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Die Darstellung Heinrichs des Löwen in der Chronica Slavorum des Helmold von Bosau

Seminararbeit, 2005, 24 Seiten
Autor: Robert Sippl
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 24
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V34467
ISBN (E-Book): 978-3-638-34677-1

Dateigröße: 100 KB
Anmerkungen :
Darstellung Heinrichs des Löwen in der Slawenchronik des Helmold von Bosau nach inhaltlichen und formalen Aspekten; am Ende der Arbeit Zusammenfassung der Ergebnisse



Textauszug (computergeneriert)

Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Geschichte
Proseminar Die Staufer
3. Fachsemester

Die Darstellung Heinrichs des Löwen in der Chronica
Slavorum des Helmold von Bosau

von: Robert Sippl

 


1. Einleitung S.3

2. Die Darstellung Heinrichs des Löwen in der Chronica Slavorum des Helmold von Bosau S.4

3. Zusammenfassung der Ergebnisse S.20

4. Literaturverzeichnis S.23

4.1. Primärquellen S.23
4.2. Sekundärliteratur S.23


 

1. Einleitung

Der Welfe Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, ist neben dem Staufer Friedrich I. Barbarossa sicherlich eine der faszinierendsten und heute noch am bekanntesten Persönlichkeiten des deutschen Mittelalters und vor allem der Stauferzeit. Deshalb ist es auch durchaus nicht verwunderlich, dass viele Geschichtsschreiber und Chronisten, aber auch Literaten ihre Aufmerksamkeit auf Heinrich den Löwen richteten. Selbstverständlich ist, dass sich hierbei „im Lauf der Jahrhunderte ständig die Blickwinkel, Schwerpunkte und Motive geändert“1 haben. Eine der ersten und wichtigsten Quellen, aus denen man Aufschluss über Handlungen und Charakter Heinrichs des Löwen gewinnen kann, ist die Chronica Slavorum von Helmold von Bosau. Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Darstellung, die Helmold von Bosau in seiner Slawenchronik von Heinrich den Löwen gibt, aufzuzeigen und zu analysieren. Dabei sollen sowohl formale als auch inhaltliche Aspekte an dazu geeigneten Beispielen untersucht werden. Unter formalen Aspekten werden dabei die Techniken Helmolds verstanden, die dieser nutzt, um Heinrich den Löwen zu charakterisieren. Inhaltliche Aspekte zielen hingegen auf Charaktereigenschaften, die Helmold den Herzog zuspricht und die Bewertung der Person und der Handlungen Heinrichs durch den Chronisten. Ein abschließender Abschnitt wird die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung zusammenfassen.

2. Die Darstellung Heinrichs des Löwen in der Chronica Slavorum des Helmold von Bosau

Leicht erkennbar für den Leser ist die von Helmold vorgenommene Vermittlung von Eigenschaften und Merkmalen Heinrichs durch qualifizierende Adjektive, die dem Eigennamen Heinrichs oder einem anderen, sich auf ihn beziehenden Substantiv als Attribute beigeordnet sind. Sie finden sich in der Chronica Slavorum in Bezug auf Heinrich den Löwen nur an wenigen Stellen. Mit diesem Mittel der Beeinflussung des Lesers geht Helmold also äußerst sparsam um. Bei diesen Adjektiven handelt es sich um die Worte bonus und fortis.2 Diese sich auf Heinrich beziehenden Adjektive werden von Helmold meist in der Superlativform verwendet. Bei den genannten Beispielen ist es zweifelsfrei, dass Helmold die Intention hat, den Welfen positiv darzustellen. Eine andere Möglichkeit, dies zu erreichen, verwendet Helmold, wenn er Heinrich mit bestimmten Personen in Zusammenhang bringt. So wird etwa Heinrich von Witha, laut Helmold ein „fidelis ducis“3, als „vir potens et militaris“4 bezeichnet.5 Auch vom Ruhm Friedrichs I. – Helmold charakterisiert diesen als König, der an Weisheit und Stärke alle anderen

Bewohner des ganzen Landes übertraf6 – ist die Rede. Helmold verweist dabei explizit darauf, dass dessen Mutter die „amita ducis nostri“7 ist. Der gleiche Effekt wird erzielt, wenn die Rede von den Vorfahren Heinrichs – darunter auch der frühere Kaiser Lothar III. von Supplinburg – ist.8 Auch durch seine Feinde wird Heinrich der Löwe indirekt charakterisiert. Als Beispiel seien etwa die Fürsten Sachsens genannt: Sie sind neidisch, da sie es nicht ertragen können, dass Heinrich sowohl die Herzogswürde von Sachsen als auch von Bayern sein eigen nennt: „Sed quia gloria parit invidiam, et quia nil durabile in rebus humanis, tantam viri gloriam zelati sunt omnes principes Saxoniae.“9 Man sieht also, dass Helmold von Bosau versucht, Heinrich den Löwen in ein positives Licht zu stellen, indem er diesen in enger Verbindung mit anderen, positiv gezeichneten Personen darstellt oder seine Gegnerschaft zu negativ gezeichneten Personen explizit betont. Ein weiteres Beispiel für diese Methode – wiederum wird Friedrich I. Barbarossa erwähnt - verweist auch auf eine andere Technik der Charakterisierung Heinrichs durch Helmold:

„Siquidem Frethericus cesar eundem ducatum patruo suo abstulit et reddidit duci nostro, eo quod fidelem eum in Italica expeditione et ceteris negociis regni persenserit.“10

[...]


1 Herbert W. Wurster, Das Bild Heinrichs des Löwen in der mittelalterlichen Chronistik Deutschlands und Englands, in: Wolf-Dieter Mohrmann (Hg.), Heinrich der Löwe (Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung Heft 39), Göttingen 1980, S.407.

2 „Et contristati sunt tam clerus quam populus terrae nostrae propter diutinam absentiam boni patroni.“ (Helmold von Bosau, Slawenchronik, übers. Heinz Stoob (Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe Band XIX), Darmstadt 31980, S.306); „Et exiit de illis multitudo maxima, imprecantes duci fortissimo bona pro suimet ereptione.“ (Ebenda, S.326); „Omnis igitur terra Obotritorum et finitimae regiones, quae pertinent ad regnum Obotritorum, assiduis bellis, maxime vero hoc novissimo bello tota in solitudinem redacta est, Domino scilicet favente et dexteram piissimi ducis semper confortante.“ (Ebenda, S.352); „Rex igitur Danorum perspecta calamitate gentis suae vidit tandem, quia bona est pax, et misit legatos ad fortissimum ducem rogans preberi sibi locum familiaris colloquii ad Egederam.“ (Ebenda, S.380).

3 Ebenda, S.242.

4 Ebenda.

5 Ebenso bei Gunzelin, laut Helmold ein „vir fortis et amicus ducis“ (Ebenda, S.318).

6 „Invaluitque sapientia et fortitudine super omnes inhabitantes terram.“ (Ebenda, S.254).

7 Ebenda, S.254.

8 „Preter hereditatem enim magnorum progenitorum, Lotharii cesaris et coniugis eius Richenzen multorumque ducum Bawariae atque Saxoniae, accesserunt ei nichilominus multorum principum possessiones, ut fuit Heremannus de Winceburg, Sifridus de Hammemburg, Otto de Asle et alii, quorum mentio excidit.“ (Ebenda, S.356).

9 Ebenda.

10 Ebenda, S.300.


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