Inhaltverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Was ist unter Kreativität zu verstehen 2
3. Charakteristika des kreativen Schreibens
4
4. Ergebnisse aus der Gehirnforschung und was sie mit
dem Thema zu tun haben 5
5. Transfer auf andere Fächer 10
6. Bewertung von kreativen Texten
11
7. Grenzen des kreativen Schreibens
12
8. Experiment an einer Berliner Grundschule und
zusammenfassende Bemerkungen 12
9. Literatur 16
10. Beispiel eines Clusterings 17
11. Beispiele aus den kreativen
Arbeiten der Schüler 18
12. Danksagung
22
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1. Einleitung
Sprache ist die Möglichkeit, die Welt abzubilden. Sprechen, Hören, Schreiben und Lesen sind elementare Werkzeuge nicht nur der menschlichen Kommunikation, sondern auch ein Zugang zum Geschehen um uns herum und zu uns selbst. Oft können wir die einfachsten Dinge nur begreifen, indem wir sie uns in der sprachlichen Abstraktion verständlich machen. Sprache ist also ein unabdingbarer Bestandteil von Menschsein, von Würde, von Mündigkeit. Kindern und Jugendlichen den Weg zur Sprache zu eröffnen, sollte deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der Schule bleiben. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage nach den didaktischen Methoden des muttersprachlichen Unterrichts. Eine viel diskutierte Me thode des Deutschunterrichtes ist das kreative Schreiben, welches Thema meiner Hausarbeit sein soll. Ich möchte meine Arbeit mit einer Klärung des Begriffes „kreatives Schreiben“ beginnen. Nach einer ersten Beschreibung werden Charakteristika dieser Methode vorgestellt. Ein Einblick in die Geschichte des kreativen Schreibens lehrt, dass es ursprünglich für Erwachsene und Jugendliche zur Arbeit in Schreibwerkstätten eingesetzt wurde. In der Literatur fand ich Ansätze dafür, dass kreatives Schreiben heute als eine neue Schreibdidaktik verstanden wird. Zudem zeigt sich, dass die neuesten Erkenntnisse aus der Schreibforschung mit den kreativen Schreibmethoden harmonieren. Es wird eine Methode des kreativen Schreibens nach Gabriele Rico vorgestellt. Am Ende der Hausarbeit stelle ich ein paar kreative Arbeiten von Schülern aus einer Berliner Grundschule vor, die den Lehrer dazu verleiten könnten, kreativ zu werden…
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2. Was ist unter Kreativität zu verstehen?
Das kreative Schreiben bzw. der kreative Umgang mit Sprache hat eine lange Tradition. Sprachspiele, wie z.B. das Akrostichon sind bis in die Antike zurückzuverfolgen. Im 18. / 19. Jahrhundert wurde diese Art der Schreibspiele als Geselligkeit gepflegt. 1 In der Reformpädagogik finden sich verschiedene Ansätze sowohl zum kreativen als auch zum freien Schreiben. 2 Mit den Scheibtechniken des Expressionismus, Surrealismus und Dadaismus entstanden Produktionstechniken, die Experime nte mit Sprache erlaubten. Es handelt sich teilweise um an der Psychotherapie orientierte Schreibtechniken. 3 In den 50er und den 60er Jahren entwickelten sich Schreibverfahren, die nach streng mathematischen Regeln funktionierten. 4 In den 70ern wurde der Begriff der Kreativität aus den USA übernommen und hatte seine Konjunktur und seit den 80ern ist eine Subjektivierung des Kreativitätsbegriffes eingetreten. Seine Bedeutung heute deckt sich allerdings nicht mit der damaligen Begriffsverwendung, denn Akzente haben sich verschoben und die Diskussion ist weitergegangen. Im Folgenden stelle ich zunächst den Kreativitätsbegriff der 70er Jahre vor. Kreativität ist als divergentes Denken angesehen worden, dass zu neuen Problemlösungen führte. Das heißt, dass das kreative Schreiben nicht vorgegebenen Denkbahnen folgt, sondern aus gewohnten Denkmustern ausbricht. Zu dieser Zeit hat der Aufsatz GUILFORDS 5 eine große Rolle gespielt. Seine leitende These für den Deutschunterricht war kreative Potentiale für den auf Innovation angewiesenen volkswirtschaftlichen Fortschritt nutzbar zu machen. Für den Deutschunterricht bedeutete es: Spiele mit der Sprache, das Verfassen von Unsinntexten, das Verfremden von Textvorlagen (d.h. es wurden Textpassagen in einen schon existierenden und vorgegebenen Text eingefügt). Zielsetzungen für Kreativität im Deutschunterricht hat WINTERLING 6 1971 in seinem Aufsatz wiedergegeben. __________ 1 Böttcher, Ingrid (Hrsg.) Kreatives Schreiben. Grundlagen und Methoden; Beispiele für Fächer und Projekte; Schreibecke und Dokumentation. Berlin 1999 S. 13 2 ebd. Seite 14 3 ebd. Seite 24 4 ebd. Seite 14 5 Spinner, Kaspar H.: Kreatives Schreiben. In Praxis Deutsch 119 (1993), S. 17
