Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die Entwicklung der US-Geschäftsbanken von 1980 bis 2002......................4
2.1 Wesentliche rechtliche Änderungen der Bankgesetzgebung der USA 4
2.2 Ergebnisentwicklung der Commercial Banks 1980 bis 2002...................6
3 Geschäftsstrukturanalyse führender Commercial Banks 8
3.1 Bedeutung des Gramm-Leach Bliley Act für das US-Bankensystem 8
3.2 Detaillierte Geschäftsstrukturanalyse führender US-Geschäftsbanken 9
4 Schlussbemerkung 15
Literaturverzeichnis 17
Anhang 18 NA
2
1 Einleitung
Die Struktur des US-amerikanischen Bankensystems unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem in Deutschland etablierten Drei-Säulen-Modell. Während in Deutschland die Bankenwelt nach dem Universalbankensystem organisiert ist, herrscht in den USA ein Trennbankensystem vor.
Die Trennung erfolgt dabei unter zwei wesentlichen Gesichtspunkten. Der erste Aspekt ist dabei die regionale Trennung. Rechtlich normiert durch den National Banking Act von 1864 erfolgt die Erteilung der Bankkonzession entweder durch einen einzelnen Bundesstaat (State Bank) oder durch eine Bundesbehörde (National Bank). Die Banken unterliegen damit entweder dem Recht des Bundesstaates oder dem Bundesrecht. 1
Diese Differenzierung ist entscheidend für die Eröffnung von Bankfilialen. State Banks hatten nur lediglich die Möglichkeit, in dem jeweiligen Bundesstaat weitere Geschäftsstellen zu eröffnen. Abhängig vom Recht des Bundesstaates konnten Ausnahmen zugelassen werden oder die Filialgründung untersagt werden. 2
Durch den Mc Fadden Act von 1927 wurde der National Banking Act teilweise entschärft und die strenge regionale Trennung liberalisiert. Das Verbot für National Banks, grundsätzlich Filialen zu gründen, wurde gelockert, indem es ihnen gestattet war, Filialen innerhalb des Ortes ihres Stammsitzes zu eröffnen. 3
Das zweite wichtige Trennungskriterium ist die Unterscheidung hinsichtlich der Bankgeschäfte. Der Glass-Steagall-Act von 1933 verlangt die strikte Trennung von Commercial und Investment Banks. Demnach ist es Commercial Banks nicht gestattet, sich im Wertpapier- und Emissionsgeschäft zu engagieren, während den Investment Banks die Annahme von Einlagen untersagt wird. Ausgangspunkt für dieses Gesetz war der Börsen-Crash von 1929, der den Konkurs vieler Geschäftsbanken aufgrund von enormen Spekulationsverlusten nach sich zog und auch den Verlust der Kundeneinlagen bedeutete. 4 In diesem Zusammenhang wurde auch die Federal Deposit Insurance
Corporation (FDIC) gegründet, die als eine Einrichtung für die Einlagenversicherung von Kundengeldern fungiert. 5
1 Vgl. Labbé (2000), S. 63
2 Vgl. Hartmann-Wendels / Pfingsten / Weber (2000), S. 52
3 Vgl. Gondring (1989), S. 30
4 Vgl. Newman / Milgate / Eatwell (1992), S. 243f.
5 Vgl. Gondring (1989), S. 30
3
Diese strikte Trennung der einzelnen Geschäftsfelder war bis 1999 Bestandteil des US- amerikanischen Bankensystems, auch wenn es in der Zwischenzeit einige liberalisierende Gesetzesänderungen gab. Im Jahr 1999 wurde durch den Gramm-Leach Bliley Act die institutionelle Trennung des Commercial und Investment Banking aufgehoben.
Fokus dieser Arbeit wird die Analyse der Geschäftsstruktur der führenden US- Geschäftsbanken sein. Für den Zeitraum 1980 bis 2002 erfolgt die Betrachtung aller Banken hinsichtlich der Ergebnisbeiträge ausgewählter Geschäftsbereiche. Ab dem Jahr 1999 werden die fünf größten Geschäftsbanken anhand detaillierten Daten aus der Aufbereitung der Geschäftsberichte analysiert.
2 Die Entwicklung der US-Geschäftsbanken von 1980 bis 2002
Im folgenden zweiten Kapitel wird zum einen auf signifikante rechtliche Änderungen in der US-amerikanischen Bankgesetzgebung seit 1980 eingegangen und ein Überblick über grundsätzliche Entwicklungen in dieser Zeit gegeben. Des weiteren wird anhand empirischer Daten die Ergebnisentwicklung der Geschäftsbanken qualitativ aufbereitet.
