Inhaltsverzeichnis
Seite
Abk ürzungsverzeichnis II
Symbolverzeichnis IV
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit 1
2. Kapitalmarkttheoretische Bewertungsmodelle 2
2.1 Theoretische Grundlagen 2
2.2 Kapitalmarktmodelle und ihre empirische Gültigkeit 3
2.2.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) 3
2.2.2 Die Arbitrage Pricing Theory (APT) 5
2.3 Anomalien auf Aktienmärkten 8
2.3.1 Anomalien hinsichtlich der Effizienzthese 9
2.3.2 Kennzahlanomalien 10
2.3.3 Temporäre Anomalien 10
2.4 Erklärungsansätze für Anomalien auf Aktienmärkten 10
3. Modellbildung 13
3.1 Der ifo Geschäftsklima-Index 13
3.2 Der risikofreie Einmonats-Zins 13
3.3 HDAX
3.3 Entwurf eines Zweifaktorenmodells 14
4. Empirische Untersuchung 14
4.1 Konstruktion der Aktienportfolios 14
4.2 Daten 15
4.3 Ergebnisse 16
5. Fazit und Ausblick 19
Literatur - und Quellenverzeichnis 21
Erkl ärung/Versicherung 25
Anhang I: Beispiel zur Berechnung der Saldenwerte des
ifo Geschäftsklima-Saldo 26
Zusammensetzung und Verkettung von DAX
II: 27
III: Veröffentlichung der Indikatoren zur
Konjunkturentwicklung gewerbliche Wirtschaft 28
IV: Geschäftsklima Gewerbliche Wirtschaft (1991 100), 29
Westdeutschland , sbr.
I
Abkürzungsverzeichnis
AG Aktiengesellschaft
APT Arbitrage Pricing Theory
bzw. beziehungsweise
CAPM Capital Asset Pricing Theory
d. h. das heißt
DAX 1 DAX
Dr. Doktor
EK Eigenkapital
e. V. eingetragener Verein
evtl. eventuell
f. folgende
ff. folgende (Mehrzahl)
ggf. gegebenenfalls
HDAX 2 HDAX
i. d. R. in der Regel
ifo Institut für Wirtschaftsforschung
i. ü. im übrigen
lt. laut
MDAX 3 MDAX
n. h. M. nach herrschender Meinung
n/a not available
o. ä. oder ähnliches
(o.) S. (ohne) Seite
o. V. ohne Verfasser
p. a. per anno / pro Jahr
Prof. Professor
sbr. saisonbereinigt
TecDAX 4 TecDAX
u. a. unter anderem
überg. übergeordnet(e)
usw. und so weiter
v. a. vor allem
vgl. vergleiche
z. B. zum Beispiel
Symbolverzeichnis
α Konstante (Achsenabschnitt) in einem Regressionsmodell, z. B. r rf
ß Steigungsparameter in einem Regressionsmodell; insbesondere: das systematische Risiko (Beta) einer Kapitalanlage
Cov(X,Y) Kovarianz zwischen den Zufallsvariablen X und Y
ε
Restgröße eines Regressionsmodells für Kapitalanlage i und Periode t
it
E(X) Erwartungswert der Zufallsvariablen X
F j,t Risikofaktor (=Rendite) j in der Periode t (bezogen auf das Mehrfaktorenmodell)
i Kapitalanlage i
p Portfolio
r it realisierte Rendite von Kapitalanlage i in der Periode t
r mt Rendite des Aktienmarktes in der Periode t
t r rf risikofreie Verzinsung in der Periode t
Summe von j = 1 bis n
Var(X) Varianz der Zufallsvariablen X
X t erklärende Variable (z. B. in diesem Papier der ifo Geschäftsklima-Index) in der Periode t
IV
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
„Die Bahn der Himmelskörper kann ich auf Zentimeter und Sekunden genau berechnen, aber nicht, wie eine verrückte Menschenmenge die Börsenkurse in die Höhe
oder Tiefe treiben kann“ 1 . Schon Sir Isaac Newton, einer der größten Physiker aller Zeiten und gleichzeitig ein leidenschaftlicher Börsenspekulant, hat erkannt, womit sich die Finanzwirtschaft noch oder gerade heute intensiv auseinandersetzt: Die Psychologie der Börse. Immer wieder sprechen Marktteilnehmer von diesem Phänomen der Psychologie, die sich zwar im Markt befindet aber per heute nur schwer durch wissenschaftliche Fakten und Daten dargestellt werden kann.
