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Hausarbeit, 2003, 22 Seiten
Autor: Fabian Böckler
Fach: Politik - Int. Politik - Region: Afrika
Details
Tags: Kongo, Herrschaft, Leopold
Jahr: 2003
Seiten: 22
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-30665-2
Dateigröße: 456 KB
gute Arbeit
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Proseminar „500 Jahre Kolonialismus“
Kongo unter der Herrschaft Leopold II.
von
Fabian Böckler
Sommersemester 2003
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung S.3
2 Vorgeschichte S.4
3 Leopolds Bemühungen um den Kongo S.5
4 Berliner Konferenz 1884 S.8
5 Freistaat Kongo S.10
5.1 Die koloniale Trinität S.10
5.1.1 Der Staat S.10
5.1.1.1 Die Force Publique S.11
5.1.2 Die Kirche S.13
5.1.3 Die Wirtschaftsunternehmen S.13
5.2 Ausbeutung und Verbrechen an der Menschheit S.14
5.2.1 Elfenbein S.14
5.2.2 Kautschuk S.15
6 Die Congo Reform Association S.16
7 Das Ende der Herrschaft Leopold II. über den Kongo S.19
8 Schluss S.20
9 Literaturverzeichnis S.22
1 Einleitung
In dieser Arbeit wird die Geschichte des État Indépendant du Congo von seiner Entstehung und Gründung im Jahre 1885 bis zu seiner Übernahme durch den belgischen Staat 1908 dargestellt. Während dieser Zeit war Leopold II., König der Belgier, der unumschränkte Machthaber über die von ihm gegründete Kolonie. Gerade dieses Machtverhältnis weckte mein Interesse am Freistaat Kongo. Leopold II. war die einzige Person, die über eine Privatkolonie verfügte, die zudem um ein vieles größer war als sein eigenes Königreich.
Ich möchte klären, wie es Leopold II. möglich war ein derart großes und reiches Gebiet wie den Kongo an sich zu reißen. Deshalb werde ich zunächst auf seine Bemühungen um die Herrschaft über das Kongogebiet bis zu der Gründung seines Kongo- Freistaates eingehen. Anschließend werde ich anhand der Verwaltungsform und Ausbeutungsmethoden die Besonderheit des Leopoldschen Systems erklären und erläutern wieso diese Kolonie seinen Besitzer zu einem der reichsten Männer der Erde machte. Abschließend beschreibe ich die Entstehung der Congo Reform Association und des weltweiten Protests gegen Leopolds Herrschaft über den Kongo, der schließlich die Übertragung der Ein-Mann-Kolonie an den belgischen Staat zur Folge hatte.
Ein Hindernis bei der Verwirklichung der Arbeit bildete die unbefriedigende Quellenlage. Gerade in der deutschen Sprache sind die meisten Texte über Leopolds Herrschaft im Kongo in allgemeinen Büchern über den Kolonialismus zu finden und füllen dort auch nur wenige Seiten. Leopolds Herrschaft über den Kongo wird in den Kapiteln zum belgischen Kolonialismus weitestgehend als eine Art Fußnote behandelt. So diente mir das meiner Meinung nach einzige Buch, dass in deutscher Sprache die Geschichte des Kongos unter der Herrschaft Leopolds zusammenhängend erklärt, ´Schatten über dem Kongo – Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen´ von Adam Hochschild1, als wichtigste Quelle. Schon der Titel verrät, dass es mit dem Bewusstsein über die Herrschaft des Königs der Belgier im Kongo nicht weit her ist. Exemplarisch ist der Autor dann auch ein Amerikaner. Im Französischen gibt es zwar einige wenige Werke, die das Thema behandeln, doch sind diese schwer zugänglich.
2 Vorgeschichte
Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 begann das Zeitalter des Sklavenhandels. Schwarze Sklaven aus West-Afrika wurden in die spanischen Kolonien der Neuen Welt importiert. Schon bald trafen die Europäer auf afrikanische Häuptlinge, die ihnen ihre eigenen Untertanen breitwillig verkauften. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich eine unersättliche Nachfrage nach afrikanischen Sklaven. Während des 16.-18.Jh. wurde der Sklavenhandel im Zeichen des europäischen Kolonialismus ein weltweites Phänomen.
Weil die afrikanischen Mittelsleute die Gefangenen eigenständig zu den Schiffen brachten, wussten die Europäer bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts noch so gut wie nichts über das Innere Afrikas. Wirtschaftliche Faktoren minderten schließlich die Einträglichkeit des Sklavenhandels und förderten somit seine Beendigung.2
Mit dem Beginn des klassischen Imperialismus in den 1880er Jahren begann der Wettlauf der europäischen Mächte3 um die Aufteilung Afrikas und der Kolonialismus erlebte seinen Höhepunkt. Beflügelt wurden sie von der Gier nach Reichtümern. Die Europäer sahen sich aber gerne von höheren Motiven, wie Zivilisation4, christliche Missionierung oder Abschaffung der Sklaverei, getrieben.5
3 Leopolds Bemühungen um den Kongo
Auch Leopold II., seit 1865 König der Belgier6, wollte sich ´sein Stück am afrikanischen Kuchen sichern´. Es kam ihm auf einen möglichst großen Profit und Macht an. Belgien war für seine Ambitionen zu klein7 und seine königliche Gewalt wich allmählich der Macht eines gewählten Parlaments. Als König eines kleinen Landes, das kein Interesse an Kolonien zeigte, nutzte er für seine Ambitionen humanitäre Beweggründe. Die afrikanische Urbevölkerung, so die Meinung der Europäer, litt unter zahlreichen Übeln: an grausamen Stammesfehden, Unterernährung, Krankheiten, Unwissenheit, Aberglauben, Sklavenhandel8 und Angst.9
[....]
1 Vgl. Hochschild, Adam: Schatten über dem Kongo, Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen, Stuttgart 2000.
2 Proteste gegen den Sklavenhandel wurden zuerst in England 1785 laut. Neben dem Christentum spielte vor allem der schwindende wirtschaftliche Einfluss der Kolonien in Amerika im Vergleich zu den ostindischen Kolonien, wo kein Sklavenhandel herrschte, eine Hauptrolle. Vgl. o.V.: Artikel „Sklavenhandel“, in: Brockhaus Enzyklopädie, Band 20, Mannheim 1993, S.356-359.
3 Spanien, Portugal, Großbritannien, die Niederlande, Frankreich, Belgien, das Deutsche Reich und Italien waren beteiligt.
4 Lange bevor die ersten Europäer den Kongo betraten, gab es im Kongo schon ein Königreich, dessen Herrscher der ManiKongo war und dessen Bevölkerung 2-3 Millionen Menschen umfasste. Bei dem Königreich handelte es sich um einen voll ausgebildeten Staat, eines der führenden Staatswesen Afrikas. Vgl. Hochschild, S.16f.
5 o.V.: Artikel „Imperialismus“, in: Brockhaus Enzyklopädie, Band 10, Mannheim 1989, S.408-410.
6 Vgl. o.V.: Artikel „Leopold II.“, in: Brockhaus Enzyklopädie, Band 19, Mannheim 1990, S.287f.
7 Vgl. Gunther, John: Afrika von Innen, Ein dunkler Kontinent wird hell, Zürich 1957, Seite 639.
8 Seit 1820 drangen muslimische Afrikaner von Sansibar aus in den Kongo und dezimierten durch Menschenraub und Versklavung die Bevölkerung. Vgl. Gunther, S.638.
9 Vgl. Wartenweiler, S.17f.
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