Wende engagierte er sich für die Allianz für Deutschland und später wollte er zeitweise die SPD wählen. Um an die Carl von Ossietzky-Schule zu kommen, verpflichtete er sich für drei Jahre für die NVA. Als es dann soweit war, nahm er es zurück. Nach dem Abitur studierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Universität in Berlin. Doch er schaffte den Abschluss nicht. Jetzt macht er eine Lehre als Fotograf.
Auch Dirk, Henry und Matthias W. studierten Bauingenieurwesen an der TU Berlin. Dirk ist ehemaliger DDR-Meister im Turnen. Für diesen Erfolg musste er Pillen schlucken. Während seiner Schulzeit wurde er zeitweise verdächtigt, ein Spitzel zu sein, da sein Vater im Ministerium des Inneren arbeitete. Die Abschlussprüfung an der TU bestand Dirk nicht. Er wechselte zur Fachhochschule und experimentierte mit Drogen. Mit ihm zusammen wechselte auch Henry an die Fachhochschule. Nur Matthias W. schaffte den Abschluss an der TU. Er lebt momentan im Westen und arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart.
Auf dem Klassentreffen erzählt Asja von dem tragischen Unfall ihrer besten Freundin und Mitschülerin Tabea. Tabea war 1992 in einen Fahrstuhlschacht gefallen und tödlich verunglückt. Asja arbeitet derzeit beim Sozialamt und wird häufig von abgelehnten Sozialhilfeempfängern bedroht.
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Arbeit zitieren:
Mareike Duensing, 2005, 'Ein Klassentreffen' und 'Madame Ceausescus Schuhe' von Jana Simon - Die Anwendung von Karl Mannheims Generationenbegriff und Pierre Bourdieus Kapitalbegriff auf diese beiden Erzählungen, München, GRIN Verlag GmbH
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