Inhaltsverzeichnis
1. Definition und Gruppierung 3
2. Aufbau der Blechblasinstrumente 4
3. Formen der Blechblasinstrumente 6
4. Klangerzeugung bei Blechblasinstrumenten 7
5. Ventile der Blechblasinstrumente 8
6. Dämpfer der Blechblasinstrumente 9
7. Historische Entwicklung der Blechblasinstrumente 9
8. Anhang 12
9. Literaturverzeichnis 17
10. Eidesstattliche Erklärung 18
2
1. Definition und Gruppierung
Blechblasinstrumente, welche zu der Gruppe der Aërophone (Luftklinger) gehören, werden auch als Metallblasinstrumente, Polsterzungeninstrumente, Kesselmundstückinstrumente oder nach Curt Sachs auch als
Trompeteninstrumente bezeichnet. 1 Der Begriff Kesselmundstückinstrumente ist jedoch veraltet und wird daher weniger gebraucht . Blechblasinstrumente sind durch ihre „membranöse Polsterzunge“ 2 gekennzeichnet. Das bedeutet, dass die Lippen des Bläsers die Funktion des Rohrblattes einnehmen, also die eigentlichen Schwingungserzeuger sind.
Die Einteilung der Blechblasinstrumente in Gruppen ist sehr schwierig bzw. auf viele Arten möglich. Zum einen kann man die Blechblasinstrumente in die Gruppe der Hörner und in die Gruppe der Trompeten und Posaunen einteilen. 3 Dies ist die häufigste Einteilungsweise. Bei dieser Variante ist nicht die Form für die Gruppenzugehörigkeit verantwortlich, sondern die Mensur, das Mundstück und die Stürze. Die Form wäre irreführend, weil manches Instrument der Form nach eine Trompete zu sein scheint, in Wirklichkeit aber zu der Gruppe der Hörner gehört (z.B. das Flügelhorn).
Zum anderen kann man die Blechblasinstrumente auch in die Gruppe der ventillosen Instrumente und die der Ventilinstrumente 4 gliedern, wobei die Ventilinstrumente noch mal in die Instrumente mit vorwiegend zylindrischem Resonanzrohr, die Instrumente mit konisch-zylindrischem Rohr und die Ventilinstrumente deren Resonanzrohr hauptsächlich konisch ist, eingeteilt werden müssen.
Beispiele für Ventilinstrumente mit vorwiegend zylindrischem Rohr:
§ Baßtrompete
§ Aida-Trompete
§ Posaunen
Beispiele für Ventilinstrumente mit konisch-zylindrischem Rohr:
§ Waldhorn
§ Wagnertuba
Beispiele für Ventilinstrumente mit vorwiegend konischem Rohr
§ Flügelhorn
§ Tenorhorn
§ Bariton
1 Valentin, Erich: Handbuch der Musikinstrumentenkunde, Bosse, Regensburg 1986, S. 240.
2 ebda.
3 ebda.; siehe Anhang I
4 Zeraschi, Helmut: Die Musikinstrumente unserer Zeit, VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, S. 234ff.
3
§ Helikon
§ Sousaphon
Die nächste Einteilung unterscheidet sich von der letztgenannten nur wenig. Sie differenziert zwischen engmensuierten und weitmensuierten Instrumenten 5 . Engmensuierte Instrumente verlaufen zylindrischer, sie dürften ihre Urbilder in hohlen Bambusrohren, Schilfrohren usw. haben, während weitmensuierte Instrumente konischer verlaufen und im Tierhorn ihre Urahnen haben. Diese Einteilung wird jedoch sehr selten verwendet.
2. Aufbau der Blechblasinstrumente
Die Blechblasinstrumente setzen sich zusammen aus dem Mundstück, dem Resonanzrohr und dem Schallstück, auch Stürze genannt. 6 Das Resonanzrohr, welches den größten Teil des Instrumentes ausmacht, ist für die Höhe des Tones entscheidend. Je kürzer es ist, desto höher ist die Tonlage. Die Wickelweise des Resonanzrohres hingegen spielt für die Tonhöhe keine Rolle. Aber die Mensur, die Weite des Resonanzrohres im Verhältnis zur Rohrlänge, ist von B edeutung. Je nach Weite oder Enge der Mensur richtet sich der Schwerpunkt der Tonvorzüge. Eine weite Mensur, wie bei der Tuba, erleichtert das „Ansprechen“ tiefer Töne, hingegen eine enge Mensur, wie bei dem Flügelhorn, das „Ansprechen“ hoher Töne erleichtert. 7 Von der Mensur ist es ebenfalls abhängig, ob eine Luftsäule als Ganzes oder in Teilen schwingt. Bei einer engen Mensur sind so die Schwingungsteile leichter zu bewegen, was die Erzeugung der Naturtöne begünstigt.
