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IFRS für kleinere und mittlere Unternehmen- Pro und Contra

Seminararbeit, 2004, 16 Seiten
Autor: Norbert Schiller
Fach: Wirtschaft - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 16
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V39343
ISBN (E-Book): 978-3-638-38136-9
ISBN (Buch): 978-3-638-95502-7
Dateigröße: 317 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die Internationalisierung und Verflechtung der Märkte wird ein immer größeres Thema für Unternehmen. Nahezu kein Unternehmer kann es sich mehr erlauben, sich nur auf den deutschen Markt zu konzentrieren. Das Ausland wird zunehmend wichtiger , um neue Lieferanten und Kunden zu gewinnen, ebenso um alternative Finanzierungsformen wie z.B. Private Equity und Asset Back Securities in Anspruch nehmen zu können. Wie sich diese Internationalisierung und Globalisierung in Deutschland schon bemerkbar gemacht hat, sieht man an den seit 1998 verabschiedeten Gesetzen. Hierzu gehören das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz KapAEG, das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich KonTraG, das Kapitalgesellschaften & Co. Richtliniengesetz KapCoRiLiG und das Transparenz- und Publizitätsgesetz TransPuG. Durch diese Gesetze wurden die Türen zum internationalen Markt erst richtig geöffnet. Um den Trend der Internationalisierung weiter voran zu treiben, benötigt man eine einheitliche internationale Rechnungslegung mit international geltenden Standards, wie z.B. den existierenden IFRS, die ab 2005 für die Konzernabschlüsse der börsennotierten EU- Unternehmen verpflichtend sind. Für den Mittelstand ist allerdings noch keine Verpflichtung vorgesehen. Es ist lediglich ein Wahlrecht eingeräumt worden. Nun müssen sich die Mitgliedsstaaten der EU Gedanken machen, ob sie das Wahlrecht in nationales Recht umsetzen.


Textauszug (computergeneriert)

FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management
Essen (Studienzentrum München)
5. Semester

IFRS für kleinere und mittlere Unternehmen- Pro und Contra

von: Norbert Schiller

 


Inhaltsverzeichnis

1. Vormarsch der internationalen Rechnungslegung  5

1.1. International Financial Reporting Standards (IFRS)  5
1.2. Der deutsche Mittelstand  6

2 IFRS - Chance oder Risiko?  7

2.1. Vorteile durch IAS/IFRS  7

2.1.1. Informationswert  7
2.1.2. Verbesserte Kommunikation mit Ausland  8
2.1.3. Angleichung internes und externes Rechnungswesen  9
2.1.4. Rating und Basel II 10

2.2 Nachteile durch IFRS  12

2.2.1. Kosten 13
2.2.2. Verlust HGB- Prinzipien und Bilanzierungsfehler  13
2.2.3. Doppelte Rechnungslegung 14
2.2.4. Verlust der Bilanzpolitik  14

3. Zusammenfassung 15
 


Abkürzungsverzeichnis

EU = Europäische Union
HGB = Handelsgesetzbuch
IAS = International Accounting Standards
IASB = International Accounting Standard Board
IASC = International Accounting Standard Comitee
IDW = Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V.
IFRS = International Financial Reporting Standards
IHK = Industrie- und Handelskammer
KapAEG = Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz
KonTraG = Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
KapCoRiLiG = Kapitalgesellschaften & Co. Richtliniengesetz
TransPuG = Transparenz- und Publizitätsgesetz TransPuG

 

1. Vormarsch der internationalen Rechnungslegung

Die Internationalisierung und Verflechtung der Märkte wird ein immer größeres Thema für Unternehmen. Nahezu kein Unternehmer kann es sich mehr erlauben, sich nur auf den deutschen Markt zu konzentrieren. Das Ausland wird zunehmend wichtiger , um neue Lieferanten und Kunden zu gewinnen, ebenso um alternative Finanzierungsformen wie z.B. Private Equity und Asset Back Securities in Anspruch nehmen zu können. Wie sich diese Internationalisierung und Globalisierung in Deutschland schon bemerkbar gemacht hat, sieht man an den seit 1998 verabschiedeten Gesetzen. Hierzu gehören das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz KapAEG, das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich KonTraG, das Kapitalgesellschaften & Co. Richtliniengesetz KapCoRiLiG und das Transparenz- und Publizitätsgesetz TransPuG. Durch diese Gesetze wurden die Türen zum internationalen Markt erst richtig geöffnet.1 Um den Trend der Internationalisierung weiter voran zu treiben, benötigt man eine einheitliche internationale Rechnungslegung mit international geltenden Standards, wie z.B. den existierenden IFRS, die ab 2005 für die Konzernabschlüsse der börsennotierten EU- Unternehmen verpflichtend sind. Für den Mittelstand ist allerdings noch keine Verpflichtung vorgesehen. Es ist lediglich ein Wahlrecht eingeräumt worden. Nun müssen sich die Mitgliedsstaaten der EU Gedanken machen, ob sie das Wahlrecht in nationales Recht umsetzen. 2

