Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung Seite 3
II. Hauptteil Seite 4
1. Katharinas Behandlung durch Freud Seite 4
1.1 Dialog zwischen Freud und Katharina Seite 7
2. Freuds Schlussfolgerungen Seite 11
III. Schlussbetrachtung Seite 14
Literaturverzeichnis Seite 15
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I. Einleitung
Die Krankengeschichte Katharinas fällt in Sigmund Freuds frühe psychoanalytische Periode und wurde erstmals zusammen mit weiteren Krankheitsfällen und Aufsätzen in den „Studien über Hysterie“ 1 v eröffentlicht. Dieses Werk verfasste Freud gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Josef Breuer. Im Allgemeinen wird es als der Beginn der Psychoanalyse bezeichnet.
Durch die Zusammenarbeit mit Breuer beginnt Freud, sich ausführlich mit der Hysterieforschung und der Behandlungsmethode der Hypnose zu beschäftigen, die er anfangs ausschließlich bei hysterischen Erkrankungen anwendet. Da die Hypnose nicht in allen Fällen zur Anwendung gebracht werden kann, entwickelt er die psychoanalytische Technik, bei d er der Patient aktiv und vor allem bei vollem Bewusstsein zur Heilung beiträgt. Katharina stellt eine von Freuds ersten und bekanntesten, an Hysterie erkrankten Patientinnen dar, die er nicht mit der bei Neurosen üblichen Hypnose, sondern mit seiner sich zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung befindlichen psychoanalytischen Methode behandelt. Die vorliegende Arbeit stellt die Behandlung Katharinas durch Freud dar, geht ausführlich auf das sich während der Therapie entwickelnde Gespräch zwischen Freud und seiner Patientin ein und zeigt schließlich die Erkenntnisse auf, die Freud über hysterische Erkrankungen gewinnt.
1 Erstdruck: Breuer, Josef/ Freud, Sigmund: Studien über Hysterie. Wien: Deuticke 1895.
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II. Hauptteil
1. Katharinas Behandlung durch Freud
Während eines Ferienaufenthalts in den Bergen, der in den Zeitraum zwischen 1890 und 1895 fällt (Freud schreibt: „In den Ferien des Jahres 189* [...]“ 2 ) und von dem sich Freud einen kurzzeitigen Abstand von seiner Neurosenforschung verspricht, kehrt er in einen Berggasthof ein. Dort spricht ihn die achtzehnjährige Katharina an, die ihn zuvor bedient hat und sich als die Nichte der Gastwirtin herausstellt. Auf Grund seines Eintrags im Fremdenbuch erfuhr sie, dass er Mediziner ist und bittet ihn um Rat, da sie an einer Nervenkrankheit leidet. Die Tatsache, dass die Neurosen auch in der Höhe und Abgelegenheit der Berge existieren, weckt Freuds Interesse und lässt ihn weiterforschen. Die anschließende Unterhaltung (vgl. Kapitel 1.1) stellt die Behandlung Katharinas durch Freud dar. Zu Beginn befragt Freud seine Patientin zu ihren Symptomen und deutet sie unmittelbar als Symptome einer hysterische Erkrankung, teilt seine Hypothese jedoch der Patientin vorerst nicht mit. Nachdem sie die Frage nach der Ursache für ihre Anfälle nicht beantworten kann, entschließt sich Freud für eine Gesprächsanalyse; die Durchführung der Hypnose ist ihm in der Bergregion zu riskant.
Die Methode des psychoanalytischen Gesprächs, die Freud verwendet, ist ein interaktioneller Prozess, der mittels Kommunikation die Ursache für das Leiden der Patientin aufdecken und sie dadurch von ihrer Krankheit befreien soll.
Für die Ursache der Hysterie im Allgemeinen sieht Freud einen unbewussten psychischen Konflikt, der auf Wechselbeziehungen zwischen Triebimpulsen und Abwehrmechanismen beruht, in der frühen Kindheit angelegt ist und auf sexuellen Erlebnissen basiert. Die hysterischen Symptome treten allerdings
2 Freud, Sigmund: Katharina. In: Ders.: Gesammelte Werke, Bd. 1, hrsg. v. Anna Freud u.a.
London: Imago 1952, S. 184.
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erst auf, wenn es durch eine bestimmte Situation zu einer Reaktivierung des unbewussten Konflikts kommt; sie stellen dann eine Kompromissbildung zwischen Impuls und Abwehr dar. Der Neurose geht also eine längere symptomfreie Zeitspanne voraus. In der Konversionshysterie drücken sich die Symptome durch den Körper aus, hier wird die psychische in körperliche Energie umgesetzt, während bei der Angsthysterie die psychische Energie nicht konvertiert, sondern als Angst freigesetzt wird, die sich in Angstanfällen äußert. In beiden Fällen ist das Ziel der Verdrängung die Trennung des Affekts von der Vorstellung. Der symbolische Ausdruckscharakter der Symptome, die den ursprünglichen Konflikt verdecken, steht im Vordergrund und muss durch die Analyse entschlüsselt werden. Das Ziel des psychoanalytischen Gesprächs ist die Beseitigung der Symptome durch die Aufdeckung der Konflikte sowie die Bezugnahme auf den lebensgeschichtlichen und aktuellen Stellenwert, der dieser Konflikt für den Patienten darstellt.
Da diese Therapieform auf dem Medium Sprache basiert, sind Therapeut und Patient dabei von gleicher Bedeutung. Es handelt sich also um die Beziehung zweier Subjekte, sodass die Intersubjektivität eine grundlegende Bedingung für die Behandlung darstellt.
Auch bei der Behandlung Katharinas ist die Therapeut-Patient-Beziehung von großer Bedeutung. Obwohl Katharina selbst den Wunsch nach einer Heilung äußert, stößt Freud bereits zu Beginn, bei der Suche nach einem Ansatzpunkt für die Behandlung, auf einen Widerstand, der sich in Katharinas Unfähigkeit, die Ursache für ihre Erkrankung zu nennen, zeigt und der eine unbewusste Abwehr gegen das Aufdecken von Konflikten ausdrückt. Um ihre Erinnerungen zu wecken, stellt Freud Vermutungen über mögliche Ursachen an, die er ihr mitteilt. Auch während des weiteren Gesprächs regt er sie durch Fragen und Bemerkungen zu neuen Einfällen an. Die Patientin spricht in ihren Erzählungen frei assoziierend alles aus, was ihr zu ihren
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Arbeit zitieren:
Lena Langensiepen, 2004, Sigmund Freuds Krankheitsfall "Katharina", München, GRIN Verlag GmbH
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