Säuglingsforschung
von: Saskia Wittig
1. Einleitung
2. Ansätze der Säuglingsforschung
• Der beobachtete Säugling
• Der klinisch rekonstruierte Säugling
3. Das alte Säuglingsbild
4. Das neue Bild des "kompetenten" Säuglings
5. Fazit
6. Literatur
1. Einleitung
Jeder von uns hat sicherlich schon einmal von seinen Eltern gehört: „Kind, wenn du volljährig bist oder einen Beruf ausübst, dann beginnt der Ernst des Lebens!“ Dem ist nicht ganz so, denn eigentlich beginnt der Spaß und der Ernst des Lebens schon gleich nach der Geburt. Ab diesem Zeitpunkt erlebt der Säugling sich und seine Umwelt ganz bewusst und anders als in Mamas Bauch. Da ein Neugeborenes zwar über verschieden Reflexe verfügt, aber sich ansonsten noch nicht alleine versorgen kann, ist er rund um die Uhr auf eine Bezugsperson angewiesen. Diese ist nun dafür verantwortlich diesem kleinen wehrlosen Geschöpf, die nötige Sicherheit, Pflege, Liebe und Förderung zuteil werden zu lassen. Hilfreich ist es hierbei, wenn man weiß, wie man sein Kind schon in den ersten Monaten fördern kann, bzw. wenn man lernt zu verstehen, was es für Bedürfnisse hat. Mit diesem Thema beschäftigen sich schon seit vielen Jahren verschieden Forscher und Analytiker. Zu welchen Erkenntnissen sie gekommen sind und wie das neue Säuglingsbild heute aussieht möchte ich in der nun folgenden Arbeit näher erläutern.
2. Ansätze der Säuglingsforschung
Da sich ein Säugling, wie oben bereits erwähnt, noch nicht durch Sprache verständigen kann, ist es sehr schwer, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erforschen. Man kann nicht einfach hinterfragen, was er mit der ein oder anderen Lautäußerung oder Geste gemeint hat, bzw. seinem Gegenüber deutlich machen möchte. Um einem kleinen Menschen jedoch die größtmögliche Aufmerksamkeit, Zuwendung und Förderung zukommen zu lassen, braucht man eine Basis, auf die man aufbauen kann. Im Laufe der Zeit entwickelten Wissenschaftler und Analytiker Ansätze und Methoden anhand derer sie ein aussagekräftiges - wenn auch unterschiedliches - Bild des Säuglings bzw. seines frühkindlichen Erlebens erstellten. Besonders erwähnenswert sind hierbei die Forschungen von Stern und Dornes.
Jahrelang wurden die Meinungen und Erkenntnisse der Kontrahenten gegenseitig angezweifelt und in Frage gestellt, heute weiß man, dass man beide Bilder nur im Zusammenhang sehen kann, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten. In wie weit sich die Bilder der Forscher und Analytiker unterscheiden möchte ich im folgenden Text darstellen.
Der beobachtete Säugling
Die Entwicklungspsychologen können nur anhand von Beobachtungen forschen.
Hierbei beobachtet man das „Forschungsobjekt“, in diesem Fall den Säugling, direkt wenn er ein bestimmtes Verhalten ausübt. Er wird sozusagen von „außen“ beobachtet.
Man erkennt, wie er auf verschiedene Reize und Situation reagiert und versucht, dass beobachtete Verhalten auf subjektives Erleben zu beziehen.
Mit dieser Methode kann man vor allem die körperliche Entwicklung und die Herausbildung der Wahrnehmungs- und Denkfähigkeit im Bezug auf Gegenstände gut beobachten. Das emotionalen und soziale Erleben z.B. die Empfindungen des Säuglings während der Mutter – Kind – Interaktion, können mit dieser Methode jedoch nicht vollständig ergründet werden.
Der klinisch rekonstruierte Säugling
Die Psychoanalytiker befassen sich bei ihren Untersuchungen nicht mit dem Säugling selber, sondern mit dem erwaschenen Menschen.
Sie stellen für ihn eine Theorie des frühkindlichen Erlebens auf, die sie aus Erinnerungen, Reinzenierungen und Deutungen rekonstruieren.
Hierbei kann man gute Einblicke in das emotionale Selbstempfinden des Kindes erhalten, da ein Erwachsener in der Lage ist zu schildern, ob ihm ein bestimmtes Verhalten, z.B. das der Mutter, in guter oder schlechter Erinnerung geblieben ist.
Aber auch das bietet keine absolute Sicherheit, da sich die Erwachsenen nur auf eine fiktive Geschichte der Analytiker beziehen und daraus ihre Kindheitserlebnisse und Empfindungen schlussfolgern, welche nicht unbedingt so gewesen sein müssen.
Es weisen beide Varianten ihre Vor- und Nachteile bei der Säuglingsforschung auf.
Abschließend ließe sich sagen, dass der klinisch rekonstruierte Säugling dem beobachteten Säugling subjektives Leben einhaucht, während dieser auf allgemeine Theorien verweist, auf deren Grundlage man das subjektive Leben des rekonstruierten Säuglings erschließen kann. (Vgl. Stern 2000, S.30)
3. Das alte Säuglingsbild
[...]
Arbeit zitieren:
Saskia Schumann, 2005, Säuglingsforschung, München, GRIN Verlag GmbH
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