Für den Klang eines Blechblasinstrumentes ist neben der Mensur auch die Form des Resonanzrohres entscheidend: vorwiegend zylindrische Röhren haben einen hellen strahlenden Klang ( z.B. die Trompeten), vorwiegend konische Röhren dagegen haben einen dunklen, weichen, aber auch vollen Klang ( z. B. das Waldhorn). 8
5 Vgl.: Microsoft Encarta. Enzyklopädie Plus 2002, Microsoft Corporation 2001. siehe Anhang II 6
Vgl.: Dickreiter, Michael: Musikinstrumente, DTV/Bärenreiter, München/Kassel 4 1994, S.126 ff. 7
8 Ebda.
4
Verglichen mit Holzblasinstrumenten ist die Schallröhre bei
Blechblasinstrumenten etwa doppelt so lang und besitzt keine Grifflöcher. Bei den Mundstücken der Blechblasinstrumente unterscheidet man drei Arten 9 . Es gibt die Kesselmundstücke, wie man sie für die Trompete oder Posaune verwendet; das Trichter- oder auch Konusmundstück, mit welchem das Waldhorn gespielt wird; sowie die Gruppe der Bechermundstücke, welche Verwendung bei Instrumenten sehr unterschiedlicher Höhen finden. So wird es sowohl für das sehr hoch intonierte Flügelhorn benutzt, als auch für die sehr tief klingende Kontrabasstuba. Des Weiteren wird es auf Alt- und Tenorhörnern und auf der Basstuba g espielt. Hinzuzufügen ist, dass man oft nur zwischen Kesselmundstücken und Trichtermundstücken unterscheidet. Die
Bechermundstücke sind dann die tiefen Kesselmundstücke. Jede Mundstückart weist eine bestimmte Spieleigenschaft auf. Die Flachheit oder Tiefe der Wölbung des Kessels, sowie d ie Form des Mundstückrandes, der Mundstückdurchmesser und die B ohrung der Öffnung beeinflussen die Tongebung nach Höhe oder Tiefe der Töne. Bei hohen Instrumenten wird also auf engen, bei tiefen Instrumenten auf weiten Mundstücken musiziert. Auch die Anblasseigenschaften der einzelnen Mundstückgruppen sind recht unterschiedlich. Während der Musiker oder die Musikerin auf einem Kesselmundstück die Töne gut trifft, gewährleistet ein Trichter- bzw. Konusmundstück nicht dieselbe Treffsicherheit. 10 Ebenfalls gibt es klangliche Merkmale eines jeden Mundstücks. Auf e inem Trichter- bzw. Konusmundstück kann ein sehr weicher Klang erzeugt werden (z.B. das Waldhorn), während sich Kesselmundstücke eher für harte, strahlende Klänge eignen (z.B. die Trompete). Art und Qualität des Tones hängen jedoch vom Ansatz des Bläsers und damit vom Bläser selbst ab. Obwohl Mundstücke für Blechblasinstrumente selbst nicht schwingen, beeinflussen sie die Schwingungen der Lippen.
In Bezug auf die Form der Stürze kann man sagen, dass je weiter das Schallstück ist, desto besser strahlen die größeren Wellenlängen (also die tieferen Töne) ab. Erweitert sich die Stürze jedoch zu schnell, werden die tiefen Töne schlecht abgestrahlt. Das Schallstück unterdrückt folglich gewisse Teiltöne.
9 siehe Anhang III
10 Vgl.: Dickreiter, Michael: Musikinstrumente, DTV/Bärenreiter, München/Kassel 4 1994, S.126.
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Arbeit zitieren:
Ulrike Becker, 2005, Blechblasinstrumente, München, GRIN Verlag GmbH
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