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4.6.2 Validität 24 Validität.................................................................................................24
4.6.3 Objektivität 25
5 Erfassung und Aufbereitung der Daten 25
5.1 Bildung der Auswertungsgesamtheit 25
5.2 Aufbereitung der Daten 26
5.3 Datenauswertung 26
6 Ergebnisse und Interpretationen....................................................................27
6.1 Zusammensetzung der Vergleichsgruppen 27
6.2 Auswirkungen des pflegerischen Aufklärungsgespräch auf das Befinden 29
6.3 Auswirkungen der pflegerischen Aufklärung auf die Schmerzintensität 32
6.4 Auswirkungen auf die Beurteilung des pflegerischen Teams 33
6.5 Auswirkungen auf die Beurteilung der Partizipationsmöglichkeiten 34
6.6 Individuelle Ausrichtung der Schmerztherapie 35
6.7 Grundsätzliche Auswirkungen auf Selbstpflegekompetenz 36
7 Persönliche Betrachtung und Ausblicke 37
7.1 Praktikabilität des pflegerischen Aufklärungsgesprächs 37
7.2 Effekte für den Patienten 38
7.3 Effekte für das Personal 38
7.4 Ausblick 39
Literaturverzeichnis.............................................................................................40
Anlagen 45
Anlage 1: Patientenfragebogen 45
Anlage 2: Formular Patientenanamnese 50
Anlage 3: Verhaltensregeln für die Pflegekraft beim Aufklärungsgespräch 51
Anlage 4: Stichwortliste des pflegerischen Aufklärungsgesprächs 52
Anlage 5: Detaillierte Datenaufbereitung 53
Fragenkomplex A 53
Fragenkomplex B 58
Fragenkomplex C 63
Fragenkomplex Anamnese 65
Anlage 6: Schmerzskala des Kreiskrankenhaus Grevenbroich 70
Anlage 7: Kurvenblatt des Kreiskrankenhaus Grevenbroich 71
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Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Antwortverhalten bei Frage 7c (Untersuchungs- und Kontrollgruppe) 24
Abb 2: Durchschnittliche Verteilung von Alter Geschlecht und BMI 28
Abb 3: Verteilung des OP-Risikos nach ASA-Kriterien 28
Abb 4: Verteilung der Operationsgruppen nach Häufigkeit 29
Abb 5: Gründe für präoperativen Ängste (F 2) 30
Abb 6: Intensität der präoperativen Ängste (F 1) 30
Abb 7: Präoperative Beantwortung der Patientenfragen (F 3) 30
Abb 8: Wunsch nach zusätzliche Informationen zum Ablauf der Behandlung
(F 5) 31
Abb 9: Art der gewünschten Informationsquellen (F 5) 31
Abb 10: Wirkung der präoperativen Aufklärungen auf das Befinden (F 4) 31
Abb 11: Wirkung der Aufklärung auf das Befinden bei Patienten mit Angst vor
Schmerzen (F 4) 32
Abb 12: Verlauf der Schmerzintensität im Mittel (F 5) 33
Abb 13: Zufriedenheit mit der erfolgten Schmerzlinderung (F 6b) 33
Abb 14: Befähigung zur Mitwirkung an der Therapie (F 8b) 34
Abb 15: Möglichkeiten zur Mitwirkung an der Therapie (F 7g) 35
Abb 16: Berücksichtigung der Individualität bei der Behandlung (F 7f) 35
Abb 17: Schmerzen konnten durch Mitarbeit gelindert werden (F 8c) 36
Abb 18: Erfahrung waren hilfreich für die Zukunft (F 8d) 36
Tabellenverzeichnis
Tab 1: Kriterien des Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege 11
Tab 2: Zusammenfassung der Operationen in sieben Obergruppen 13
Tab 3: Verteilung von Alter Geschlecht und BMI 28
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Begriffe
Im Folgenden wird die von mir durchgeführte klinische Studie zur Bedeutung einer präoperativen Pflegevisite dargestellt, sowie die Ergebnisse und Schlussfolgerungen entsprechend veranschaulicht.
