Fachhochschule Rosenheim
FACHBEREICH BETRIEBSWIRTSCHAFT
Fach: Prüfungswesen
Sommersemester 2004
Seminararbeit
Thema:
Unterschiede in der Bilanzierung nach
HGB und IAS
Vorgelegt von:
Wilmers, Christoph
Studiengang: Betriebswirtschaft
10. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis ....II
Abkürzungsverzeichnis ....III
1. Themenabgrenzung und Zielsetzung der Arbeit ....1
2. Das Handelsgesetzbuch (HGB) ....2
2.1. Kennzeichnung und Entstehung ....2
2.2. Grundsätze und Ziele ....3
3. Die IAS/IFRS ....3
3.1. Entwicklung der IAS/IFRS ....3
3.2. Formalaufbau der IAS/IFRS ....4
3.3. Grundprinzip der IAS/IFRS ....4
4. Grundsätzlicher Vergleich IAS/IFRS – HGB ....6
5. Latente Steuern ....8
5.1. Latente Steuern nach HGB ....9
5.1.1 Konzept und Methode der Abgrenzung ....9
5.1.2. Bewertung der latenten Steuern ....10
5.2. Latente Steuern nach IAS/IFRS ....11
5.2.1. Konzept und Methode der Abgrenzung ....11
5.2.2 Bewertung der latenten Steuern ....12
5.3. Synoptische Darstellung ....13
6. Schlußbemerkung ...13.
Literaturverzeichnis ....15
Abkürzungsverzeichnis
Abs. = Absatz
bzw. = beziehungsweise
EStG = Einkommensteuergesetz
EU = Europäische Union
GoB = Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
GuV = Gewinn- und Verlustrechnung
HGB = Handelsgesetzbuch
IAS = International Accounting Standards
IASB = International Accounting Standards Board
IASC = International Accounting Standards Committee
IFRS = International Financial Reporting Standards
S. = Siehe
SIC = Standards Interpretations Committee
US-GAAP = United States General Accepted Accounting Principles
Vgl. = Vergleiche
1. Themenabgrenzung und Zielsetzung der Arbeit
Im Zuge der zunehmenden Globalisierungsanstrengungen multinationaler Unternehmen und der damit verbundenen Fusionen und Übernahmen auch über Ländergrenzen hinweg, wird es immer wichtiger, dass diese Unternehmen über aussagefähige international vergleichbare Jahresabschlüsse verfügen. Deutsche Unternehmen, welche international agieren wollen, kommen daher nicht umhin, ihre Buchführung den internationalen Ansprüchen anzupassen. International anerkannte Rechnungslegungsstandards sind zum einen die International Accounting Standards (IAS), zukünftig International Financial Reporting Standards (IFRS) und zum anderen die United States General Accepted Accounting Principles (US-GAAP).
Mit der EU-Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.2002 hat sich die EU für die IAS/IFRS als einheitliche Rechungslegungsnorm im europäischen Raum entschieden. Ab dem 1.1.2005 sind damit alle kapitalmarktorientierten Unternehmen mit Sitz in der EU dazu verpflichtet Konzernabschlüsse nach den IAS/IFRS vorzulegen.1 Für bereits nach US-GAAP bilanzierende Unternehmen besteht eine Übergangsfrist bis 2007. Die EU-Verordnung soll zur Verbesserung der Funktionsweise des Binnenmarkts beitragen. Den Mitgliedstaaten wird unter anderem die Möglichkeit eingeräumt, die Vorschrift auch auf nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen und Einzelabschlüsse auszudehnen.2
Unterstützend wirkt sicherlich auch die Absicht der Finanzinstitute, die künftige Kreditvergabepraxis eng an Ratings (siehe BASEL II) zu knüpfen, was durch einen vergleichbaren internationalen Rechnungslegungsstandard signifikant erleichtert würde. Der Einfluss der US-GAAP vor allem in Kontinentaleuropa wird daher in den nächsten Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach zugunsten der IAS/IFRS abnehmen.
Um im Falle einer Umstellung von HGB auf IAS/IFRS das volle bilanzpolitische Spektrum zur Erreichung der Unternehmensziele ausnutzen zu können, sollte man die Unterschiede im bilanzpolitischen Instrumentarium kennen.
1 Vgl. Art. 4, EG -Verordnung, in ABl. L243/1, 2002.
2 Vgl. Art. 5, EG -Verordnung, in ABl. L243/1, 2002.
Die vorliegende Arbeit soll daher zuerst einen grundsätzlichen Überblick über das HGB und die IAS/IFRS geben, anschließend wird kurz auf wichtige Unterschiede in der Bilanzierung nach IAS und HGB eingegangen werden, um dann anhand der Unterschiede bei den latenten Steuern tiefer in die Thematik einzudringen.
Latent ist definiert als „vorhanden, aber (noch) nicht in Erscheinung tretend“.1 Dies deutet schon auf die Schwierigkeiten hin, die die Bilanzierung der latenten Steuern regelmäßig in der Praxis darstellen. In der Arbeit werden einige wesentliche Instrumente, Maßnahmen und Unterschiede im dialektischen Vergleich in angemessener Tiefe untersucht. Mit einer Schlussbemerkung und einem Ausblick in die Zukunft wird die Arbeit abgeschlossen.
2. Das Handelsgesetzbuch (HGB)
2.1. Kennzeichnung und Entstehung
Das HGB trat am 1.1.1900 offiziell in Kraft. Durch Verabschiedung dieses Gesetzes hat der Gesetzgeber versucht, den Erfordernissen des Handelsverkehrs gerecht zu werden. Somit stellt das Handelsgesetzbuch die Grundlage für die Rechnungslegung in der Bundesrepublik Deutschland dar.
Jeder Kaufmann wird durch das Handelsgesetzbuch verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) ersichtlich darzustellen (§ 238 Abs. 1 S. 1 u. 2 HGB). Für Kapitalgesellschaften findet in Erweiterung der § 264 Abs. 2 HGB Anwendung, nach dem diese mit dem Jahresabschluss unter der Beachtung der GoB´s, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln sollen.2 Den Jahresabschluss bilden gemäß § 242 Abs. 3 HGB die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), zuzüglich haben Kapitalgesellschaften diesen gemäß § 264 Abs. 1 HGB um den Anhang zu erweitern und einen Lagebericht aufzustellen.3
Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung wurden vom Gesetzgeber nicht eindeutig definiert. Sie haben Ihren Ursprung vor allem in Wissenschaft, Praxis, Rechtssprechung sowie den Empfehlungen der Wirtschaftsverbände.
1 Vgl. Microsoft Encarta, 1993-1998, CD-ROM.
2 Diese Vorschrift wird auch als Generalnorm bezeichnet, an das sich alle anderen spezielleren
Vorschriften halten müssen. S. hierzu auch Heno R., Jahresabschluss nach HR, 2003, S. 11.
3 Den Lagebericht brauchen gem. § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB kleine Kapitalgesellschaften nicht aufstellen.
Die Größenklassifizierungen von Kapitalgesellschaften finden sich in § 267 Abs. 1 HGB.
[...]
Arbeit zitieren:
Christoph Wilmers, 2004, Unterschiede in der Bilanzierung nach HGB und IAS, München, GRIN Verlag GmbH
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