Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Lesekompetenz. 3
2.1 Was ist Lesekompetenz? 3
2.2 Methoden der Leseförderung. 5
3 Unterrichtsbeispiel 9
3.1 Allgemeines. 9
3.2 Erarbeitung des Textes „Die Grille und der Maulwurf“ 10
3.2.1 Formulierung des Arbeitsauftrages. 10
3.2.2 Beobachtungen während der Einzelarbeit. 11
3.3 Besprechung 12
3.3.1 Vorgehensweise bei der Besprechung 12
3.3.2 Beobachtungen währen der Besprechung 14
4 Resümee 16
5 Literaturverzeichnis 17
6 Anhang 18
2
1 Einleitung
PISA bezeichnet Lesen als eine grundlegende Form des ‚kommunikativen Umgangs mit der Welt’ und gehört daher zum Kernbestand kultureller Literalität, über die jedes Gesellschaftsmitglied verfügen solle. 1
Gegenstand dieser Arbeit ist das Thema Lesekompetenz. Zunächst wird der Begriff Lesekompetenz definiert und dann erläutert, welche Methoden es gibt, um Lesekompetenz zu fördern. Infolgedessen wird ein Unterrichtsbeispiel zur Förderung von Lesekompetenz in der Grundschule vorgestellt. Dieses Unterrichtsbeispiel diente der Vorbereitung auf die VERA-Studie (überregionale Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik in 4. Grundschulklassen), welche zurzeit meines Praktikums durchgeführt wurde. Nachdem einige Informationen zu Schule und zur Praktikumsklasse gegeben wurden Nach den Informationen zur Schule und der Praktikumsklasse, wird die Formulierung des Arbeitsauftrages vorgestellt. Daraufhin werden Beobachtungen, welche ich während der Einzelarbeit der Schüler gemacht habe, im Mittelpunkt stehen. Im weitern Verlauf wird zum einen die Besprechung des zu erarbeitenden Textes und zum anderen das dabei beobachtete Verhalten der Schüler, thematisiert.
1 Vgl. Deutsches PISA Konsortium (Hrsg.): PISA 2000 - Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich. Opladen 2001. S. 20
3
2 Lesekompetenz
2.1 Was ist Lesekompetenz?
Lesekompetenz ist nicht nur die aktive Auseinandersetzung mit dem Text, sondern wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Die Leseleistung steht in engem Zusammenhang mit den kognitiven Grundfähigkeiten, Sprach-, Welt-, und inhaltlichem Vorwissen sowie strategischen Kompetenzen und motivationalen Faktoren, wie Werteorientierung und Interessen des Lesers oder die Qualität der bisher gemachten Leseerfahrungen. All diese Einflüsse tragen dazu bei, dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen in gegebenen Situationen auch angewendet werden. Lesekompetenz ist demnach ein situationsangepasstes Zusammenspiel dieser verschiedenen
Komponenten. 2 PISA greife mit der Lesekompetenz eine kulturelle Schlüsselqualifikation auf, welche ein ganzes Bündel von Fähigkeiten, Kenntnissen, Strategien und Techniken vereine, so Steffens. Lesenlernen sei ein komplexer und mit keiner Schulstufe abgeschlossener Prozess, der für fast jedes Weiterlernen unverzichtbar sei. 3 Darüber hinaus werde davon ausgegangen, dass die Lesekompetenz im Laufe der Sozialisation erworben werde und nicht in den Genen liege. 4 Beim Lesen seien Prozesse auf mindestens fünf Ebenen zu bewältigen und zu verknüpfen. Diese Prozesse lassen sich in eher automatisierte, hierarchieniedrige Prozesse (Wort- und Satzidentifikation; Verknüpfung von Satzfolgen) und eher strategisch-zielbezogene Prozesse (globale Kohärenzherstellung; Makrostrukturbildung auf der Basis von Textsortenkenntnissen; Erkennen von Darstellungsstrategien im Hinblick auf Textintention) unterteilen. Durch das Zusammenspiel dieser Prozesse und unter Einbezug des Vorwissens gewinne der Leser eine mentale Repräsentation des im Text beschriebenen Sachverhaltes, ein mentales Modell. Interindividuelle Unterschiede ergeben sich vor allen Dingen aus unterschiedlichen Fähigkeiten im Bereich der hierarchiehöheren Prozesse. Faktoren wie Vorwissen, Kapazität des
Arbeitsgedächtnisses und allgemeine Denkfähigkeiten spielen dabei eine wesentliche
2 Vgl. ebd. Deutsches PISA Konsortium (Hrsg.): PISA 2000 - Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich. S. 73
3 Vgl. Steffens, R.: Gelesen heißt noch nicht verstanden - Wie kann die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern gefördert werden?. http://www.forum-
schule.de/archiv/07/fs07/magtma_4.html Stand: 13.10.2005. S. 1
4 Vgl. Groeben, N.: Zur konzeptuellen Struktur des Konstrukts „Lesekompetenz“. In: Groeben, N.; Hurrelmann, B. (Hrsg.): Lesekompetenz - Bedingungen, Dimensionen, Funktionen. München 2002. S. 13
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Rolle, aber auch Mängel in lesespezifischen Fertigkeiten, wie z.B. bei der Worterkennung, können unter Umständen durch Leistungen auf hierarchiehöheren Ebenen kompensiert werden. Insgesamt erweise sich die auf das Vorwissen gestützte Bildung einer kohärenten Textrepräsentation als die mit dem Lesen verbundene zentrale kognitive Leistung. 5 Der Leseprozess setze auf der untersten Stufe mit dem Erkennen von Buchstaben und Wörtern ein und lasse sich primär als visueller Verarbeitungsvorgang auffassen. Die Vorstellung, dass in diesem Prozess einzelne Buchstaben seriell erfasst und verarbeitet werden, gilt heute als überholt, da der so genannte Wortüberlegenheitseffekt, nachdem Buchstaben leichter erkannt werden können, wenn sie als Teile von Wörtern dargeboten werden, dagegen spricht. Ebenso wenig werden Wörter als ganzheitliche visuelle Muster verarbeitet, weil Wörter genauso schnell identifiziert werden können, wenn sie in typographischer Hinsicht von den Standardformen abweichen. Daher geht man heutzutage davon aus, dass keine konkreten Buchstaben, sondern abstrakte Buchstabeneinheiten, die parallel verarbeitet werden können, die Basis für den Erkennungsprozess darstellen. 6 Des Weiteren spielen aber auch die Kontexte , in denen Wörter stehen, eine Rolle bei der Identifikation. Untersuchungen belegen, dass Wörter durch den Kontext schneller vorhersagbar sind, Fehler leichter überlesen werden und die Fixationsdauer (Zeit der Fixierung) geringer ist. 7 Denn, wenn sich Leser mit einem Text auseinandersetzen, konstruieren sie nicht zuletzt dadurch Bedeutung, dass sie die eigenen Gedanken und Vorerfahrungen in den Kontext mit einfließen lassen. 8 Die grundlegende Anforderung beim Lesen ist es also, den einzelnen Wörtern im Text Bedeutungen zuzuordnen. Dieser Vorgang wird ‚lexikalischer Zugriff’ genannt, wobei die kognitionspsychologische Vorstellung zugrunde liegt, dass Wortbedeutungen in Form eines mentalen Lexikons im semantischen Gedächtnis gespeichert sind. Der Verfügbarkeit von Wörtern wird im Identifikationsprozess ebenfalls eine zentrale Rolle zugeschrieben. Das „Aktivationsmodell“ (McClelland & Rummelhart, 1981) nimmt an, dass sowohl Wörter als auch Buchstabeneinheiten im Gedächtnis gespeichert sind. Die Identifikation eines Wortes wird als Wechselspiel von gegenseitiger Hemmung und Aktivierung von
5 Vgl. Hurrelmann, B.: Prototypische Merkmale der Lesekompetenz. In: Groeben, N.; Hurrelmann, B. (Hrsg.): Lesekompetenz - Bedingungen, Dimensionen, Funktionen. München 2002. S. 277f
6 Vgl. Christmann, U.; Richter, T.: Lesekompetenz. Prozessebenen und interindividuelle Unterschied. In: Groeben, N.; Hurrelmann, B. (Hrsg.): Lesekompetenz - Bedingungen, Dimensionen, Funktionen. München 2002. S. 28f
7 Vgl. ebd. Christmann, U.; Richter, T.: Lesekompetenz. Prozessebenen und interindividuelle Unterschied. S. 29
8 Vgl. Internationales und nationales Rahmenkonzept für die Erfassung von Lesekompetenz in PISA. http://www.mpib-berlin.mpg.de/pisa/KurzFrameworkReading.pdf. Stand 14.10.2005. S.2
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Buchstaben und Wörtern beschrieben. Das Modell erklärt zum einen den Wortüberlegenheitseffekt und zum anderen, dass Wörter auch bei unvollständiger Buchstabenanalyse korrekt identifiziert werden. Allerdings ist die Erklärungskraft des Modells auf Wörter beschränkt, die bereits im Gedächtnis bzw. mentalen Lexikon gespeichert sind. Die Identifikation neuer oder zusammengesetzter Wörter kann im Rahmen dieses Modells nicht erklärt werden. 9
Lesen ist demnach also eine Interaktion zwischen dem Lesenden und dem Text, bei der es zu einer Wechselwirkung zwischen Informationen des Textes und unserem Vorwissen und Denken komme. 10
2.2 Methoden der Leseförderung
Lesen sei eine alte basale Kulturtechnik, die in der modernen Informationsgesellschaft eher an Bedeutung gewinne. Trotz aller schulischen Bemühungen existieren jedoch immer noch große individuelle Unterschiede in Lesefähigkeiten. 11 Der Deutschunterricht spiele bei der Förderung der Lese- und Verstehenskompetenz zwar eine große Rolle, sei aber nicht der einzige Ort, an dem Leseförderung stattfinde. Lesen könne in jedem anderen Unterrichtsfach, in dem mit Texten gearbeitet werde, gefördert werden. 12 Allerdings muss noch geprüft werden, ob literarische und nicht-literarische Texte unterschiedliche Anforderungen an die Lesekompetenz stellen und ob innerhalb dieser Oberkategorie noch einmal zwischen verschiedenen Textsorten bzw. -genres und ihren Anforderungen unterschieden werde muss. 13 Reziprokes (wechselseitiges) Lernen und Lehren kann zur Förderung von leseschwachen Schülern eingesetzt werden, so Steffens. Die Schüler werden dabei in Gruppen von ca. vier bis sieben Mitglieder eingeteilt und übernehmen bei dem Gespräch über einen Text jeweils zwei unterschiedliche Rollen: z um einen die des Gruppenleiters, welcher die anderen Mitglieder zur Anwendung einer weitgehend festen Sequenz von Strategien auffordert, die dazu dienen, das Gespräch zu strukturieren. Zum
9 Vgl. a.a.O. Christmann, U.; Richter, T.: Lesekompetenz. Prozessebenen und interindividuelle Unterschied. S. 36
10 Vgl. a.a.O. Steffens, R.: Gelesen heißt noch nicht verstanden - Wie kann die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern gefördert werden?. S. 5
11 Vgl. a.a.O. Christmann, U.; Richter, T.: Lesekompetenz. Prozessebenen und interindividuelle Unterschied. S. 25
12 Vgl. a.a.O. Steffens, R.: Gelesen heißt noch nicht verstanden - Wie kann die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern gefördert werden?. S. 2
13 Vgl. a.a.O. Groeben, N.: Zur konzeptuellen Struktur des Konstrukts „Lesekompetenz“. S. 15
Arbeit zitieren:
Britta Wertenbruch, 2005, Lesekompetenz, München, GRIN Verlag GmbH
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