Zu dem Begriff Visite und insbesondere Pflegevisite findet man in der Literatur die unterschiedlichsten Definitionen. Die von Heering 1995 veröffentlichte Beschreibung deckt sich mit den Vorstellungen des Autors dieser Studie. „Die präoperative Pflegevisite ist der Kontakt zwischen einer Pflegeperson und dem Patienten am Vortag einer geplanten Operation. Das Gespräch unter Einbeziehung des Pflegeprozesses dient postoperativ der Optimierung und Sicherung der Pflegequalität.“ (Heering 1995, S.302) Die in der Untersuchung durchgeführten Pflegevisite umfasste jedoch nicht den gesamten Pflegeprozess, sondern fokussiert im wesentlichen den Bereich der Schmerzbehandlung. Die genaue Art, Inhalt und Durchführung dieser Visiten werden im Text aber noch eingehend beschrieben und erläutert.
Zur besseren Lesbarkeit werden synonym auch die Bezeichnungen „pflegerisches Aufklärungsgespräch“ oder „Pflegegespräch“ verwendet.
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1 Einleitung
Das Symptom Schmerz nimmt eine zentrale Rolle in der stationären Krankenversorgung ein. Nahezu jede stationäre Einweisung erfolgt auch aufgrund eines individuellem Schmerzgeschehen. (vgl. Hoppe 1990) Beispiele sind die kolikartigen Schmerzen bei Gallensteinen, dem Brustschmerz bei Herzinfarkt oder der progredienten Schmerz bei chronischen Durchblutungsstörungen.
Weiterhin sind viele der im Krankenhaus durchgeführten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen ebenfalls mit Schmerzen verbunden. Angefangen bei der Blutabnahme, abführende Maßnahmen, Lagerungen, über Untersuchungen, Wundschmerzen, Verbandwechsel, bis hin zu krankengymnastischen Übungen.
Schmerzen sind somit unter zwei Aspekten zu betrachten. Zum einen sind sie oft der auslösenden Moment, welcher den Patienten dazu bewegt, sich in eine Behandlung zu begeben. Zum anderen können Schmerzen die Diagnostik, Therapie und den Heilungsprozess erschweren oder sogar verhindern.
Schmerzprävention und -therapie stellen daher eine wesentliche Voraussetzung für eine effiziente und erfolgreiche Krankenbehandlung dar.
Die Komplexität und Individualität des Schmerzerlebens machen einen übergreifenden Ansatz notwendig, der nicht nur die medizinische Diagnose fokussiert, sondern auch die Bedürfnisse des Patienten integriert. Insbesondere in der postoperativen Phase spielt die Mitarbeit des Patienten eine bedeutende Rolle. Zum einen bestimmen seine Schmerzäußerungen Art und Inhalt der Behandlung; zum anderen kann er durch sein eigenes Verhalten einen Beitrag zur Schmerzreduktion leisten. Damit der Patient in der Lage ist dies zu erfüllen, benötigt er verständliche Informationen, Beratung und Schulung. Ziel soll ein mündiger Patient sein, der seine persönlichen Ressourcen zum Gelingen der Behandlung zur Verfügung stellen kann. Hierfür bietet sich ein präoperatives Gespräch an, in dem der Patient spezifische Informationen erhält und Verhaltensmaßnahmen eingeübt werden. Durch den ständigen Kontakt des Patienten zum Pflegepersonal und die damit verbundenen Austauschbeziehung, erscheint eine Anleitung durch Pflegefachkräfte angebracht. In der vorliegenden Studie sollen deshalb die Auswirkungen, einer präoperativen Pflegevisite, auf die perioperative Schmerzsituation des Patienten und dessen Zufriedenheit, untersucht werden.
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2 Grundlagen
2.1 Das Phänomens „Schmerz“
Biologisch betrachtet sind Schmerzen ein Alarmsignal des Körpers und signalisieren eine Störung der normalen Körperfunktionen. Entsprechende Schutzreaktionen werden durch ihn ausgelöst. Bei der Chronifizierung des Schmerzes, zur sogenannten Schmerzkrankheit, ist diese Alarmfunktion verloren gegangen. Der akute Schmerz wird zum Dauerschmerz ohne das ein eindeutiger Auslöser erkennbar ist.
