Inhalt
1. Einleitung 3
2. Kindheit 4
3. Großfürstin 5
4. Kaiserin 6
5. Innenpolitik 7
5.1. Liberal - aufklärerische Periode 7
5.2. Reaktionär - adelsfreundliche Periode 10
5.3. Religion 10
5.4. Entwurf eines neuen Gesetzbuches 12
5.5 Bildungspolitik 13
5.6. Literatur 15
5.7. Siedlungspolitik 16
5.8. Bürgertum 17
5.9. Die Juden 19
5.10. Bauern- und Agrarfrage 21
5.10.1. PuJDþHYaufstand 23
6. Außenpolitik - Expansionspolitik 24
6.1. Krim 24
6.2. Die Teilungen Polens 26
7. Katharina II. und Joseph II. 27
8. Zusammenfassung 28
9. Bibliographie 29
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Katharina die Große, geborene Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, war Zarin von Russland. Schon zu Lebzeiten bekam sie den Titel „die Große“, aber wie „groß“ waren ihre Verdienste wirklich und wie „aufgeklärt“ war sie? Sie war mit den Ideen der französischen Aufklärer vertraut und bemühte sich, das Land zu reformieren. Andererseits wollte sie ihre absolutistisch-zentralistische Regierungsweise aber nicht aufgeben, weshalb sie die Reformen nur beschränkt umsetzte, um ihre Regierungsart nicht zu gefährden. Karl Otmar von Aretin bemerkt dazu: „Der Aufgeklärte Absolutismus - so würde ich es formulieren - bezeichnet eine Phase in der Entstehung des modernen Staates, die Länder befähigte, sich aus ihrem vormodernen Status heraus weiterzuentwickeln. Die durchgeführten oder vorgesehenen Reformen unterschieden sich von denen des Absolutismus in erster Linie dadurch, dass sie alle Bereiche des Staates ergriffen. Mit diesen Reformen ging eine Intensivierung der Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft einher, wie sie vorher nicht festzustellen ist. Der Anteil der Aufklärung lag nicht zuletzt darin, dass er eine Entwicklung auslöste, in der in letzter Konsequenz aus dem Untertan ein Bürger werden sollte. Es ging im Aufgeklärten Absolutismus jedoch nicht nur um eine Intensivierung des Staates. Die Glückseligkeit der Untertanen, als Ziel der Reformen, war ein neues, an aufgeklärten Ideen ausgerichtetes Ideal dieser Reformen. Der Staat als Rechtsstaat, der sich um das Schicksal seiner Bürger zu bekümmern hat, taucht in diesen Reformen auf.“ 1 Die Aufklärung leitete im Grunde den Aufstieg des Bürgertums ein. Da ein solches in Russland aber nicht vorhanden war, musste sich Katharina auf den Adel stützen. Der Grundstock zu ihrer Auffassung von Aufklärung wurde stark von ihrer Kindheit und der Zeit als Großfürstin bestimmt.
1 Karl Otmar von Aretin. Katharina die Große und das Phänomen des aufgeklärten Absolutismus. In: Hübner,
Kusber, Nitsche (Hg.). 1998. S34
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Friederike von Anhalt-Zerbst wurde am 2. Mai 1729 in Stettin, als Kind des Fürsten Christian August von Anhalt-Zerbst (1690 - 1747) geboren. Ihr Vater war kein regierender Fürst, sondern tat Dienst als preußischer General und wurde später Gouverneur von Stettin. Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst (1712 - 1760) war ihre Mutter, die aus der Familie der Herzöge von Holstein - Gottorf stammte. Friederike kam aus „einfacheren“ Verhältnissen. In ihrer Kindheit erhielt sie einen Elementarunterricht mit protestantischen und aufklärerischen Inhalten.
1744 wurde die Prinzessin von der russischen Kaiserin Elisabeth Petrowna (1709 - 1761) an den Moskauer Hof geholt. Der Vater Elisabeths war Zar Peter der Große (1672 - 1725). Als Peter der Große starb folgte eine fünfzehnjährige Periode der Hofintrigen und Palastrevolten. Die altrussische Partei kämpfte als Gegner der Reformen Peters des Großen gegen deren Befürworter und die direkten Nachkommen Peters. Viermal griff die kaiserliche Garde in die Frage der Thronfolge ein, doch jedes Mal fiel die Wahl auf einen unfähigen Kandidaten. Günstlinge, die vor allem aus Deutschland kamen, ruinierten das Land. Erst mit Elisabeth, die 1741 den Thron bestieg, kam es zu Stabilität. Sie holte ihren Neffen, den Herzog Karl Peter Ulrich (1728 - 1762) aus dem norddeutschen Fürstenhaus Holstein - Gottorf, den einzigen noch lebenden Enkel Peters des Großen, an den russischen Hof. Dieser wurde, nachdem er die orthodoxe Religion angenommen hatte, Großfürst und erhielt den Namen Peter Fjodorowitsch.
