1. Einleitung
„Mit 93 Pullis zum Abitur“ - Warum Handlungs- und Produktionsorientierung?
1.1 Das Langeweile Syndrom 3
1.1.1 Schüler - Nebentätigkeiten 4
1.2 Produktions- und Handlungsorientierung als mögliche Lösung des 5
Nebent ätigkeiten - Problems
2. Das historische Umfeld
Eine kranke Ameise und pädagogische Fahrräder 5
3. Verschiedene Konzepte von Handlungs- und Produktionsorientierung
3.1 Gerhard Haas: Handlungs und produktionsorientierter Literaturunterricht
3.1.1 Die aktuelle Unterrichtssituation 9
3.1.2 Warum ein handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht 10
3.1.3 Ziele eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts 11
3.1.4 Handlungsorientierter Unterricht - mit Texten handelnd umgehen 13
3.1.5 Folgen für die Unterrichtsweise 13
3.2 Günter Waldmann: Produktiver Umgang mit Literatur im Unterricht
3.2.1 Waldmanns „Grundriss einer produktiven Hermeneutik“ 14
3.2.2 Vorüberlegungen
Texttheoretische Überlegungen 15
Der literarische Autor 17
Der literarische Leser 18
3.2.3 Modellskizze einer produktiven Hermeneutik 20
3.2.4 Didaktisches Phasenmodell literarischen Textverstehens 21
Vorphase 21
1. Phase: Lesen und Aufnehmen literarischer Texte 23
2. Phase: Konkretisierende subjektive Aneignung literarischer Texte 25
3. Phase: Textuelles Erarbeiten literarischer Texte 26
4. Phase: Textüberschreitende Auseinandersetzung mit Literatur 27
3.2.5 Produktive Erfahrungen mit Literatur anstelle von Analyse und
literaturwissenschaftlichem Fachwissen? 29
4. Vergleich
Gemeinsamkeiten und Differenzen bei Waldmann und Haas 30
5. Kritik
5.1 Kügler 31
5.2 Fingerhut 32
6. Eigene Stellungnahme und Bewertung 34
Literatur 37
2
1. Einleitung
„Mit 93 Pullis zum Abitur“ 1 - Warum Handlungs- und Produktionsorientierung?
1.1 Das Langeweile Syndrom
In der Einleitung des von ihm herausgegebenen Bandes „Imaginative und emotionale Lernprozesse im Deutschunterricht“ merkt Spinner an, dass die Kritik an der einseitig kognitven Ausrichtung des Deutschunterrichts fast ebenso alt sei, wie das Fach und seine Zielsetzung den „ganzen Menschen mit seinen Sinneserfahrungen, seinen Gefühlen, seiner Phantasie, seinem Denken anzusprechen“ (Spinner 1995: 7).
Diesen Gegensatz zwischen Anspruch und Praxis des alltäglichen Unterrichts beklagen auch Jank/ Meyer. Genau wie Spinner gehen sie davon aus, dass Unterricht vorwiegend lehrerzentriert durchgeführt wird, was „eine überwiegend sprachlich vermittelte und sachlogisch strukturierte Gestaltung der Unterrichtsinhalte“ (Jank/ Meyer 1994: 338) zur Folge hat.
Eine solche Unterrichtsgestaltung ist nach Jank/ Meyer kaum geeignet das Interesse und die Begeisterung der Schüler zu wecken, sie zu motivieren. Statt dessen produziere die „Verkopfung“ vielmehr „Gleichgültigkeit der Schüler gegenüber den vielen Inhalten mit denen sie konfrontiert werden“ (Jank/ Meyer 1994: 339).
Einige Unglücksraben lernen sie auswendig, auch wenn sie sie nicht verstehen. Im Unterricht werden sie [...]
„wieder hervorgewürgt“, wie Montaigne (1580) treffend formuliert hat. (Aebli 1987) Das mangelnde Interesse der Schüler bedeutet für den Lehrer „Hektik und Streß“ (Jank/ Meyer) und zwingt ihn
seinen Unterricht „durchzuziehen“, und das heißt, ihn noch lehrerzentrierter zu gestalten, als er sich bei seiner
Unterrichtsvorbereitung vorgenommen hatte. [...]
Im alltäglichen Schulbetrieb besteht die Gefahr einer sich in Wechselwirkung gegenseitig verstärkenden
Schüler-Langeweile und LehrerInnen-Hektik. (ebd.) Dieses Phänomen bezeichnen Jank/ Meyer als „Langeweile-Syndrom“.