„Schmerz kommt nicht in Isolation vor, sondern in einer spezifischen Person, deren psychosozialer, ökonomischer und kultureller Hintergrund die Schmerzerfahrung und die verbale sowie non-verbale Schmerzäußerung mitbestimmen“ (Osterbrink 2004, S. 201) Es reicht also nicht aus, den Schmerz lediglich als einen einfachen elektrischen Sinnesreiz zu betrachten. Bei einer starken Störung bzw. Schädigung folgt daraus nicht automatisch auch ein entsprechend starkes Schmerzerlebnis. Schmerz muss als ein individuelles Geschehen gesehen werden, das je nach Situation, unterschiedliche Ausprägungen und Folgen haben kann. Die Internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes definiert den Begriff deshalb folgendermaßen: „Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer Gewebeschädigung verknüpft ist, aber auch ohne sie auftreten kann oder mit Begriffen eine solchen Schädigung beschrieben wird. Schmerz ist immer subjektiv.“ Die Schmerzempfindung hängt von verschiedenen Faktoren ab und muss deshalb immer im Kontext der Bedingungen ihres Auftretens betrachtet werden.
2.2 Schmerzbeeinflussende Faktoren
Die Art und Weise der Schmerzwahrnehmung und dessen Verarbeitung ist von Mensch zu Mensch und Situation zu Situation unterschiedlich. Sie hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab, die bei der Erstellung eines pflegerischen und medizinischen Interventionsplanes bedacht werden müssen. Beeinflussende Faktoren können sein:
o Ausmaß der Gewebeschädigung o Körperliche Konstitution o Psychische Konstitution o Vorerfahrungen o Kulturelle Eigenheiten
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o Erziehung / Sozialisation
o Individuelle Bewältigungsstrategien / Kontrollüberzeugungen Insbesondere die Kontrollüberzeugungen, also die Gewissheit, den Schmerz beeinflussen zu können und ihn nicht als ein unabänderliches Leid zu sehen, haben eine große Auswirkung auf die Schmerzwahrnehmung. „Danach ist die Einschätzung der eigenen Kompetenz eine zentrale Variable in der Schmerzregulation, da von ihrer Ausprägung ... das Ausmaß der Schmerzen und der belastenden Emotionen sowie die Art und das Ausmaß der Verhaltensweisen abhängen“ (Geissner u.a. 1992, S. 144).
2.3 Möglichkeiten zur Erfassung der Schmerzintensität
Die Subjektivität und Individualität des Phänomens Schmerz machen eine quantitative Erfassung der Schmerzintensität sehr schwierig. Da eine objektive Messung nicht möglich ist, bleibt im klinischen Alltag nur die Selbsteinschätzung des Patienten, als akzeptables Mittel übrig. Es ist üblich, die Einschätzung des Patienten zur Schmerzintensität mittels einer Skala zu operationalisieren. Dazu schätzt der Patient auf einer numerischen Rating Skala (NRS) von z.B. 0 bis 100 die Intensität seiner Schmerzen ein. Dabei steht 0 für keine und 100 für stärkst vorstellbare Schmerzen. Es gibt von verschiedenen Herstellern unterschiedlichst gestaltete Skalen. Denkbar sind auch Texthinweise wie: keine, schwache, starke und sehr starke Schmerzen bei der verbalen Rating Skala (VRS) oder grafische Hilfen in Form symbolischer Gesichter von lächelnd, fröhlich bis traurig, weinend bei der visuellen analog Skala (VAS). Diese Texte und grafische Elemente sollen dem Patienten die Selbsteinschätzung erleichtern. „Generell kann gesagt werden, dass alle drei Skalen (VRS, NRS, VAS) ausreichend valide und reliabel sind , um für die klinische Schmerzmessung eingesetzt zu werden. Im Anlage 6 ist exemplarisch die Skala des KKH Grevenbroich dargestellt, die eine Kombination dieser drei Arten darstellt. “Bei der Verwendung einer Schmerzskala ist es wichtig, den Befragten darauf hinzuweisen, dass es keine richtigen oder falschen Antworten gibt, sondern es sich bei den Angabe um individuelle und rein subjektive Einschätzungen handelt. Ziel ist es, für eine subjektiven Erfahrung, eine objektive Beschreibung zu erhalten, die es ermöglicht die Effektivität der erfolgten schmerzlindernden Maßnahmen zu evaluieren.“ (DNQP 2004, S. 40)
