Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 4
2. DIE SITUATION IN DEN NEUEN BUNDESLÄNDERN 4
3. GROßWOHNSIEDLUNGEN IN OSTDEUTSCHLAND 6
4. AUSWIRKUNGEN DES DEMOGRAPHISCHEN WANDELS 8
5. ALTERNATIVEN ZUM UMGANG MIT DEM LEERSTAND 10
5.1 ABRISS GANZER WOHNGEBIETE 11
5.2 UM- UND RÜCKBAU 12
5.3 UMSTRUKTURIERUNG 13
6. KONSEQUENZEN DES WOHNUNGSLEERSTANDS 15
6.1 FOLGEN FÜR DIE WOHNUNGSWIRTSCHAFT 16
6.2 SOZIAL-RÄUMLICHE PROBLEME 17
6.3 FOLGEN FÜR DIE INFRASTRUKTUR 18
7. CHANCEN STÄRKUNG DER STADT ALS WOH-N UND
LEBENSRAUM 19
8. FAZIT 20
LITERATURVERZEICHNIS 21
2
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: INDEX DER BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG IN
STÄDTEN MIT MEHR ALS 20 000 EINWOHNERN 5
ABBILDUNG 2: BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG BIS 2025 6
ABBILDUNG 3: WOHNUNGSLEERSTAND IN AUSGEWÄHLTEN
STÄDTEN 10
ABBILDUNG 4: DAS HALBERSTÄDER WOHNGEBIET NORDRING
VOR UND NACH DEM ABRISS 11
ABBILDUNG 5: SECHSGESCHOSSER DER RESEWITZSTRAßE IM
UMBAU 12
ABBILDUNG 6: NEUE WOHNFORM FERTIGE REIHENHÄUSER
NACH DEM UMBAU 12
ABBILDUNG 7: RÜCKBAU VON SECHS AUF VIER GESCHOSSE IM
MAGDEBURGER WOHNGEBIET KANNENSTIEG 13
ABBILDUNG 8: BESTAND UND UMBAUKONZEPT FÜR DAS
WITTENBERGER WOHNGEBIET LERCHENBERG 14
ABBILDUNG 9: DROHENDE ABWÄRTSSPIRALE IN
SCHRUMPFENDEN STÄDTEN 15
TABELLE 1: VERTEILUNG DER GROSSSIEDLUNGEN (ÜBER 2 500 WE)
IN DEN NEUEN BUNDESLÄNDERN UND BERLIN (OST) 6
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1. Einleitung
Der demographische Wandel in der Bundesrepublik Deutschland zeichnet sich immer deutlicher ab. Die seit Jahrzehnten gesunkene und auf niedrigem Niveau stagnierende Geburtenrate ist nur ein Grund für die Abnahme und Alterung der Bevölkerung. Vor allem in den neuen Bundesländern wandern zudem seit der Wende 1989 immer mehr – gerade junge und qualifizierte – Leute ab, so dass viele Städte regelrecht schrumpfen. Diese Entwicklung wird immer mehr zum Problem, nicht nur für die Politik, sondern auch für die Raumplanung und –gestaltung.
Die vorliegende Arbeit befasst sich insbesondere mit den räumlichen Auswirkungen des demografischen Wandels auf Großwohnsiedlungen in Ost-deutschland. Bevor auf diese Auswirkungen und auch deren Konsequenzen für verschiedene Teilbereiche genauer eingegangen wird, soll zunächst die demographische Situation in den neuen Bundesländern kurz dargestellt und ein kleiner Einblick in die Entstehung und Nutzung von Großwohnsiedlungen gegeben werden. Im Anschluss daran werden einige Alternativen zum Umgang mit dem, aus dem demografischen Wandel resultierenden, Wohnungsleerstand aufgezeigt und der Frage nachgegangen, inwiefern räumliche Auswirkungen auch Chancen zur Stärkung einer Stadt als Wohn- und Lebensraum beinhalten.
