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Arbeitslosigkeit

Unterrichtsentwurf, 2003, 39 Seiten
Autoren: Christine Steinhagen, Christin Mosebach
Fach: Politik - Didaktik, politische Bildung

Details

Veranstaltung: Proseminar Didaktik der Sozialwissenschaften
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Fachbereich Erziehungswissenschaft)
Tags: Arbeitslosigkeit, Proseminar, Didaktik, Sozialwissenschaften
Kategorie: Unterrichtsentwurf
Jahr: 2003
Seiten: 39
Note: ohne
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V28530
ISBN (E-Book): 978-3-638-30284-5

Dateigröße: 1450 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität Hamburg
Fachbereich Erziehungswissenschaft
Proseminar Didaktik der Sozialwissenschaften
5. Semester

Arbeitslosigkeit

von: Christine Steinhagen

 


Inhalt

1. Bedingungsanalyse 4

1.1 Klassenzusammensetzung 4
1.2 Lernvoraussetzungen 4
1.3 Entwicklungspsychologische Bedingungen 4
1.4 Soziokulturelle Bedingungen 5

2. Gegenstandsanalyse 5

2.1 Einleitung 5
2.2 Die Bedeutung der menschlichen Arbeit 6
2.3 Arbeitslosigkeit 6

2.3.1 Begriff 6
2.3.2 Formen der Arbeitslosigkeit 7

2.3.2.1 Kurzfristige Arbeitslosigkeit 7
2.3.2.2 Mittelfristige Arbeitslosigkeit 7
2.3.2.3 Langfristige Arbeitslosigkeit 7

2.3.3 Gründe der Arbeitslosigkeit 8
2.3.4 Bedeutung der Arbeitslosigkeit für den Einzelnen 9
2.3.5 Folgen der Arbeitslosigkeit für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik 10

2.4 Ausmaß der Arbeitslosigkeit 11

2.4.1 Situation auf dem Arbeitsmarkt 11
2.4.2 Situation auf dem Ausbildungsmarkt 11

2.5 Schlüsselqualifikationen 12

2.5.1 Was Unternehmen verlangen 12
2.5.2 Notwendigkeit einer Ausbildung 12

2.6 Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit 13

2.6.1 Allgemeines 13
2.6.2 Hartz - Konzept 13
2.6.3 Neue Zumutbarkeitregeln 14

3. Didaktische Begründung 14

4. Lernziele 15

4.1 Lernschritte 16

5. Die Unterrichtsplanung und –ablauf 16

5.1 Erste Doppelstunde 16
5.2 Zweite Doppelstunde 18
5.3 Dritte Doppelstunde – detailgetreue Vorstellung des Unterrichtsabschnitts: „Individuelle Konflikte mit der ‚neuen Zumutbarkeit’“ 19

5.3.1 Plantabelle 19
5.3.2 Lernziele 20
5.3.3 Methodik 20
5.3.4 Konfliktanalyse 21
5.3.5 Materialien für den Unterrichtsabschnitt 22

5.3.5.1 Informationskarte 22
5.3.5.2 Arbeitsauftrag an die Gruppen 22
5.3.5.3 Arbeitsauftrag an die Beobachter 23
5.3.5.4 Rollenbeschreibungen 23

5.4 Vierte Doppelstunde 25

6. Material 27

6.1 Karikatur (M1) 27
6.2 Zielscheibenplakat (M2) 28
6.3 Statistiken (M3) 29
6.4 Tabellen zur Hausaufgabenergebnissicherung (M4) 30
6.5 Arbeitsmaterial der Gruppen (M5) 31

6.5.1 Arbeitsauftag für alle Gruppen 31
6.5.2 Arbeitsmaterial Gruppe 1 31
6.5.3 Arbeitsmaterial Gruppe 2 31
6.5.4 Arbeitsmaterial Gruppe 3 32
6.5.5 Arbeitsmaterial Gruppe 4 33

6.6 Was erwartet die Wirtschaft von Schulabgängern? Schlüsselqualifikationen aus der Sicht der Arbeits- und Berufspraxis (M6) 34
6.7 Das schwarz-rot-goldene Himmelbett (M7) 35
6.8 Soziale Folgen (M8) 36
6.9 Zumutbarkeit (M9) 37
6.10 Tafelbild – Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit (M10) 38

7. Literatur und Quellen 39


 

 

1. Bedingungsanalyse

Die unserer Bedingungsanalyse zugrunde gelegten Angaben stammen von einem früheren Seminar, in dem wir an der Staatlichen Gewerbeschule Verkehrstechnik, Arbeitstechnik, Ernährung (G20), Berufsfachschule Gesundheit, in Billwerder in der Klasse BFG 1.2 (Berufsfachschule Gesundheit) hospitiert und auch zwei Stunden unterrichtet haben.

