Universität Leipzig Institut für Philosophie „Hegel: Philosophie der Religion“ Proseminar WS 1999/2000
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(2) Die „absolute Religion“ - Das Christentum 8
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(1) Aufbau 12
(2) Über das Wesen des Menschen und das Wesen der Religion 13
(3) Von der Sinnlichkeit zur Religion 15
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Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich den Stoff des Seminars vertiefen. Ausgehend von Ge- org Wilhelm Friedrich Hegels Ä9RUOHVXQJHQEHUGLH3KLORVRSKLHGHU5HOLJLRQ³ ist es mein Ziel, in einer Art Gegendarstellung Ludwig Feuerbachs Ä:HVHQ GHV &KULVWHQWXPV³ zu interpretieren, und somit dessen Kritik an Hegels Anschauungen deutlich zu machen.
Dazu gehe ich zu Beginn noch einmal kurz auf Georg Wilhelm Friedrich Hegel, sein religions- philosophisches Werk, und daraus speziell auf die Ä9RUOHVXQJHQEHUGLH3KLORVRSKLHGHU5HOLJL RQ³ ein. In einem zweiten Abschnitt versuche ich das Schaffen von Ludwig Feuerbach zu dieser Thematik darzustellen, insbesondere sein Hauptwerk das Ä:HVHQ GHV &KULVWHQWXPV³. Wenn ich beide Positionen näher erläutert habe, möchte ich abschließend diese miteinander vergleichen, und zwar habe ich dabei besonderes Augenmerk auf ihre Darstellungen der christlichen Religion gelegt.
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Georg Wilhelm Friedrich Hegel wurde am 27.August 1770 als Sohn eines Rentkammersekretärs in Stuttgart geboren. Er stammte aus einer alten Theologen- und Beamtenfamilie. Nach dem Be- such der Deutschen und der Lateinischen Schule, wechselte er an das „Gymnasium illustre“, wel- ches ihm eine gute Ausbildung ganz im Sinne der Aufklärung vermittelte. Aufgrund seiner dorti- gen Leistungen konnte er nach seinem Abschluß am Gymnasium als herzoglicher Stipendiat im Evangelischen Stift in Tübingen leben und ab dem Herbst 1788 dort Theologie studieren. Er be- gegnete Friedrich Hölderlin und F.W.J. Schelling und schloß Freundschaft mit ihnen. Die Begeis- terung für die Französische Revolution und für Griechenland sowie die Aneignung der Kanti- schen Revolution bestimmten die Vorstellungswelt der Freunde, und bald auch seine eigene. In zunehmendem Maße entwickelte er eine ablehnende Haltung gegenüber der Theologie seiner Lehrer. Ende 1793 ging er als Hofmeister zu einer Patrizierfamilie nach Bern. Später dann, An- fang 1797 begab er sich nach Frankfurt am Main, wo sich auch Hölderlin niedergelassen hatte. Dort arbeitete er als Hauslehrer. Die Freundschaft mit Schelling ebnete ihm den Weg zur Habili- tation an der Universität Jena, das war 1801. Erst als Privatdozent, und seit 1805 als außerordent- licher Professor für Philosophie, trug er an der Jenaer Universität vor einem kleinen Kreis von Studenten sein System vor. Als er endlich, 1807, den ersten Teil dieses Systems, die Ä3KlQRPH QRORJLHGHV*HLVWHV³ publizieren konnte, mußte er wegen den damaligen politischen Wirren auf- grund der Kriegsereignisse Jena verlassen. Er nahm eine Stelle als Zeitungsredakteur bei der Bamberger Zeitung an, und ging 1808, in Anschluß daran nach Nürnberg, wo er als Rektor des dortigen „Egidien-Gymnasiums“ und als Lehrer für Philosophie tätig war. Jahre später konnte er dann auch wieder Philosophie an einer Universität unterrichten. 1816 wurde er an die Universität Heidelberg berufen, und 1818 trat er die Nachfolge Fichtes auf dem Lehrstuhl für Philosophie an der Berliner Universität an. Dort stellte er in großen Vorlesungen vor einem wachsendem Schü- lerkreis alle Teile seines Systems vor. Die Hegelsche Schule setze sich an den preußischen Uni- versitäten immer mehr durch und bekam schließlich mit den Ä-DKUEFKHUQIUZLVVHQVFKDIWOLFKH .ULWLN³ auch ein eigenes Rezensionsorgan. Hegel selbst nahm am geistigen und kulturellen Leben in Berlin teil, und erweiterte auf größeren Reisen, zum Beispiel in die Niederlande, nach Wien
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oder Paris, seinen Horizont. 1830 wurde er schließlich Rektor der Berliner Universität. Am 14.April 1831 erlag er einer Krankheit, und starb für alle unerwartet und viel zu früh.
Die enorme Wirkung, die Hegel zu seinen Lebzeiten erlangte, beruhte nicht nur auf den publi- zierten Büchern, sondern vielmehr auf seiner Lehrtätigkeit. Nach seinem plötzlichen Tod gab ein „Verein der Freunde des Verewigten“ seine Ä:HUNH³ heraus. Dazu gehörten auch die Vorlesun- gen, welche nach Manuskripten und vor allem nach den Mitschriften einiger seiner Schüler zu- sammengestellt wurden.
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Hegels Religionsphilosophie war Teil eines größeren Systems. Als Grundlage seiner Vorlesungen diente ihm eine Ä(Q]\NORSlGLHGHUSKLORVRSKLVFKHQ:LVVHQVFKDIWHQ³, worin von ihm sein ganzes System beschrieben wird. Der Systemabriß wird ausgefüllt von seinen Vorlesungen über die En- zyklopädie im ganzen und über ihre einzelnen Teile. Konkret wären das die Logik und die Meta- physik, die Philosophie der Natur oder rationelle Physik, die Anthropologie und Psychologie oder Philosophie des Geistes, das Naturrecht und die Staatswissenschaft oder Philosophie des Rechts, die Philosophie der Weltgeschichte, die Ästhetik oder Philosophie der Kunst, die Religionsphilo- sophie, und schließlich die Geschichte der Philosophie. Über ihre eigene Geschichte ist die Philo- sophie eingebettet in die Weltgeschichte und verbunden mit der Geschichte der Religion. So kommt ihr Geschichtlichkeit zu. In den großen Vorlesungen seiner Heidelberger und Berliner Zeit versucht Hegel, die Entwicklung der Idee in der äußeren Geschichte aufzuzeigen. Wenn er die Geschichte als äußerlich charakterisiert, so besagt das, daß er weiterhin eine von der Zufällig- keit der Erscheinung gelöste systematische Entfaltung als innere Geschichte anerkennt. In Bezug auf die Religionsphilosophie redet er von einer göttlichen Geschichte, in der Gott sich vor der Schöpfung und der Sendung von Jesus Christus in seine unterschiedlichen Momente auflöst. Ge- mäß der Vorstellungen über Gottes Trinität sind das Vater, Sohn und Heiliger Geist.
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M.A. Annett Rischbieter, 2000, Vergleich der Religionsauffassungen von Hegel und Feuerbach, München, GRIN Verlag GmbH
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