Inhaltsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis 2
1 Einleitung: Die Bedeutung nonverbaler Kommunikation 3
2 Grundlagen 4
2.1 Grundbegriffe 5
2.1.1 Nonverbal oder verbal - analog oder digital 5
2.1.2 Körpersprache, Körperzeichensprache und Kinesik 6
2.2 Menschliche Kommunikation - eine Mischung aus analoger und digitaler Verständigung 6
3 Die Nonverbale Kommunikation im Detail 8
3.1 Funktionen und Funktionieren nonverbaler Kommunikation 9
3.2 Die Ebenen der nonverbalen Kommunikation 11
3.3 Bewußte Signale 11
3.4 Unbewußte Signale 12
3.4.1 Der Gesichtsausdruck - auch eine Form der Kommunikation 12
3.4.2 Territorialität - Der Umgang mit Raum 13
3.5 Wirkungen und Probleme der nonverbalen Kommunikation 14
3.5.1 Der erste Eindruck 14
3.5.2 Der Pygmalion-Effekt 14
3.5.3 Das Feedback 15
3.5.4 Kongruentes und inkongruentes Verhalten 15
3.5.5 Ein Problem des Empfängers - die Vielfalt der möglichen Ursachen 15
4. Unterschiede in der nonverbalen Kommunikation 16
4.1 Nonverbale Kommunikation unter interkulturellen Aspekten 17
4.2.1 Interkulturelle Gemeinsamkeiten 18
4.2.2 Interkulturelle Unterschiede 19
4.2. Geschlechterspezifische Unterschiede 22
4.3. Nonverbale Kommunikation in der Lehre 23
5. Schlussbetrachtung 24
6. Literaturverzeichnis 26
1
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Sprachliche und nichtsprachliche Signale (Quelle: In Anlehnung an Saul, 1993) 5
Abbildung 1: Inhalts- und Beziehungsebene (Quelle: Birkenbihl, 1992) 6
Abbildung 2: Die vier Seiten einer Nachricht (Quelle: Schulz von Thun, 1981) 10
Abbildung 3: Die vier Ohren des Empfängers (Quelle, Schulz von Thun, 1981) 10
Abbildung 4: Ausländer in Japan tun sich schwer, die Nudeln vorschriftsmäßig geräuschvoll einzuschlürfen
(Quelle: Ernst, 1984) 17
Abbildung 5: Die verschiedenen Bedeutungen des „eyebrow flash“ (Quelle: Eibl-Eibesfeldt, 1972) 19
Abbildung 8: Ohne Worte (Quelle: Watterson, 1999) 25
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1 Einleitung: Die Bedeutung nonverbaler Kommunikation
Nonverbale Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens. Wenn uns morgens die eigene Katze um die Beine streicht, wenn wir mittags von einem Verkehrspolizisten über die Kreuzung gelotst werden, wenn wir nachmittags zufällig an einem Werbeplakat vorbeigehen und sogar wenn wir uns beim Abendessen mit unseren Familienmitgliedern unterhalten (also verbal kommunizieren), ist immer nonverbale Kommunikation mit im Spiel.
Den meisten Menschen ist dies jedoch nicht oder nur sehr begrenzt bewusst. Dass Wissenschaftler mittlerweile herausgefunden haben, dass nonverbale Kommunikation einen weit größeren Anteil an der zwischenmenschlichen Verständigung ausmacht als der Inhalt unserer Worte, dürfte daher für Viele fast unglaublich klingen. Auch für uns war diese Tatsache zu Beginn unserer Recherche neu. Wir wussten zwar, dass nonverbale Kommunikation im täglichen Leben eine große Rolle spielt, was uns dieses Thema auch wählen ließ, aber wie wichtig diese Rolle war, das wurde uns erst beim Bearbeiten der Hausarbeit klar.
Doch was versteht man eigentlich genau unter „Nonverbaler Kommunikation“, wo liegt die Grenze zur „Verbalen Kommunikation“, welche Mittel und Formen der Verständigung gibt es hier und welche Wirkung oder Funktionen haben sie beim Menschen? Diesen und weiteren Fragen soll im folgenden auf den Grund gegangen werden. Das Feld der nonverbalen Kommunikation reicht jedoch sehr weit. Die enorme Spannweite zwischen Themenbereichen wie Werbung und Kommunikation unter Tieren macht deshalb eine Themeneinschränkung im Rahmen dieser Hausarbeit dringend notwendig. Unser Interesse konzentriert sich aus diesen Gründen ausschließlich auf Formen direkter zwischenmenschlicher Verständigung. Auf mögliche Untersuchungen weiterer, teilweise bereits erwähnter Themenbereiche kann hier leider aus Platzgründen nicht eingegangen werden.
