Jugendsprache
von
Birte Glass
2004
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung S. 2
2 Definitionsversuche S. 2
3 Jugendsprache als Spielzeug der Medien S. 3
4 Kritik an populistischen Wörterbüchern S. 4
5 Kulturverfall durch Jugendsprache? S. 6
6 Neue Ansätze der Jugendsprachforschung S. 7
7 Resümee S. 8
Literaturverzeichnis S. 10
1 Einleitung
‚Analhusten’, ‚Moppelkotze’ ‚Hackfresse’ und ‚Nuttenpfiffi’ – diesen und anderen Ausdrücken begegnet man in PONS „Wörterbuch der Jugendsprache“1. Veröffentlichungen dieser Art sind in immer größerer Fülle erschienen mit der angeblichen Absicht Jugendsprache zu erklären. Doch können solche Publikationen herangezogen werden, wenn es darum geht eine Definition von Jugendsprache zu finden? Reicht es aus, die Sprache der Jugend auf einige besonders prägnante und oftmals (insbesondere den Erwachsenen) schockierende Ausdrücke zu reduzieren?
Angelehnt an den Artikel „Jugendsprache und Jugendkultur“ von Peter Schlobinski2 soll diese Frage im folgenden thematisiert werden. Dabei wird deutlich, dass Jugendsprache weitaus mehr Faktoren beinhaltet als bloße Ausdrücke und Formeln. Die folgenden Kapitel geben Aufschluss über Forschungsansätze und Kritik an diesen, sowie über Vorurteile und Meinungen, die in den letzten Jahren, insbesondere durch die Medien publik wurden.
(In diesem Sinne wünsche ich chilliges Readen meiner hoffentlich endgeilen und abgefahrenen flowigen Arbeit!)
2 Definitionsversuche
Nach der Ansicht von Helmut Henne ist Jugendsprache eine spezifische Sprech- und Schreibweise, die Jugendlichen zur Sprachprofilierung und zur Identitätsfindung verhilft. Er beschreibt sie als ein spielerisches Sekundärgefüge mit bestimmten Merkmalen, zu denen Grüße, Anreden, Partnerbezeichnungen, griffige Namen, Sprüche, flotte Redensarten, stereotype Floskeln, metaphorische und meist hyperbolische Sprechweisen, Repliken mit Entzückungs- und Verdammungswörtern, Sprachspielereien, Lautverkürzungen, Lautschwächungen sowie Lautwörterkommunikationen, Wortbildungen und Worterweiterungen zählen.3
Allgemeiner formuliert, sollte man annehmen, dass Jugendsprache die Sprache der Jugend ist. Doch nicht alle Jugendlichen sprechen eine einheitliche und nur für sie bestimmte Sprache, wie sie Henne formuliert. Da Jugendliche in zwei unterschiedlichen Wertewelten leben, zum einen in der Welt der Erwachsenen und zum anderen in der ihrer Altersgenossen, benutzen sie auch, je nachdem mit wem sie gerade kommunizieren, unterschiedliche, angemessene Sprechweisen.
Aber auch anhand der sogenannten jugendlichen Sprechweise lässt sich nicht festmachen, ob eine Person jugendlich ist, oder nicht. Dies wird deutlich anhand der Tatsache, dass es auch zahlreiche Erwachsene gibt, die sich der Jugendsprache bedienen um sich jung zu fühlen. Der Stellenwert von Jugend in der heutigen Gesellschaft ist ernorm groß. Insbesondere die Medien tragen zum Streben nach ewiger Jugend bei. Produkte werden von jungen Menschen angepriesen und die zahlreichen Publikationen, wie Lexika mit Erklärungen zu jugendlichen Ausdrücken, tragen dazu bei, dass der Begriff Jugendsprache zum Mythos wird. Eine wirkliche Definition gibt es jedoch nicht.
3 Jugendsprache als Spielzeug der Medien
Seit den achtziger Jahre gibt es zahlreiche Publikationen zum Thema Jugendsprache oder Jugendslang, die nicht nur von Jugendlichen, sondern auch gerne von Erwachsenen gelesen werden. Eines der bekanntesten Beispiele ist das Buch „Laß uns mal ne Schnecke angraben“4 von Claus-Peter Müller-Thurau, das in die Bestsellerlisten aufgenommen wurde.
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1 PONS Wörterbuch der Jugendsprache. Ernst Klett Sprachen GmbH, Stuttgart 2002.
2 Peter Schlobinski: Jugendsprache und Jugendkultur. Aus: Politik und Zeitgeschichte. B5/2002
3 Vgl.: Helmut Henne: Jugend und ihre Sprache – Darstellung, Materialien, Kritik. de Gruyter, Berlin u. New York 1986, S. 208ff.
4 Claus-Peter Müller-Thurau: Laß’ uns mal ’ne Schnecke angraben – Sprache und Sprüche der Jugendszene. Econ, Düsseldorf u. Wien 1983.
Arbeit zitieren:
Birte Glass, 2004, Jugendsprache, München, GRIN Verlag GmbH
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