Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
I. Einleitung 3
II. Der 2. Perserzug 4
1. Zugelassene Teilnehmer der 75. Olympiade 5
2. Politische Impulse der 75. Olympiade 6
III. Der Peloponnesische Krieg 7
1. Bündnisse der Eleer 7
2. Der Olympionike Lichas 8
IV. Das Zerwürfnis zwischen Elis und Sparta im Jahr 420 v. Chr. 9
1. Die Situation Lepreons vor der Auseinandersetzung 9
2. Thukydides´ Bericht 10
3. Das Gerichtsverfahren 11
V. Die Auseinandersetzung zwischen Elis und Pisa im Jahr 364 v. Chr. 12
1. Der Pisatische Staat 12
2. Diodors´ Bericht 12
3. Arkadiens Anspruch auf Olympia 13
VI. Olympia als Publikationsstätte 13
VII. Ergebnisse 14
VIII. Anhang 17
1. Quellenverzeichnis 17
2. Literaturverzeichnis 17
2
I. Einleitung
In der heutigen Zeit werden die moderne n Olympischen Spiele zu sehr auf den sportlichen Wettkampf reduziert. Eine politische Dimension der Spiele wird nicht betrachtet beziehungsweise in den Hintergrund gedrängt. Dabei gibt es gerade in der jüngeren Geschichte viele Beispiele für die Vermischung von Olympia und Politik (insbesondere die Ausnutzung der Olympischen Spiele für politische Zwecke). So wurden die Spiele 1936 in Berlin für nationalsozialistische Propagandazwecke benutzt. Die Moskauer Spiele (1980) wurden von den USA und vielen anderen Nationen boykottiert, um gegen den Einmarsch sowjetischer Truppen zur Jahreswende 1979/ 80 in Afghanistan zu demonstrieren. Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles (1984) fehlte daraufhin fast der gesamte Ostblock. Diese Ereignisse werfen die Frage nach einer Verquickung von Olympia und Politik in der Antike auf. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der politischen Ausnutzung der antiken Olympischen Agone. Es soll untersucht werden, ob die Olympischen Spiele während des Perserkrieges und des Peloponnesischen Krieges für politische Zwecke benutzt wurden. Auf das spartanisch- elische Zerwürfnis im Jahr 420 v. Chr. sowie auf die Auseinandersetzung zwischen Elis und Pisa (364 v. Chr.) soll ebenfalls eingegangen werden. Im weiteren stellt sich die Frage, ob Olympia als Publikationsstätte politisch genutzt wurde. Der Schwerpunkt wird auf den Streit zwischen Elis und Sparta gesetzt, da hier die Verquickung von Olympia und Politik am besten deutlich wird. Die Untersuchung der Vermischung von Olympia und Politik während des Perserkrieges wird in dem Sinne durchgeführt, dass eine Eingrenzung auf den 2. Perserzug unter Xerxes und auf die Olympischen Spiele des Jahres 480 v. Chr. erfolgt. Literatur, die sich auf die oben erwähnte Thematik in Zusammenhang mit Perserkrieg und Peloponnesischer Krieg bezieht, ist kaum vorhanden. Der Autor verwendet in diesem Bereich als Sekundärliteratur fast ausschließlich die Dissertation „Olympia in der Politik der griechischen Staatenwelt (von 776 bis zum Ende des 5. Jahrhunderts)“ von Augusta Hönle. Der elisch- spartanische Streit ist bisher gut erforscht worden (zu erwähnen ist hier der Aufsatz „Thucydides 5.49.1- 50.4. The Quarrel between Elis and Sparta in 420 B.C., and Elis´ Exploitation of Olympia“ von James Roy) und man kann
3
auf den aktuellen Forschungsstand verweisen, dass Elis seine Machtposition in Olympia ausnutzte 1 .
Die Arbeit ist thematisch aufgebaut. Das zweite Kapitel untersucht die Thematik anhand des 2. Perserzuges unter Xerxes (Zugelassene Teilnehmer der 75. Olympiade; Politische Impulse der 75. Olympiade). Das dritte Kapitel geht auf den Peloponnesischen Krieg (Bündnisse der Eleer; Der Olympionike Lichas) ein. Die beiden folgenden Kapitel beinhalten das Zerwürfnis zwischen Elis und Sparta im Jahr 420 v. Chr. (Die Situation Lepreons vor der Auseinandersetzung; Thukydides´ Bericht; Das Gerichtsverfahren) und den Streit zwischen Elis und Pisa im Jahr 364 v. Chr. (Der Pisatische Staat; Diodors´ Bericht; Arkadiens Ansprch auf Olympia). Olympia als Stätte der Publikation bildet das sechste Kaptiel. Der Schlussteil (7. Kapitel) stellt die Ergebnisse der Untersuchung dar. Nach dem Schlusswort sind Anmerkungen und Literaturverzeichnis vorzufinden.