Aebli geht davon aus, dass Motivation die Grundlage für erfolgreiches, dauerhaftes Lernen ist. Die vorrangige Aufgabe von Schule und Unterricht sieht er deshalb darin, Motive im Schüler zu wecken und zu festigen, die die Schulzeit überdauern. Denn, so Aebli, nur wo Interessen geweckt worden sind, werden die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten erhalten und in der selbständigen Weiterführung durch die Schüler ausgebaut.
1 Frankfurter Rundschau, 9.7.1986 zit. nach Meyer 1987b: 70
3
Für den Fall, dass diese Motivbildung nicht gelingt, geht Aebli davon aus, dass das Wenige, was im Unterricht gelernt worden ist schnell vergessen sein wird. Einen Unterricht, in dem das von Jank/ Meyer beschriebene „Langeweile-Syndrom“ auftritt, einen Unterricht, in dem es dem Lehrer nicht gelingt, die Interessen der Schüler aufzugreifen, sie zu motivieren, bezeichnet Aebli folglich als vergeudete Zeit.
1.1.1 Schüler - Nebentätigkeiten
Auch viele Schüler scheinen dies so zu sehen. Auf die fast ausschließlich kognitiven Anforderungen ihres Schulalltags reagieren sie, indem sie zu einer Fülle von Unterrichts-Nebentätigkeiten übergehen.
Auf diese Weise wird den eigentlichen Unterrichtsgegenständen die nötige Aufmerksamkeit entzogen.
Lehrern fällt es deshalb auch schwer die Nebentätigkeiten ihrer Schüler sachlich und genauer zu betrachten. Sie empfinden sie in erster Linie als Störung, als Behinderung ihres Unterrichts. Unter dem Druck, ihr Stoffpensum erfüllen zu müssen, reagieren sie oft gereizt auf diese Störungen, verurteilen diese und gehen gegen sie an.
Leider, so Jank/ Meyer, übersehen Lehrer bei dieser pauschalen Verurteilung der Nebentätigkeiten oft, dass sie lediglich die Symptome des Nebentätigkeiten-Problems, nicht jedoch dessen Ursachen bekämpfen.
Jank/ Meyer gehen davon aus, dass es nicht ausreicht, die Nebentätigkeiten lediglich zu unterdrücken, ihnen erscheint eine genauere, als auch differenziertere Betrachtung nötig und angebracht, will man gegen die Ursachen des Problems angehen.
Zunächst heben sie jedoch hervor, daß ein Teil der Nebentätigkeiten im Unterricht durchaus positiv zu bewerten ist, da sie zu Lernergebnissen, Qualifikationen und
Persönlichkeitsmerkmalen der Schüler führen, welche entweder von der Schule angestrebt werden oder deren Mangel Lehrer oft beklagen.
So dient nach Jank/ Meyer ein Teil der Nebentätigkeiten der Entwicklung der Feinmotorik, hilft das Selbstwertgefühl der Schüler zu entwickeln, oder aber
„hat einen kaum zu überschätzenden Stellenwert bei der Entwicklung des `Klassengeistes´ und der Förderung solidarischen Handelns“ (Jank/ Meyer 1994: 342).
Paradox erscheint es zunächst, wenn Jank/ Meyer davon ausgehen, dass ein Teil der Nebentätigkeiten der Förderung der Konzentrationsfähigkeit dienen. Sie belegen dies jedoch an einem anschaulichen Beispiel: Sie gehen davon aus, dass es
„eine beträchtliche Leistung [sei], unter der Tischplatte beim Schachspiel zu siegen und oberhalb der Tischplatte den Eindruck aufmerksamen Zuhörens zu entwickeln“ (ebd.).
4
Eine eingehendere Betrachtung der Nebentätigkeiten bzw. ihrer Struktur ist nach Jank/ Meyer ebenfalls angezeigt, da sie „eindringlicher als jede theoretische Analyse deutlich [macht], was den Schülern im alltäglichen Schulbetrieb fehlt“ (ebd).
Mit ihren N ebentätigkeiten wollen die Schüler, so argumentieren Jank/ Meyer weiter, einen Mangel an sinnlich-ganzheitlicher, gefühls- und körperbezogener Unterrichtsmethoden undinhalten kompensieren. Darüber hinaus ist festzustellen, dass ein Großteil der Nebentätigkeiten „durch ein hohes Maß an Selbsttätigkeit und Kooperation mit den Mitschülern gekennzeichnet“ ist (ebd.).