Bei ihrer Reise nach Russland im Jänner 1744 wurde Friederike von ihrer Mutter begleitet. Sie reisten streng geheim, unter einem anderen Namen. Friederike nahm auf Wunsch Elisabeths und auch als Bedingung zur Hochzeit den russisch-orthodoxen Glauben am 28. Juni an und hieß von nun an Katharina Alexejewna (Ekaterina Alexeevna). Einen Tag später fand die Verlobung statt. Katharina verstand es, sich zu repräsentieren, passte sich den strengen Hofformen und der Etikette an. Von Anfang an versuchte sie die Gunst sowohl von Elisabeth, als auch von Peter und dem russischen Volk zu erringen. Erst später bemerkte sie, dass das unmöglich war, denn die Gunst Elisabeths und Peters schlossen einander aus. Für den noch minderjährigen Herzog Karl Peter Ulrich von Holstein (Peter der Dritte) hatte man eine Frau aus einflusslosem Hause gesucht. Die deutsche Friederike schien diesen Vorausset-
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zungen perfekt zu entsprechen. Katharina schrieb später, dass sie selbst schon mit 15 „ein philosophischer Kopf“ gewesen sei. Sie befasste sich ausgiebig mit der Wissenschaft der Philosophie und erlernte mit großem Eifer die russische Sprache. Schon zu dieser Zeit war Katharinas Ziel die russische Krone, doch hatte sie noch keinerlei Anrecht darauf.
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Am 21. August 1745 heirateten sie. Zeit ihres Lebens konnte Katharina nur eine sehr gering ausgeprägte Beziehung zu Peter aufbauen. Die Ehe war von Missverständnissen und gegenseitiger Entfremdung geprägt. 1756 wurde ihr Sohn Paul geboren, der nicht der Sohn Peters war, sondern einer von Elisabeth geduldeten Liebschaft entspross. 2 Der leicht verhaltensgestörte Peter nahm seine repräsentativen Pflichten nur mit großem Widerwillen und zu weilen gar nicht wahr. Er spielte gerne mit Spielzeugsoldaten und noch lieber ließ er echte Soldaten exerzieren. An anderen Dingen, auch in Bezug auf Herrschaft, hatte er kein Interesse. Katharina übernahm zeitweilig die Amtsgeschäfte Holsteins an Stelle Peters, der dafür wenig Interesse zeigte. Sie korrespondierte auch mit Diplomaten. Am 25. Dezember 1761 starb die Zarin Elisabeth. Daraufhin bestieg Peter der Große den russischen Thron. Dieser Aufgabe schien er aber nicht gewachsen zu sein. Sofort nach seinem Amtsantritt beendete er aus Bewunderung für den Preußenkönig Friedrich den 7-jährigen Krieg, den das Land viele Soldaten und Material gekostet hatte. Es entsprach Peters Toleranzgedanken den ausgewanderten Altgläubigen die straflose Rückkehr zu erlauben. Allerdings bestrafte er Verbrecher wieder nach der alten Strenge der Kriminalgesetze, da er der Meinung war, seine Vorgängerin sei zu mildtätig gewesen. Offiziere, die er gekränkt hatte, liefen schnell zu Katharina über und verbesserten deren Stellung. Alsbald hob der Zar, wie schon von Elisabeth beabsichtigt, die berüchtigte Geheime Untersuchungskanzlei auf. Er entzog den ganzen Klosterbesitz der geistlichen Verwaltung und unterstellte ihn einer neuen Staatsbehörde, dem Ökonomiekollegium. Schließlich befreite er mit einem Ukas den gesamten Adel vom zwangsweisen Staatsdienst, der bisher noch für 25 Jahre vorgeschrieben war.
2 Cronin Vincent. Katharina die Große.
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Der Widerspruch zwischen dieser Adelsbefreiung und dem Mangel an einheimischen Kräften für Heer und Verwaltung blieb aber ungelöst.
Aufgrund der Säkularisierung wurde das Volk vom Klerus aufgehetzt und man musste teilweise zu gewaltsamen Mitteln greifen, um die Ordnung wieder herzustellen. Darüber hinaus wurden die Söhne von Priestern und Diakonen zum Militärdienst einberufen, die Popen sollten sich wie evangelische Pastoren kleiden und ihre Bärte scheren. Aus den Kirchen sollten die Heiligenbilder entfernt werden. Die schlechte Beziehung zwischen Peter und Katharina artete immer weiter aus; sie arbeitete schon lange an ihrer Herrscherposition. Peter trug Verachtung und Desinteresse für alles Russische öffentlich zur Schau. Trotz seines Alters blieb er infantil. Seine Position bei Hofe verschlechterte sich zusehends. Seine Vorliebe für alles Deutsche und Lutherahnische vergab man ihm nicht. Weil er nicht im orthodoxen Sinne religiös war hatte er die einflussreiche Geistlichkeit und wegen seines Schwachsinns den Hofadel gegen sich. Unruhen machten sich breit. Katharina versagte er indes jede Mitwirkung an den Staatsgeschäften.
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Nur 6 Monate nach Peters Regierungsantritt beging am 29. Juli 1762 Katharina mit Hilfe des Hofes, ihr ergebenen Gardeoffizieren und hohen Würdenträgern einen Staatsstreich, deren Anführer die Brüder Orlow waren. Schon einen Tag zuvor wurde Katharina zur Kaiserin ausgerufen. Mit 33 Jahren war sie nun Zarin und Kaiserin von Russland und zwang Peter, der sich nie hatte krönen lassen, die Abdankungsurkunde zu unterschreiben. Einige Tage später wurde Peter in Gefangenschaft ermordet. Später hieß es, es sei während eines Streits in Trunkenheit passiert. Der Mörder wurde von Katharina gedeckt, war es doch der Bruder ihres Geliebten. Am 22. September 1762 wurde Katharina in Moskau gekrönt. Die Krönungsfeierlichkeiten dauerten eine Woche.
Als Katharina die Macht übernahm stand es schlecht um Staat und Wirtschaft, die Kasse war leer. Die von Peter säkularisierten Kirchengüter gab sie einstweilen wieder zurück, um sie sich später langsam wieder anzueignen. Um ihre Anhängerschaft zu erweitern geizte sie nicht
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mit der Vergabe von Auszeichnungen und Leibrenten. Ihren Untertanen wollte sie im Sinne der Aufklärung Wohlfahrt, Glück und Freiheit bringen und artikulierte deutlich ihre Abscheu vor jeglichem Despotismus und der Versklavung von Menschen.
Die Feudalherren besaßen bedingt durch die Leibeigenschaft eine gewaltige Machtfülle. Der Adel hielt an seinen Privilegien fest und das Bürgertum war von ihm abhängig, da es an freien Arbeitskräften fehlte. Der Adel im Senat war in zwei Hälften gespalten, Katharinas Macht aber beruhte auf dem Adel. So aufgeklärt sie war, um keinen Preis wollte sie ihre Vollmachten teilen. Sie war überzeugt davon, dass die Alleinherrschaft der einzige Weg für Russland aus der Krise sei, also wollte sie selber Reformen durchbringen. Das vom 7-jährigen Krieg ausgelaugte, von Bauernaufständen und Hungerrevolten geschüttelte Land musste wieder unter Kontrolle der absoluten Staatsgewalt gebracht werden.
Iwan VI. Antonowitsch, der letzte noch existierende Thronfolger war seit Elisabeths Machtübernahme als namenloser Gefangener eingekerkert. Im Sommer 1764 kam es unter der Führung des Leutnants Wassili Mirowitsch zu einem Versuch ihn zu befreien. Das Vorhaben scheiterte und Iwan VI. wurde beim Fluchtversuch getötet.
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Katharinas Innenpolitik lässt sich in zwei Perioden aufteilen:
a) liberal - aufklärerische: gekennzeichnet durch die Instruktion 1767 b) reaktionär - adelsfreundliche: gekennzeichnet durch die Gnadenurkunde 1785
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Katharina befahl den Ausbau der Flotte und des Bildungswesens. Hafenanlagen, Fabriken und Bergwerke sollten gebaut werden. Durch den Gewinn konnte sie die Staatskasse aufbessern.
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Arbeit zitieren:
Silvia Grabler, 2000, Russland unter Katharina II., München, GRIN Verlag GmbH
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