Karl Marx und die Globalisierung
von: Jan Laser
Wintersemester 2004/05, 5. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Globalisierung 4
2.1 Was ist Globalisierung? 4
2.2 Historie der analytischen Globalisierung 5
2.3 Historie der effektiven Globalisierung 7
2.4 Marx` Kritik zur Globalisierung und ihre Aktualität 8
3. Die Marxsche Klassentheorie und Globalisierung 9
4. Marx versus Neoliberalismus 10
5. Die Aktualität von Marx` Prognosen, illustriert anhand der Südostasienkrise 11
6. Fazit 13
Quellenverzeichnis 15
1. Einleitung
Die Globalisierung bringt mehr Wohlstand, Wirtschaftswachstum, Lebensqualität, Frieden in alle Länder, so die Befürworter. Dagegen steht die Meinung der Globalisierungskritiker, die diesem Prozess Schuld an der steigenden Arbeitslosenquote, Armut und sozialen Ungerechtigkeit geben. Einig sind sich beide Gruppen, dass die Globalisierung ein unrevidierbarer Prozess sei, der jeden tangiert.1 Karl Marx veröffentlichte mit Friedrich Engels das „Manifest der Kommunistischen Partei“ im Jahre 1848. Marx` Ziel war die Bourgeoisie zu stürzen, um dem Proletariat an die Macht zu verhelfen, damit eine Gesellschaft ohne Klassen und Privateigentum hervorgebracht werden konnte. Nach dem Niedergang des Kommunismus in der Sowjetunion und langsam in China könnte man der Meinung verfallen, dass das „Manifest der Kommunistischen Partei“ einem historischen Fossil gleichkommt. In diesem Manifest schreibt - als einer der ersten - Marx jedoch auch über den Prozess der Globalisierung.
„Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.“2 Es wird daraus deutlich, dass die Globalisierung einen Prozess darstellt, der der Gesellschaft seit langem innewohnt, was Marx erkannte. Die beiden Fragen: „Inwieweit hat Marx zum Globalisierungsdiskurs beigetragen?“ und „Haben seine Überzeugungen eine aktuelle Relevanz?“ sollen Gegenstand dieser Hausarbeit sein. Was unter Globalisierung zu verstehen ist und wie der geschichtliche Verlauf war, wird Punkt 2 behandeln. Die Marxsche Klassentheorie und die Globalisierung wird in Punkt 3 näher erläutert. Marx versus Neoliberalismus behandelt Punkt 4. Um ein konkretes Beispiel der Aktualität der Marxschen Prognosen heranzuziehen, wurde die Südostasienkrise in Punkt 5 gewählt. Ob Marx` Erklärungsansatz von vor 157 Jahren zur Globalisierung immer noch einen Gültigkeitsanspruch hat, wird das Fazit in Punkt 6 abschließend thematisieren.
2. Globalisierung
2.1 Was ist Globalisierung?
Das Wort ’Globalisierung’ entstand in den 80er Jahren im letzten Jahrhundert, aber erst in den 90ern fand es eine weite Verbreitung.3 Unter diesem Begriff versteht man eine verstärkte Interaktion und Abhängigkeit4 international unterschiedlich ansässiger Einwohner, Unternehmen und Staaten. Dies wird durch sinkende Transport- und Kommunikationskosten und durch die Schnelligkeit (real time) von Informationsübermittlungen hervorgerufen, ferner durch die Erleichterung von Grenzüberschreitungen und der Liberalisierung und Deregulierung von Märkten. In der heutigen (neoliberalen) Wirtschaftspolitik vieler Staaten hat die Globalisierung einen großen Stellenwert. Denn dadurch soll der Wohlstand der beteiligten Länder gesteigert werden, was dazu führt, dass der Globalisierung alle Fesseln abgenommen werden sollen, z. B. in Form von Abschaffung jeglicher Zölle, Kontingentierungen oder von Agrarsubventionen. Die Folge ist, dass die nationalen Grenzen für die wirtschaftlichen, kulturellen Interessen der Agierenden ständig an Bedeutung verlieren. Dies wird deutlich an der Europäischen Union (EU) und ihrem gemeinsamen Binnenmarkt, der den einzelnen Einwohnern mehr Freiheiten erlaubt, z. B. Freiheit des Waren-, Dienstleistungs-, Personen- und Kapitalverkehrs in ein anderes Mitgliedsland. Solche Binnenmärkte haben nicht nur politische, sondern auch ganz besonders wirtschaftlich Motive, sodass die erwarteten Vorteile einer Wirtschaftsgemeinschaft von mehreren Weltteilen initiiert wurden, in Nordamerika ist es die NAFTA, in Südostasien die ASEAN usw.5. Die Globalisierung ist insofern nicht grenzenlos, denn es entstehen neue supranationale Grenzen. Um die ökonomische Globalisierung zu unterstützen, wurden u. a. zwei bedeutende globale Institutionen gegründet, zum einen die WTO (Welt Handels Organisation) und zum anderen der IWF (Internationaler Währungsfond). Die WTO hat 148 Mitgliedsländer und der IWF 184. Alle Länder haben ein Stimmrecht, das anteilsmäßig unterschiedlich vergeben wird, was dazu führt, dass der Entscheidungsprozess global ist und durch differierende Interessen erschwert wird.
[...]
1 Vgl. Beck, Was ist Globalisierung?, 1997, S. 29.
2 Marx, Das Kommunistische Manifest, 2003, S. 67.
3 Vgl. Trinczek, http://www.sowi-onlinejournal.de/2002-1/soziologie_trinczek.htm#kap1, 31. Juli 2002. Und Altvater, Grenzen der Globalisierung, 2004, S. 20.
4 Darunter ist zu verstehen, dass ein lokaler Produzent auch dann von der Globalisierung betroffen ist, wenn er nicht am Außenhandel beteiligt ist, insofern, dass er seine Produkte an globale Standards und Preise anpassen muss, will er nicht an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Vgl. Altvater, Grenzen der Globalisierung, S. 38 f.
5 Diesen Prozess des regionalen Wirtschaftsintegration hat Marx im „Manifest der Kommunistischen Partei“, 2003, S. 49, prognostiziert.
Arbeit zitieren:
Diplom Volkswirt Jan Laser, 2005, Karl Marx und die Globalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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Thomas Mergel
Kenntnislos.
Nicht hilfreich und vom Niveau der Marx-Analyse her kenntnislos. Laser stützt sich fast ausschließlich auf das Kommunistische Manifest - zu dieser Zeit (1847/48) war "Globalisierung" noch Zukunftsmusik, und die Aussagen eine Prognose, keine Analyse, Marx zu dieser Zeit überdies ökonomisch noch wenig beschlagen. Man hätte erwartet, daß die Arbeit die Aussagen im "Kapital" untersucht, aber davon kaum ein Wort (und das noch nicht einmal auf der Basis der Originaltexte). Auch die Sekundärliteratur ist absolut unzureichend. Mit Ulrich Beck kann man keine Marxsche Theorie der Globlaisierung analysieren - da müsste man sich schon die Mühe mit fachbezogener marxistischer Wirtschaftstheorie machen.
am Monday, May 26, 2008-