Einleitung............................................................................................................ 2 1. Wer war Rudolf Steiner?................................................................................. 3 2. Reformbestrebungen in der Schule ................................................................ 5 3. Die Schulgründung ......................................................................................... 6 4. Merkmale der Schule und einige Fächer ........................................................ 7 5. Die pädagogischen Grundlagen der Waldorfschule........................................ 8 6. Zusammenfassung ....................................................................................... 10 Literaturverzeichnis........................................................................................... 11
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In meiner Studienarbeit möchte ich mich mit dem Thema Waldorfpädagogik auseinander setzen. Ich möchte die Pädagogik in der Waldorfschule näher betrachten. Dabei werde ich auf einige wichtige Lehrfächer intensiver eingehen. Ich finde es sehr interessant, dass in der Waldorfpädagogik zunächst bei den Urzuständen angesetzt wird. Es ist heutzutage sehr wichtig, dass Kinder den Bezug zur Natur und Umwelt nicht verlieren. Viele Kinder, besonders in den Großstädten, haben kaum Naturverständnis. 1 Deshalb ist es wichtig, sie von klein auf mit ihrer Umwelt vertraut zu machen. Wie viele Kinder gibt es, die glauben, Kühe seien lila? Sicherlich viel zu viele. Das kommt daher, dass sich die Eltern kaum noch intensiv mit ihren Kindern beschäftigen können, weil neben dem Beruf kaum noch Zeit frei ist.
Sicher gibt es auch andere pädagogische Richtungen, welche sich damit beschäftigen. In der Waldorfpädagogik ist dies aber sehr ausgeprägt. Die Kinder bekommen keine Zensuren, sondern nur eine Einschätzung über die soziale und schulische Entwicklung. Ist der Jugendliche dann besser oder schlechter auf sein Leben vorbereitet? Fühlt er sich gestärkt, weil er weiß, was er wie in seiner Persönlichkeit ändern kann? Ist diese Methode überhaupt sinnvoll oder sollte es überall Benotungen geben? Bereiten die Fächer wirklich allumfassend auf die Zukunft vor? Diese und andere Fragen werde ich versuchen, in meiner Arbeit zu klären.
Doch zunächst möchte ich erst einmal den Begründer der Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner, vorstellen und die Entstehung der ersten Schule erläutern.
1 Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. (Hrsg.): Vom Waldorfkindergarten. Stuttgart 2001
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Rudolf Steiner wurde am 27.02.1861 in Kraljevic (Grenzlinie zwischen Mittel- und Osteuropa, heute Kroatien) geboren. Der Vater war ursprünglich Jäger. Als Steiner 2 Jahre war trat der Vater in den Dienst bei der Bahnstation an der Semmeringbahn. Im 8. Lebensjahr siedelte die Familie nach Neudörfel, Nähe Wien über.
Mit 9 Jahren bekam er sein erstes Geometriebuch in die Hand und war seit dem von der Mathematik fasziniert. Er bestand das Abitur mit Auszeichnung und begann an der Technischen Hochschule in Wien zu studieren. Er belegte hauptsächlich naturwissenschaftliche Fächer. Mit der Zeit wendete er sich aber verstärkt den Philosophen des deutschen Idealismus zu. Er unterrichtete als Hauslehrer in der Familie Specht einen 10jährigen Jungen, der an Wasserkopf litt und als kaum bildungsfähig galt. Durch methodisch geregeltes, übendes Lernen konnte der Junge wieder die Schule besuchen, Abitur machen und Arzt werden.
Entscheidend für den weiteren Lebensweg Steiners war die Begegnung mit Karl-Julius Schröer, welcher Vorlesungen über die deutsche Literatur hielt und als erster Goethes „Faust“ heraus gab. Schröer empfiehlt Steiner an Josef Kirschner weiter. Kirschner beauftragt den 21jährigen Steiner, Goethes naturwissenschaftliche Schriften herauszugeben. Dabei erkennt Steiner Goethes eigentliche Leistungen, den ganzheitlichen Forschungsansatz. Dieser Methode folgt auch der anthroposophische 2 Forschungsansatz, welcher den forschenden Menschen selbst reflektiert. Der Anteil des Menschen am Erkenntnisprozess soll damit deutlich werden. Die Erkenntnisfähigkeit soll durch bewusste Wahrnehmbarkeit erhöht werden. Hierbei gibt es drei Arten von Schulungen.
1. die Denkschulung: von innen willentliche Steuerung des Gedankenstromes bewusst durch Konzentrationsübungen
2. die Gefühlsschulung: welche Gefühlseindrücke wirken in welcher Weise und
2 Anthroposophie: (griech.: Menschenweisheit) christlich orientierte Weltanschauung, die den Anspruch auf wissenschaftliche Erforschung der übersinnlichen Welt erhebt. A. versucht eine umfassende Deutung aller Natur- und Kulturbereiche, sowie eine freiheitliche und ganzheitliche Lösung der politischen und wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart.
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Zurückhaltung von Urteils- und Begriffsbildung 3. die Willensschulung: wird zum Beobachtungs- und Übungsfeld 1889 erfolgt die Berufung Steiners nach Weimar. Dort gibt er die gesamten naturwissenschaftlichen Schriften Goethes in der „Sophienausgabe“ heraus und erweist sich somit als exzellenter Goetheforscher. 1891 erfolgt die Promotion in Rostock.
1894 gibt er sein grundlegendes Werk „Philosophie der Freiheit“ mit dem Untertitel „Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode“ heraus. Im Alter von 36 Jahren geht er 1897 nach Berlin und wendet sich der Berliner Welt mit ihren geistigen Strömungen, Spannungen und Persönlichkeiten zu. Er verkehrt weniger mit der angesehenen Professorenschaft sondern lieber mit Berliner Künstlern. Zusammen mit Otto-Erich Hartleben gibt er das „Magazin für Literatur“ heraus.
Am 08.10.1902 hält er im Giordano-Bruno-Bund einen Vortrag mit dem Titel „Monismus und Theosophie“, mit dem er eine Welle der Ablehnung auslöst, als er einen Monismus fordert, der materielle und geistige Welt gleichermaßen anerkennt.
Steiner geht auf Vortragsreise durch Europa und schreibt seine grundlegenden Bücher „Theosophie“ 1904 und „Geheimwissenschaft im Umriss“ 1910. 1913 gründet er die anthroposophische Gesellschaft. In seinem Buch „Von Seelenrätseln“ arbeitete er die Grundlage seiner pädagogischen Menschenkunde weiter aus.
Die letzten 12 Jahre waren von großer Arbeitsintensität geprägt. Er ging weiterhin unermüdlich auf Vortragsreisen durch Europa. Er ist als Künstler, Architekt und Wissenschaftler tätig. Steiner schreibt Mysteriendramen und inszeniert sie in Dornach. Am 30.03.1925 verstirbt Steiner. 3
Seine Ideen sind in vielen Büchern und Vortragsmitschriften nachlesbar. In der NS-Zeit wurden seine Ideen bekämpft und verboten. Doch in den letzten Jahrzehnten haben sie erheblich in vielen Gebieten wie Medizin, Kunst, Pädagogik, Wissenschaft und Architektur an Bedeutung gewonnen.
3 Biographie aus: Hellmich, Achim und Teigeler, Peter (Hrsg.): Montessori-, Freinet- und Waldorfpädagogik. Konzeption und aktuelle Praxis. 4.Auflage, Beltz Verlag. Weinheim und Basel 1999
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Arbeit zitieren:
Sylvena Voll, 2002, Einführung in die Waldorfpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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