Gliederung
1 ) Vita
s. 3
2 ) Vor Munsell
a) Wilhelm von Bezold 3
b) Nicholas Odgen Roods 4
c) Wilhelm Ostwald 5
3 ) Munsells Farbsystem
a) Die Problematik - Sein Ansatz 6
b) Die HUE-SKALA 7
c) Die VALUE-SKALA 8
d) Die CHROMA-SKALA 9
e) Ergebnis: der “COLOR TREE 10
4 ) Nach Munsell
a) Die Munsell Renotation 11
b) Verbesserung des Hue-Farbtonkreises 12
c) Das HLS-System 12
d) Das CIE-Dreieck 12
e) Tryggve Johansson 13
f) DIN-System 13
g) ISCC-NBS System 13
5 ) Links / Bibliographie
s. 14
2
1) VITA
Der amerikanische Künstler (er malte v.a. Meeresstimmungen) und Kunstprofessor Albert Henry Munsell wurde am 6. Januar 1858 in Boston geboren und starb am 28. Juni 1918 im Alter von 60 Jahren. Berühmt wurde er allerdings weniger auf Grund seiner Bilder, sondern eher wegen seines neuartigen Entwurfs eines allgemeinen Farbordnungssystems.
Er begann 1898 mit Farbstudien, publizierte 1905 sein erstes Buch “A Color Notation” und 10 Jahre später, 1915, “The Atlas of the Munsell Color System”, worin Farbproben seiner 10 Primärhues (seiner Hauptfarben) mit verschiedenen Chroma- und Value-Werten zu finden waren. Diese waren ein Haupt-bestandteil seines 3-dimensionalen Farbsystems, dem “Color Tree”, welches erstmalig nach Maßstäben der Wahrnehmung gegliedert war und nicht nach puren wissenschaftlich-theoretischen Regeln funktionierte. Zudem war durch seine Einführung der Farbvariablen Hue, Value und Chroma zum ersten Mal eine genaue Klassifikation von Farben (die “Munsell Notation”) möglich, die jeder existierenden Farbe genaue Attribute zuwies und sie auch so kommunizierbar machte. Zudem erfand er das Tageslicht-Photometer, welches er eigens für seine perzeptiven Farbstudien entwarf.
Munsell gründete noch 1917 die Munsell Color Foundation (heute im Besitz von Gretag MacBeth), bevor er 1918 starb.
Sein “Color Atlas” wurde mehrfach neu aufgelegt und immer weitere Farbproben und -mischungen hinzugefügt (1929 sind es 20 Hues / 1950 sind es 40 Hues / 1958 werden Farben auf brillanten Oberflächen eingeführt etc.)
Dieses Farbsystem, die erste i nternational akzeptierte Farbnorm, wird heute, in verfeinerten Formen, noch in vielen Gebieten benutzt, v.a. wenn es um die Bestimmung von Farboberflächen geht. Man kann das Munsell Farbsystem zudem als Wegbereiter des heutigen Farbstandards, des CIE-Dreiecks sehen.
2) Vor Munsell
a) Wilhelm von Bezold
Schon Wilhelm von Bezold (1837-1907), ein Münchner Professor für Meteorologie, formulierte das Anliegen, Farben nach perzeptiven Maßstäben zu beurteilen: ”... den Kreis so in Farbgruppen einzuteilen, daß der Charakter benachbarter Gruppen dem Auge gleich große Unterschiede darzubieten scheint". Beim Betrachten der jetzigen Ordnung "...hat man doch den Eindruck, daß der Ton im Gebiet von Blau und Grün sich viel langsamer ändert als in dem des Purpur und Violett.”