2. Die Situation in den neuen Bundesländern
Die Entwicklung der deutschen Städte – auch der in Ostdeutschland – war lange Zeit geprägt durch Wachstum, das sein Potential v. a. aus der Industrialisierung und den dadurch entstehenden neuen Arbeitsfeldern schöpfte. Doch bereits mit den 70er Jahren setzte ein sowohl demographischer als auch wirtschaftsstruktureller Wandel ein, der anhaltende Bevölkerungs- und Arbeitsplatzverluste zur Folge hatte. Auch nach der Wiedervereinigung 1989 verbesserte sich die Situation in Ostdeutschland nicht. Zu dem sich noch verstärkenden wirtschaftlichen Abbau und der hohen
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Arbeitslosigkeit kamen anhaltende Abwanderungen hinzu. 1 Diese erfolgten vorwiegend in den Westen, da hier die wirtschaftliche Entwicklung immer noch durch Wachstum gekennzeichnet war. 2 Abbildung 1 macht den Rückgang der Bevölkerung in den ersten zehn Jahren nach der Wende sehr deutlich. Zahlreiche Städte in den neuen Länder verloren in diesem Zeitraum bis zu 25%
ihrer Einwohner.
3
„Auf längere günstig wirken sich dabei
[v.
a.] die bevorzugten derungen junger, mobiler, dynamischer und haushalts- bzw. familienbildender Menschen, insbesondere auch junger Frauen im gebärfähigen Alter von 20 bis 44 Jahren, aus.“
4
Denn nicht nur Abwanderungsüberschüsse (Primäreffekt), auch die niedrige Geburtenrate und die mittelbaren Wirkungen der Wanderung auf die Geburtenzahl (Sekundäreffekt) führen zu einer stetigen Schrumpfung sowie Alterung der Bevölkerung. Der Sekundäreffekt ist dabei um so größer, je länger der betrachtete Prognosezeitraum der Bevölkerungsentwicklung ist. Eine Stadt, die durch Abwanderungsüberschüsse einen Einwohnerverlust von 25% verzeichnen muss, kann durch die mittelbaren Auswirkungen der Wanderung auf die Geburtenbilanz weitere 12% ihrer potentiellen Einwohner verlieren. Der gesamte Bevölkerungsverlust dieser Stadt würde – über einen längeren Zeitraum betrachtet – daher 37% betragen.
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Flä-
1 Gatzweiler,H.P.;Meyer,K.; Milbert, A. (2003): Schrumpfende Städte in Deutschland? Fakten und Trends, in: Informationen zur Raumentwicklung, Heft10/11, S. 557. 2 Rietdorf, W.; Liebman, H.; Haller, C. (2001):Schrumpfende Städt – verlassene Grosssiedlungen? Stadtstrukturelle Bedeutung und Probleme von Grosswohnsiedlungen, in: DISP 146, S. 6. 3 Beyer, W. (2002):Schrumpfende Städte in Ostdeutschland, in: Juckel, L.(Hrsg.): Schrumpfende Städte fordern neue Strategien für die Stadtentwicklung, Berlin, S. 27. 4 Rietdorf, W.; Liebman, H.; Haller, C. (2001), S. 6.
5 Birg, H. (2004): Soziale Auswirkungen der demographischen Entwicklung, in: Informationen zur politischen Bildung Nr.282, S. 46f.
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chendeckend sind daher heute schon ca. 53% aller Städte im Osten stärker von Schrumpfungsproblemen betroffen.
Und auch die neusten Prognosen des statistischen Bundesamt (siehe Abbildung 2) lassen für die nächsten 20 Jahre keine Veränderung der Ent-
kungen für die Siedlungsstruktur, die Raumplanung und –gestaltung der von der Schrumpfung betroffenen Städte sind gravierend und stellen eine enorme Herausforderung dar. Welche räumlichen Auswirkung sich daraus insbesondere für Großwohnsiedlungen ergeben, wird im Folgenden näher betrachtet.
3. Großwohnsiedlungen in Ostdeutschland
Von dem durch die Gebäude- und Wohnungszählung im Jahre 1995 Bestand sieben Wohnungen
6 Hannemann, C. (2003): Schrumpfende Städte in Ostdeutschland – Ursachen und Folgen einer
Stadtentwicklung ohne Wirtschaftswachstum, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 28, S. 21.
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Arbeit zitieren:
Julia Weigel, 2004, Räumliche Auswirkungen des demographischen Wandels auf Großwohnsiedlungen in Ostdeutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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