Inhalt
1. Einleitung Seite 1
2. Die Reden Seiten 2 – 8
2.1. Phaidros
2.2. Pausanias
2.3. Eryximachos
2.4. Aristophanes
2.5. Agathon
2.6. Sokrates’ Überraschung 8
3. Sokrates Seiten 9 – 11
3.1. Der Eros als bedürftiger Dämon
3.2. Herkunft, Natur und Nutzen des Eros
3.3. Zeugung im Schönen 11
4. Zusammenfassung des bisherigen Seite 12
5. Stufenweg zur Vollendung in der Schau des Schönen Seite 13
6. Alkibiades Seiten 14 – 17
6.1. Lobrede auf Sokrates
6.2. Ausklang des Symposions
6.3. Funktion der Alkibiades-Rede 15 – 17
7. Verbindung Eros – Idee Seite 18
Literaturnachweis
II
1) Einleitung
Das Symposion ist einer der bekanntesten Dialoge Platons. In deutscher Übersetzung lässt sich oftmals „Das Gastmahl“ finden, obwohl „Das Trink- gelage“ wohl angebrachter wäre, denn es wird mehr getrunken als gegessen.
Das Symposion handelt vo m Begriff des Eros, gemeinhin als Gott der Liebe bezeichnet. In verschiedenen Reden versucht Platon darzustellen, was der Eros sei. In einer auch aus dichterischer und schriftstellerischer Sicht sehr gelungenen Weise komponiert Platon verschiedene Reden, welche den Eros unterschiedlich charakterisieren. In der Rede des Sokrates, in welcher die Rede der Diotima berichtet wird, kommt Platon auf das wahre Wesen des Eros zu sprechen. Gleichsam als Führer auf dem Weg zur Erkenntnis des Schönen selbst sei Eros der Vermittler zwischen dem Unsterblichen und dem Sterblichen. Die Reden und Vorgänge werden von Apollodoros in einer Rahmenhandlung einem anonymen Zuhörer erzählt.
Die Absicht dieser Arbeit ist es, den Begriff und die Funktion des Eros zu klären. Dazu werden die Reden, die im Symposion gehalten werden, so ge- rafft wie es noch verständlich ist, zusammengefasst. Kurze Kommentare zwischen den Reden sollen erklärend wirken. Am Ende gehe ich noch kurz auf den Begriff der Idee und die Möglichkeit, diese selbst zu erkennen, ein.
Zitate aus dem Symposion entsprechen der Übersetzung von Friedrich Schleiermacher.
1
2) Die Reden
Bei einem Gastmahl bei Agathon wird der Eros gelobt. Aristodemos sei bei dieser Gesellschaft anwesend gewesen, von welchem der Vorgang, wie es sich zugetragen habe, dem Apollodoros erzählt worden sei. Mit der Rede des Phaidros sei begonnen worden.
2.1) Phaidros
Phaidros lobt Eros als großen Gott, der von Menschen und anderen Göttern bewundert werde, nämlich wegen seines Ursprungs. Eros sei der älteste
Gott. Und er habe außerdem das größte Gut erhoben 1 .
Wer ein schönes und rechtes Leben führen wolle, solle sich von der Liebe leiten lassen. Jemanden zu lieben oder geliebt zu werden sei wichtiger anzu- streben als Verwandtschaft, Ansehen oder Reichtum. Denn maßgeblich be- einflusse das Schamgefühl den Menschen in seinem Tun und Handeln, wel-
ches eintrete, wenn etwas Schändliches getan werde 2 . Um dem Liebhaber oder besonders dem Geliebten zu imponieren, kämpfe dieser eher bis in den Tod als aufzugeben und damit den Geliebten zu enttäuschen. Aus Scham vor dem Geliebten und aus Angst um die Liebe opfere sich dieser vollkom- men auf. So starb beispielsweise der Achilleus dem Geliebten Patrokolos hinterher, indem er dessen Tod rächte und dabei ebenfalls getötet wurde, obwohl ihm ein langes Leben vorausgesagt wurde, rächte er sich nicht. Der Liebhaber sei göttlicher, „weil in ihm der Gott ist“, denn nur aufgrund der Liebe unterwirft er sich dem Geliebten. Der Eros sei den Menschen der „hülfreichste“, weil er i hnen in Leben wie im Tod zu Glückseligkeit ver- helfe 3 . Differenzierter betrachtet Pausanias den Eros.
2.2) Pausanias
Die griechische Mythologie beschreibt den Eros als den Sohn der Aphro- dite, der Liebesgöttin. Da es eine himmlische und eine gemeine Aphrodite gäbe, sei auch der Sohn der einen himmlisch, der anderen ebenso gemein. Ihr unterschiedliches Wirken zeige sich nicht in der Handlung selbst –
1 Sy mp. 178A f.
2 ebd. 178D
3 ebd. 180B
2
beispielsweise „trinken singen sprechen“ 4 –, sondern in der Ausführung einer Handlung. Eine schöne Handlung sei es, wenn etwas den Handelnden an- reizt, schön zu handeln.
