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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - Warum qualitative Forschung?
Seite 3
2. Kernmerkmale qualitativer Forschung
Seite 5
3. Verhältnis qualitativer vs. quantitativer
Forschungsmethoden
Seite 6
4. Vergleich qualitativer und quantitativer
Forschungsmethoden am Beispiel der Befragung
Seite 9
4.1. Qualitative Befragungen
Seite 10
4.1.1. Merkmale und Durchführung
4.1.2. Varianten qualitativer Befragung
4.2. Quantitative Befragungen
Seite 13
4.2.1. Merkmale und Durchführung
4.3. Gegenüberstellung qualitativer und
Seite 14
quantitativer Befragung
5. Vor- und Nachteile qualitativer vs
Seite 15
quantitativer Forschungsmethoden
6. Quellenverzeichnis
Seite 17
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1. Einleitung - Warum qualitative Forschung?
Warum qualitative Sozialforschung? Diese Frage stellen sich viele Studenten der Sozialwissenschaften, wenn es für sie um die Herangehensweise an eine Problemstellung geht. Qualitative oder quantitative Methoden - die Grundfrage, wie man einen Forschungsgegenstand "anpackt", auf welche m Wege man welche Daten erhebt und wie man diese analysiert, ist heutzutage meist recht einfach begründet. Doch die wissenschaftliche, fast glaubensähnliche Überzeugung, welche man notfalls vor Jahrzehnten auch mit harten Bandagen vertrat, ist für Studenten inzwischen einfacher motiviert. 1 Kein dogmatischer Grundsatz begründet die (scheinbare) Attraktivität der qua litativen Methoden, sondern die Furcht vor der Schwierigkeit und Komplexität der quantitativen Arbeitsweisen, überzeugt die Studierenden: Die numerisch betonten Daten der quantitativen Forschung, welche mittels komplizierter mathematischer Verfahren analysiert werden, schrecken durch ihren hohen Arbeitsaufwand ab. Geradezu verführerisch erscheint im Vergleich dazu die qualitative Sozialforschung, welche sich vor allem verbalisierter o der verschriftlichter Daten bedient, die dann interpretativ bzw. hermeneutisch analysiert werden. Sie besteht aus einer Vielzahl von Vorgehensweisen, Analyseverfahren und Theorien, womit Fragen nach der Bedeutung und nach Zusammenhängen gesucht werden. Durch das Vermeiden von experimentellen Designs, Stichprobenbildungen und statistischer Verfahren versprechen sie einen scheinbar geringeren Arbeitsaufwand. Doch ist dem wirklich so - sind qualitative Forschungsmethoden im Bezug auf quantitative Verfahren wirklich der einfachere Weg zur Lösung? 2
Im Verlauf dieser Ausarbeitung möchte ich mich diesem Vergleich ansatzweise widmen. Nachdem ich im Anschluss kurz die Verwendungsmöglichkeiten für qualitative Methoden aufgezeigt habe und erläutere, wann es sinnvoll ist, diese einzusetzen, möchte ich in zweiten Kapitel die Kernmerkmale qualitativer Forschung umreißen. Darauf aufbauend soll das dritte Kapitel das Verhältnis von qualitativen zu quantitativen Forschungsmethoden beschreiben, um darauf basierend qualitative und quantitative Forschungsmethoden am Beispiel der Befragung zu vergleichen. Abschließend soll im fünften Kapitel mittels der vorher herausgearbeiteten
1 Vgl. Mayring (2002), S. 12ff
2 Vgl. Cropley (2002), S. 55
4
Unterschiede auf Vor- und Nachteile qualitativer und quantitativer Verfahren eingegangen werden.