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3 Pflegerische Beratung und Anleitung in der Schmerztherapie
3.1 Vorteile eines schmerztherapeutisch informierten Patienten
Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis wird durchweg die Bedeutung der Mitarbeit des Patienten in der Therapie des postoperativen Schmerzes betont. Dies bezieht sich auf die Kooperation bei schmerzlindernden Maßnahmen und auf den engen Informationsaustausch von Patient und therapeutischem Team. Die Basis für Planung und Durchführung eines individuellen Therapiekonzeptes, ist die Fähigkeit des Patienten, seine Schmerzen zu beschreiben und quantifizieren zu können. „Es ist deshalb aus pflegerischer Sicht eine wichtige Voraussetzung, daß eine optimale Aufklärung und präoperative Patientenschulung durch ein funktionierendes, multidisziplinäres Team geplant und ausgeführt wird, um postoperative Komplikationen, wie z.B. erhöhten perioperativen Schmerz, einzuschränken.“ (McCaffery u.a. 1997, S. 486).
„Das Angebot von Schulung und Beratung stärkt die Selbstpflegekompetenz der Patienten und ihrer Angehörigen. Nur so können bestehende Vorurteile gegenüber Medikamenten wie z.B. Opioiden, abgebaut und eine aktive Einbindung in das Schmerzmanagement erreicht werden.“ (Thomm 2004, S. 212)
Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist die Annahme, dass eine frühzeitige Schulung und Aufklärung einen günstigen Einfluss auf die patienteneigenen Konzepte zur Schmerzverarbeitung haben. So wird angenommen, dass durch die positive Beeinflussung der Psyche, die Schmerzschwelle des aufgeklärten Patienten und damit die Schmerzakzeptanz steigt. Das Wissen des Patienten über Hilfsmöglichkeiten und deren Erreichbarkeit lindert Gefühle wie Angst, Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein. „Danach ist die Einschätzung der eigenen Kompetenz eine zentrale Variable in der Schmerzregulation, ... Bei niedriger Kompetenz werden Schmerzen und belastende Emotionen stärker erlebt und in stärkerem Ausmaß maladaptive Verhaltensweisen in der Schmerzbewältigung eingesetzt als bei hoher Kompetenz.“ (Geissner u.a. 1992 S. 144). Der Patient kann an der Therapie aktiv mitwirken und so eigene Ressourcen wecken, erfahren und gezielt einsetzen.
Präoperative Ängste steigern den Anästhetikabedarf bei der Operation und den Verbrauch von Analgetika in der postoperativen Phase (vgl. Scheller 1982 S. 10). „Durch patientenzentrierte
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Beratung und Schulung werden Angstgefühle vermindert und Patienten befähigt, dem Schmerz aktiv entgegenzutreten.“ (Osterbrink 2003, S. 658) Weiterhin werden Würde und Selbständigkeit durch die individuelle Erfahrung der Selbstpflegefähigkeit gestützt. Der Patient lernt aktiv an seiner Behandlung teilzunehmen, sie zu lenken und die Mitverantwortung für seine Genesung zu übernehmen. „ Die Furcht vor postoperative Komplikationen, Schmerzen etc. kann dadurch angegangen werden, dass man die Patienten auf die kommenden Belastungen vorbereitet und sie anleitet, wie sie selbst damit fertig werden können. Der Patient wird somit zur aktiven Mithilfe aufgefordert.“ (Scheller 1982, S.13) Sowohl Therapeuten als auch Patienten müssen zukünftig lernen, im Rahmen einer gleichberechtigten Austauschbeziehung, den gesamten Behandlungsprozess zu lenken und durchzuführen. Dabei sollte der Patient nicht mehr die Rolle des Behandlungsobjektes in einem paternalistischen System , sondern die eines partnerschaftlichen Mitgliedes des Behandlungsteams einnehmen.