1.2 Produktions - und Handlungsorientierung als mögliche Lösung des Nebentätigkeiten-
Problems
Im Anschluß an diese Überlegungen, Feststellungen drängt sich eine
konstruktive, nicht beim Kurieren der Symptome stehenbleibende Lösung des Nebentätigkeiten-Problems (Jank/ Meyer 1994: 342) beinahe auf:
Eine Unterrichtskonzeption, die auf eine sinnvolle, ausgewogene Verknüpfung von Kopf- und Handarbeit zielt, die den ganzen Schüler mit all seinen Sinnen anspricht und gleichzeitig den Schülern mehr Raum für Selbsttätigkeit und Kooperation untereinander einräumt. Die Ausweitung der Schüler-Selbsttätigkeit und ihre Umbewertung v on der Störung zur „Methode“ ist nur dann gerechtfertigt, „wenn sie die Schüler zum selbstverantwortlichen Handeln“ anregt, also eine didaktisch reflektierte Zielrichtung“ erhält (Jank/ Meyer 1994: 343). D.h. den im Rahmen von Schule als unproduktiv zu bewertenden Nebentätigkeiten, wie z.B. das Stricken von 93 Pullis wird kein Platz eingeräumt. Sie sollen ganz im Gegenteil abgestellt werden, es soll vermieden werden, dass sie fester Bestandteil des alltäglichen Unterrichts bleiben. Eben diesen Ansprüchen wollen Waldmann und Haas mit ihren Konzepten zur Veränderung der Schulpraxis genügen.
2. Das historische Umfeld
Eine kranke Ameise und pädagogische Fahrräder
Produktiven Umgang mit Literatur gibt es seit Jahrhunderten. Seit der Aufklärung war das Nachahmen literarischer Formen und das Schreiben in ihnen üblicher Bestandteil des Unterrichts an Gelehrtenschulen und Gymnasien (vgl. Waldmann 1999: 44).
5
Jank/ Meyer betonen, dass es allerdings auch gegenläufige Theorietraditionen gibt, die in ihren Nachwirkungen bis heute die Ausweitung handlungs- und produktionsorientierter Verfahren vor allem im Unterricht der Sekundarstufe II behindern. Als Beispiel nennen sie
die Unterrichtstheorien der Herbartianer aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die mit ihren Formalstufen-
Theorien und Leitfäden zur Unterrichtsvorbereitung die gängige Praxis eines lehrerzentrierten
Frontalunterrichts gerechtfertigt und mit den Weihen der Wissenschaftlichkeit versehen haben (Jank/ Meyer
1994: 348).
Eine besonders große Rolle hat die Förderung der eigenen Produktivität der Schüler dagegen in reformpädagogischen Ansätzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gespielt. Das Schreiben der Schüler war hier zwar „mehr erlebnisorientiert als literarisch bezogen“ (Waldmann 1999:S.44), dennoch hatten diese großen Einfluß auf die Entwicklung heutiger Konzepte handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts.
Teilweise sind reformpädagogische Ideen hier wieder aufgegriffen, oder auch für die Sekundarstufen bzw. den Umgang mit Literatur nutzbar gemacht worden (vgl. Paefgen 1999; Jank,Meyer 1994).
Dies soll anhand des bis heute wirksamen Ansatzes von Célestin Freinet verdeutlicht werden. Freinet bzw. die Ecole Moderne heben sich mit der Praxis des freien Textes, der Druckerei, der Klassenzeitung und der Korrespondenz von anderen Konzepten ab.
