Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister Scholl Institut
Hauptseminar: Schlüsselentscheidungen der deutschen Politik 1949-2002
Studiensemester: 6
Die transatlantischen Beziehungen zwischen
Deutschland und den USA
von: Ariane Schleipfer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 3
1.1 Begriffserklärung „transatlantische Beziehungen“ S. 4
2. Entwicklung der transatlantischen Beziehungen seit Ende des Ost-West-Konflikts S. 5
3. Reibungspunkte/Herausforderungen für die transatlantischen Beziehungen in den 90er Jahren S. 8
3.1 Test-Stopp-Vertrag (CTBT= Comprehensive Test Ban Treaty) S. 9
3.2 Der Widerstand der USA gegen den Internationalen Gerichtshof S. 9
3.3 Kyoto-Protokoll S. 10
4. Der 11. September und seine Konsequenzen S. 11
4.1 Die Struktur des Internationalen Systems nach dem 11. September S.11
4.2 Irak-Krise 2003 S. 12
5. Status quo der deutsch-amerikanischen Beziehungen S. 14
5.1 Die unterschiedlichen Interessen beider Länder S. 14
5.2 „Haar-Risse“; „Krise“; „Vergiftung“ der transatlantischen Beziehung S. 16
5.3 Erklärungsversuche S. 18
5.4 Lösungsversuche: Wie kann die Krise überwunden werden? S. 19
6. Fazit S. 20
7. Bibliografie S. 23
1. Einleitung
Die weltpolitischen Konstellationen haben sich nach dem Ende des Ost-West- Konflikts radikal verändert. Besonders betroffen davon sind die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA. Der gemeinsame Feind existiert nicht mehr und Deutschland, Europa und Amerika werden früher oder später eine Neubestimmung ihrer Interessen vornehmen müssen.1 Wünschenswert wäre, dass dies einvernehmlich im Sinne von beidseitigem Nutzen geschieht. Möglich wäre aber auch das Gegenteil: außenpolitisch ein Auseinanderdriften der Partner.2 Letzteres kommt immer deutlicher zum Vorschein und spätestens nach dem Bundeskanzler Schröder im Herbst 2002 den USA und der Welt ein bedingungsloses Nein zur Beteiligung an einer militärischen Intervention im Irak angekündigt hat , selbst mit UNO Mandat , sprechen viele Experten von einer Krise in den transatlantischen Beziehungen. Betrachtet man allerdings die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und Amerika der Vergangenheit, so wird deutlich, dass die transatlantischen Beziehungen nicht immer problemlos verliefen. Zu nennen wäre hier der Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Protokoll, der umfassende Test - Stopp-Vertrag (CTBT= Comprehensive Test Ban Treaty), der nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im Senat erreichte und in jüngster Zeit die Absage der amerikanischen Regierung zum Internationalen Gerichtshof. Nicht unbegründet wird den Amerikanern immer häufiger Unilateralismus vorgeworfen. Hier stellt sich die Frage: Kann sich die Weltmacht USA es leisten, anderen Ländern ihren Willen aufzuzwingen, unter der Flagge der Terrorismusbekämpfung? Nach dem Motto: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns?
Und umgekehrt, kann Deutschland es sich leisten einem Land den Rücken zu kehren, dass es vom Nazi-Regime befreit und für Sicherheit in der BRD während des Kalten Krieges gesorgt hat? „Von einem transatlantischen Verhältnis, das (gemessen am Normalfall internationaler Beziehungen) von einem hohen Maß an gegenseitiger Wertschätzung und wechselseitigem Vertrauen geprägt ist, profitieren beide Seite, und dies umso mehr in einer Zeit, in der mit dem transnationalen Terrorismus und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen neue und schwerwiegende Risiken für die internationale Sicherheit entstanden sind. Dementsprechend haben alle Beteiligten (mag ihnen das bewusst sein oder nicht) etwas zu verlieren, wenn die Entscheidungsträger und Völker es zulassen, dass dieses Verhältnis dauerhaft Schaden nimmt.3 Ziel dieser Arbeit ist es, dass Verhältnis zwischen Deutschland und den USA aufzuzeigen. Dabei spielt weniger die Entwicklung seit Ende des 2. Weltkriegs eine Rolle, als vielmehr die Probleme in der Zeit nach dem Ost-West-Konflikt. Ein besonderes Augenmerk kommt dabei der aktuellen Lage zugute, besonders während des Irak-Konflikts.