Die gesundheitsökonomischen Folgen eines aufgeklärten und aktiv teilnehmenden Patienten sind umfassend und führen sowohl zu einer Reduktion der Krankheitsraten, als auch zu einer Zunahme an Lebensqualität. (vgl. DNQP 2004, S.74ff)
Die Therapie von Schmerzen im Rahmen von stationären Behandlungen hat weiterhin umfassende betriebswirtschaftliche Aspekte. Insbesondere im Rahmen des steigenden Kostendrucks im deutschen Gesundheitssystem und dem eingeführten DRG-System. Aufgrund einer erfolgreichen postoperativen Schmerztherapie ist zu erwarten, dass eine erhöhte Verweildauer aufgrund von Schmerzen verhindert werden kann und kurzfristige Wiedereinweisungen reduziert werden.
Gesamtgesellschaftlich betrachtet, bringt jeder in die Patientenberatung investierte Dollar eine Ersparnis von drei bis vier Dollar. Dies ergab eine Analyse mehrerer Studien zur Kosten- Nutzen Abwägung von Patientenberatung (vgl. Bartlett 1995, S. 89).
3.2 Sicht des Gesetzgebers und der Berufsverbände
Bereits das Krankenpflegegesetz von 1985 sah im § 4 die Anregung und Anleitung zu gesundheitsfördernden Verhalten als Ausbildungsziel in der Krankenpflege vor. Die
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Neufassung des Gesetzes vom 16. Juli 2003 wird bezüglich des Beratungsauftrages der Fachpflege noch konkreter.
Die Einbeziehung des Begriffs „Gesundheitspflege“ in die Berufsbezeichnung weist auf eine Verlagerung des Aufgabenspektrums zu mehr Gesundheitsförderung und Prävention hin. Dadurch wird einem gesundheitspolitischen Trend Rechnung getragen, der mehr Eigenverantwortlichkeit und Selbstpflegeaktivitäten (vgl. Orem 1997) fordert. Zukünftig soll der Bürger selber zum Manager seines Gesundheitszustandes werden. Das heißt, er sorgt sich um den Erhalt seiner Gesundheit, fördert diese, beugt Störungen vor und beteiligt sich aktiv an der Behandlung eingetretener Erkrankungen.
Zum anderen fordert das neue Gesetz in § 3 Satz 2 für die Berufe in der Krankenpflege die Befähigung zur eigenverantwortlichen „...Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,...“ (vgl. KrPflG, 2003). Damit wird der Krankenpflege eine aktive Rolle in der Patienten- und Angehörigenedukation zugesprochen.
Auch internationale Richtlinien pflegerischer Organisationen zählen die Patientenberatung zu dem Berufsbild der Pflegenden. So z.B. im „Nursing Care Act“ oder in den Standards der „Joint Commission on Accreditation of Healt Care Organisations“ (vgl. London 2003, S. 26).
3.3 Pflegewissenschaftliche Sicht
Im Dezember 2003 verabschiedete das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) den Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“. Dieser Standard basiert auf einer intensiven nationalen und internationalen Literaturrecherche, wurde von einer Expertenarbeitsgruppe erstellt und in einer Konsensuskonferenz im Austausch mit Praktikern aus der Fachöffentlichkeit überarbeitet. Derzeit befindet sich der Standard in der Implementierungsphase, in der die praktische Umsetzung in ausgewählten Einrichtungen erprobt wird. Durch dieses Verfahren soll die notwendige Evidenz der Inhalte und deren praktische Umsetzbarkeit sichergestellt werden.
Eines der fünf Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien widmet sich speziell der Patientenedukation im Rahmen der Schmerztherapie.
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Tab. 1: Kriterien des Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege
Das heißt, dass der Patient befähigt werden soll, adäquate Selbsteinschätzungen geben zu können und aktiv an seiner Schmerzbehandlung teilzunehmen. Dies soll die Pflegefachkraft gewährleisten und benötigt somit selber das entsprechenden Fachwissen und die Kompetenzen zur Wissensvermittlung.
Die Inhalte der Schulungen werden im Standard konkretisiert und beziehen sich unter anderem auf Vorbehalte gegen Schmerzmittel. Dabei sollen die Einstellungen zu Analgetika positiv beeinflusst werden.