Der gemeine Eros bewirke eine bloß körperliche Befriedigung. Die von ihm geleiteten Menschen liebten nur den Körper und nicht die Seele, gleich ob den weiblichen der Frau oder den männlichen des Knaben. Daher sei dies nicht schön. Dass der gemeine Eros der Sohn einer Göttin sei, die einen Vater und eine Mutter habe, nämlich den Zeus und die Dione, sei der Grund für diese gleichgültige Wahl der Geliebten.
Die himmlische Aphrodite, mutterlos vom Uranos abstammend, habe im himmlischen Eros einen Helfer, der die Menschen auf die reine Knabenliebe triebe. Diese liebten „das von Natur stärkere und mehr Vernunft in sich ha- 5 . Denn nur an ausgewählten Seelen könne eine anständige und sit-
bende“ tige Leibe hängen. Eine sittige Liebe sei diejenige, die nicht aufgrund von Reichtum liebe. Sondern als schönste Sitte werde die Liebe, welche um der Liebe willen liebt, angesehen. Um die Liebe des anderen zu erlangen, sei jedes Mittel, sogar der Bruch von Schwüren, erlaubt. Der Zweck der Leibe sei Tugend, denn „jemand will einem Andern ergeben 6 . Auch sei es schön, wenn der
sein, weil er glaubt besser durch ihn zu werden“ Liebhaber den Geliebten über den Besitz eigener Tugend täusche, zeige es doch, dass er für diese „und um besser zu werden Allen zu allen Dingen bereit 7 .
wäre“ In einer solchen Handlung zeige sich der himmlische Eros; in einer, die Reichtum und anderes außer der Liebe zum Ziel habe, offenbare sich dage- gen der gemeine.
Als nächster Redner ist der Arzt Eryximachos an der Reihe. Platon drückt jedoch noch vor dessen Rede aus, über welchen Bereich dieser zu sprechen gedenkt. Der eigentlich an der Reihe seiende Komödiendichter Aristophanes hat einen Schluckauf, sein Körper ist nicht mehr in Harmonie. Er gibt daher dem Arzt den Vortritt.
4 Symp. 181A
5 ebd. 181C
6 ebd. 184C
7 ebd. 185B
3
2.3) Eryximachos
Eryximachos stimmt Pausanias bezüglich der Zweifachheit des Eros zu. Nur herrsche er nicht nur im Menschen, sondern überall in der Natur. So sei in der Heilkunde zwischen gesundem und krankem Körper zu unterscheiden. Schön sei es, dieses, was gut und gesund sei, zu fördern, schändlich dage- gen, jenes schlechte und kranke zu unterstützen. Die Heilkunde sei demnach „die Erkenntnis der Liebesregungen des Leibes “ 8 , also zu erkennen was gut für den Körper sei, und ermögliche, auch das entgegengesetzte zusammenzufü- gen.
Mit einer Anspielung auf Heraklit sieht er dieses entgegengesetzte in der Harmonie zusammenklingend auch in der „Tonkunst“, der Musik. Diese sei „eine Wissenschaft der Liebe in Bezug auf Harmonie u nd Zeitmaß“ 9 . Wenn entge gengesetzte Töne zum richtigen Zeitpunkt – dem Kairos, der Zeit- punkt, auf den es ankommt – zusammenstimmen, bilden sie einträchtig eine Harmonie. In diesem „Wohllaut “ offenbare sich der sittige, schöne, himmli- sche Eros, welcher der Muse Urania zugehörig sei. Er bringe eine „wohlge- 10 unter die Gegensätze und damit Gesund-
ordnete Stimmung und Mischung“ heit den Menschen wie auch der übrigen Natur.
Der frevelhafte, schändliche Eros dagegen bringe Verderben und Schaden wie „Reif und Hagel und Mehltau“ 11 , welche „aus Unmäßigkeiten und Unordnun- gen der Liebesregungen“ entstünden. Pflege und Heilung der so beeinflussten Liebe bestünde in der „Sternkunde“ und der „Wahrsagekunst“. Eryximachos schließt mit der Feststellung, dass der Eros der Grund sei, wa- rum Einigkeit zwischen Entgegengesetztem bestehe und „wir sowohl mit ein- ander umgehn können und befreundet sein als auch mit den herrlicheren als wir, 12 .
den Göttern“
Aristophanes sei seinen Schluckauf losgeworden, indem er es mit Niesen beha ndelt habe. Er stellt selbst fest, wie wunderbar es sei, dass Schluckauf und Niesen im Zusammenspiel den Leib wieder geordnet hätten. Es zeige sich hieran die heiligende Kraft des Eros.
8 Symp. 186C
9 ebd. 187C 10 ebd. 188A 11 ebd. 188B 12 ebd. 188D
4
Arbeit zitieren:
Kevin Francke, 2004, Begriff und Funktion des Eros in Platons Symposion, München, GRIN Verlag GmbH
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