Zunächst sollen einige wichtige Grundlagen zum Verständnis des Themas beleuchtet werden, um anschließend detailliert auf die verschiedenen Formen, Funktionen, Wirkungen und auch Probleme nonverbaler Kommunikation einzugehen. Hierbei lässt es sich aufgrund der engen Verflechtung beider Bereiche nicht vermeiden, immer wieder auch die verbale Kommunikation in die Betrachtung mit einzubeziehen.
3
Daran anschließend werden in einem eigenen Kapitel Unterschiede bei der nonverbalen Kommunikation verschiedener sozialer und kultureller Gruppen erläutert, wobei einige ausführlichere Beispiele zum vertieften Verständnis des Themas beitragen sollen.
2 Grundlagen
Die nonverbale Kommunikation ist die älteste Form zwischenmenschlicher Verständigung. Schon unsere Vorfahren konnten sich verständigen, lange bevor der Mensch das erste Wort geäußert hatte. Und auch Kinder verständigen sich sofort nach ihrer Geburt (oder sogar noch im Mutterleib) mit ihrer Umwelt 1 . Und das, lange bevor sie zu sprechen beginnen.
Aus diesen Gründen verwundert es kaum, dass der nonverbalen Kommunikation heutzutage von der Forschung eine gewichtige Rolle im zwischenmenschlichen Interaktions- und Verständigungs-Prozess zugemessen wird. So meint Michael Argyle, dass das menschliche Sozialverhalten nicht ohne eine Entwirrung des nonverbalen Systems zu verstehen ist 2 .
Dennoch konnten die recht einheitlichen Forschungsergebnisse bisher nichts daran ändern, dass die Bedeutung dieser nichtsprachlichen Form der Verständigung von den meisten Menschen noch immer in markanter Weise unterschätzt wird. Was wir sagen, scheint für die Meisten ausschlaggebend für die Reaktion des Gegenübers zu sein. Weniger die Art, wie wir etwas sagen.
So ergaben spontane Befragungen, dass zu 70% auf der sprachlichen und zu 30% auf der nichtsprachlichen Ebene kommuniziert werde. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass nur ca. 3 % der zwischenmenschlichen Kommunikation auf der rein sprachlichen Ebene abläuft. 3
Bevor wir jedoch noch näher auf die nonverbale Kommunikation eingehen, sollten wir vorerst einige Begriffe klären und dabei gleichzeitig eine Abgrenzung zur verbalen Kommunikation schaffen. Beide Bereiche sind zwar eng miteinander verbunden, können aber auch eindeutig voneinander getrennt werden, was für vertiefende Ansätze in dieser Arbeit sehr wichtig ist.
Zuvor noch eine Anmerkung: mittlerweile wird der Begriff ‚Kommunikation’ von den
1 Hynde, R.A. (1975), S.271ff.
2 zitiert nach Frey (1984), S. 20
3 Argyle (1979); Mehrabian (1972), zitiert nach Rebel (1999), S. 9-10
4
meisten Menschen wie selbstverständlich und oft in vollkommen verschiedenen Bedeutungen verwendet. Um Verwirrungen zu vermeiden, sollen unter Kommunikation im folgenden „alle Prozesse der Übertragung von Nachrichten oder Informationen durch Zeichen aller Art unter Lebewesen (...)“ 4 verstanden werden.
2.1 Grundbegriffe
Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Über diese Frage haben sich Generationen von Wissenschaftlern gestritten. Eines ist heute jedoch sicher: ein wichtiger - wenn nicht der wichtigste - Unterschied ist die Sprachfähigkeit des Menschen im Gegensatz zur rein nonverbalen Kommunikation der Tiere. Denn die Kodierung von Informationen und Nachrichten durch eine feststehende Anzahl von Lauten bzw. Buchstaben und anderen Zeichen zu deren Weitergabe ist ein rein menschliches Vermögen.
2.1.1 Nonverbal oder verbal - analog oder digital
Die zuvor beschriebene Art der Verständigung wird nach Watzlawick 5 auch als ‚digitale’, also rein auf Zeichen beruhende Kommunikation bezeichnet. Ihr gegenüber steht die nonverbale oder auch ‚analoge’ Kommunikation, deren Abgrenzung nicht ganz so einfach fällt, da auf sehr viele verschiedene Weisen analog kommuniziert werden kann. Analog-Signale sind direkt, bildhaft oder stellen eine Analogie dar, während digitale Signale symbolhaft, abstrakt und oft kompliziert sind. Watzlawick 6 zitiert zur Verdeutlichung einen bekannten Satz von Bateson und Jackson: „Die Zahl fünf (hat) nichts besonders Fünfartiges an sich und das Wort „Tisch“ nichts besonders Tischähnliches.“
Tabelle 1: Sprachliche und nichtsprachliche Signale (Quelle: In Anlehnung an Saul, 1993)
4 Brockhaus (1986), S. 195
5 Watzlawick (1974)
6 Bateson (1960), S. 271, In: Watzlawick (1972), S. 62
5
2.1.2 Körpersprache, Körperzeichensprache und Kinesik
In der Literatur trifft man häufig auf die Begriffe „Körpersprache“, „Körperzeichensprache“ oder auch das Fremdwort „Kinesik“. Oft haben diese Begriffe ein und dieselbe Bedeutung, sind also gleichzusetzen mit dem Begriff der ‚nonverbalen Kommunikation’. Einige Autoren grenzen in ihrer Definition jedoch die verschiedenen Merkmale der Sprechweise, wie z.B. Stimmlage und Sprechtempo aus dem Begriff der ‚Körpersprache’ aus und verwenden diesen streng für Mimik, Gestik, Haltung und Abstand. Da sich unsere Arbeit fast ausschließlich mit diesen vier Bereichen beschäftigt, wird im folgenden diese Definition verwendet.