Ausgangspunkt Freinets, der Bewegung der Ecole Moderne, war eine grundsätzliche Schulkritik. So äußert sich Freinet beispielsweise zum Schreiblernprozess wie folgt: [Das Kind] käme von selbst nie auf die Idee, stumpfsinnig eine Seite voll i und eine voll o zu malen, wenn es
schreiben wollte. Es würde die graphischen Zeichen, die es gesehen hat, auf seine Art nachahmen. Erst würde
es die schnellen Bewegungen ihres Stiftes imitieren, der kommt und geht und sich dreht wie eine kranke
Ameise, der ab und zu stehenbleibt, dann Punkte tüpfelt! Ah! Das ist es: die Punkte und die kleinen Zeichen
werden die erste Errungenschaft seiner Schreibkunst sein. Es wird die Seite damit übersähen. Dieses Gekritzel
führt durch Nachahmung dann zu immer neuen Erfolgen. Schon ist ein gelungenes T mit seinem Querstrich
entstanden, dort ein i mit einem so kräftigen Punkt. daß das Papier davon durchbohrt wird, hier ein O, das so
rund ist wie es sich gehört. Nach und nach kommen alle Zeichen zutage. Der Zufall verwandelt sich in Erfolg,
und der wiederholte und systematische Erfolg endet in der Beherrschung der Technik [..]. (Freinet 1980: 77f.)
Besonders deutlich spiegelt sich in diesem Zitat Freinets Ansicht wieder, die Schule verwende pädagogische Fahrräder um Lehr- und Lernziele zu verwirklichen. Auf diese Weise, so Freinet, werde das Lernen der Schüler nach der natürlichen Methode verhindert. Lernen nach der natürlichen Methode vollzieht sich auf der Grundlage von Experimenten und Versuchen. Dabei geht Freinet davon aus, dass seine Schüler von sich aus daran interessiert sind, sich sinnvoll zu beschäftigen, wobei sich jenes Streben der Schüler unter günstigen
6
Bedingungen weiterentwickeln kann zur „Arbeit mit Spielcharakter“ - dem Lernen nach der natürlichen Methode.
Auf die natürliche Methode des Lernens zielen letztendlich auch die Konzepte handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts ab.
Wenn Waldmann, Haas und andere anführen, eine produktive oder handelnde Auseinandersetzung der Schüler mit Literatur sei dieser angemessener, als ein rein analytisch interpretierender Zugang, wenn sie anmerken, dass schulisches Lesen mit außerschulischem so gut wie gar nichts gemein hat, dann beklagen sie die gleiche mangelnde Nähe zum Leben der Schüler, pädagogische Fahrräder, die auch Freinet schon kritisiert hat.
Der Bezug des oben angeführten Freinet-Zitats zu handlungs und produktionsorientierten Verfahren im Literaturunterricht wird besonders deutlich, betrachtet man die Diskussion darüber, ob eben jene Verfahren der Literatur gegenüber angemessen seien. Diese Diskussion bewegt sich zwischen der Genieästhetik und dem polemischem Manifest: „Unser Schulaufsatz, ein verkappter Schundliterat“ von Jensen und Lamzus. Die Genieästhetik geht, wie Waldmann es ausdrückt, davon aus, dass ein literarisches Werk „intuitiv, eruptiv“ aus der Seele des Dichters „hervorströmt“ (Waldmann 1999: 7), quasi göttlich gegeben ist. Unter diesem Blickwinkel betrachtet ist ein handelnder und produktiver Umgang von Schülern/ Lehrern mit Literatur anmaßend.
Jensen und Lamzus dagegen betonen 1910 in einem Kapitel des oben genannten Manifests, dass auch Kinder wie Künstler arbeiten. Sie gehen davon aus, dass Alltagserfahrungen underlebnisse die Schüler zum Schreiben bewegen. Wenn man es ihnen ermöglicht, ihre Gedanken und Gefühle frei zum Ausdruck zu bringen, dann, so Lamzus/ Jensen, könne sich ein „Kleinmädchenaufsatz [...] den Produktionen des erfahrenen Schriftstellers getrost an die Seite stellen“, eben weil dann „Das Kind arbeitet wie ein Künstler“.
Freinet, als auch Waldmann und Haas wollen dem Mythos des bedruckten Papiers, dem Prestige einer genialen Schöpferkraft entgegenwirken.
Waldmann, Haas und Freinet wollen den Schülern die Produziertheit von T exten deutlich machen. Vor allem die Unterrichtskonzeptionen von Freinet und Haas zielen außerdem darauf ab, die Motivation und Kreativität der Schüler zu steigern.
Sie schaffen deshalb eine Unterrichtssituation, in der es den Schülern möglich ist, in der von Lamzus und Jensen geforderten Weise Alltagserlebnisse und -erfahrungen zu verarbeiten. Bei
7
Freinet geschieht dies durch die Praxis des freien Textes, bei Haas und Waldmann beispielsweise im Schreiben von Parallelgedichten.