So traten in der Vergangenheit immer wieder ökonomisch kaum nachvollziehbare Kursschwankungen oder im Extremfall Spekulationsblasen auf, so dass die relativen Preise von Aktien nicht mehr mit fundamentalen Daten zu begründen waren. Obwohl die hervorgegangenen Instrumente aus der Kapitalmarkttheorie in der Vergangenheit einen immer stärker werdenden Einfluss auf die Vermögensverwaltung nahmen, häuft sich unter den Finanzwissenschaftlern die Meinung, dass diese nun seit Jahrzehnten geltenden Modelle aufgrund ihres teilweise ungenügenden Erklärungs- und Vorhersagegehaltes überarbeitet werden müssen. Die Forschung in diesem Bereich ist schon seit geraumer Zeit im Gange, allerdings wird immer häufiger nicht nur eine Weiterentwicklung der geltenden
Kapitalmarkttheorie sondern sogar ein Paradigmenwechsel gefordert. 2 Die Erkenntnis, dass die moderne Kapitalmarkttheorie bisher keine Modelle entwickeln konnte, welche die Preisbildung auf den Kapitalmärkten hinreichend erklären, führte in den vergangenen Jahren zur Entstehung der Behavioral Finance als eigenständiges Forschungsgebiet. Ihr Ziel, das Erlangen neuer Erkenntnisse über Finanzmarktmechanismen, wollen ihre Anhänger durch das Analysieren des Individualverhaltens und durch die Berücksichtigung von psychologischen und
soziologischen Aspekten erreichen. 3
In der vorliegenden Studienarbeit wird untersucht, ob zur Erklärung der relativen Preise deutscher Blue Chips das jeweilige systematische Risiko benötigt wird, oder ob kurzfristige Erwartungsschwankungen größtenteils zur Bestimmung ausreichen.
1 Vgl. Isaac Newton, http://www.lsealumni.de/doc/Psycho3-handout.pdf (10.12.2003)
2 Vgl. u. a. Keppler, M., ‘Beta’-Faktoren und CAPM - ein Nachruf, S. 268f.
3 Vgl. Dr. M. Lister, http://www.wwz.unibas.ch/bama/forschung/Frossard.htm (10.12.2003)
1
Hintergrund dieser Arbeit ist die Annahme, dass die meisten Investoren lediglich Erwartungen darüber bilden, ob eine Anlage in das Wertpapier A heute besser ist als eine Anlage in das Wertpapier B. Der Autor vermutet, dass u. a. die aktuellen Konjunkturdaten eine nicht zu vernachlässigende Beeinflussung auf die Investitionsentscheidungen verursachen. Unter dieser Prämisse sollten dann aber zyklische Wertpapiere in der vorhersehbaren Rezession, gemessen anhand Daten eines Wirtschaftsinstitutes, geringere Renditen als nicht zyklische Wertpapiere haben. Im Boom sollten die Renditen dagegen höher sein. Dieses Ergebnis ist dann aber nicht mit der vorherrschenden Kapitalmarkttheorie vereinbar, da lt. Definition ein höheres Risiko immer mit einer höheren Rendite einhergehen sollte.
Um die Untersuchung vornehmen zu können, werden zunächst die wesentlichen Inhalte und Defizite / Marktanomalien der vorherrschenden Kapitalmarkttheorie sowie Erklärungsansätze hierfür herausgearbeitet, um darauf aufbauend ein Modell aufzustellen, das die empirische Prüfung der Annahme unter Einbeziehung von Konjunktur- und Aktienmarktdaten deutscher Blue Chips von Januar 1995 - Dezember 2002 im weiteren Verlauf der Arbeit ermöglicht. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Behavioral Finance als alternativer Erklärungsansatz näher eingegangen. Schließlich werden die Ergebnisse nochmals zusammengefasst und Überlegungen hinsichtlich der Konsequenzen dieser Ergebnisse für die vorherrschenden Anlagestrategien angestellt.
2. Kapitalmarkttheoretische Bewertungsmodelle
2.1 Theoretische Grundlagen
Seit Beginn der fünfziger Jahre hat die Kapitalmarktlehre eine beachtliche Entwicklung erfahren. Beginn waren die grundlegenden Arbeiten von Markowitz und Tobin zur Portfolio-Selektion, sowie die Studien von Fama zur Informationseffizienz auf Kapitalmärkten. Die Ergebnisse dieser Arbeiten mündeten in zwei zentrale Paradigmen zur Bewertung risikobehafteter Wertpapiere: Das Capital Asset Pricing Model (CAPM), entwickelt von Sharpe, Linter und Mossin, und die Arbitrage Pricing Theory (APT) von Ross. Beide Modelle untersuchen die Preisbildung von Wertpapieren im
2
Kapitalmarktgleichgewicht unter expliziter Berücksichtigung des mit der Anlage
verbundenen Risikos. 4 Diesen beiden Theorien ist gemeinsam, dass nur gegen Übernahme eines höheren Risikos die erwartete Rendite der entsprechenden Anlage gesteigert werden kann.
Markowitz und Sharpe setzen in ihren Theorien informationseffiziente Märkte voraus, d. h. dass sämtliche Informationen, die den Wert einer Kapitalanlage betreffen, unverzüglich in ihren Marktpreisen verarbeitet sind. Dies impliziert, dass der einzelne Marktteilnehmer keinen Informationsvorsprung besitzt und diesen somit auch nicht durch Arbitragegeschäfte gewinnbringend umsetzen kann. Daher können höchstens überraschende Ereignisse zu nicht vorhersehbaren Kursänderungen führen, die jedoch
aufgrund der Unvorhersehbarkeit nicht gewinnbringend ausnutzbar sind. 5
Die Marktteilnehmer müssen also aufgrund der Theorie dasselbe Entscheidungsmodell und den gleichen Informationsstand und somit auch dieselben Erwartungshaltungen haben. Daher unterscheiden sich die unterschiedlichen Portfolios nur noch im Risiko. Mit dieser Erkenntnis gelang es, die Forschung weg von der individuellen Mikro- und hinein in die Makroebene, d. h. die Marktebene, zu bewegen. Hiermit waren die theoretischen Grundlagen gegeben, die zur Bildung vieler Kapitalmarktmodelle führten, die zwei bekanntesten davon sind die bereits oben erwähnten CAPM und APT, die im Folgenden knapp erläutert werden.
2.2 Kapitalmarktmodelle und ihre empirische Gültigkeit
2.2.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
Das CAPM, das auf der Portfoliotheorie aufgebaut ist, setzt voraus, dass unter der Prämisse gleicher Erwartungen jeder Anleger im Kapitalmarktgleichgewicht eine Kombination aus dem Marktportfolio und einer risikofreien Anlage hält. Das Marktportfolio enthält alle auf dem Markt befindlichen und mit Risiko behafteten Wertpapiere und ist anhand derer Marktkapitalisierung strukturiert. Der Anleger kann also, individuell je nach Risikoaversion, entscheiden, wie viel Anteil an risikobehafteten Wertpapieren, bzw. wie viele risikolose Anlagen er in seinem Depot haben möchte.
4 Vgl. Steiner, M./ Nowak, T., Bestimmung von Risikofaktoren, S. 347 f.
5 Vgl. Schmidt/Terberger (1996), S. 216
3
Arbeit zitieren:
Andre Merz, 2004, Die Beeinflussung von Konjunkturdaten auf die Bedeutung des Risikos als Pricing Factor von deutschen Aktien, München, GRIN Verlag GmbH
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