6 Winterling, Fritz.: Kreative Übung oder Gestaltungsversuch. In: Diskus sion Deutsch 5 (1971), S. 251 __________________________________________________________________________3
„In kreativen Übungen soll der Schüler insbesondere:
1. Die Normsysteme der Sprache und der sprachlichen Äußerungen erkunden,
2. diese Normsysteme der Spr ache versuchsweise in Frage stellen,
3. diese Normsysteme versuchsweise überwinden und unter Umständen durch andere
ersetzen,
4. ohne Bindung an vorgegebene Systeme produktiv tätig werden; an eigener Tätigkeit
und eigenen Produkten Erfahrungen sammeln, diese verarbeiten und in weiteren Produktionen verwerten und
5. durch diese Tätigkeit im Versuchsfeld der Sprache die Mittel der Kommunikation
erproben.
Dem Begriff der Kreativität der 70er Jahre soll nun der Begriff der 80er Jahre gegenübergestellt werden.
In den 80ern wurde der Kreativitätsbegriff subjektiviert. Das bedeutete, dass der Begriff im engen Zusammenhang mit dem Begriff Selbstausdruck gesehen wurde. Er beinhaltete Tendenzen der Subjektivierung und Intimisierung, die zur Selbstanalyse dienten. Diese Ide e hat zunächst in der außerschulischen, so genannten Schreibbewegung (Schreiben von Laien, z.B. in der Jugendarbeit) eine dominierende Rolle gespielt und in den letzten Jahren fand sie Eingang in den Deutschunterricht. Die Brücke zwischen außerschulischer und schulischer Schreibpädagogik hat neben anderen Gerd BRENNER in seinem Buch „Kreatives Schreiben“ geschlagen. Das subjektiv-authentische Schreiben wird dem entfremdeten Schreiben in der Schule gegenübergestellt. Die Gründe für das Aufkommen dieser Schreibbewegung könnten sein, dass immer mehr Psychotherapien unterschiedlichster Art in den Vordergrund treten. Karl SCHUSTER entwirft in seinem Buch „Das personal-kreative Schreiben im Deutschunterricht“ 7 das folgende Schaubild:
__________
7 Schuster, Karl.: Das personal-kreative Schreiben im Deutschunterricht: Theorie und Praxis. Hohengehren 1997. S. 28 __________________________________________________________________________4
Das personal-kreative Schreiben hat als gemeinsamen Fluchtpunkt die Subjektiv ität des Schreibvorgangs, es kann therapeutische Formen einnehmen, ohne gestalterischen Anspruch, wenn Gedanken und Gefühle aufgeschrieben werden und beim rein kreativen Schreiben wird der experimentelle Umgang mit Sprache deutlich.
Zusammengefasst kann man sagen, dass der Kreativitätsbegriff der 70er Jahre gesellschaftlich fundiert war, es sollten Normen durchbrochen werden und in den 80ern schien die Tendenz mehr ins Private zu gehen.
Im Folgenden soll kreatives Schreiben verstanden werden als:
Ein individuell neues Schreiben, das Schreibenden einen neuen Zugang zu Sprache, Kommunikation und Denken eröffnen kann.
Ein verstehendes Schreiben, also ein kognitiver Prozess, so dass Schreibende Form, Wirkung und Inhalt ihrer Texte reflektieren und daraus neue Erkenntnisse gewinnen können,
Ein wollendes Schreiben, also ein motivierendes, das wiederum zu neuem Schreiben motiviert, einfach gesagt: zum Schreiben anregt,
Ein öffentliches Schreiben im Gegensatz z.B. zum Tagebuchschreiben, also ein Schreiben, das auf die Kommunikation mit anderen hinwirkt
und ein bewusstes Schreiben.
3. Charakteristika des kreativen Schreibens
Das grundlegende Prinzip des kreativen Schreibens ist die Aktivierung der Blickwinkel auf Bekanntes zu erlangen. Verfahren, die die Wahrnehmungsfähigkeit
Arbeit zitieren:
Kamila Urbaniak, 2005, Kreatives Schreiben im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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