Aber auch das Einschätzen und Darstellen der eigenen Schmerzen muss eingeübt werden. Dies bezieht sich auf den subjektiven Charakter, das zeitliche Auftreten, die Lokalisation, die Schmerzintensität und die individuellen Folgen der Schmerzen. Für die formale, zeitliche und inhaltliche Gestaltung der präoperativen Schulung werden aufgrund fehlender wissenschaftlicher Belege lediglich Empfehlungen angeführt. Dabei wird unterschieden in:
a) Informationen zum Vorgehen (Was wird wann und wie geschehen ?)
b) Informationen zum Empfinden (Wo wird der Patient was, wie, wann, fühlen ?)
c) Verhaltensempfehlungen und praktische Übungen (Was kann der Patient selber tun ?)
d) Psychosoziale Beratung (Ängste reduzieren, Sicherheit vermitteln, Unterstützung bei Entwicklung eigener Bewältigungsstrategien) Anzustreben ist eine Kombination dieser Bereiche.
3.4 Patientenedukation in der Schmerztherapie als Aufgabe der Pflege
Durch die täglichen Verrichtungen unterhält das Pflegepersonal einen kontinuierlichen zwischenmenschlichen Kontakt zum Patienten. Dieser stellt die Grundlage für eine gute Austauschbeziehung und eine gezielte Krankenbeobachtung dar. Keine andere Berufgruppe im Krankenhaus kann auf eine derart intensive Verbindung zum Patienten zurückgreifen.
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Sowohl in der präoperativen, als auch in der postoperativen Phase, ist die Pflege die primäre Kontaktadresse für den Patienten.
„Pflegende können durch ihre Nähe zum Patienten und dem notwendigen Alltagsbezug viel eher der individuellen Situation entsprechend beraten“ (Nestler 2004, S.209) So bietet sich eine entsprechend geschulte Pflegefachkraft für das präoperative Aufklärungsgespräch an. „Bei der Therapie von Schmerzpatienten im Krankenhausalltag ist das Pflegepersonal die Schnittstelle des guten Gelingens. Durch den engen Kontakt zu den Patienten offenbaren diese ihre Sorgen und Probleme eher dem Pflegepersonal als einem Stationsarzt.“ (Koch- Epping und Neugebauer 2001, S. 111) Durch das Gespräch können bereits im Vorfeld Abläufe geklärt und Verhaltensweisen eingeübt werden. Der Patient kann Handlungssicherheit und Vertrauen in das ihn betreuende Team gewinnen.
Der Gedanke einer Beratung durch die Pflegefachkraft erscheint auf den ersten Blick neu. Genauer betrachtet gehört die Patientenberatung und -schulung aber zum Wesen der Krankenpflege. „Man kann einen Patienten nicht behandeln oder ihm Erleichterung verschaffen, ohne genau über seinen Kenntnisstand Bescheid zu wissen und ihn auf dieser Grundlage zu instruieren und anzuleiten.“ (London 2003, S. 31) Das heißt ohne Beratung keine Pflege oder anders formuliert: jede pflegerische Maßnahme beinhaltet auch Aspekte der Beratung und Schulung. Das Erklären von Sinn und Zweck einzelner pflegerischer Handlungen während der Grundpflege, die Anweisungen an den Patienten bei der Mobilisation oder die Erklärungen zur Medikamenteneinnahme verdeutlichen die Alltäglichkeit pflegerischer Beratung.
Ziel der pflegerischen Beratung ist es, dem Adressaten zu ermöglichen:
o sachgerechte und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen o notwendige Selbstpflegekompetenzen zu entwickeln o Probleme zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren o Antworten auf seine Fragen zu bekommen und die richtigen Ansprechpartner zu finden.
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4 Planung der Studie
4.1 Rahmenbedingungen
4.1.1 Untersuchungsumfeld
Die Studie wurde bei den Patienten einer Station der chirurgischen Abteilung des
Kreiskrankenhaus Grevenbroich durchgeführt. Diese Bettenstation bot in 25 Doppelzimmern
insgesamt 50 Planbetten für beide Geschlechter. Das Spektrum der operativ behandelten
Erkrankungen war weit gefächert. Schwerpunkte lagen in der Abdominal-, Unfall- und
Gefäßchirurgie. Zur besseren Auswertbarkeit, innerhalb der Studie, wurden sieben
Obergruppen gebildet.