Anzumerken ist allerdings, das Waldmann, Haas und Freinet hierbei jeweils andere Schwerpunkte setzen.
Waldmanns Konzept setzt nicht beim Schreiben an sich an, das Schreiben der Schüler ist jeweils bestimmt durch den Gegenstand auf den es sich bezieht. Ihm geht es darum, die Schüler an literarische Formen heranzuführen und ihnen ein Verständnis dieser Formen zu ermöglichen. Das Schreiben von Parallelgedichten etwa dient in seinem Konzept unter anderem dazu, sich des Gesamtverständnisses eines literarischen Textes zu versichern. Sowohl Freinet als auch Waldmann und Haas verfolgen die bei Klafki allen anderen Lernzielen übergeordneten Ziele, die Schüler zu Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität zu befähigen. In ganz besonderer Weise bestimmen diese Ziele jedoch die Arbeit Freinets. Ihm geht es vor allem um eine befreiende Erziehung. Der Manipulierbarkeit und Sprachlosigkeit der Schüler soll entgegengewirkt werden, während Selbstvertrauen und Eigeninitiative im gleichen Zuge gesteigert werden sollen.
Von Bedeutung sind hierfür Freinets Idee der Korrespondenz und der Klassenzeitung. Mit Korrespondenz ist gemeint, dass der Kontakt zu anderen Schulen gesucht wird. Ist der Kontakt hergestellt, so können die Schüler untereinander Alltagserfahrungen underlebnisse, ihre freien Texte austauschen. Dies hat, neben anderen Zielsetzungen wie z.B. der Realitätsnähe der Schule, vor allem den Effekt, dass die Texte gelesen werden. Ergänzt wird das Verfahren der Korrespondenz durch die Klassenzeitung. Die Klassenzeitung wird von den Schülern selbst erstellt. In ihr veröffentlichen sie einige der im Unterricht erstellten Gedichte, Geschichten etc. Auch hier geht es vor allem darum, dass die Schüler die Erfahrung machen, dass ihre Texte von Eltern, Mitschülern usw. gelesen und ernst genommen werden. Wie schon angemerkt geht es Freinet vor allem darum, durch diese Unterrichtstechniken Selbstvertrauen und Eigeninitiative der Schüler zu steigern - gleichzeitig angesprochen wird durch diese Techniken aber auch der Aspekt der heute für alle Schulformen und -stufen geforderten „Öffnung der Schule“.
Im Zusammenhang mit produktions- und handlungsorientierten Verfahren im Deutsch-, Literaturunterricht sind Freinets Überlegungen zu Korrespondenz und Klassenzeitung besonders dann interessant, wenn es darum geht, wie mit den Handlungs-Produkten der Schüler umzugehen ist.
Freinet hat Anregungen gegeben, wie man durch „Öffnung der Schule“ vermeidet, dass die Ergebnisse von Handlungs- und Produktionsorientierung, z.B. die (mehr oder weniger freien)
8
Arbeit zitieren:
Marius Diekmann, 2000, Handlungs- und Produktionsorientierung im Literaturunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Kontroverse um den handlungs- und produktionsorientierten Literatu...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht: Eine schülerzentrie...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 25 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 28 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht - Anwendung textprod...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 29 Seiten
Menschen bauen Brücken: Eine Unterrichtsreihe zur ganzheitlichen Ersch...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Das Problem der Angst im Anfängerschwimmunterricht
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Lernen Mädchen und Jungen anders? Aktuelle Befunde und Perspektiven fü...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 97 Seiten
Unterrichtsstunde: Der Werbung auf der Spur
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Das Minnelied L 69,1 "Saget mir ieman, waz ist minne?" von W...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 14 Seiten
Zu: Kafkas "Die Verwandlung" - Versuch einer psychoanalytisc...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Akrobatik im Sportunterricht einer 4. Klasse - Soziales Verhalten ford...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 36 Seiten
Die Rolle handlungs- und produktionsorientierter Methoden im Literatur...
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Zum handlungs- und produktionsorientierten Umgang mit Texten
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Minnekonzeption bei Walther von der Vogelweide
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 29 Seiten
Veränderung von Stereotypen im Wandel der Zeit - Am Beispiel von Frank...
Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
Seminararbeit, 27 Seiten
Marius Diekmann hat den Text Handlungs- und Produktionsorientierung im Literaturunterricht veröffentlicht
Marius Diekmann hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare