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1. Erkenntnistheoretische Aspekt (Konstruktivismus) 3
2. Lernorte außerhalb des Klassenzimmers 4
2.1. Der Lehrplan für die Grundschule in Bayern 2000 4
2.2. Lernorte und Lernstandorte 4
2.3. Lernorte - Wozu? 5
2.3.1. Aus reformpädagogischer Sicht. 5
2.3.2. Aus heutiger schulpädagogischer Sicht 6
2.4. Durchführung eines Unterrichtsganges 9
2.4.1. Lernorte - Wann? 9
2.4.2. Der methodische Dreischritt 10
3. Medien. 12
3.1. Was sind Medien? 12
3.2. Ziele eines Medieneinsatzes 13
3.3. Funktionen der Medien. 14
Literaturverzeichnis. 16
2
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Der Begriff ‚Konstru ktion’ w ird vom lateinischen ‚constru cta’ abgeleitet u nd bed eu tet ‚ged anklicher Entw u rf’, ‚Plan’, ‚Entw icklu ng’. Konstru ktivisten behau p ten, es gibt keine allgemein end gü ltige Wahrheit bzw . Wirklichkeit. Jed er konstru iert seine Eigene. Das heißt, d as Lernen d es Schü lers ist ein eigenständ iger Konstru ktionsp rozess. H iller u nd Pop p u nterscheid en eine :LUNOLFKNHLWHUVWHU2UGQXQJ von einer :LUNOLFKNHLW]ZHLWHU2UGQXQJ. Unter Wirklichkeit erster Ord nu ng verstehen w ir d ie Wirklichkeit, d ie objektiv feststell- u nd nachp rü fbar ist (Tatsachen). Zu m Beisp iel: Im Su p erm arkt gibt es Sond erangebote.
Unter Wirklichkeit zw eiter Ord nu ng verstehen w ir d ie Wirklichkeit, d ie w ir konstru ieren, d ie and ere aber au ch ganze and ers konstru ieren können. Es ist d ie Wirklichkeit d er Deu tu ngen u nd su bjektiven Bed eu tu ngen. Zu m Beisp iel: Der Su p erm arkt als Einkau fsfalle.
Um d en Begriff eines Gegenstand es w irklich zu verstehen, m u ss d er Sinn d es Gegenstand es erfasst w ord en sein. „Anschau en ist eine Tätigkeit“. Um etw as w ahrzu nehmen, m u ss m an etw as w issen u nd Fragen haben, sonst bleibt d er Sinneskontakt oberflächlich u nd ohne w irklichen Erkenntnisgew inn. Das heißt, Sehen hängt vom Vorw issen d es Betrachters ab.
1.) Wenn d er Lehrer d em Schü ler etw as vor d ie Au gen stellt, sollte er d as Vorw issen d er Kind er p rü fen, ü berlegen, w elche Inform ationen vorab nötig sind . Schü ler haben u nterschied liches Vorw issen u nd d eshalb nehm en sie au ch u nterschied lich w ahr. 2.) Au s d iesem Gru nd ist es w ichtig, vorab einen p ersönlichen Bezu g zu m betrachteten Gegenstand au fzu bau en. Man m u ss d en Kind ern ein Motiv liefern, sich m it etw as anschau lich au seinand erzu setzen.
Anschau en ist also ein aktiver Vorgang. Dies erford ert Anstrengu ng (genau es H insehen, Fragen stellen, Antw orten find en). Kind er brau chen Motivation, Interesse, N eu gier u nd Anstrengu ngsbereitschaft.
3
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Der Bild u ngs- u nd Erziehu ngsau ftrag d er Gru nd schu le ist es, „alle Schü ler in ihrer Persönlichkeitsentw icklu ng zu u nterstü tzen. Es geht d abei vor allem d aru m , Wissenserw erb zu erm öglichen, Verstehen anzu bahnen, Interesse zu entw ickeln, soziale Verhaltensw eisen sow ie mu sische u nd p raktische Fähigkeiten zu förd ern u nd Werthaltu ngen au fzu bau en“. 1
Insbesond ere an Lernorten au ßerhalb d er Schu le w ird d as Interesse d er Kind er gew eckt, d a hierbei in d er Regel au ch bei schw ächeren Kind ern eine höhere Motivation besteht. In d er Au seinand ersetzu ng m it d er Mitw elt kom m t d em Sozialverhalten eine w ichtige Rolle zu . Die Öffnu ng d es Unterrichts gegenü ber ihrer Um w elt ist ein Teilbereich d es offenen Unterrichts.
