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Seminar: Sozialpsychologieunterricht
Datum: SS 2001
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1.1 DAS ROLLENSPIEL ALS DIDAKTISCHE METHODE IM UNTERRICHT 4
1.2 KOMMUNIKATIONSTHEORIE NACH WATZLAWICK. 6
1. Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren 8
2. Axiom: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. 9
3. Axiom: Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der
Kommunikationsabl äufe seitens der Partner bedingt 10
4. Axiom: Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten 11
5. Axiom: Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder
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5.1 ABHÄNGIGKEIT DER METHODEN VON ZIELSETZUNG UND THEMATIK 14
5.2 GROBGLIEDERUNG DES UNTERRICHTS: 14
EINORDNUNG IN DEN GESAMTZUSAMMENHANG DER UNTERRICHTSEINHEIT 14
5.3 GLIEDERUNG UND METHODISCHE GESTALTUNG DER STUNDE. 14
5.4 SOZIAL- UND AKTIONSFORMEN DES UNTERRICHTS 18
5.5 TECHNISCH- ORGANISATORISCHE VORAUSSETZUNGEN 18
4.1 MEDIEN 18
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1.1 Das Rollenspiel als didaktische Methode im Unterricht
Der Begriff der `Rolle´ wurde erstmals von den Soziologen Parson und Merton im Zusammenhang der Rollentheorien verwendet und bezeichnet „die Erwartungen von sozialen Systemen (Institutionen, Gruppen, Schichten) an das Verhalten von Individuen. Jedes Individuum wird so von früher Kindheit an zum Träger verschiedener, z.T. miteinander konkurrierender oder sogar einander widersprechender Rollen (...)“ (Meyer, 1999, 357). In der Weiterentwicklung der traditionellen Rollentheorie zur interaktionistischen Rollentheorie durch Habermas (1971) , Krappmann (1972) und Dreitzel (1972) wird vor allem der Spielraum beim Rollenspiel für die subjektive Interpretation der Rollenspieler und die nicht vollständige Erfüllung individueller Bedürfnisse sowie institutionalisierte Rollennormen betont.
So bezeichnet das Rollenspiel eine „Spielform, in der die Teilnehmer eine definierte Rolle im Interaktionszusammenhang einer simulierten realen Lebenssituation darstellen. Die Spieler können dabei unterschiedliche Rollen übernehmen, ausprobieren, wechseln und verändern, so daß sie ihr eigenes Handeln reflektieren und das Denken, Fühlen und Handeln anderer Personen besser verstehen lernen. Das Rollenspiel hat einen Inhaltsaspekt, der auf gesellschaftliche Handlungsfelder wie Familie, Schule, Freizeit, Einkauf, Verkehr usw. bezogen ist, und einen Verhaltensaspekt, der die Wechselbeziehung der unterschiedlichen Rollen in diesen Handlungsfeldern betrifft.“ (Schaub & Zenke., 295) Die Rollenspielarten lassen sich allgemein untergliedern in: VSRQWDQHV5ROOHQVSLHO
Kinder interagieren aus instrinsischer Motivation heraus. Voraussetzung hierbei ist vor allem eine anregungsreiche Lernumgebung. 2IIHQHVE]ZIUHLHV5ROOHQVSLHO
Spieler interagieren in einer simulierten Handlungssituation, indem sie die übernommene Rolle ohne vorherige Festlegung kreativ, selbstständig und konstruktiv mit eigenen Ideen und Vorstellungen ausfüllen.
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Die Spieler interagieren auf der Basis festgelegter Rollen und Situationen mit dem Ziel einer möglichst realitätsgerechten Darstellung der Rollen. Die Vorgaben für das eigene Handeln sind präzise und weitgehend festgelegt. Es wird eine Rolle übernommen und nicht durch die Interaktion mit den anderen Mitspielern entwickelt. Meyer (1999) bezeichnet dies auch als „role taking“.
