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Seminararbeit, 2003, 21 Seiten
Autor: Janine Hertlein
Fach: Pädagogik - Allgem. Didaktik, Erziehungsziele
Details
Tags: Fördern, Förderunterricht
Jahr: 2003
Seiten: 21
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-33137-1
Dateigröße: 265 KB
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Fördern und Förderunterricht
von: Janine Hertlein
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1 Zum Begriff der inneren Differenzierung
2.2 Der Begriff der äußeren Differenzierung
2.3 Zum Begriff „Fördern“
3. Die Notwendigkeit von Fördermaßnahmen
4. Die Organisation von Förderunterricht
5. Die Wirksamkeit von Förderunterricht
6. Das entwicklungsorientiert-integrative Förderkonzept als eine Art der Förderung
7. Zielbezogene Differenzierung
8. Öffnung des Unterrichts
8.1 Drei Dimensionen qualitativ unterschiedlicher Öffnung
8.2 Die Lehrerrolle im offenen Unterricht
8.3 Strukturen im offenen Unterricht
9. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Arbeit mit dem Förderbuch
10. Persönliche Stellungnahme
11. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
In nachfolgender Hausarbeit bin ich den Fragestellungen „Wann sollen Fördermaßnahmen einsetzen?“ und „Wie soll Förderunterricht gestaltet werden, damit er der Heterogenität einer Grundschulklasse gerecht wird?“ nachgegangen. Dazu beginne ich mit einer Klärung der Begriffe „innere Differenzierung“, „äußere Differenzierung“ sowie „Fördern“, da sie für das weitere Verständnis notwendig sind. Anschließend gehe ich auf die Notwendigkeit von Fördermaßnahmen ein. Im darauffolgenden Kapitel beschreibe ich, nach welchen Kriterien Förderunterricht organisiert werden kann. Mit der Wirksamkeit von Förderunterricht sowie dem optimalen Zeitpunkt der Förderung habe ich mich ausführlich in Kapitel 5 beschäftigt. Damit verknüpft habe ich die Beschreibung des entwicklungsorientiert-integrativen Förderkonzepts als eine Art der Förderung. Das Konzept geht nochmals ausführlich auf den idealen Zeitpunkt von Fördermaßnahmen ein. In Kapitel 7 beschreibe ich, wie man mit dem Prinzip des zieldifferenten Lernens der Heterogenität einer Schulklasse gerecht werden kann. Über das Thema „zieldifferentes Lernen“ komme ich zur Begründung von offenem Unterricht, den ich auf die Grundschule beziehe. Um Fördermaßnahmen zu konkretisieren, gehe ich auf Karin Babbes´ Förderbuch ein, das ein Beispiel für die Öffnung von Unterricht darstellt. Abschließend erläutere ich, was mir die Diskussion im Seminar persönlich gebracht hat.
2. Begriffsklärung
2.1 Zum Begriff der inneren Differenzierung
Innere Differenzierung ist auf eine bestimmte Klasse gerichtet, in der im gleichen Raum und zur gleichen Zeit bei einem Lehrer Unterricht stattfindet. Sie bezieht sich auf didaktisch-methodische Maßnahmen des Lehrers und orientiert sich an den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler. Der unterrichtende Lehrer stimmt Lernziele, Inhalte, Methoden und Medien auf einzelne Schüler ab, um ihren Bedürfnissen, Begabungen, ihrer sozialen Herkunft und Entwicklung gerecht zu werden (vgl. Eberwein 1998, S.49). Innere Differenzierung verknüpft individuelles und soziales Lernen und wird hauptsächlich an Grundschulen praktiziert. Sie hat den Anspruch, optimale Lernmöglichkeiten für alle Kinder zu schaffen und Chancengleichheit zu fördern (vgl. Eberwein 1998 , S.49). Primäres Ziel ist es, Schüler mit Lerndefiziten so zu fördern, dass sie die durch die Rahmenrichtlinien gesetzten Ziele der Grundschule erreichen (vgl. Meyer-Willner 2001, S.372). Innere Differenzierung kann zwar keine Homogenität einer Lerngruppe herbeiführen, ist aber eine Möglichkeit, den größten Teil der Schüler zur Erreichung der fundamentalen Lehrziele zu führen (vgl. Meyer-Willner 2001, S.371).
2.2 Zum Begriff der äußeren Differenzierung
Bei der äußeren Differenzierung handelt es sich um organisatorische Maßnahmen zur Bildung möglichst homogener Gruppen. Dies geschieht entweder durch eine interschulische Systemdifferenzierung (z.B. Hauptschule, Realschule, Gymnasium) oder durch intraschulische Differenzierung wie etwa die Aufteilung in Leistungskurse. Äußere Differenzierung basiert auf der Vorstellung, dass Schüler in leistungshomogenen Gruppen besser und erfolgreicher lernen als in heterogenen Gruppen. Ziel ist es, alle Kinder mit möglichst gleichen Mitteln und zur gleichen Zeit zu einem gemeinsamen Ziel führen (vgl. Meyer-Willner 2001, S.367).
2.3 Zum Begriff „Fördern“
Fördern bedeutet zum einen „weiter nach vorn bringen“, d.h. Stärken unterstützen und weiterentwickeln, zum anderen „fort-, wegschaffen“, also Schwächen bzw. das Hemmende eliminieren (vgl. Günther 2002, S.102). Eine Hauptaufgabe der Grundschule ist es, Kindern das Lesen, Schreiben, Rechtschreiben sowie Rechnen zu vermitteln, damit alle Kinder beim Eintritt in weiterführende Schulen über diese Fertigkeiten verfügen. Einige Kinder haben jedoch Lernschwierigkeiten und benötigen besondere Hilfestellungen während der Grundschulzeit. „Aus dem Verfassungsauftrag, jedes Kind in seinen Kräften und Fähigkeiten bestmöglichst zu fördern, leitet sich der Rechtsanspruch auf ein alters- und entwicklungsgerechtes Förderangebot ab.“ (Burk 1993, S.8) Somit ist jeder Unterricht zugleich auch Förderunterricht. Angesichts der hohen Heterogenität einer Schulklasse kann der Anspruch eines jeden Kindes auf Förderung nur eingelöst werden, wenn Schule berücksichtigt, dass
- Kinder unterschiedlich lernen,
- sie unterschiedlich viel lernen,
- sie die Schule sehr verschieden erleben und verarbeiten,
- sie gleiche Ziele zu unterschiedlichen Zeitpunkten erreichen und
- die einen mehr, die anderen weniger Hilfe bedürfen. (Burk 1993, S.8).
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