Besond ers im Fach H eim at- u nd Sachu nterricht galt d ie konkrete Anschau u ng als Fu nd am ent vieler Erkenntnisse. „Originale Begegnu ng u nd selbsttätige Au seinand ersetzu ng m it d er Wirklichkeit sow ie ein verw eilend es u nd anschau liches Lernen mit vielen Sinnen sind Gru nd lage d er Erfahru ngs- u nd Erkenntnisbild u ng. N eben situ ativen Anlässen sind d afü r u .a. Unterrichtsgänge zu au ßerschu lischen Lernorten, einzu p lanen.“ 2
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Die Id ee, au ßerhalb d er Schu le vor Ort zu lernen, geht zu rü ck au f d ie Reformp äd agogik. Au sschlaggebend fü r d ie Reform w aren d ie Ford eru ngen nach einer Veränd eru ng d er Schu le von einer Unterrichtsstätte zu einer Lebensstätte fü r Kind er. 3 John Dew ey sp richt zu m Beisp iel von „school w ithou t w alls“, d er Schu le
1 Amtsblatt, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Wissenschaft, Forschung und Kunst, Lehrplan für die bayerische Grundschule, September 2000, S. 7
2 Amtsblatt, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Wissenschaft, Forschung und Kunst, Lehrplan für die bayerische Grundschule, September 2000, S. 36
3 Götz, M. und Sandfuchs, U.: Geschichte der Grundschule. In: Einsiedler, W. u.a. (Hrsg.): Handbuch Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, Regensburg 2001, S. 16
4
ohne Mau ern. Er ford ert einen hand lu ngsorientierten Unterricht, bei d em au ch Lernorte au ßerhalb d er Schu le au fgesu cht w erd en sollen.
Dabei m u ss m an zw ei Arten von Lernorten u nterscheid en. Einerseits gibt es Orte, d ie eigentlich nicht fü r Lernzw ecke eingerichtet od er vorgesehen sind , d ie aber im Rahmen eines Projekts od er einer Exku rsion eine w ichtige Rolle sp ielen. N ach Salzm ann sind /HUQRUWH Orte, an d enen gelernt w erd en kann. Jed er Ort kann Lernort sein. Vorau ssetzu ng ist, d ass Erfahru ngen, d ie an d iesem Ort gew onnen w erd en, au ch in d en Unterricht m it einbezogen w erd en können. Man find et sie in allen Bereichen u nserer Um w elt, zu m Beisp iel in d er N atu r, kom m u nalen Einrichtu ngen, Behörd en od er örtlichen Betrieben.
H iervon u nterscheid et man d ie sogenannten /HUQVWDQGRUWH. Diese sind sp eziell fü r aktive Erku nd u ngs- u nd Lernp rozesse eingerichtet. Sie haben d id aktischen H interged anken. Beisp iele d afü r sind Mu seen, N atu rp fad e, botanische u nd zoologische Gärten.
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In d er Zeit d er Reform p äd agogik nach d em 1. Weltkrieg w ar d er gesu nd heitliche Asp ekt einer d er Grü nd e, d er fü r d as Verlassen d es Klassenzim mers sp rach. Die Kind er litten häu fig u nter Lu ngentu berku lose, so d ass d as Wand ern vom p reu ßischen Ministeriu m im Jahre 1920 verp flichtend eingefü hrt w u rd e. „Das Wand ern soll einen frischen, fröhlichen Sinn u nd Wand erlu st w ecken, zu bew u sstem Sehen u nd H ören erziehen, Freu d e an d er N atu r, an d er H eimat […] verleihen.“ 4 Es m acht d eu tlich, d ass d em Sehen u nd H ören ein besond erer Stellenw ert zu kom m t. Die Vertreter d er Päd agogik von H erbart teilten folgend e Ansicht: „Lebensvoller Unterricht ist anschau lich, lebend ig…lebensvoller Unterricht ist d er Kom p erativ, Erlebnisu nterricht d er Su p erlativ, lebensvoller Unterricht d as H eilige, Erlebnisu nterricht d as Allerheiligste d es Unterrichts“ 5
4 Burk, K. und Claussen, C.: Lernorte außerhalb des Klassenzimmers 1, Arbeitskreis Grundschule e.V., Frankfurt/Main 1980, S. 16
5 S. 17
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Arbeit zitieren:
Franziska Reichel, 2002, Lernorte außerhalb des Klassenzimmers oder Medien?, München, GRIN Verlag GmbH
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