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Hauptseminararbeit, 2003, 20 Seiten
Autor: Lena Langensiepen
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Tags: Mörikes, Begriff, Schönheit, Gedichtinterpretationen)
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-36670-0
Dateigröße: 247 KB
In der Arbeit werden die Gedichte Auf eine Lampe und An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang interpretiert.
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(Zwei Gedichtinterpretationen)
von: Lena Langensiepen
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung Seite 3
II Hauptteil – Interpretation Seite 3
1. Auf eine Lampe Seite 3
1.1 Formale Analyse
1.1.1 Aufbau
1.1.2 Bildlichkeit
1.2 Interpretation
2. An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang Seite 9
2.1 Formale Analyse
2.1.1 Aufbau
2.1.2 Bildlichkeit
2.2 Interpretation
III Schlussbewertung Seite 17
Literaturverzeichnis Seite 18
Anhang
- Auf eine Lampe (1846)
- An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang (1825)
I Einleitung
Die Gedichte „Auf eine Lampe“ (1846) und „An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang“1 (1825), deren Interpretation und Vergleich der vorliegenden Arbeit zu Grunde liegen, geben einen Einblick in Mörikes Auffassung von Kunst und dienen der Darstellung seines Begriffes der Schönheit, der deutlich vom subjektiven Erleben sowie von seinem Bewusstsein der Zeitlichkeit geprägt ist. Das zu Mörikes Gegenstandslyrik gehörende Gedicht „Auf eine Lampe“ und das Stimmungsgedicht „An einem Wintermorgen, vor Sonnenaufgang“ zählen zu der literarischen Epoche zwischen Romantik und Realismus, dem sogenannten Biedermeier, wobei das letztere noch Züge der Romantik aufweist und auch als Zeitgedicht bezeichnet werden kann.
II Hauptteil – Interpretation
1. Auf eine Lampe
1.1 Formale Analyse
1.1.1 Aufbau
Das Gedicht enthält keine Strophengliederung; es besteht aus dem Titel und einer langen Strophe, die in zehn Verse unterteilt ist. Diese Verse sind auftaktig, wobei der letzte Vers auch als auftaktlos, d.h. mit Eingangshebung und folgender Doppelsenkung, gelesen werden kann. Es handelt sich um zwölfsilbige Verse, die durch einen alternierenden, sechshebigen Jambus gekennzeichnet sind und ausschließlich männliche Kadenzen aufweisen. Eine mögliche Variation des Rhythmus’ mit Hilfe eines Wechsel von männlichen und weiblichen Versendungen wird somit nicht erzeugt. Die Verse sind reimlos, also nicht durch ein Reimschema miteinander verbunden; eine Ausnahme bilden die Verse sechs und neun („Ringelreihn“/ „sein“). Es gibt keine festgelegten Zäsurstellen.
Diese Merkmale des Verses, insbesondere des Metrums, charakterisieren die deutsche Nachbildung des jambischen Trimeters, der in der Antike häufig Verwendung fand und dessen lateinische Umbildung der Senar ist. Die antiken Zäsurregeln werden in der deutschen Nachbildung nicht beachtet, was zu einem freieren Rhythmus führt. Des weiteren wird der Rhythmus des Gedichtes von der Beziehung der Vers- zur Satzstruktur bestimmt. Innerhalb des Verstextes liegt ein Spannungsverhältnis zwischen ihnen vor, da den zehn Versen lediglich sechs Sätze gegenüberstehen. Die ersten bei- den Sätze sind hypotaktisch und füllen jeweils drei Verse. In Vers sieben folgen ein kurzer, parataktischer Ausrufungssatz sowie ein elliptisch konstruierter Satz, der in Vers neun endet und dem sich ein parataktischer Fragesatz bis zum Versende an- schließt. Der letzte Satz ist hypotaktisch und der einzige, der genau einen Vers füllt, und zwar den letzten.
Die durch die Hypotaxen bedingten, zahlreichen Satzzeichen führen zu natürlichen Pausen beim Lesen und treten innerhalb des Verses, wie auch am Versschluss auf. Enjambements lassen sich nur vereinzelt vorfinden; in Vers vier und sieben über- winden die Sätze ohne Interpunktion die Versgrenze und reichen in die nächste Zeile hinein.
1.1.2 Bildlichkeit
Die im Gedicht erzeugte Bildlichkeit wird mit Hilfe verschiedener rhetorischer Stil- mittel hervorgerufen, die der Hervorhebung und der Kennzeichnung einer engeren Beziehung einzelner Teile zueinander dienen. Schon im ersten Vers tritt eine Reihe dieser Figuren auf, die teilweise an anderen Stellen des Gedichtes wiederholt vorzufinden sind. Dies sind die Assonanz („unver- rückt; schöne; schmückest“; weiter in V.2:„zierlich; hier“; V.4:„Auf deiner weißen [...]“; V.6:„Schlingt; Kinderschar; Ringelreihn“; V.8:„doch ergossen [...] Form“ u.a.), die Alliteration („schöne; schmückest“; V.3:„Die Decke des [...]“; V.10:„Was aber schön ist, selig scheint es in ihm selbst“ u.a.), die Apostrophe („[...] o schöne Lampe, schmückest du“; V.4:„Auf deiner weißen Marmorschale [...]“), die Inversion, die in allen Sätzen – mit Ausnahme des Fragesatzes – auftritt, sowie schließlich die Parenthese („[...], o schöne Lampe, [...]“). Eine weitere Amplifikationsfigur ist die Ellipse des in Vers sieben beginnenden Satzes.
Die Tatsache, dass im ersten Vers fast alle Amplifikationsfiguren, die im weiteren Verstext auftauchen, schon enthalten sind, hebt diesen besonders hervor. Weiterhin wird die Substitutionsfigur der Personifikation eingesetzt, was zu einer Verlebendigung der umschriebenen Lampe führt. Sie wird nicht als Gegenstand, sondern als Lebewesen dargestellt und direkt angesprochen (V.1:„[...] o schöne Lampe, schmückest du“). Auch der Titel enthält die Personifikation, da er eine Art von Widmung bzw. Lobeshymne ausdrückt, die normalerweise nur an Menschen, nicht aber an Gegenstände, gerichtet ist.
Als ein Oxymoron lässt sich der Begriff „An leichten Ketten“ (V.2) beschreiben, da die Ketten, die das Gewicht der marmornen Lampe tragen, massiv und schwer sein müssen. Ebenfalls zur Verdeutlichung des Motivs trägt Vers neun bei, in dem die Lampe nicht direkt genannt, sondern kurz charakterisiert wird („Ein Kunstgebild der echten Art“). Die besondere Wirkung des Gedichtes wird auch durch die bevorzugte Verwendung von Adjektiven bzw. Eigenschaftswörtern („unverrückt; schön; leicht; zierlich“ u.a.) und Substantiven („Lampe; Ketten; Decke; Lustgemach“ u.a.) erzielt.
1.2 Interpretation
[...]
1 Alle Zitate dieser Arbeit nach: Eduard Mörike. Werke in einem Band, hrsg. von Herbert G. Göpfert. 4., durchges. Aufl. München, Wien: Hanser, 1993, S.9f. und S.85.
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