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Inhaltsverzeichnis:
I) Einleitung
II) Hauptteil
II.1) Die Deutungen der Regeln II.2) Die Kriterien des Regelfolgens I II.3) Die Regel-mäßigkeit der Sprache II.4) Das Verständnis und die Regeln II.5) Die Gleise (Regeln) der Sprache II.6) Die Kriterien des Regelfolgens II II.7) Die Regel als Voraussetzung für die Verständigung
III) Schluss
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I) Einleitung In dieser dritten und letzten Hausarbeit über Ludwig Wittgensteins Philosophische Untersuchungen, möchte ich auf seinen Begriff der „Regel“ sowie dessen enge Verknüpfung mit der Sprache eingehen. Denn in diesem Kontext wird, meiner Meinung nach, deutlich wie unser Verständnis der Sprache geartet ist. Wittgenstein zeigt dem Rezipienten, dass der Sprache ein Gerüst zugrunde liegt, auf das wir uns stützen wollen, wenn wir kommunizieren. Dieser Wunsch ist architektonischer Natur, weil es uns um die Form, und nicht um den Inhalt geht. Die dem Wunsch folgende Erklärung ist nach Wittgenstein eine Art „Scheingesims“, das nichts hält. 1 Dieses Mal möchte ich, im Unterschied zu den beiden vorangegangenen Hausarbeiten, in kleineren Schritten vorgehen und so versuchen Wittgensteins facettenreicher Ausleuchtung der „Regeln“ in der Sprache annähernd gerecht zu werden. Daher beginne ich von den Deutungen der Regeln zu handeln. Daraufhin interpretiere ich die Kriterien des Regelfolgens (I), um auf die Regel-mäßigkeit der Sprache zu sprechen zu kommen. Hieraus folgt logisch eine Beschäftigung mit dem Verhältnis von Verständnis und Regeln. All diese Schritte folgen dem, was Wittgenstein in §§198-217 zeigt.
Die zweite Hälfte meiner Arbeit soll von den §§218-242 handeln. Diese habe ich in drei Abschnitte unterteilt, die heißen: a) Die Gleise (Regeln) der Sprache, b) Die Kriterien der/s Regel(folgens) (II) und schließlich c) Die Regel als Voraussetzung der Verständigung. Ein letztes Mal verzichte ich auf Sekundärliteratur, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und hoffe in diesem Wittgenstein zu begegnen
II) Hauptteil II.1) Die Deutungen der Regeln Die Deutung erschließt nicht die Bedeutung, denn im Deuten wird nur ein Ausdruck durch einen anderen ersetzt. „Jede Deutung hängt, mitsamt dem Gedeuteten, in der Luft; sie kann ihm nicht als Stütze dienen. Die Deutungen allein bestimmen die Bedeutung nicht.“ 2 Deutung und Gedeutetes hängen deshalb in der Luft, weil das Regelfolgen nur einer Abrichtung entspringt, aus der ein steter Gebrauch, eine Gepflogenheit wurde. Da wir zum Teil durch Abrichtung lernen, drücken wir bestimmten Begriffen Stempel auf. Die Deutung existiert 1 Vgl. Wittgenstein, Ludwig – Philosophische Untersuchungen, (Erstveröffentlichung 1953), Frankfurt am Main 1984, §217 2 ebd.,§198
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sozusagen nicht, weil wir schon in der Kindheit lernten die Regel auf eine bestimmte Art und Weise zu belegen, sie dann im Laufe der Jahre anwendeten und es demzufolge nur die Praxis ist, die zählt. Die Praxis ist jedoch immer dieselbe, weil wir immer, wenn wir die Regel vor uns hatten, unserer Abrichtung gemäß reagierten. Wir deuteten nicht, denn Deutungen erfolgen eher inspirativ und kreativ: „Darum besteht eine Neigung, zu sagen: jedes Handeln nach der Regel sei ein Deuten. `Deuten´ aber sollte man nur nennen: einen Ausdruck der Regel durch einen anderen ersetzen.“ 3
II.1) Die Kriterien des Regelfolgens I
„Ist, was wir `einer Regel folgen´ nennen, etwas, was nur ein Mensch, nur einmal im Leben tun könnte?“ 4 Meiner obigen Auslegung zufolge müsste ich diesen Satz Wittgensteins bejahen. Denn oben legte ich einen Schwerpunkt auf die Abrichtung. Berufe ich mich also auf die Abrichtung, müsste ich sagen: Ja, ein Mensch kann nur einmal im Leben einer Regel folgen, nämlich dann, wenn er auf die Regel abgerichtet wird. Dies scheint mir jedoch fadenscheinig, denn eigentlich kann kein Mensch auch nur einmal im Leben einer Regel gefolgt sein, weil man einer Regel im strengen Sinne nicht folgen kann. Folgen hieße, die Regel gedeutet haben. Führte man nun das Argument der Abrichtung an, resultierte daraus die Befehlsförmigkeit der Regel, die wir doch nur in unser Hirn eingebrannt bekamen, immer fort, bis wir unserem Lehrer gemäß reagierten. Einer Regel folgen, ist eine Gepflogenheit. Indem wir die Regel deuten, ersetzen wir sie nur durch einen anderen Ausdruck. Im strengen Sinne einer Regel zu folgen, ist nicht möglich. Es wäre als spielte man das einzige Spiel, das erfunden wurde. Obgleich die Menschheit niemals Spiele spielt.
II.3) Die Regelmäßigkeit der Sprache
In §§ 206-207 zeigt Wittgenstein, dass der Sprache eine Regelmäßigkeit innewohnt. Die gemeinsamen menschlichen Handlungsweisen müssen auf die Äußerungen, die Sprache, abgestimmt sein. Denn geben die Worte bezüglich der Handlungen keinen Sinn, ist die Sprache unlogisch, oder, mehr noch, keine Sprache. Lerne ich eine fremde Sprache, kann ich sie nur nachvollziehen, wenn die Worte Bezugspunkte haben, wenn bestimmten Tätigkeiten und Lebensformen dazu passende, in der eigenen Sprache vergleichbare, Ausdrücke entsprechen. Das illusorische Land, welches Wittgenstein beispielhaft anführt, hat in seinem 3 ebd.,§201 4 ebd.,§199
Arbeit zitieren:
M.A. Jens-Philipp Gründler, 2001, Wittgensteins Begriff der Regel in den Philosophischen Untersuchungen, München, GRIN Verlag GmbH
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