Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Katholische Theologie
Seminar: „Milites Christi“ – Die Ritterorden zwischen geistlicher und weltlicher
Macht: Templer, Johanniter und Deutscher Orden
Die Anfänge und Ausbreitung der Templer in der „Heimat“
(Frankreich und Deutschland) in materieller und finanzieller Hinsicht
von
Gregor Laschewski
Studiengang:
Filmwissenschaft (HF)
Kath. Theologie (NF)
Deutsche Philologie (NF)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Zur Situation der Orden vor Gründung der Templer 2
3. Die Templer, eine neue Ritterschaft in den Anfängen 3
3.1 Hugo de Paganis (Payns) 4
3.2 Der Einfluß von Bernhard von Clairvaux 4
3.2.1 Die „Rechtfertigung“ 4
3.2.2 Der heilige Bernhard 6
4. Aufschwung und Ausbreitung der Templer 7
4.1 Erste Unternehmungen in Mitteleuropa 7
4.2 Die Hochzeit des Ordens 9
4.2.1 Robert Burgundio (de Craon) 9
4.2.2 Die Privilegien des Ordens 10
4.3 Geographische und wirtschaftliche Ausbreitung 12
4.4 Das Problem der Organisation 15
4.5 Zur baulichen Ausbreitung der Templer 16
5. Schluß 17
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Im Sommersemester 2002 besuchte ich das Seminar „Milites Christi - Die Ritterorden zwischen geistlicher und weltlicher Macht: Templer, Johanniter und deutscher Orden“. Dabei moderierte ich gemeinsam mit einer Kommilitonin die vierte Sitzung und referierte über die Tätigkeitsfelder und die Expansion des Templerordens. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich nunmehr mit den Anfängen und der Ausbreitung der Templer in Mitteleuropa in finanzieller und materieller Hinsicht.
Hierfür gebe ich zunächst einen Einblick in die Situation der Orden im allgemeinen vor der Gründung der Templer. Daraufhin stelle ich die Anfänge des gewählten Ordens dar und stelle die für ihn bedeutenden Personen vor. Insbesondere die Problematik der Daseins- und „Soseinsberechtigung“ wird von mir in diesem Teil der Arbeit besprochen. Schließlich beschäftige ich mich mit dem Aufschwung und der geographischen, finanziellen und materiellen Ausbreitung, die von hoher Anerkennung, Sonderrechten und wirtschaftlichen Erfolgen geprägt war. Zum Schluß gehe ich noch kurz auf die interne Organisation und auf die bauliche Ausbreitung des Ordens ein, da diese die sichtbaren und unsichtbaren Grundbausteine des Templerordens ausmachten.
Da ich mich bei meiner Hausarbeit speziell auf die Anfänge und die Ausbreitung konzentriert habe, bleiben die Kreuzzüge und die Auflösung des Ordens unerwähnt, welche sonst gleichsam in einem Atemzug mit den Templern genannt werden. Auch die Ordensregel wird von mir nicht in ihrer Ausführlichkeit behandelt.
2. Zur Situation der Orden vor Gründung der Templer
Um die Gründung des Templerordens zu beschreiben, sollte man zunächst die Gesamtsituation der Orden vor dem 12. Jahrhundert betrachten. Im 9. und 10. Jahrhundert waren Klöster immer wieder Ziele von Plünderungen durch nicht christliche Völker. So war Mitteleuropa von allen Seiten bedroht. Während vom Norden die heidnischen Wikinger und vom Süden islamische Gruppen angriffen, drohten ungarische Reiterherden von der östlichen Seite. Erst die arabische Expansion, die Christianisierung der Normannen und das Seßhaftwerden der Ungarn verhalf Europa zu einer ruhigeren Epoche im 11. Jahrhundert. Zwar waren die Klöster nun nicht mehr durch permanente Übergriffe bedroht, vielmehr hatte man sich selbst durch diese in der schwierigen Zeit in eine Abhängigkeit gebracht. Um bei Gefahr von bereitgestellten Vögten verteidigt zu werden, unterstellten sich viele Konvente den ansässigen Adelsfamilien, was zur Folge hatte, daß manche von ihnen gar nicht mehr von einem Abt, sondern von einem Laien geleitet wurden. Hier wurde ein erster Ruf nach Reform laut, immerhin sollten die Ordensleute ohne Beeinträchtigung ihrer Aufgabe nachgehen und für das Seelenheil der Laien beten. Insbesondere waren es die Stifter- und Wohltäterfamilien, die hierin die Existenzberechtigung der Klöster und das für sie geleistete Gebet bedroht sahen. Aber auch aus eigenen Reihen gab es Gründe, eine Reform zu wünschen. Nachdem nämlich die Klöster im 11. Jahrhundert wieder ihren Wohlstand erhielten, traten Ideale des Mönchtums, wie die Armut, in den Hintergrund. Bald sah man in dem in den Klöstern favorisierten luxuriösen Lebenswandel den ursprünglichen Sinn nicht mehr und forderte einen Weg zurück zu den Quellen, um das Seelenheil nicht zu gefährden. Dieses Denken brachte eine Reformbewegung mit sich, aus der beispielsweise die Entstehung der schlichten Zisterzienser verständlich wird.
Es war Robert von Molesme, Benediktinerabt, der auf der Suche nach dem vollkommenen Leben den Grund zum Zisterzienserorden legte. Er errichtete bei Dijon zusammen mit 20 Gefährten ein neues Reformkloster. Zunächst hatte er das Ziel, die Benediktinerregel in ihrer ursprünglichen Reinheit und Strenge neu zu beleben. Letztendlich entstand jedoch ein neuer Orden als Zweig des Benediktinerordens, der sich durch größte Forderungen an Armut und Einfachheit auszeichnete.
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Arbeit zitieren:
Gregor Laschewski, 2002, Die Anfänge und Ausbreitung der Templer in der Heimat (Frankreich und Deutschland) in materieller und finanzieller Hinsicht, München, GRIN Verlag GmbH
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