Inhaltsverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
1. VORBEMERKUNG 1
2. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DER IBRD 3
2.1. EREIGNISSE VOR DER BRETTON-WOODS-KONFERENZ 3
2.2. DIE BRETTON-WOODS-KONFERENZ IM JAHRE 1944 4
3. ZIELE UND AUFGABEN DER WELTBANK 5
3.1. AUFGABEN VOM ZEITPUNKT DER GRÜNDUNG BIS ZUM JAHRE 1948 5
3.2. AUFGABEN NACH EINSETZEN DES MARSHALL-PLANS IM JAHRE 1948 6
3.3. HEUTIGE AUFGABENSCHWERPUNKTE UND DAZUGEHÖRIGE DARLEHENSAUSGABEN 6
3.4. ABGRENZUNG ZUM IWF 10
4. ORGANISATION UND FINANZIERUNG DER WELTBANK 12
4.1. ZUSAMMENSETZUNG 12
4.2. ERWEITERUNG DER IBRD 15
4.3. FINANZIERUNGSKONDITIONEN UND -QUELLEN 17
5. ÜBERBLICK ÜBER DIE ENTWICKLUNGSPOLITIK DER WELTBANK IN
DEN LETZTEN FÜNF JAHRZEHNTEN 20
5.1. ENTWICKLUNGSPOLITIK IN DEN ERSTEN JAHREN DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT IM
ZEITRAUM VON 1945 BIS 1968 20
5.2. ARMUTSORIENTIERTE ENTWICKLUNGSPOLITIK VON 1968 BIS 1981 22
5.3. SEIT 1981 MEHRFACHE UMSTRUKTURIERUNG DER ENTWICKLUNGSSTRATEGIE 23
5.4. AKTUELLE ENTWICKLUNGSPOLITIK UND ZIELE 25
6. SCHLUSS 29
ANHANG ................................................................................................................................ 31 31
BEGRIFFSERKLÄRUNG 38
LITERATURVERZEICHNIS 39
- III -
Abkürzungsverzeichnis
allg. allgemein
bzgl. bezüglich
bzw. beziehungsweise
FN Fußnote
IBRD International Bank for Reconstruction and Development – Internationale
Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
ICSID International Centre for Settlement of Investment Disputes – Internatio-
nale Mitte zur Regelung von Investitionsstreitigkeiten
IDA International Development Associaton – Internationale Entwicklungsor
ganisation
IFC International Finance Corporation – Internationale Finanz Corporation
MIGA Multilateral Investment Guarantee Agency – Multilaterale Investitionsga
rantie-Agentur
s. siehe
soz. sozialen
u. a. unter anderem
z.B. zum Beispiel
- IV -
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: MITTELVERGABE PRO REGION: IBRD UND IDA STAN:D 2000 35
ABBILDUNG 2: MITTELVERGABE PRO SEKTOR: IBRD UND IDA STAN:D 2000 35
ABBILDUNG 3: WELTBANKPRÄSIDENTEN SEIT GRÜNDUNG DER INSTITUTION
UND IHRE AMTSDAUER 36
ABBILDUNG 4: MITTELVERGABE DER WELTBANK PRO SEKTOR IM ZEITRAUM
VON 1992 BIS 2000 36
ABBILDUNG 5: MITTELVERGABE PRO REGION: IBRD STAN:D 2000 37
ABBILDUNG 6: MITTELVERGABE PRO SEKTOR: IBRD STAN:D 2000 37
ABBILDUNG 7: MITTELVERGABE PRO REGION: IDA STAN:D 2000 38
ABBILDUNG 8: MITTELVERGABE PRO SEKTOR: IDA STAN:D 2000 38
ABBILDUNG 9: STIMMVERTEILUNG IN DER IBRD STAN:D 1994 35
- 1 -
1. Vorbemerkung
Die Weltbankgruppe ist eine der größten Organisationen der Welt, die die Entwick- lung armer Länder unterstützt. Im Jahr 2000 stellte die Gruppe mehr als 15 Milliarden US-Dollar seinen „Klientenländern“ 1 als Darlehen zur Verfügung. Diese „Entwick- lungsunterstützung“ wird in mehr als 100 sich entwickelnden Wirtschaftssystemen getätigt. Hauptziel ist dabei die Verbesserung des Lebensstandards der ärmsten Menschen und das Vorantreiben und die Unterstützung der Entwicklung der ärmsten Länder. Die Weltbankgruppe hat für alle ihre „Klienten“ je nach Bedarf unterschiedli- che Bereiche, die gefördert und verbessert werden müssen. Dazu gehören u.a. die Bereiche Gesundheit und Ausbildung, die Armutsverringerung, Umweltschutz und die Förderung der privaten und geschäftlichen Entwicklung. 2
Die Weltbankgruppe besteht aus fünf Institutionen, die nacheinander und den jewei- ligen veränderten Bedürfnissen entsprechend gegründet wurden. Sie setzt sich aus der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) 3 und deren Tochterorganisationen IDA 4 (Internationale Entwicklungsorganisation), IFC 5 (Inter- nationale Finanz Corporation), MIGA 6 (Multilaterale Investitionsgarantie-Agentur) und
ICSID 7 (Internationale Mitte zur Regelung von Investitionsstreitigkeiten) zusammen.