Tab. 2: Zusammenfassung der Operationen in sieben Obergruppen
Die Station war zum Zeitpunkt der Studie in zwei Bereiche aufgeteilt, die jeweils von zwei
chirurgischen Assistenzärzten und einem Oberarzt in enger Kooperation betreut wurden. Das
pflegerische Team war bereichsübergreifend, nach dem Prinzip der Funktionspflege tätig.
Täglich wurde in der Hauptübergabe die Behandlung eines jeden Patienten dem gesamten
Team vorgestellt und besprochen. So konnte eine gleichbleibende Versorgung in allen
Bereichen der Station und somit bei allen, an der Studie beteiligten Patienten, gewährleistet
werden.
4.1.2 Schmerzerfassung und -therapie im Untersuchungsumfeld
Das einrichtungsinterne Schmerzmanagement wurde durch den pflegerischen Schmerzdienst
des Krankenhauses gestützt und entwickelt. Diese Gruppe von Mitarbeitern hatten in der
Vergangenheit durch verschiedenen Aktivitäten und Entwicklungen einen großen Anteil am
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Aufbau der stationären Schmerztherapie in der Einrichtung. Unter anderem wurde das Kurvenblatt umgestaltet und so die Möglichkeit geschaffen, Schmerzintensitäten und Schmerzakzeptanzen täglich zu dokumentieren (siehe Anlage 7).
Weiterhin wurde eine eigene Schmerzskala entwickelt, welche die Vorteile der „numerischen rating Skala“, der „verbalen rating Skala“ und der „visuellen analog Skala“ kombinierte. Die numerische Skala reicht von 0 bis 100. Zur besseren Verständlichkeit des Skalenverlaufes wurden zusätzlich symbolische Gesichter und Texthinweise in verschiedenen Sprachen integriert (siehe Anlage 6). Dadurch war ein Erfassung der Schmerzintensität auch bei Kindern, älteren Patienten und ausländischen Mitbürgern möglich.
Es gehörte zum normalen Tagesablauf auf der Station, bei jedem Patienten, zweimal täglich, sowohl die Schmerzintensität in Ruhe und Bewegung als auch die Schmerzakzeptanz zu erfragen. Diese Werte wurden in der sogenannten „Fieberkurve“ dokumentiert und ergaben eine übersichtliche Darstellung des Schmerzverlaufes eines jeden Patienten während der stationären Behandlung.
4.2 Planung der empirischen Methode
In dieser prospektiven Studie sollten die Auswirkung eines präoperativen Aufklärungsgespräches auf den perioperativen Schmerzverlauf und die damit verbundene Patienten- bzw. Kundenzufriedenheit untersucht werden.
Hierzu wurden Patienten der chirurgischen Abteilung einer Befragung unterzogen und aus den Patientenakten allgemeine Stamm- und Verlaufsdaten entnommen. Ziel war es, Daten zur postoperativen Schmerzintensität, Einschätzungen zum Erfolg der Schmerztherapie und die allgemeine Zufriedenheit mit der Behandlung zu erheben.
Die Studie folgte dem Kontrollgruppendesign. Die Patienten der Untersuchungsgruppe erhielten zusätzlich zu den in der Klinik üblichen ärztlichen Vorbereitungsgesprächen ein präoperatives pflegerisches Aufklärungsgespräch. In der Kontrollgruppe fand dieses spezielle Gespräch nicht statt. Die Zuteilung der Patienten zu der einen oder anderen Gruppe geschah nach dem Zufallsprinzip. So sollten möglichst vergleichbare Krankheitsspektren erreicht werden.
Die anschließende Auswertung erfolgte zunächst innerhalb der Gruppen bezüglich der Aussagen zur Schmerzintensität, zur Wirksamkeit der Schmerzbehandlung und zur
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Diplom Pflegewirt (FH) Frank Schneider, 2004, Untersuchung der Bedeutung einer präoperativen Pflegevisite für die perioperative Schmerztherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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