1.1 Begriffserklärung „transatlantische Beziehungen“
Unter dem Begriff „transatlantische Beziehungen“ versteht man das Verhältnis zwischen den Staaten, die durch den Atlantik getrennt werden. Wie schon in der Einleitung erwähnt, geht es in dieser Arbeit um das Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika. Dieses bleibt natürlich nicht unberührt von der Beziehung zwischen Europa als Ganzes und den Vereinigten Staaten, allerdings taucht das Thema Europa in dieser Arbeit nur am Rande auf. Deutschlands Außenpolitik ruht auf zwei tragenden Pfeilern: der europäischen Integration und der transatlantischen Orientierung. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Deutschland es den Vereinigten Staaten zu verdanken, dass es in die Gemeinschaft der freien Völker geführt wurde. Seitdem sind die USA Deutschlands engste Verbündete und Partner außerhalb der Europäischen Union.4
2. Die Entwicklung der transatlantischen Beziehungen
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Beziehung zwischen Deutschland und den USA von einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem mehr und mehr gleichberechtigten Verhältnis gewandelt. Es entstand ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis, das nun, mit den wachsenden Emanzipationsbestrebungen Deutschlands, langsam ins Wanken gerät. Die ersten vertraglichen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA entstanden am 21. September 1949, als das Besatzungsstatut in Kraft trat. Die Rollenverteilung in dieser Beziehung war die eines Siegers und eines Besiegten. Von der amerikanischen Vormundschaft löste sich Deutschland jedoch im Laufe der Zeit immer mehr ab. In den Jahren des Ost -West-Konflikts waren die Beziehungen zu Amerika für das schutzlose Deutschland vor allem sicherheitspolitisch zentral geworden, denn nur die Vereinigten Staaten von Amerika konnte Deutschland genügend Sicherheit vor der aggressiven und expandierenden Sowjetunion geben. Das Verhältnis hatte sich nun also in eines zwischen „Schutzmacht und Schützling“5 entwickelt. Das Ende des Kalten Krieges und die deutsche Vereinigung stellten dann völlig neue Rahmenbedingungen für die deutsch-amerikanischen Beziehungen dar. Zum einen war das grundlegende Sicherheitsinteresse der USA in Europa nicht länger gefährdet; ihre Strategie der „doppelten Eindämmung“ war nicht mehr nötig, denn das außenpolitische Ziel Amerikas, der Erhaltung des Machtgleichgewichts in Europa und der Eindämmung der feindlichen Macht Sowjetunion, welche nach der Vorherrschaft strebte, war nach deren Zerfall hinfällig. Zum anderen war damit auch die Eindämmung Deutschlands, welche durch die Einbindung in die westliche Gemeinschaft erfolgte, abgelöst durch die deutsche Politik der „Selbsteindämmung“. Diese Ereignisse führten dazu, dass der militärische Schutz durch die USA für ganz Westeuropa und damit auch für Deutschland an Bedeutung verlor.
[...]
1 Vgl. Weidenfeld, Werner: Kulturbruch mit Amerika? Das Ende transatlantischer Selbstverständlichkeit. Gütersloh. 1996. S. 10.
2 Ebd.
3 Mayer, Peter; Rittberger Volker; Zelli, Fariborz: Risse im Westen? Betrachtungen zum transatlantischen Verhältnis heute. Tübinger Arbeitspapiere zur Internationalen Politik und Friedensforschung. Nr. 40. 2003. S. 2.
4 Die transatlantischen Beziehungen. Stand Februar 2002. (http://www.auswärtiges-amt.de)
5 Haftendorn, Helga: Der gütige Hegemon und die unsichere Mittelmacht: deutschamerikanische Beziehungen im Wandel, in: Aus Politik und Zeitgeschichte,1999, S.3.
Arbeit zitieren:
Diplom Journalistin Univ. Ariane Schleipfer, 2004, Die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Platons Sophistes - zur Überwindung der Sophistik und ihrer metaphysis...
Philosophie - Philosophie der Antike
Hauptseminararbeit, 23 Seiten
Von der uneingeschränkten Solidarität zum deutschen Weg: Das transatla...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Seminararbeit, 23 Seiten
Dimensionen der Medienkompetenz: Deskriptive Apekte
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hauptseminararbeit, 17 Seiten
EU und Türkei - Passt die Türkei zur EU?
Politik - Internationale Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
Seminararbeit, 29 Seiten
Von der Diktatur zur Demokratie: Griechenland (1967-1981)
Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa
Seminararbeit, 17 Seiten
m-Learning via PDA - Betrachtungen von Technik und Zukunftsperspektive...
Diplomarbeit, 85 Seiten
Das Motiv des künstlichen Menschen in der Science Fiction Literatur, u...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 17 Seiten
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit, 29 Seiten
Handhelds im Schulunterricht - Eine Evaluation zur Qualitätsbeurteilun...
Mobile-Learning mit Handheld-C...
Hausarbeit, 26 Seiten
Deutschland "im Abseits"? - Eine Zwischenbilanz
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 29 Seiten
Gewaltdarstellungen in den Medien
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Hausarbeit, 18 Seiten
Mobile Learning - neue Ansätze in der Hochschullehre
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Seminararbeit, 18 Seiten
Sachwalter väterlicher Erziehung - Ein Jesuit in seinem Selbstverständ...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Seminararbeit, 26 Seiten
Die Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach dem 11. Septembe...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Seminararbeit, 25 Seiten
Ariane Schleipfer's Text Die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ariane Schleipfer hat den Text Die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA veröffentlicht
Ariane Schleipfer hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare