2
1. Einleitung
2. Erste historische Bürokratieformen
3.0 Bürokratie Definition
3.1 Bürokratie nach Weber
3.1.1 Rationale Form legaler Herrschaft
3.1.2 Idealtypische Bürokratie
3.1.3 Struktur der Bürokratie
3.1.3.1 Behörde
3.1.3.2 Verwaltungsstab
3.1.3.3 Einzelbeamte
3.1.4 Soziale Bedeutung
3.1.5 Machtbasis und Legitimation
3.1.6 Bürokratie und Kapitalismus
3.1.7 Konflikt Bürokratie - Freiheit des Individuums
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
6. Webseitenverzeichnis
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1. Einleitung:
Der Begriff Bürokratie ist in unserer Gesellschaft mit negativen Assoziationen belegt. Man spricht von Engstirnigen Beamten und Behinderung durch den Apparat. Vertreter des Mittelstandes sehen sich in ihrem Handeln durch die deutsche Bürokratie extrem beeinträchtigt. So ist für die Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer e.V. (ASU) die Entbürokratisierung und Deregulierung einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit. Die ASU trifft in diesem Zusammenhang die Aussage, das „Jede unnötige Bürokratie schränkt die Flexibilität der Unternehmen ein und bindet wertvolle Ressourcen“ 1 . Interessant bei dieser Aussage ist das Wort „unnötig“, demnach gibt es nötige und unnötige Bürokratie, in diesem Zusammenhang gibt es die Bürokratie, die nötig für die Entwicklung der Unternehmen ist und die Bürokratie, die unnötig und somit hinderlich bei deren Entwicklung ist. Der gleichen Ansicht scheint die Bundesregierung, die mit ihrer „Initiative Bürokratieabbau“ den Abbau unnötiger Bürokratie verfolgt und ebenfalls die Differenzierung zwischen nötiger und unnötiger, Bürokratie von zu großer Ausprägung trifft. Sie sieht in diesem Zusammenhang durch zuviel Bürokratie sowohl die Frei heit und Möglichkeiten bürgerlicher Entfaltung gefährdet und identifiziert überflüssige Bürokratie als Hemmschuh insbesondere für Kleinunternehmen sowie Existenzgründerinnen und Existenzgründer. 2 Seit wann gibt es Bürokratie, warum ist sie nötig und warum bei zu großer Ausprägung hinderlich? In welchem Rahmen spielt sich Bürokratie ab, was sind die Regeln nach der sie verfährt, was ihre Legitimationsbasis und inwiefern schafft oder schränkt sie je nach Ausprägung, die persönliche Freiheit ein? Der Soziologe Max Weber hat in seinem Werk „Wirtschaft und Gesellschaft - Grundriss der verstehenden Soziologie“ 1922 die Bürokratie innerhalb der "rationale" Form der "legalen Herrschaft", bezeichnet und analysiert. Anhand seines Werkes wird diese Arbeit im nachfolgenden auf diese Fragestellungen eingehen.
1 Vgl. ASU e.V. (20.01.2005), Schwerpunkte aktuell - Bürokratieabbau
2 Vgl. Bundesministerium des Innern (20.01.2005), Moderner Staat - Moderne Verwaltung,
Initiative Bürokratieabbau
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2. Erste historische Bürokratieformen
Erste Formen von Bürokratie finden sich bereits bei alten Hochkulturen. So gab es bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. in China den Mandarin. Mandarin kommt von dem portugiesischen Wort mandarim, welches Ratgeber oder Minister bedeutet. Es ist die Übersetzung für das chinesische Wort Guanhua, welches wiederum als der kaiserliche Beamte zu übersetzten ist. 3 In Ägypten gab es zur selben Zeit bereits den Schreiber und in Rom den Questor und Zensor. Besonders hervorzustellen ist der Ägyptische Schreiber, da es hier schon eine „Verbeamtung“ durch den Tausch von unbedingter Treue, gegen lebenslangen Unterhalt durch die Herrschenden gab. Die Fürstendiener im Mittelalter waren Vorläufer der heutigen Beamten in Europa.
In Europa wurde 1231, durch die von Friedrich dem II. verfügte Neuordnung des Beamtentums, erstmals ein Staat auf eine rein weltliche Verwaltung gestützt. Es gab gute Besoldung und eine geregelte Altersvorsorge, bei umfassender Kontrolle und Gehorsamspflicht. 4
Das erste Auftreten von Bürokratie nach unserem heutigen Verständnis entstand aus der französischen Revolution. 5 Napolèon reformierte den Staatsapparat umfassend. So führte er den Code Civil ein, das französische zivile Gesetzbuch, welches die Werte der französischen Revolution in Gesetzten ausführte und daher die legislative Basis für die Gleichbehandlung aller vor dem Gesetzt darstellt. 6 Es entstand eine moderne Verwaltung, mit Ressorts, einem Minister und klar geregelten Kompetenzen. 7
Mit der „Hauptdienstpragmatik über die Dienstverhältnisse von Staatsdienern“ schafft Bayern Beamte nach französischem Vorbild - Beamte im heutigen Sinn. 8 Das Beamtentum wurde 1945 von den Alliierten abgeschafft und 1950 in der BRD wieder eingeführt. Heute sind in Deutschland über 4,8 Millionen Bürger Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und über 1,8 Millionen verbeamtet. 9
3 Vgl. Wikimedia Foundation Inc. (20.01.2005): Wikipadia - Mandarin
4 Vgl. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (20.01.2005): König
Friedrich II.
5 Vgl. Prof. Dr. Langewiesche (2004), S.145
6 Vgl. Wikimedia Foundation Inc. (20.01.2005): Wikipedia - Code Civil
7 Vgl. Prof. Dr. Langewiesche (2004), S.145
8 Vgl. Axel Springer AG WELT.de (20.01.2005): Geschichte des Beamtentums
9 Vgl. Bundesleitung des dbb beamtenbund und tarifunion (2005): S.6-14
Arbeit zitieren:
Thomas Herzog, 2004, Bürokratie: ein Kurzvortrag, München, GRIN Verlag GmbH
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