Doch warum sollte man sich überhaupt für den qualitativen Weg entschließen - was spricht, neben der zu Beginn angesprochenen angeblichen Einfachheit der Methoden, welche eine Option für die komplizierten mathematischen Verfahren quantitativer Forschungsmethoden gibt - dafür? Qualitative Forschung ist geprägt von einer persönlichen Form der Datenerhebung- und Auswertung, sie versucht das zu Erforschende zu "verstehen" und nicht nur zu klassifizieren und mutet im Vergleich zu quantitativen Methoden "fast romantisch" 1 an. Letztendlich sollten es jedoch nicht "Romantik" und "Einfachheit" sein, welche die Forschungsmethode vorgeben, sondern die wissenschaftliche Fragestellung - sie gibt vor, ob man qualitativ, quantitativ oder mit beiden als Kombination darauf antwortet. Im folgenden werden vier Ausgangspunkte 2 genannt, bei denen es sich e mpfiehlt, qualitative Methoden zu verwenden:
a.) Beim induktivem Vorgehen einer Fragestellung (d.h. nach der Beobachtung vieler Einzelfälle bzw. dem Sammeln von Beobachtungsdaten in der Wirklichkeit trifft man eine Verallgemeinerung/ Vermutung) ist der erste Schritt qualitativ, weil diese Methoden eine n niedrigeren Verallgemeinerungsgrad haben und objektiver sind als andere Alltagsbeschreibungen.
b.) Ist der Forschungsgegenstand unübersichtlich, komplex, oder (teilweise) unbekannt, bietet sich aus Gründen der besseren Objektivität und Gegenstandsnähe ein qualitativer Ansatz an.
c.) Wenn man mittels qualitativer Methoden eine Analyse durchgeführt hat und diese in sich abgeschlossen ist, kann man auch die Gesamtanalyse als abgeschlossen sehen. Bei quantitativen Forschungsmethoden ist dies nicht möglich, weil diese höher abstrahierten Daten reduzierter sind als qualitative.
d.) Wenn durch eine qualitative Analyse die Struktur eines sozialen Gegenstandes bekannt geworden ist, kann er höher abstrahiert werden. In diesem Fall bleibt der Sinn der Daten in einer folgenden Quantifizierung erhalten, so das sie abkürzend für qualitative Methoden genutzt werden können.
1 Cropley (2002), S. 55
2 Vgl. Heinze (2001), S. 27
5
Neben diesen vier genannten Szenarien stellen sich natürlich noch weitere Problemstellungen dar, bei welchen man qualitative Forschungsmethoden nutzen kann. Deren Ursache liegt hierbei hauptsächlich auf dem o.g. "romantischen" 1 Charakter, welche jedoch eng mit den Kernmerkmalen qualitativer Forschungsmethoden verbunden ist.
2. Kernmerkmale qualitativer Forschung
Qualitative Forschung zeichnet sich durch eine Vielzahl von Merkmalen aus - sie hat zentrale Prinzipien, an denen sie sich orientiert, erkenntnistheoretische Merkmale, welche eng an ihr Selbstverständnis gekoppelt sind und Besonderheiten bezüglich der Teilnehmer und Datenerhebungsverfahren. Letzteren möchte ich mich am Beispiel der Befragung im vierten Kapitel explizit widmen.
Die qualitative Erkenntnislehre wird durch drei Dimensionen 2 gekennzeichnet:
a.) Ontologie, welche das Verständnis der Realität wiedergibt
b.) Epistemologie, welche die zu behandelnden Fragen darstellt
c.) Methodologie, welche das Vorgehen bei der Beantwortung der behandelnden Fragen beschreibt
Der qualitative Ansatz der Ontologie basiert auf der Annahme, dass j eder Mensch sich durch seine Erfahrungen mit dem Leben seine eigene, individuelle Realität erschafft. Diese Realität ist geprägt von einer persönliche n und interne n Nachbildung der eigenen Erfahrungen, welche von Person zu Person anders sind und durch Interaktion mit anderen Menschen sozial gestaltet werden. Basierend darauf ergibt sich ein besonderes Menschenbild , welches Menschen nicht (länger) als »Objekte« versteht, welche passiv alles hinnehmen, was ihnen eine objektive, konstante und externe Wirklichkeit bietet. Die Menschen werden dadurch zu Akteuren, welche sich aktiv mit ihrer Außenwelt auseinandersetzen, um daraus eigene Schlussfolgerungen ableiten zu können; Sie bauen sich ihre eigene Realität auf, in die sich der Forscher versucht einzufühlen und die er versucht nach zu erleben. Die Epistemologie
1 Vgl. Cropley (2002), S. 55
2 Vgl. Cropley (2002), S. 37ff
Arbeit zitieren:
Christian Kunze, 2004, Vergleich qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden am Beispiel der Befragung, München, GRIN Verlag GmbH
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