Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Fachbereich 09: Psychologie und Sportwissenschaft
Schwerpunkt Klinische Psychologie, WS 01/02
Referentinnen: Sabrina Pohl, Katje Binder 12.11.01
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Was ist Coping?....................................................................................................................................................... 3 Diagnostische Erfassung von Stress und Belastungsverarbeitung........................................................................... 4 Daily Hassles and Uplifts Scale (auch Hassles Scale)......................................................................................... 4 Fragebogen zu Lebenszielen und zur Lebenszufriedenheit FLL ......................................................................... 4
Beschwerden-Liste .............................................................................................................................................. 5 SCL-90-R Symptomcheckliste ........................................................................................................................... 6 SVF - Stressverarbeitungsfragebogen................................................................................................................. 7 Berner Bewältigungsformen BEFO..................................................................................................................... 9 Übersicht der Bewältigungsformen nach BEFO (1991)........................................................................................ 11 Handlungsbezogene BEFO (H1-10).................................................................................................................. 11 Kognitionsbezogene BEFO (K1-12) ................................................................................................................. 11 Emotionsbezogene BEFO (E1-8) ...................................................................................................................... 11 Stresstypen............................................................................................................................................................. 12 Literatur ................................................................................................................................................................. 14
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Copingverhalten (siehe auch unten: Übersicht über die Bewältigungsformen) entsteht durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
Zum einen spielt die Art der Belastung (Krankheit, Invalidität, Mobbing, Traumata usw.) eine Rolle, zum anderen aber auch individuell unterschiedlich ausgeprägte Reaktionen und Überzeugungen: Das subjektive Belastungsmodell („naive“ Theorie über die Situation), der „objektive“ Zustand, die situativen Bedingungen und den persönlichen Ressourcen.
Definition in Anlehnung an Lazarus (1984) und Lazarus & Folkman (1984): „Psychische Vorgänge, die darauf ausgerichtet sind, bereits bestehende oder erwartete krankheitsbedingte Belastungen entweder innerpsychisch (emotional/kognitiv) oder durch Handeln vorbeugend auszugleichen oder ihre Manifestation zu verarbeiten und zu meistern.“ (in: Heim et al., 1991)
Die Copingstrategien sind dabei meistens bewußt, können aber auch vorbewußt ablaufen; sie dienen dazu, das gestörte psychische Gleichgewicht wiederzuerlangen. Ob die Bewältigung gelingt, hängt vor allem von den intrapersonellen Ressourcen ab: physische Verfassung, Intelligenz, emotionale Ausgelichenheit und ein angemessenes Gesundheits- bzw. Krankheitsmodell (bezogen auf Krankheitsbewältigung). Dazu kommen soziale Ressourcen: die Einbindung in die Kernfamilie und ein tragfähiges soziales Netzwerk.
Es ist zu beachten, daß Coping kein punktuelles Phänomen ist, sondern ein Prozeß. Die einzelnen Schritte lassen sich voneinander unterscheiden:
Verändertes Befinden → Wahrnehmen → Kognitive Prozesse (Beurteilen, Konsequenzen anschätzen) → Einsetzen der Bewältigung (emotional, kognitiv, handlungsbezogen) → Er-
gebnis der Bewältigung
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Nicht nur die großen (kritischen) Lebensereignisse sind ursächlich für Veränderungen der psychischen Gesundheit, sondern auch die kleinen, alltäglichen Belastungen. Die Kl bewerten hier die Bedeutsamkeit von ärgerlichen (hassles) und erfreulichen (uplifts) Ereignisse, Beschäftigungen, Beziehungen usw. Beispiel:
„How much of a hassle (uplift) was this item for you today... ... your children ... your smoking ... social committments ...
Die Befragten geben auf einer Skala von 0 (none / not applicable) bis 4 (a great deal) die Bedeutsamkeit an. Die deutsche, weiterentwickelte Version ist der KFB: Kurzer Fragebogen zur Erfassung von Belastungen (Flor et al.).
Obwohl die Hassles Scale einige Vorteile hat (z.B. liegt die Bearbeitungszeit zwischen 10 und 45 Minuten), wurde kritisiert, daß durch die Einbeziehung subjektiver Bewertungen Personen mit psychischen Störungen (bzw. mir der Tendenz dazu) möglicherweise verzerrte Ergebnisse liefern, da sie alltägliche Belastungen als störender erleben als psychisch Gesunde. Diese und andere Kritikpunkte wurden bei der Entwicklung der deutschen Version (KFB) berücksichtigt.
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Der FLL befragt die Kl zu ihrem Lebenskonzept, ihren Lebenszielen und ihren langfristigen Plänen und stellt damit sicherlich eine Besonderheit in der deutschsprachigen Diagnostik dar. Der Kl wird zur Selbstbetrachtung und -befragung angeregt; da dies auch über die Erhebungssituation hinausgehende Folgen haben kann, halten die Autoren den FLL auch für ein Instrument zur Intervention.
Für unsere Zwecke sind in der Auswertung besonders die Spannungsbeziehungen von Interesse: In Bereichen, in denen beispielsweise eine hohe Wichtigkeit, aber eine geringe Gegebenheit und eine geringe Handlungsmacht besteht, liegt die Vermutung nahe, daß hier ein Stres-sor vorliegt.
Für den diagnostischen (psychotherapeutischen?) Bereich ist auch die Analyse der Wertorientierungen aufschlußreich: Durch das Antwortverhalten im Fragebogen können z.B. alternative (Gesundheitsbewußt leben, für politische Ziele einsetzen usw.) oder traditionelle, soziale, materialistische usw. Wertorientierungen erfaßt werden.
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Beschreibung:
Die Beschwerden-Liste ist Teil der Testreihe KSb-S (Klinische Selbstbeurteilungsskalen) und dient als Screening-Verfahren der quantitativen Abschätzung des Ausmaßes subjektiver Beeinträchtigung durch vornehmlich körperliche und Allgemeinbeschwerden. Die Autoren weisen darauf hin, dass der Test kein als relativ konstant gedachtes Persönlichkeitsmerkmal, sondern einen Zustand subjektiver Beeinträchtigung erfassen soll, der naturgemäß zeitlichen Veränderungen unterworfen sein kann. (Kein Anspruch auf Retest-Reliabilität.)
Es existieren die beiden Parallelformen B-L und B-L´ und ein Ergänzungsbogen B-L°. Jede der Parallelformen beinhaltet 24 Items, die auf einer 4-stufigen Skala auf ihre Stärke beurteilt werden können. Inhaltlich umfassen die Items Allgemeinbeschwerden, lokalisierbare körperliche Beschwerden und alle Stufen zuwischen körpernahen Allgemeinbeschwerden und psychischen Beschwerden. Die Items der Parallelformen B-L und B-L´ sind nach inhaltlichen und formalen statistischen Gesichtspunkten (Schwierigkeits- und Trennschärfe-Indices, La-
Arbeit zitieren:
Katje Binder, Sabrina Pohl, 2002, Diagnostische Erfassung von Streß und Belastungsverarbeitung (Coping): Fragebögen, Bewältigungsstile und Streßtypen, München, GRIN Verlag GmbH
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