1. Einleitung 3
2. Wirkungsformen
2.1 Körperliche oder vegetative Wirkungen 4
2.2 Emotionale Wirkungen und Ausdruckswirkungen 6
2.3 Verhaltens und Stimmungswirkungen 10
2.4 Kurz und langfristige Wirkungen 12
3. Schlussbemerkung 14
4. Literaturangaben 15
Einleitung
Die Wirkung von Musik auf den Menschen zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Formen aus. Diese Wirkungsformen lassen sich als emotionale und körperliche Wirkungen, Verhaltens- und Stimmungswirkungen, Ausdruckswirkungen und kurz- und langfristige Wirkungen unterscheiden. Sie alle stehen mehr oder weniger in Abhängigkeit zu den individuellen Eigenschaften der jeweiligen Person auf die sie einwirken. Sie sind vielmehr die individuelle Reaktion auf ebenfalls stark zu differenzierende Formen der Musik.
Es gibt eine Reihe neuerer Untersuchung der unterschiedlichen Wirkungsformen, die zum Teil übereinstimmen, doch auch Widersprüche aufzeigen. Solche Unterschiede haben ihre Ursache zum Teil in der Schwierigkeit einer wissenschaftlichen Erfassung der physiologischen und psychologischen Veränderungen. Zudem ist die Herkunft der Veränderungen, die Musik im Gehirn bewirkt noch nicht hinlänglich erforscht. Bei der Darstellung der körperlichen oder vegetativen Wirkungen von Musik sind sich die Autoren weitgehend einig. Die emotionalen Wirkungen sind in ihrer wissenschaftlichen Erfassung und Auswertung weitaus schwieriger darzustellen. Sie sind eng mit den persönlichen Hintergründen und Vorerfahrungen des Zuhörers verknüpft. Dies gilt in gewissem Maße auch für die Ausdruckswirkungen. Verhaltens- und Stimmungswirkungen sind ebenso stark von individuellen Eigenschaften des Hörers/der Hörerin abhängig und nur tendenziell messbar. Die kurzfristige Wirkung von Musik auf den Menschen wird in unterschiedlichen Versuchen dargestellt , die aber eher uneindeutig ausfallen. Man kann auch hier nur von Wirkungstendenzen sprechen, da die Wirkung in ihrer Intensität relativ gering zur Ausprägung kommt. Bei langfristigen Wirkungen meint man Effekte, die auf individuelle Regressionserlebnisse oder Habituation zurückzuführen sind.
Die neuesten neurowissenschaftlichen Untersuchungen der Wirkung von Musik auf den Menschen verdeutlichen die Verbindungen von körperlichen Reaktionen und deren Ursprünge im Gehirn. Sie lassen sich jedoch nicht eindeutig festlegen, da Musik in vielen unterschiedlichen Hirnarealen wirkt.
Im Folgenden sind die unterschiedlichen Wirkungsformen in ihren Ausprägungen beschrieben und ihre individuellen musikalischen Auslöser an Hand von Versuchen und Untersuchungen verdeutlicht.
3
Die körperliche Wirkung von Musik auf den Menschen wird durch bestimmte musikalische Parameter erzeugt. Lediglich Lautstärke und Tempo rufen eine unmittelbare physiologische Veränderung hervor. Andere musikalische Parameter, wie Tonalität, Klangfarbe oder Harmonik haben keine messbaren körperlichen Reize zur Folge. Der Grund für die physiologische Wirkung von Lautstärke liegt in der neurophysiologischen Verbindung von Hörbahn und Formatio Reticularis. Die Formatio Reticularis bildet ein Zentrum von Gehirnnerven, das für die Regulierung von Aktivierung, Wachheit und Emotion zuständig ist. Lautstärke kann daher eine aktivierende Funktion, aber gegenteilig auch eine beruhigende Funktion auf den Körper ausüben.
Aber auch das Tempo kann eine physiologische Erregung erzeugen. Dieses Phänomen lässt sich auf unterschwellige, unbewusste Bewegungen des Körpers beim Hören der Musik zurückführen. Die neurophysiologische Ursache hierfür befindet sich in einer Verschaltung der über den Olivenkomplex, einem Kerngebiet von Nervenzellen der Formatio Reticularis, laufende n akustischen Signale mit motorischen Bahnen.
Diese Wirkungstendenzen von Lautstärke und Tempo hat Gembris in einer Übersicht veranschaulicht:
Die körperlichen Wirkungen sind im Gegensatz zu anderen Wirkungen von Musik (emotionale -, Ausdruckswirkungen usw.) messbar und medizinisch auswertbar. Sie werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert und erzeugen bestimmte Veränderungen von Herzschlag, Atmung, Blutkreislauf, chemischem Blutumsatz, elektrischem Hautwiderstand, Muskelspannung und Hirnpotentialen. Diese Parameter gelten als Aktivierungsindices des autonomen Nervensystems, sind in ihrer Veränderung aber unabhängig voneinander. Eine erste Studie zu den vegetativen Wirkungen von Musik hat J. Dogiel (1880) durchgeführt, jedoch mit geringem wissenschaftlichem Erfolg.
4 Die Studie von Ellis/Brighouse (1952) wies eine Beschleunigung der Atmung bei unterschiedlichen Stücken nach und Rötter (1987) konnte bei Hörern anhand der Hautwiderstandskurve, gemessen mit dem EEG, Themeneinsätze und das Hinzutreten neuer Instrumente ablesen.
Die körperlichen Reaktionen auf Musik können trotz dieser Untersuchungen nicht gänzlich kategorisiert werden. Taylor (1973) hatte festgestellt, dass Musik, die als stimulativ bzw. sedativ gilt, nicht eindeutig die entsprechende Wirkung erzeugte. Leise Musik führt beispielsweise nicht zwangsläufig zur Beruhigung des Hörers/der Hörerin. Individuelle Reaktionen auf bestimmte musikalische Parameter sind daher nicht auszuschließen.
Arbeit zitieren:
Thomas Grasse, 2004, Wirkungen von Musik, München, GRIN Verlag GmbH
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