Jede der vier Tochterorganisationen besitzen für sich eine eigene Rechtspersönlich- keit. Dennoch haben sie einen gemeinsamen Präsidenten sowie das gemeinsame Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung von unterentwickelten Mitgliedsländern zu fö r- dern. Ihre Aufgaben sind durch unterschiedliche Funktionen gekennzeichnet, die im Kapitel 4.2 kurz erläutert werden. Unter dem Begriff „Weltbank“ oder „Bank“ sind laut Weltbank - Jahresbericht 2000 8 die IBRD und die IDA zusammen gemeint.
1 Länder, die Darlehen empfangen.
2 Vgl. World Bank – „About Us“, Oktober 2001, o. O., O. V., http://www.worldbank.org/about, S. 1-2. 3 Abk. für englisch „International Bank for Reconstruction and Development“.
4 Abk. für englisch „International Development Association“.
5 Abk. für englisch „International Finance Corporation“.
6 Abk. für englisch „Multilateral Investment Guarantee Agency“.
7 Abk. für englisch „International Centre for Settlement of Investment Disputes“.
8 Vgl. World Bank Annual Report 2000, Annual Review and Summary, o.O., o. V., S. 2
- 2 -
Hauptbestandteil der Betrachtung ist in meiner Hausarbeit insbesondere in den Ka- pitel, in den es um die Gründungszeit und die darauffolgenden Jahren geht, die IBRD als Mutterorganisation, da die Tochterinstituion IDA erst viel später gegründet wurde. Die IBRD und IDA haben beide ihren Schwerpunkt in der Entwicklungshilfe von ar- men Ländern, wobei die IBRD und IDA ihre Darlehen und Kredite zu unterschiedli- chen Bedingungen vergeben. Die Konditionen der IBRD sind bzgl. Laufzeit und Zin- sen härter als die der IDA, die sich nur um die ärmsten Länder kümmert, die für die IBRD-Darlehen nicht mehr kreditwürdig genug sind. Die jährliche Endsumme der vergebenen IBRD-Darlehen ist grundsätzlich bedeutend höher als die insgesamt pro Jahr vergebenen Kredite der IDA. Seit 1998 bis 2000 waren die Gesamt- Jahresdarlehen der IBRD drei- bis fast viermal höher als die Gesamt-Jahreskredite der IDA. 9
Die übrigen Tochterorganisationen werden im wesentlichen kurz dargestellt. Eine detailliertere Darstellung der Tochterorganisationen in allen Bereichen würde den Rahmen meiner Hausarbeit sprengen.
9 Siehe im Anhang, Abbildung 4: Mittelvergabe der Weltbank pro Sektor im Zeitraum von 1992 bis 2000.
- 3 -
2. Entstehungsgeschichte der IBRD
2.1. Ereignisse vor der Bretton-Woods-Konferenz
Der Gründung der IBRD im Jahre 1944 in Bretton-Woods gingen grundlegende Er- eignisse voraus, die im folgenden kurz erwähnt werden.