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Die beiden letzt genannten Rollenspielarten verlangen sowohl Information über das Rollenspiel als solches als auch ein hohes Feingefühl von allen Beteiligten. Das Rollenspiel dient besonders der Entwicklung sozialer Handlungskompetenzen und fördert den Zugang zur gesellschaftlichen Realität: „Mit seiner Hilfe können Schüler ihr eigenes Handeln besser verstehen lernen und sich auch in das Denken, Fühlen und Handeln ihrer Mitschüler, ihrer Lehrer und weiterer Bezugspersonen einfühlen (Meyer, 1999, 358).
Das Rollenspiel birgt aber auch nicht zu vernachlässigende Gefahren: Je nach zugrundeliegender Rollentheorie kann das Rollenspiel entweder affirmativen oder kritisch- emanzipatorischen Zielen, Werten und Normen dienen. So kann es statt zur erwünschten individuellen und gesellschaftlichen Emanzipation von erlernten Rollenwartungen, gesellschaftlicher Rangordnung und unbegründeten Herrschaftsansprüchen eine subtile Förderung der Adaptionsbereitschaft der Schüler an geltenden Normen und Wertvorstellungen stattfinden (vgl. ebd., 362). In Anlehnung an Meyer (1999) gibt es folgende Spieltechniken: Doppelrolle Beiseitereden Selbstgespräch Rollentausch Rollenübernahme Rollenwechsel Einführung neuer Rollen Autodrama „Hilfs-Ich“ Fragen stellen Rollenverfremdung Unterbrechung `Zeiger´ Echo Identifizierung Personenbeobachtung Hinter dem Rücken
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1.2 Kommunikationstheorie nach Watzlawick
1.2.1 Einführung in die Kommunikationstheorie nach Watzlawick
Watzlawick (1974) stellte folgende metakommunikative Axiome auf, die die Grundpfeiler seiner Kommunikationstheorie bilden:
1. Man kann nicht QLFKW kommunizieren.
(Watzlawick (1974) simplifiziert sogar seine Aussage in : „Man kann sich nicht nicht verhalten“ (ebd., 51). Kommunikationsstörungen stellen demnach Versuche dar, nicht zu kommunizieren. Kennzeichen solcher Versuche sind Fortgehen, Nicht-Bereitschaft mitteilen, Unklarheiten, Missverständnisse, Schaffen von Widersprüchen und Produktion von Symptomen.
2. Jede Kommunikation hat einen Inhaltsaspekt und einen Beziehungsaspekt. Der Beziehungsaspekt dominiert als Metakommunikation den Inhaltsaspekt. Die Sprache teilt immer Sachverhalte und Hinweise auf Beziehung bzw. die Informationsinterpretation mit. Sprache enthält somit eine Definition und Bewertung des anderen: „sie [die Kommunikation] definiert also, wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem
Empfänger sieht, und ist in diesem Sinn seine persönliche Stellungnahme zum anderen. Wir finden somit in jeder Kommunikation einen ,QKDOWVXQGHLQHQ%H]LHKXQJVaspekt“(Watzlawick, 1974, 53).
3. Die Natur der Beziehung ist durch die Interpunktionsabläufe 1
seitens der Partner bedingt (d.h. subjektive Bewertung und Deutung). Kommunikation lässt sich metaphorisch auf einen Fluss übertragen: Sie ist eine Kette von Ereignisfolgen und ist ständig im Fließen. Die subjektive Wirklichkeit ist ein Ergebnis von Interpunktionen und Beurteilungen des Kommunikationsablaufes. Interpunktionen werden individuell gefällt und unterbrechen die zirkuläre Kausalität der Beziehung: Jeder der beiden Kommunikationspartner bestimmt durch die Interpunktion seine persönliche Interpretation des Interaktionsanfangs, wodurch die Fähigkeit zum Perspektivwechsel minimiert wird. Watzlawick (1974) verdeutlicht die interpunktive Kommunikation 2 anhand eines Beispieles eines sich zurückziehenden Ehemannes und einer nörgelnden Frau:
1 Watzlawick (1974) verwendet den Begriff der Interpunktion als eine Weiterentwicklung des
Aktions-Reaktions-Modells.
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Arbeit zitieren:
Dipl. Päd., Andragogin Cornelia Leistner, 2001, Unterrichtseinheit: Einführung in die Techniken des Rollenspiels: Erfolgreiche und gestörte Kommunikation im Sinne von Watzlawick, München, GRIN Verlag GmbH
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