1.1. International Financial Reporting Standards (IFRS)

Die IFRS werden durch das International Accounting Standards Board, kurz IASB genannt, aufgestellt. Diese Organisation ist ein Nachfolger von dem International Accounting Standards Committee, kurz IASC, das 1973 in London von Berufsverbänden gegründet wurde.3 Diese Vereinigung formulierte Standards zur gemeinsamen Rechnungslegung. Sie wurden kurz IAS genannt. Lange Zeit wurde dem IASC keine große Bedeutung geschenkt. Nachdem aber die Europäische Union sich 2000 entschied, an den internationalen Rechnungslegungsvorschriften mitzuwirken und die Standards immer bedeutsamer wurden, folgte die Umstrukturierung und Umbenennung am 1.April 2001 in IASB. 4 Die nun erstellten Standards wurden IFRS genannt. Die alten IAS behielten aber weiterhin ihre Gültigkeit.

Die Bedeutsamkeit dieser Mitarbeit sieht man nun auch an der EU- Verordnung 1606/2002 vom 19. Juli 2002, wonach die IFRS ab dem 01.01.2005 von börsennotierten Konzernen verpflichtend anzuwenden sind.5 „[Für] Unternehmen mit börsennotierten Fremdkapitalpapieren wird eine Übergangsfrist bis 2007 eingeräumt [und] nicht börsennotierte Unternehmen haben ab 2005 ein Wahlrecht, ihren Konzernabschluss ebenfalls nach IAS/IFRS zu erstellen.“6

Tabelle 1: Bewertung wichtiger Bilanzpositionen7 [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]

Die Tabelle stellt nur einen kleinen Auszug aus den Unterschieden dar. Aber schon aus diesem kleinen Auszug kann man erkennen, dass es zu erheblichen Bilanzierungsunterschieden kommen kann. Die Unterschiede wurden in einer Feldstudie im Jahr 2002 durch den deutschen Standardisierungsrat ermittelt und ergaben u.a. eine Eigenkapitalzunahme von durchschnittlich 34%.8 Ebenso steht eine ganz andere Interessengruppe im Mittelpunkt. Steht bei der HGB- Bilanzierung der Gläubigerschutz im Vordergrund, so ist dies bei IFRS- Bilanzierung vor allem der Shareholder- Value- Gedanke, der den Wert für den Aktionär maximieren soll.9

1.2. Der deutsche Mittelstand

Es stellt sich aber nun die Frage, ob es sinnvoll ist, als Unternehmer im Mittelstand sein Wahlrecht ab 2005 auszunutzen und nach IFRS zu bilanzieren. Zunächst sollen die Rolle und die Definition der Klein- und Mittelunternehmen beleuchtet werden. „Der Mittelstand bildet den Kernbereich der europäischen wie auch der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Mehr als 99% aller Unternehmen ... sind kleine und mittlere Unternehmen ... bieten 66% aller Arbeitsplätze,[und] erwirtschaften 55% der gesamten Wertschöpfung ...“. 10

Tabelle 2: KMU- Definition der EU11 [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]

Auch die Unternehmen des Mittelstandes geraten momentan durch Banken und Rating- Agenturen immer mehr unter Druck. Diese fordern bzw. begrüßen einen internationalen Abschluss, um entweder Kapital ohne große Zuschläge zur Verfügung zu stellen bzw. ein gutes Rating, das nach dem Basel II- Abkommen verlangt wird, abgeben zu können.

2 IFRS - Chance oder Risiko?

Es gibt bei Änderungen natürlich meist immer Vorteile, oft aber auch Nachteile. Es sollen in den weiteren Ausführungen die wesentlichen positiven und negativen Auswirkungen einer Umstellung auf die internationale Rechnungslegung, vor allem aus der Sicht des Mittelstandes, beleuchtet werden.

2.1. Vorteile durch IAS/IFRS

[...]


1 vgl. Dr. Röver & Partner KG (o.A.), S. 4

2 vgl. Carstensen B.; Leibfried P. (2004), S. 864

3 vgl. Meyer C. (2003) S. 306

4 vgl. http://www.ifrs-portal.com/Grundlagen/Was_sind_IFRS_01.html, Stand 17.10.2004

5 vgl. Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments

6 vgl. Leibfried P.; Weber I. (2004) S. 50

7 vgl. Meyer C. (2003) S. 325

8 vgl. http://www.ifrs-portal.com/Grundlagen/Was_sind_IFRS_01.html, Stand 17.10.2004

9 vgl. Leibfried P. (2002), o. S.

10 vgl. Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim (2003), o. S.

11 vgl. http://europa.eu.int/comm/enterprise/enterprise_policy/sme_definition/index_de.htm, Stand 05.12.2004


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