Bereits kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden Überlegungen ange- stellt, mit Hilfe welchen Systems so negative wirtschaftliche und soziale Entwicklun- gen, wie sie in den dreißiger Jahren stattfanden, entgegengewirkt werden könnte. Eine Wiederholung des Wirtschaftschaos und der ruinösen Abwertungen zur Ver- besserung der Exportfähigkeit wie dies bereits während der Weltwirtschaftskrise (´23-´33) geschehen ist, sollte verhindert werden. 10 Es nahmen selbst „Staaten, die politisch betrachtet in Frieden lebten, an zermürbenden Handelskriegen und sinnlo- sen Abwertungswettläufen [teil].“ 11 Weiteres Ziel war, einen potentiellen zukünftigen Protektionismus 12 zu vermeiden. 13 Denn gerade der Protektionismus sowie katastro- phale Regierungspolitiken machten aus der Depression die „Great Depression“ der dreißiger Jahre. 14 Aufgrund dieser Erfahrungen sollte eine neue Wirtschafts- und Währungsordnung für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen werden, die eine weltweite wirtschaftliche Koordination und Zusammenarbeit ermöglichte und die in der Lage war, aufkommende Konflikte zu bewältigen. Noch im Jahr 1941 wurden der britische und der amerikanische Wirtschaftstheoretiker (Keynes und White) be- auftragt Pläne für den Aufbau und die Durchsetzung eines solchen Systems zu ent- werfen.
10 Vgl. Samuelson, P. / Nordhaus, W.: Volkswirtschaftslehre - Grundlagen der Makro- und Mikroökonomie, Band
2, 8. grundlegend überarbeitete deutsche Auflage, Köln: Bund, 1987, S. 708.
11 Samuelson, P./ Nordhaus, W.: Volkswirtschaftslehre, 15. übersetzte Auflage, Wien/Frankfurt: Üeberreuter, 1998, S. 832.
12 Siehe im Anhang unter „Begriffserklärung“.
13 Vgl. Sandner, P./ Sommer M.: IWF – Weltbank - Entwicklungshilfe oder finanzpolitischer Knüppel für die „Dritte Welt“? 7. unveränderte Auflage, Stuttgart: Schmetterling, 1992, S.11 (Arbeitskreis Entwicklungspolitik im BDKJ).
14 Vgl. o. V.: Rezession in den USA: Wie geht es weiter?, in: WISU 30. Jg. (Oktober 2001) Heft 11, S. 1438.
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Keynes und White entwickelten miteinander konkurrierende Modelle, die den jeweili- gen finanzpolitischen Zukunftsperspektiven ihres Landes entgegenkamen. 15 Keynes ursprüngliche Idee war die Gründung einer Weltzentralbank, die Kredite an Defizit- länder vergeben sollte, welche durch vorherige Kreditaufnahme in den Überschuß- ländern 16 finanziert werden sollten. Desweiteren sollten die Überschußländer zum Ausgleich ihrer Zahlungsbilanz verpflichtet werden. Außerdem sollten feste Wechsel- kurse angestrebt werden sowie als internationale Rechnungseinheit eine Kunstwä h- rung, nämlich der „Bancor“, geschaffen werden. Der Vorschlag des Amerikaners White widersprach in wichtigen Punkten dem Keynes. Whites Plan sah einen inter- nationalen Fonds vor, der Kredite an Mitgliedsländer vergeben sollte. Diese Kredite sollten durch Einlagen der Mitgliedsländer und eventuellen Anleihen gedeckt sein. Entgegen Keynes Vorschlag sollten die Überschußländer nicht zum Ausgleich ihrer Zahlungsbilanz verpflichtet werden. Allerdings sah auch White feste Wechselkurse vor, die nur mit der Zustimmung des Fonds abgeändert werden sollten. Auch in sei- nem Plan sollte eine internationale Währung entstehen, die „Unitas“ benannt werden sollte. Jedoch fiel auf der Konferenz von Bretton Woods der Vorschlag einer interna- tionalen Währung unter den Tisch. Desweiteren wurden die von White ursprünglich entwickelten Ideen bereits vor der Bretton-Woods-Konferenz auf Druck des US- amerikanischen Bankensystems „abgemildert“. 17
2.2. Die Bretton-Woods-Konferenz im Jahre 1944
Die IBRD wurde im letzten Kriegsjahr, zeitgleich mit dem IWF, konzipiert. Mit Hilfe der IBRD sollten die langfristigen strukturellen Probleme der ärmsten Länder besei- tigt und der Wiederaufbau Europas unterstützt werden. Durch die Vergabe von gün- stigen Krediten zu langen Laufzeiten wollte man in den armen und den durch den Krieg stark gebeutelten Staaten „soziale Explosionen“ vermeiden und das Weltwirt- schaftssystem vor weiteren Krisen schützen. 18 Das Ziel dieser Institution war es, die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedsstaaten und den Lebensstandard der Men
15
Vgl. Kuhlmann, U.: Globale Umweltprobleme und die Rolle der Weltbank - Eine institutionenökonomische Analyse, Hagen: ISL, 1998, S.87 (Beiträge zur Struktur- und Konjunkturforschung, Bd. 36).
