Friedrich-Schiller-Universität Jena
Kunsthistorisches Seminar
Proseminar: Mittelalterlichen Portalskulptur
5. Semester
Das Fürstenportal des Bamberger Domes
von: Nadja Litschko
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Baugeschichte 3
2.1. Bauforschung und Datierungsprobleme 3
2.2. Restaurationsarbeiten 5
3. Aufbau des Portals 6
3.1. Die Portalskulpturen 8
3.1.1. Die Portalgewände 8
3.1.2. Das Tympanon 10
3.1.3. Ekklesia und Synagoge 12
4. Zusammenfassung 15
5. Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung
Der Dom St. Peter und Georg in Bamberg gilt als eines der wichtigsten sakralen Bauwerke des Mittelalters. In seiner architektonischen Konstruktion und seinen Bildwerken ist der Übergang von der Romanik zur Frühgotik ablesbar.1 Insbesondere an dem hier zu besprechenden Bauteil, dem Fürstenportal, wird dieser Wechsel deutlich sichtbar. Ziel dieser Arbeit ist es, das eben genannte Portal in seiner Entwicklung darzustellen, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung, Interpretation und zeitlichen Einordnung der skulptur-technischen Bestandteil. Dabei sollen besonders jene hervorgehoben werden, welche die Wende von Spätromanik zu Frühgotik sichtbar werden lassen. Weiterhin soll erörtert werden, welche Einflüsse auf die jüngere Skulptur des Portals wirkten, und somit den Bruch sichtbar machten. And Ende wird eine Zusammenfassung der hier zusammengetragenen Informationen folgen, gemeinsam mit einem Ausblick in die mögliche Zukunft des Fürstenportals des Bamberger Domes.
2. Baugeschichte
2.1. Baugforschung und Datierungsprobleme
Die Baugeschichte des Fürstenportals ist, wie die des Domes selbst, mit einigen Unklarheiten behaftet, da wenige zuverlässige Auszeichnungen über den Bau des Domes existieren. So gibt es in der Literatur immer wieder Unstimmigkeiten was die Datierung und Geschichte des Portals betrifft. Nach neueren Erkenntnissen wurde das Fürstenportal in einer frühen Phase des Bauvorhabens angelegt, da es „in seiner gesamten ausgearbeiteten Form bei der Errichtung des nördlichen Seitenschiffes bereits mit versetzt worden sein muß, was im Rahmen der Gesamtbaugeschichte kaum nach 1225 geschehen sein kann.“2 Erschwert wird die Frage nach der genauen Entstehungszeit durch die Tatsache, dass der plastische Schmuck des Portals mitunter deutliche Stilunterschiede aufweist. Diese Thematik soll allerdings nicht an dieser Stelle, sondern vielmehr in den entsprechenden Abschnitten zu den einzelnen Teilen des Portals näher erläutert werden. Als gesichert gilt allerdings, dass an der Herstellung des plastischen Schmuckes des Fürstenportals zwei verschiedene Künstlerwerkstätten beteiligt waren, welche in der Literatur als ‚ältere’ und ‚jüngere’ Werkstatt bezeichnet werden. Auch wurde bei einigen der Figuren, welche wohl von der jüngeren Werkstatt gefertigt wurden, eine stilistische Abhängigkeit zur Kathedrale in Reims festgestellt.3
Davon abgesehen unterscheiden sich die Meinungen der Experten zur Baugeschichte des Portals zum Teil erheblich, wie Manfred Schuller in seiner Zusammenfassung der bis dahin erworbenen Erkenntnisse ausführt.4 So erklärte Dethard von Winterfeld5, dass das Fürstenportal gemeinsam mit der Seitenschiffmauer an der Nordseite errichtet worden sei. Auch sei der Großteil der Figuren, abgesehen von den später hinzugefügten Figuren der Synagoge und Ecclesia sowie Abraham und dem Posaunenengel, zu dieser Zeit angebracht worden, da Figuren und Portal „in unlösbarem Bauverband stünden...“6. Diese Ausführungen würden auf eine frühe Datierung des Portals um 1224/25 hindeuten, was aber laut Schuller problematisch sei, da in diesem Falle „die Abhängigkeit der Bamberger Skulptur von der in Reims nicht haltbar“7 sei. Weiterhin existieren auch Zweifel an der Annahme, Portal und dessen Skulptur seien zur selben Zeit entstanden. 8
Auch Willibald Sauerländer ist in Sachen Datierung zu nennen. In seinem Artikel Reims und Bamberg: Zu Art und Umfang der Übernahmen9 verglich er ausführlich Figuren aus dem Tympanon des Fürstenportals, sowie den Engel am Kapitell der Ekklesia- Säule und eine der rechten Gewändefiguren mit Plastiken der Reimser Kathedrale, und wies dabei eindeutige Bezüge nach. Er vermutete daher, „dass die Bildhauer aus Reims nach Bamberg kamen, als in Reims zwischen 1233 und 1236 die Arbeiten an der Kathedrale [...] anscheinend völlig zum Erliegen kamen.“ 10 Dies würde nun für eine spätere Datierung beziehungsweise Fertigstellung des Portals sprechen, oder aber für eine nachträgliche Anfügung eines Großteils des figürlichen Schmuckes.
[...]
1 Vgl. Lexikon der Kunst. Bd. 1: A – Cim. 1987, S. 392
2 Schuller, a. a. O., S. 7.
3 Ebenda, S. 19
4 Ebenda, S. 19.
5 Vgl. Winterfeld, Dethard von: Die Baugeschichte bis zur Vollendung im 13. Jahrhundert. Berlin : Mann. 1979.
6 Schuller, a.a.O., S. 19.
7 Ebenda, S. 19.
8 Vgl. Ebenda, S. 19.
9 Sauerländer, Willibald: Reims und Bamberg: Zu Art und Umfang der Übernahmen. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, 39, 1976, S. 167-192.
10 Ebenda, S. 192.
Arbeit zitieren:
Nadja Litschko, 2004, Das Fürstenportal des Bamberger Domes, München, GRIN Verlag GmbH
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