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Die Bundesrepublik als konservativer Wohlfahrtsstaat (Esping-Andersen)

Seminararbeit, 2002, 26 Seiten
Autor: Christian Wolf
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 26
Note: 2,0
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V4643
ISBN (E-Book): 978-3-638-12849-0

Dateigröße: 191 KB


Textauszug (computergeneriert)

 

Die Bundesrepublik als konservativer Wohlfahrtsstaat (Esping-Andersen)




Veranstaltung: "Soziale Marktwirtschaft und europäische Integration"
Semester: WS 2001/2002
Abgabedatum: 24. Jan. 2002

Inhaltsübersicht

1. Einleitung 2

2. Die drei Dimensionen der Wohlfahrtsstaatlichkeit 3
2.1 Der Grad der Dekommodifizierung der Arbeitskraft 4
2.2 Die Stratifikationsprinzipien der Sozialpolitik 5
2.3 Das Verhältnis von Markt, Staat und Familie bei der Absicherung sozialer Risiken 8

3. Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus 8
3.1 Der liberale Typus 8
3.2 Der konservative Typus. 10
3.3 Der sozialdemokratische Typus. 11

4. Die Klassifizierung der Bundesrepublik und deren Überprüfung am Beispiel der Rentenpolitik 12
4.1 Die Ergebnisse Esping-Andersens empirischer Analyse 12
4.1.1 Die Dekommomifizierung der Arbeitskraft 12
4.1.2 Die gewählten Stratifikationsprinzipien 13
4.1.3 Das Verhältnis von Markt, Staat und Familie 14
4.2 Verdeutlichung am Beispiel des Rentensystems 15
4.2.1 Die dekommodifizierende Wirkung des deutschen Rentensystems 15
4.2.2 Die im deutschen Rentensystem angewandten Stratifikationsprinzipien 16
4.2.3 Das Verhältnis von Markt, Staat und Familie bei der Altersvorsorge 17

5. Schlussbemerkungen 18

6. Anhang 20
Schaubild 1 - Strukturmerkmale der drei Regimetypen 20
Schaubild 2 - Rangliste nach Decommodification Score 21
Schaubild 3 - Korrelation der Merkmale div. Stratifikationsprinzipien 21
Schaubild 4 - Cluster der Wohlfahrtsstaaten nach konservativen, liberalen und sozialdemokratischen Regimeattributen 22
Schaubild 5 - Einkommensquellen von Haushalten, deren Oberhaupt älter als 65 ist 22
Schaubild 6 - Ausgaben für öffentliche und private Altersvorsorge in % BIP 23
Schaubild 7 - Ausgaben in % der Gesamtaufwendungen für Altersvorsorge 23

7. Literaturverzeichnis 24

 

1. Einleitung

Der Däne Gosta Esping-Andersen stellte 1990 seine Typologie moderner Wohlfahrtsstaaten vor, die er "The Three Worlds of Welfare Capitalism" nannte. Mit dieser Arbeit hat sich Esping-Andersen von der vorherrschenden Sichtweise der Wohlfahrtsstaatsforschung gelöst, die das Niveau der Sozialausgaben als bestimmenden Maßstab für die Wohlfahrtsstaatlichkeit ansah. Vielmehr interessiert er sich für die tatsächlichen Auswirkungen eines Wohlfahrtsstaatsmodells auf die Wohlfahrt der Bürger. In einer theoretisch-empirischen Analyse wies er nach, dass es im wesentlichen drei Typen moderner Wohlfahrtsstaaten gibt. Zum einen den liberalen Typus, der vor allem in den Ländern angelsächsischer Tradition zu finden ist, den sozialdemokratischen Typus, der in Skandinavien seinen deutlichsten Ausdruck findet und den konservativen Typus, der in Kontinentaleuropa, vor allem in Deutschland und Frankreich beheimatet ist. (Kohl, 1993: 67 f.)

Gegenstand dieser Seminararbeit ist es, die Typologie Esping-Andersens sowie dessen Vorgehensweise bei deren Bildung vorzustellen und die Einordnung der Bundesrepublik Deutschland als fast prototypischen Wohlfahrtsstaat des konservativen Typs (Esping-Andersen, 1990) zu untersuchen. Dazu werden zunächst Esping-Andersens drei Dimensionen der Wohlfahrtsstaatlichkeit sowie die drei Typen von Wohlfahrtsregimen vorgestellt und schließlich soll die Verortung der Bundesrepublik als konservativer Wohlfahrtsstaat anhand des Rentensystems in vergleichender Weise verdeutlicht werden.


2. Die drei Dimensionen der Wohlfahrtsstaatlichkeit

In der komparativen Wohlfahrtsstaatsforschung herrschte lange Zeit die Auffassung vor, es genüge das Niveau der Sozialausgaben verschiedener Staaten zu vergleichen, um deren Sozial- oder Wohlfahrtsstaatlichkeit zu beurteilen. (Kohl, 1993:67) Es ist nicht schwer den grundlegenden Fehler in dieser Sichtweise zu erkennen. Das Niveau der Sozialausgaben reflektiert weder deren effiziente Verwendung (Was kommt davon tatsächlich beim Bürger an?) noch sagt es etwas über deren verteilungspolitische Implikationen aus (Wem kommen die Mittel zu Gute?). Auch werden offensichtliche politische Hintergründe der Mittelverwendung (sozialpolitische Zielsetzungen, Bedienung einer Wählerklientel) vollkommen vernachlässigt.

[...]


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