16 Das würden in Zukunft vor allem die USA sein.
17 Vgl. Sandner, P./ Sommer M.: IWF – Weltbank, Entwicklungshilfe oder finanzpolitischer Knüppel für die „Dritte Welt“? (FN 13) S. 12-14.
18 Vgl. Sandner, P./ Sommer M.: IWF – Weltbank, Entwicklungshilfe oder finanzpolitischer Knüppel für die „Dritte Welt“? (FN 13) S.18-19.
- 5 -
schen zu fördern. 19 Die Währungs- und Finanzkonferenz fand vom 1. bis zum 21. Juli 1944 „unter der geistigen Führung von Keynes“ 20 in Bretton Woods 21 statt. 22 Letzt- endlich „...einigte man sich auf einen Plan .., der zwar vom Einfluß Keynes geprägt war, aber im wesentlichen stark an Whites Modell orientiert war...“ 23 .
Im Dezember 1945 trat das Abkommen über die IBRD in Kraft und im Juni 1946 nahm sie in ihrem Hauptsitz, in Washington, D. C., 24 ihre Geschäftstätigkeit auf. 25
3. Ziele und Aufgaben der Weltbank
3.1. Aufgaben vom Zeitpunkt der Gründung bis zum Jahre 1948
Die Aufgaben bzw. Ziele der IBRD wurden in Artikel I der IBRD-Satzung festgelegt. Dazu gehörten folgende Punkte:
a) Beitrag zum Wiederaufbau und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Mitgliedslä n- der,
b) Förderung privater ausländischer Kapitalanlagen,
c) Förderung eines ausgeglichenen Welthandels, Hebung der Produktivität und des Lebensstandards sowie Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Mitglieds- ländern,
d) Abstimmung der von ihr garantierten oder gewährten Darlehen mit anderen inte r- nationalen Darlehenstätigkeiten, so dass die nützlicheren und dringenderen Vor- haben zuerst durchgeführt werden und
e) Berücksichtigung der Geschäftsbedingungen in den Mitgliedsländern und Unter- stützung bei der Umstellung von Kriegs- auf Friedenswirtschaft. 26
19 Vgl. Bertelsmann, Das große Universallexikon – Discovery, o. O., 1999, o. V., „Weltbank“, (CD-ROM). 20 Samuelson, P./ Nordhaus, W.: Volkswirtschaftslehre, 15. übersetzte Auflage, Wien/Frankfurt: Üeberreuter, 1998, S. 832.
21 Ort im USA-Staat New Hampshire.
22 Vgl. Kuhlmann, U.: Globale Umweltprobleme und die Rolle der Weltbank, (FN 15) S.88. 23 Kuhlmann, U.: Globale Umweltprobleme und die Rolle der Weltbank, (FN 15) S.88. 24 District of Columbia, Bundeshauptstadt und seit 1800 Regierungssitz der USA. 25 Vgl. Kuhlmann, U.: Globale Umweltprobleme und die Rolle der Weltbank, (FN 15) S.88-89. 26 Vgl. Kuhlmann, U.: Globale Umweltprobleme und die Rolle der Weltbank, (FN 15) S.90.
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Petra Schlunz, 2002, Aufgaben, Organisation und Entwicklung der Weltbank (IBRD und IDA), München, GRIN Verlag GmbH
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