II. Der 2. Perserzug
Trotz des 2. Perserzuges unter Xerxes nach Griechenland (480 v. Chr.) wurden die 75. Olympischen Spiele 2 gefeiert. Die Peloponnesichen Staaten, die aufgrund der Olympischen Agone nicht am Kampf teilnahmen, waren sogar dispensiert 3 . Die Perser waren über den olympischen Eifer der Griechen verwundert 4 . Nach den erfolgreichen Schlachten von Salamis und Plataiai errichteten alle am Krieg beteiligten Griechen gemeinsame Weihegeschenke in Olympia, Delphi und auf dem Isthmos 5 . Die Festspiele wurden also als Mittelpunkt des ganzen griechischen Volkes verstanden.
1 Vgl. Crowther, Nigel, Elis and Olympia. City, Sanctuary and Politics, in: Phillips, David u.a. (Hrsg.), Sport and Festival in the Ancient Greek World, Swansea 2003, S. 62.
2 Trotz gegenläufiger archäologischer Befunde folge ich in diesem Aufsatz dem traditionellen Datum von
776 v. Chr. für die erste Olympiade.
Vgl. Golden, Mark, Sport and Society in Ancient Greece, Cambridge 1998, S. 63- 65 über das Jahr der ersten Olympiade.
3 Vgl. Hdt. 7, 206; 8, 72.
4 Vgl. Hdt. 8, 26.
5 Vgl. Hdt. 9, 81.
Vgl. auch Curtius, Ernst, Olympia, Berlin 1935, S. 64.
4
1. Zugelassene Teilnehmer der 75. Olympiade
Ein nicht mit Namen bekannter Teilnehmer aus Argos siegte im Ringkampf der Knaben 6 .
Im Pferderennen siegte ein argivisches Staatspferd 7 . Trotz Verhandlungsbemühungen
nahmen die Argiver aus Feindschaft gegen Sparta nicht am Kampf gegen die Perser
teil 8 .
Anaxilos von Rhegion gewann mit hoher Wahrscheinlichkeit den Maultiergespann-Wettbewerb 9 . „Anaxilos war nicht neutral, sondern sogar mit den Karthagern verbündet,
die für das westliche Griechentum eine ebenso große Gefahr bedeuteten wie die Perser
für das Mutterland“ 10 . Die Allianz zwischen dem Herrn von Rhegion und Karthago
bestand allerdings nur für kurze Zeit 11
Theogenes von Thasos wurde Sieger im Faustkampf 12 . Thasos unterwarf sich bereits
beim Zug des Dareios den Perser, Xerxes wurde sogar durch die Stadt empfangen 13 .
Theogenes kann man jedoch nicht als repräsentativ für Thasos ansehen 14 . Die
Thebaner waren ebenfalls auf Seite der Perser (wenn auch nicht mit der Bereitwilligkeit,
die Herodot beschreibt) 15 , als Arsilochos und Daitondas von Theben im Wagenrennen
der Viergespanne siegten 16 .
In den Siegerlisten finden sich somit Vertreter von Staaten, die sich nicht an der anti -persischen Koalition beteiligten. Es nahmen sogar Athleten aus Staaten teil, die sich den
Persern unterworfen hatten oder Verbündete Karthagos waren.
6 Vgl. Moretti, Luigi, Olympionikai, i vincitori negli antichi agoni olimpici, Roma 1957, S. 88, Nr.
204.
7 Vgl. ebd. S. 89, Nr. 207.
8 Vgl. Hdt. 7, 148- 152.
9 Vgl. Moretti, Luigi, Olympionikai, i vincitori negli antichi agoni olimpici, Roma 1957, S. 89, Nr.
208.
10 Hönle, Augusta, Olympia in der Politik der griechischen Staatenwelt (von 776 bis zum Ende des 5.
Jahrhunderts), Diss. phil. Tübingen 1968, S. 173.
11 Vgl. Hönle, S. 174.
12 Vgl. Moretti, Luigi, Olympionikai, i vincitori negli antichi agoni olimpici, Roma 1957, S. 88, Nr.
201.
13 Vgl. Hönle, Olympia in der Politik der griechischen Staatenwelt (von 776 bis zum Ende des 5. Jahrhunderts), S. 171. Vgl. auch Hdt. 7, 118.
14 Vgl. Hönle, Olympia in der Politik der griechischen Staatenwelt (von 776 bis zum Ende des 5.
Jahrhunderts), S. 171 f.
15 Vgl. ebd. S. 172.
16 Vgl. Moretti, Luigi, Olympionikai, i vincitori negli antichi agoni olimpici, Roma 1957, S. 88 f., Nr.
206.
5
Arbeit zitieren:
Matthias Storm, 2005, Die politische Ausnutzung der antiken Olympischen Agone. Eine Untersuchung zum 2. Perserzug, Peloponnesischen Krieg und zum elisch- spartanischen Zerwürfnis im Jahr 420 v. Chr., München, GRIN Verlag GmbH
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