2.1 Wesentliche rechtliche Änderungen der Bankgesetzgebung der USA
Die achtziger Jahre sind gekennzeichnet durch eine nachhaltige Bankenkrise infolge schlechter volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen und zu geringer Diversifikation in
den Kreditportfolios der Banken. 6 Darüber hinaus werden Überkapazitäten in der Bankenbranche als weiterer Grund für den Rentabilitätsrückgang angeführt. 7 Infolge der
restriktiven Regulierung hinsichtlich der geographischen Beschränkungen ist die Anzahl der Institute insgesamt zu hoch; die Wirtschaftlichkeit des einzelnen Instituts nimmt ab. Die Folgen sind Bankzusammenbrüche, aber auch, bedingt durch eine einsetzende Liberalisierung des Bankenmarktes, ein verstärkter Trend zu Bankfusionen. Mit Beginn der achtziger Jahre war es den State Banks der Neu-England Staaten z.B. erstmals möglich, Niederlassungen in anderen Bundesstaaten zu eröffnen und andere
6 Vgl. Hartmann-Wendels / Pfingsten / Weber (2000), S. 54f.
7 Vgl. Labbé (2000), S. 71
4
Banken dieser Staaten zu akquirieren. Von 1980 bis 1994 wurden bundesweit 6.347 Fusionen gezählt. 8
Die achtziger Jahre waren aber auch geprägt durch eine Vielzahl neuer deregulierender Gesetze. Hauptaugenmerk lag darauf, den Banken eine Ausweitung ihrer Geschäftsfelder in geographischer wie auch wirtschaftlicher Hinsicht zu ermöglichen. Der Depository Institutions Deregulations and Monetary Control Act (DIDMCA) von 1980 schaffte schrittweise die Zinsbindung (Interest Ceiling) ab und stärkte auf diese Weise den Wettbewerb der Einlagenbanken mit Geldmarktfonds. Darüber hinaus wurde die Mindestreservehaltung der verschiedenen Bankentypen harmonisiert und die Einlagenversicherung auf US-$ 100.000 angehoben. 9
Zwei Jahre später, 1982, folgte der Depository Institutions Act (DIA). Dieses Gesetz ermöglichte unter anderem die Kreditausweitung an einen Kreditnehmer von 10 Prozent auf 15 Prozent des Eigenkapitals der Bank. National Banks wurde eine Ausweitung der Real Estate Kredite zugestanden, indem restriktive Anforderungen an die Vergabe solcher Kredite zurückgenommen wurden. 10
Der anhaltenden Krise sollte 1991 mit dem Federal Deposit Insurance Corporation Improvement Act (FDICIA) Einhalt geboten werden. Die Reform der Einlagenversicherung sollte dem Bankensystem mehr Stabilität geben. Die Beiträge zur Einlagenversicherung wurden in Abhängigkeit der Kapitalausstattung der Bank ermittelt. Gleichwohl wurde im Zuge dieses Gesetzes das Interstate Banking, also dem Bundesstaat-übergreifenden Betreiben von Bankgeschäften, mehr Gewicht beigemessen. 11
Der entscheidende Schritt in Richtung Durchbrechung der regionalen Trennung des Bankensektors folgte 1994 mit dem Interstate Banking and Branching Efficiency Act (IBBEA). Er gestattete es, Banken in benachbarten Staaten zu übernehmen. Ergänzt wurde diese Rechtsnorm 1995 durch das Douglas Amendment, womit allen Staaten Out- of-State Acquisitions möglich waren. Ferner ist seitdem das Betreiben des Kredit- und Einlagengeschäfts sowie des Zahlungsverkehrs durch Nicht-Bank-Tochtergesellschaften von Bank Holding Gesellschaften möglich. 12
Seit Mitte der achtziger Jahre war auch auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten eine Liberalisierung und Deregulierung der State Banks zu verzeichnen. Ihnen wurde in
8 Vgl. Labbé (2000), S. 70ff.
9 Vgl. o.V., S. 92f
10 Vgl. o.V., S. 94f
11 Vgl. o.V., S. 102ff
12 Vgl. Labbé (2000), S. 70
Arbeit zitieren:
Matthias Seidlitz, 2004, Geschäftsstrukturanalyse US-amerikanischer Banken von 1980 bis 2003, München, GRIN Verlag GmbH
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