Weiterhin gibt es aufgrund der Komplexität des Gegenstandes Probleme bei der Systematisierung der verschiedenen Erscheinungsformen. Unsere Tabelle lehnt sich an eine Liste von Michael Argyle, sowie eine Tabelle von Siegmar Saul an.
2.2 Menschliche Kommunikation - eine Mischung aus analoger und digitaler Ver-
ständigung
Wie bereits erwähnt ist der Mensch als einziges Lebewesen zu digitaler Kommunikation fähig. Sie ist die Grundlage für den Fortschritt der Wissenschaft und der Technik, da sie, im Gegensatz zur analogen Kommunikation, nicht in der Gegenwart verhaftet ist, sondern auch Vergangenheit und Zukunft sehen kann 7 . Tiere werden immer in ihrem „Gefängnis von Reiz und Reaktion“ 8 verhaftet bleiben, während sich der Mensch durch seine Sprache daraus befreit hat.
Abbildung 1: Inhalts- und Beziehungsebene (Quelle: Birkenbihl, 1992)
7 Hörmann (1969), S. 68
8 Ebd.
6
Das besondere der menschlichen Kommunikation besteht jedoch nicht allein in ihrer Fähigkeit zur Digitalisierung, sondern v.a. in der Kombination beider Ebenen (vgl. Abbildung 1), der digitalen (und vorwiegend verbalen) sowie der analogen (und vorwiegend nonverbalen) Ebene. Und genau diese Fähigkeit, beide Kommunikationsebenen zu beherrschen und je nach Gegebenheit anwenden zu können, macht den Menschen nach Meinung der Wissenschaft zum Homo Sapiens 9 .
Watzlawick schreibt in seinem zweiten pragmatischen Axiom 10 jeder (menschlichen) Kommunikation Inhalts- und Beziehungsebene zu, wobei erstere digital, letztere vorwiegend analog übermittelt wird (warum dies nur „vorwiegend“ der Fall ist, bleibt bei Watzlawick unklar). Müssen also - im Umkehrschluß - analoge und digitale Kommunikation auch immer gleichzeitig ablaufen ? Hier hilft wiederum Watzlawicks erstes pragmatisches Axiom 11 , nach dem es unmöglich ist, in einer zwei-oder-mehr-Personen-Situation dem Gegenüber keine Botschaften zu senden, oder einfacher ausgedrückt: „Man kann nicht nicht kommunizieren . Jede Form des Verhaltens hat hier Mitteilungscharakter: Worte oder Schweigen, Blickkontakt oder Wegblicken, immer wird dem Gegenüber eine Botschaft übermittelt: Im Zug, an der Bushaltestelle, im Wartezimmer, in vielen Situationen bei denen Menschen sich auf den ersten Blick vollkommen unkommunikativ verhalten, wird doch ständig in starkem Maße nonverbal kommuniziert: „Wir kennen uns nicht, also wollen wir nicht miteinander reden.“
Aus diesen Beispielen wird offensichtlich, dass Inhalts- und Beziehungsebene nur bedingt mit digitaler und analoger Kommunikation gleichzusetzen sind. Denn Kommunikation kann sehr wohl ausschließlich analog und nichtverbal ablaufen und trotzdem - wie Watzlawicks zweites Axiom verlangt - Inhalts- und Beziehungsebene enthalten. Im Gegensatz dazu ist es dem Menschen in der zwei-oder-mehr-Personen-Situation unmöglich, verbal und damit auf der Inhaltsebene zu kommunizieren ohne sich dabei auch gleichzeitig nonverbal auf der Beziehungsebene zu verständigen. Digital wird hier also eine Information übermittelt, während gleichzeitig analog die Information über die Information, die sogenannte ‚Metakommunikation’ 12 vermittelt wird, welche die Wirkung der eigentlichen Information erst bestimmt.
9 Birkenbihl (1992), S. 18
10 Watzlawick (1974), S. 56
11 Ebd, S. 53
12 Ebd, S. 56: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzerer den
ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist. (2. Axiom)
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Arbeit zitieren:
Jan Kercher, 2001, Nonverbale Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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