Von Bezold dachte bei seinen Farbüberlegungen eher daran, für Künstler und Färber Farbordnungen zu vereinfachen, so publizierte er 1874 "Die Farbenlehre in Hinblick auf Kunst und Kunstgewerbe”, Er war besonders an der Farbharmonielehre interessiert. So entwickelte er einen Farbkegel und bemühte sich, harmonische Triaden mit dem Modell gleichseitiger Dreiecke zu finden, die er um eine weiße
3
Mitte legte. Nur, schaffte er so nicht den gesamten Farbraum abzudecken, was hauptsächlich auf seine falsche Überlegung zurückzuführen ist, dass Farbharmonie sich auch symmetrisch und einfach im geometrischen Raum zeigen müsse. Erst Munsell legte mit seinem Farbsystem einen asymmetrischen dreidimensionalen Farbraum vor.
b) Nicholas Odgen Roods
Der amerikanische Physiker Nicholas Odgen Roods legte 1879 seine Forschungen und Einsichten zur physiologischen Optik in dem Buch «Modern Chromatics» vor. Als Physiker interessierte ihn hauptsächlich die additive Farbmischung, so benutzte er die von Maxwell entwickelte Farbscheibe, um die genaue Position von Farben in seinen konzentrischen Farbkreisen zu bestimmen. Farbmischungen wurden durch das Drehen dieser Scheibe erzeugt, die zuvor mit verschiedenen Anteilen der drei additiven Primärfarben Rot, Grün, Blau bemalt worden waren. In seinem Farbkreis ging er von den drei additiven Primärfarben Rot, Grün und Blau aus und entwickelte insgesamt 12 äußere Segmente gleicher Größe. Jedem Farbpunkt liegt genau sein Komplementärer gegenüber. Jedoch tritt auch bei Roods das Problem der Wahrnehmung von Farben auf.
Um Farben auch dementsprechend zuzuordnen schlug Roods vor, zwei Pyramiden an ihren Unterflächen zusammenzukleben, jeweils eine Spitze weiß anzumalen und die Andere schwarz, um die Klebestelle einen Spektralkreis aufzutragen und den Rest nach Augenmaß auszumalen. Zunächst folgte Munsell seinem Vorschlag.
c) Wilhelm Ostwald
Der Chemie-Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald, ein Zeitgenosse Munsells (sie lernten sich 1905 in den USA auf einer Reise kennen) entwickelte parallel sein eigenes Farbsystem, das er 1916/17 in seiner “Farbfibel” vorstellte. Sein größtes Anliegen in Bezug auf die Farbordnung war es, die Harmonie der Farben besser zu verstehen und wissenschaftlich in den Griff zu bekommen.
Auch Ostwald bemühte sich ein Farbsystem nach der Farbempfindung zu konstruieren, nur wählte er drei andere Variablen, um die jeweiligen Farbattribute beschreiben zu können. Bei ihm bestimmten Farbgehalt - Weissgehalt - Schwarzgehalt eine Farbe.
Zudem führte er den Begriff der VOLLFARBE ein, die Ähnlichkeiten mit den Hues von Munsell aufweisen. Eine Vollfarbe ist eine optimal reine Farbe, d.h. sie enthält weder Schwarz- noch Weißanteile, sie ist gesättigt und gleichzeitig hell. Diese Idealfarben können mit tatsächlichen Pigmenten nicht produziert werden, in Ostwalds Farbproben enthalten die Vollfarben noch 5% Weiß- und Schwarzanteil.
Der Hauptsatz in Ostwalds Farbenlehre lautet: Mischungsfarbe = Vollfarbe & Weiss & Schwarz, so ist jede Farbe mit diesen drei Variablen bestimmbar.
Ostwald unterschied, ähnlich wie Munsell, die bunten von den unbunten Farben und konstruierte dementsprechend sein dreidimensionales Farbsystem:
Er legte die unbunten Farben als Grauskala auf einer Linie mit 8 Stufen an. Diese Grauabstufungen zwischen Weiß und Schwarz an den Enden folgen, ähnl. Wie bei Munsell, einer geometrischen Reihenfolge (nicht einer linear-gleichmäßigen), die auf der Farbwahrnehmung beruht. So kommt es, dass die Mitte zwischen Weiß und Schwarz einen Weißanteil von nur noch 20% aufweist (Grundlage der Reihe ist das Weber-Fechnersche Gesetz der Psychophysiologie).
4
Arbeit zitieren:
Kerstin Polte, 2002, Albert Henry Munsell, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Kerstin Polte's Text Albert Henry Munsell ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Kerstin Polte hat den Text Albert Henry Munsell veröffentlicht
Kerstin Polte hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare