Zitat, Allegorie und Name: Figurationen von Text Simone Linde
und Geschichte im Werk Walter Benjamins“ Anglistik; Germanistik, Französisch 5. Semester SS 2000
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Einleitung 3
1. Hermeneutische Erschließung der Geschichte
a) Dialektische Bilder 5
b) Zitat 7
c) Engel der Geschichte 9
2. Das „Jetzt der Erkennbarkeit“ als Wahrheitsmoment -Verbindung zu Marcel Prousts Erinnerungsästhetik
a) 0pPRLUHLQYRORQWDLUHund die Momente H[WUDWHPSRUHOVbei Proust 11
b) Monade 14
c) Erwachen 15
Literaturverzeichnis 20
2
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Die Geschichtsphilosophie Walter Benjamins ist ein zentraler Punkt in seinem Gesamtwerk. Sie umfasst alle Bereiche, in denen Benjamin Untersuchungen angestellt hat -Sprachphilosophie, Medientheorie, Literaturkritik und Kulturwissenschaft - und integriert sie in ihren eigenen theoretischen Komplex. So kann sie als paradigmatisch für Benjamins Methode der Untersuchung gelten.
Benjamins Geschichtsphilosophie kehrt sich von der vorherrschenden Auffassung einer chronologischen Geschichtsschreibung ab, die in der Aufzählung von Geschehnissen besteht. Statt dessen versucht Benjamin eine Geschichtsschreibung zu schaffen, die die Objektivität durchbricht und die Erfahrung des einzelnen Individuums in den Mittelpunkt des geschichtlichen Verständnisses stellt.
Diese Theorie der Geschichte ist - wie jedes Geschichtskonzept - eng verbunden mit dem Zusammenhang zwischen Zeitverständnis und konkreten gesellschaftlichen Verhältnissen. Während die chronologische Geschichtsschreibung aber die eindimensionale Abfolge der Zeit als Grundprinzip nimmt, schafft Benjamin ein relatives Zeitverhältnis, welches sich von der Gegenwart her gründet. Dabei verbindet er materalistisches Gedankengut mit theologischen Grundmomenten zu einer revolutionären, auf Erlösung gründenden Geschichtstheorie. Ich werde in meiner Hausarbeit untersuchen, auf welche Weise die Zeit Benjamins Geschichtsphilosophie bedingt und in welcher Form sie von ihm verstanden wird.
Im ersten Teil stelle ich - ausgehend von Benjamins Verständnis der Vergangenheit als ungreifbarer, noch zu deutender Raum - die hermeneutischen Mittel dar, mit denen die Vergangenheit für die Gegenwart zu erschließen ist. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Benjamins Entwurf der Geschichte gegen die Auffassung einer 8QLYHUVDOJHVFKLFKWH. Ich zeige, wie Benjamin anstelle eines linearen Geschichtskontinuums durch das =LWDW ein mehrdimensionales, durch Verbindungen gekennzeichnetes Spannungsfeld setzt, wodurch das Verständnis der Vergangenheit sich von der chronologischen Zeit löst. Im zweiten Teil beschäftige ich mit der Erinnerungsästhetik Marcel Prousts, die Benjamin in seiner Erkenntnistheorie der Wahrnehmung beeinflußt hat. Ich zeige, inwieweit Benjamin Grundelemente der Proustschen Erinnerungsästhetik übernimmt, und sie modifiziert in seine Theorie überträgt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Tatsache, dass Benjamin im Gegensatz zu Proust, der die Aufhebung der Zeit anstrebt, ein neues Verständnis
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von Zeit schafft. In diesem Zusammenhang beschäftige ich mit Benjamins Analogsetzung des Erkenntnismoments der geschichtlichen Wahrheit mit dem (UZDFKHQ. In meiner Untersuchung stütze ich mich hauptsächlich auf die „Thesen über den Begriff der Geschichte“ 2 und das Konvolut „N“ des 3DVVDJHQZHUNV .
2
Benjamin, Walter: „Thesen über den Begriff der Geschichte“ [ TBG] in Benjamin, Walter:
(LQ/HVHEXFK.
Hrsg. von Michael Opitz. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1996.
3
Benjamin, Walter 1974 (a. a. O.)
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Arbeit zitieren:
Simone Linde, 2000, Bewegte Vergangenheit - Die Geschichtsphilosophie Walter Benjamins als Restauration der Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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