1.1 Klassenzusammensetzung

Das Ziel der Schüler1 ist es, in einer zweijährigen teilqualifizierten Schulform den Realschulabschluss zu erlangen. Die Klasse setzt sich aus 16 weiblichen und 4 männlichen Schülern zusammen, welche in einem Alter von 15 bis 19 Jahren sind. Vier Schüler besitzen keinen Hauptschulabschluss. Hinsichtlich der abgebenden Schule sind folgende Angaben bekannt:
Anzahl der Schüler Abgebende Schule
9 Hauptschule
6 Integrierte Hauptschule
2 Integrierte Haupt- und Realschule
2 Berufsfachschule
1 Gymnasium

1.2 Lernvoraussetzungen

Der Unterricht in dem Fach „Sozialkunde“ hat einen wöchentlichen Umfang von zwei Unterrichtsstunden. Die zuständige Lehrerin erteilt in dieser Klasse auch das Fach „Deutsch“. Der Unterricht erfolgt in Lernfeldern. Offene und freie Arbeitsformen (Gruppenarbeit, Pro- Contra-Debatte, Rollenspiel, Befragung) sind den Schülern dadurch schon bekannt. Die Schule hat einen Computerraum mit 20 vernetzten PCs, so dass die Klasse auch mit der Internetrecherche vertraut ist.

1.3 Entwicklungspsychologische Bedingungen

Wie die Struktur der schulischen Vorbildung zeigt, treten in der Klasse starke Leistungsunterschiede auf. Das Vorwissen kann jedoch in der Regel als mangelhaft angenommen werden. Viele Schüler haben mehrere Schulwechsel und einige Wiederholungsjahre in der allgemeinbildenden Schule erlebt. Zum Teil erkannten wir eine Verweigerungshaltung von Schülern im Unterricht. Eine rseits ist dies eventuell auf eine Überforderung einzelner Schüler zurückzuführen, andererseits möchte die Mehrzahl mit einem geringen Aufwand den Realschulabschluss bekommen und die Lerninhalte möglichst passiv konsumieren. Die Motivation ist in der Regel sehr mangelhaft. Doch ist der zu bearbeitende Lernstoff interessant verpackt und alltagsbezogen, sind die Schüler leicht zu motivieren und ha ndeln auch aktiv, z.B. in Gruppenarbeiten. Aufgrund einer früheren Klassenzusammenlegung ist die Klasse in Gruppen gespalten. Die Atmosphäre während des Unterrichts ist überwiegend als unruhig zu charakterisieren, da die Schüler zum Teil nicht pünktlich zum Unterricht erscheinen, während des Unterrichtes den Raum verlassen, Essen und Trinken, Musik hören oder sich unterhalten. Zusammenfassend sind wir der Meinung, dass 2/3 der Schüler als leistungsschwach einzuschätzen sind und nur 1/3 können den gestellten Anforderungen der Schule gerecht werden. Damit sind hohe Fehlzeiten, Distanz zu den eigenen Misserfolgen, falsche Selbstwahrnehmungen und eine relativ schlechte Perspektive für eine spätere Berufsfindung zu erklären.

1.4 Soziokulturelle Bedingungen

Drei Schüler sind türkischer Nationalität, von denen zwei auch türkischer Herkunft sind, und ein Schüler stammt aus Bosnien-Herzegowina. Drei Schülerinnen sind Migranten aus osteuropäischen Staaten mit deutscher Staatsangehörigkeit. Die restlichen 13 Schüler sind in Deutschland geboren mit deutscher Staatsangehörigkeit. Die Schüler kommen überwiegend aus sozial benachteiligten Schichten der Gesellschaft, das heißt zum größten Teil aus Elternhäusern, die über ein unterdurchschnittliches Einkommen verfügen und in denen viele Eltern arbeitslos sind. Einige Familien müssen auch von der Sozialhilfe leben, so dass man davon ausgehen kann, dass die Schüler Erfahrungen mit dem Leben in Armut haben. Viele von ihnen arbeiten selbst neben der Schule, teilweise in einem großen zeitlichen Aufwand, um sich ihre eigenen materiellen Wünsche überhaupt erfüllen zu können. Die Lernenden haben zum größten Teil keine Lust auf die Schule, da sie auch keine Perspektiven für ihre Zukunft sehen. In der Freizeit sind sie sich meistens selbst überlassen, da ihre Eltern, oft überfordert mit der ganzen Situation, sie wenig unterstützen. Einige Schüler verfügen zu Hause über einen PC und einen Internetzugang, doch nicht allen Schüler ist es möglich im Internet zu recherchieren.

2. Gegenstandsanalyse

2.1 Einleitung

Massenarbeitslosigkeit und deren Folgen auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene sind heute eines der Hauptprobleme in den Ländern der Europäischen Union. So waren im November 2002 in der Bundesrepublik Deutschland über 4 Millionen Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 9,7% entspricht. Als besonders drückend wird dieses Problem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen empfunden, wenn diese in der Sorge leben, nach der Schulausbildung keine geeignete Berufsausbildungs- und Arbeitsstelle zu erhalten. Im Zuge der konjunkturellen Schwäche hat auch die Jugendarbeitslosigkeit deutlich zugenommen. Im November 2002 waren 472.000 junge Menschen unter 25 Jahren von der Arbeitslosigkeit betroffen, 42.000 mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahr.1 Die Jugendarbeitslosenquote liegt somit nur knapp unter der allgemeinen Arbeitslosenquote, womit die Annahmen, dass die Folgen der Globalisierung vor allem unflexible, ältere Arbeitnehmer trifft, nicht zu halten sind. Jugendliche sind genauso durch die Strukturveränderungen betroffen und belastet, was z.B. in den Ergebnissen der Shell- Jugendstudie 2002 ihren Niederschlag findet.1 Aber nicht nur Jugendarbeitslosigkeit, auch die Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstelle wurde in den letzten Jahren für viele Jugendliche zum Problem.

2.2 Die Bedeutung der menschlichen Arbeit

Arbeit hat viele Gesichter: Über Arbeit haben Menschen verschiedene Vorstellungen. Manche empfinden Arbeit als Mühe und Last und andere arbeiten gerne. Viele sehen die Arbeit vornehmlich als Einkommensquelle an, die ihnen den Unterhalt oder Wohlstand sichert. Andere wiederum begreifen Arbeit als notwendig, damit zur Befriedigung menschlicher Bedür fnisse Güter entstehen können. Die Bedeutung der Arbeit für den Menschen liegt in ihrer dreifachen Verklammerung mit dem Leben:2

1. Durch die Arbeit gewinnt der Mensch Möglichkeiten einer (begrenzt) eigenständigen Sicherung und Gestaltung des Lebens für sich und seine Angehörigen. (Einkommen, Wohlstand) Þ Arbeit als Existenzsicherung 2. Durch seine Arbeit leistet der Mensch einen Beitrag zur Schaffung der Voraussetzungen und zur Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft. (Produktion von Gütern, Kontakte zu anderen Menschen, sinnvolle Betätigung) Þ Arbeit als Dienst 3. Arbeit ist ein Lebensbereich, der wesentlich zur Entwicklung und Bewährung des Menschen, seiner Fähigkeiten und seines Selbstbewusstseins beiträgt. (Erfolgserlebnisse, Selbstverwirklichung, Spaß) Þ Arbeit als Mittel und Feld der Persönlichkeitsentwicklung

2.3 Arbeitslosigkeit

2.3.1 Begriff

„Die Arbeitslosigkeit ist ein Mangel an Arbeitsgelegenheit zu angemessenem Entgelt für Arbeitsfähige und Arbeitswillige.“3 Sie entsteht dadurch, dass angebotene Arbeitsleistung von den Betrieben nicht nachgefragt wird. Es kommt somit zu einer Unter- bzw. Nichtbeschäftigung von Teilen der Arbeitnehmerschaft. Die Arbeitslosigkeit ist ein makroökonomisches Problem, das den Einzelnen am unmittelbarsten und am nachhaltigsten betrifft. Für die meisten Menschen hat der Verlust des Arbeitsplatzes eine Verminderung des Lebensstandards und psychische Probleme zur Folge. Es ist deshalb nicht überraschend, dass das Thema Arbeitslosigkeit immer wieder Gegenstand der politischen Auseinandersetzung ist.

2.3.2 Formen der Arbeitslosigkeit

2.3.2.1 Kurzfristige Arbeitslosigkeit

[...]


1 Um den Textfluss nicht zu stören, wird durchgehend die grammatikalisch männliche Form verwendet, Frauen sind natürlich eingeschlossen.

1 Vgl. www.arbeitsamt.de/hast.services/statistik/grafiken.pdf

1 Vgl. Deutsche Shell (Hrsg.): Jugend 2002. Zwischen pragmatischem Idealismus und robustem Materialismus. Frankfurt, 2002, S. 30 f

2 Vgl. Mickel, Wolfgang W.: Politik für berufliche Schulen. Düsseldorf, 1992, S. 130 f

3 Der Neue Brockhaus. Lexikon und Wörterbuch. Mannheim, 1991, S. 124

4 Vgl. Schmitz, Udo / Weidtmann, Bernd: Volkswirtschaftslehre Handbuch, Stuttgart, 2000, S.41


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