Universität Leipzig
Institut für Philosophie
„Einführung in die politische Philosophie“
Proseminar SS 2001
+$86$5%(,7
- -HDQ-DFTXHV5RXVVHDXÄ'HU*HVHOO
VFKDIWVYHUWUDJ³
Annett Rischbieter
,1+$/769(5=(,&+1,6
, 925%(0(5.81*
,, 52866($86*(6(//6&+$)7632/,7,6&+(66&+$))(1
)UKH$EKDQGOXQJHQ D Ä'LVFRXUVVXUOHVVFLHQFHVHWOHVDUWV³ E Ä'LVFRXUVVXUO¶RULJLQHHWOHVIRQGHPHQWVGHO¶LQpJDOLWpSDUPLOHVKRPPHV Ä'XFRQWUDWVRFLDORXSULQFLSHVGXGURLWSROLWLTXH³ D ,QKDOWOLFKHUhEHUEOLFN
,,, 52866($86.21=(37,21'(6*(6(//6&+$)769(575$*(6
:DUXPEUDXFKHQZLUHLQHQ*HVHOOVFKDIWVYHUWUDJ" 'LH7KHRULHGHV*HPHLQZLOOHQVRGHUYRPÄYRORQWpJpQpUDOH³ D 'HU*HPHLQZLOOH E 'DV3ULQ]LSGHU9RONVVRXYHUlQLWlW F 3UDNWLVFKH8PVHW]XQJ 9HUWUDJVWKHRUHWLVFKH%HGLQJXQJHQ .ULWLNDQVHLQHU7KHRULH
,9 =86$00(1)$6681*
9 %,%/,2*5$3+,(
3ULPlUOLWHUDWXU 6HNXQGlUOLWHUDWXU
3
, 925%(0(5.81*
Jean-Jacques Rousseau hat sich nach Thomas Hobbes, John Locke und David Hume ebenfalls besonders mit der Gesellschaft auseinandergesetzt. Sein Ziel war es, einen Vertrag zu kon- struieren,dem eine direkte politische Selbstorganisation der Gesellschaft zugrunde liegt. Für ihn haben die vorangegangenen Theorien einen schwerwiegenden Mangel, und zwar gelingt es ihnen nicht, die Identität von Bürger und Staat darzustellen. Wenn jedoch der Staat nichts anderes sein soll, als der Ausdruck des politischen Willens seiner Bürger, wenn er ein Staat der Bürger sein soll, dann muss auch aus dem Bürgerwillen unmittelbar der staatliche Wille folgen. Wie aber soll der Weg zu einem Gesellschaftsvertrag und zu einem geordneten Gemeinwesen aussehen, worauf ein solcher Gesellschaftsvertrag sich stützen, das sind die Hauptfragen, denen ich mich in dieser Arbeit widmen möchte. Anhand dieser Fragen will ich versuchen, das Modell von Rousseaus Gesellschaftsvertrag zu erschließen.
4
,, 52866($86*(6(//6&+$)7632/,7,6&+(66&+$)
)(1
Rousseau hat schon frühzeitig begonnen, sich mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Weil sich sein Modell des Gesellschaftsvertrages besser nachvollziehen lässt, wenn man auch seine dem „Du contrat social ou principes du droit politique“ vorangehenden Schriften betrachtet, möchte ich zunächst einmal seine ersten beiden Abhandlungen kurz erläutern.
)UKH$EKDQGOXQJHQ
D Ä'LVFRXUVVXUOHVVFLHQFHVHWOHVDUWV³
1750 beantwortet er in seinem „Discours sur les sciences et les arts“, zu deutsch „Abhandlung über die Wissenschaften und Künste“ die Preisfrage, ob der Fortschritt von Wissenschaft und Kunst zur Läuterung der Sitten und Moral beigetragen habe. Er entwickelt hier schon die Vorstellungen einer Frühzeit der menschlichen Gesellschaft, eines Naturzustandes, der noch nicht durch Arbeitsteilung, soziale Differenzierung und Privateigentum sowie durch die mit diesen Phänomenen einhergehende Entfremdung bestimmt ist. Im Prozeß der Zivilisation entwickeln sich Menschheit und Gesellschaft und treten schließlich aus dem Naturzustand heraus. Für Rousseau ist das keineswegs eine positive Entwicklung, da das Fortschreiten auch viele Mißstände hervorgerufen hat. Sklaverei beispielsweise oder moralische Korruption. Diese Folgen sind als Ursachen aber nicht in den Wissenschaften und Künsten zu suchen, vielmehr sind sie das Produkt des menschlichen Fortschreitens allgemein.
E Ä'LVFRXUVVXUO¶RULJLQHHWOHVIRQGHPHQWVGHO¶LQpJDOLWpSDUPLOHVKRPPHV
In seinem zweiten Diskurs, im „Discours sur l’origine et les fondements de l’inégalité parmi les hommes" von 1755, zu deutsch „Abhandlung über Ursprung und Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ werden zunächst die sozial- und zivilisationskritischen Gedankengänge und deren implizite Geschichtsphilosophie weiterentwickelt. Die Schrift umfaßt
5
Arbeit zitieren:
M.A. Annett Rischbieter, 2001, Jean-Jacques Rousseau: Der Gesellschaftsvertrag, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Rousseau Gesellschaftsvertrag: Durch Unterwerfung zur Freiheit?
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 16 Seiten
Die Rolle der EG in den Streitschlichtungsverfahren der WTO
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Das Streitbeilegungssystem der WTO / Bananenstreit
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Seminararbeit, 24 Seiten
Augmentativbildungen im Italienischen
Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 22 Seiten
'Handle frei nach deiner Bestimmung' oder 'Die Philosophie...
Philosophie - Philosophie des Mittelalters (ca. 500-1350)
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Die Ironieauffassungen von Friedrich Schlegel und Karl Wilhelm Ferdina...
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
John Stuart Mill über die Freiheit
Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
Seminararbeit, 22 Seiten
Zu: Jean-Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 19 Seiten
Jean-Jaques Rousseau - Vom Gesellschaftsvertrag
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Essay, 4 Seiten
Hochbegabte Schüler - Möglichkeiten der Diagnose und Förderung in der ...
Examensarbeit, 119 Seiten
Hobbes und Rousseau: Der Vertragsschluss als staatsbegründendes Moment...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 21 Seiten
Theorien der Ironie und ihre Verwendungsmotivationen
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Alasdair MacIntyre: Der Verlust der Tugend - Die Tugenden, die Einheit...
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Franz Kafkas "Forschungen eines Hundes" - Eine motivgeschich...
Zwischen Distanz und Nähe - Ei...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 87 Seiten
Immanuel Kant und die Aufklärung
Eine Analyse seines Aufsatzes:...
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Isaiah Berlin: Positive und negative Freiheit
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 19 Seiten
Der Gesellschaftsvertrag bei Hobbes und Rousseau - ein Vergleich
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 14 Seiten
Annett Rischbieter hat den Text Jean-Jacques Rousseau: Der Gesellschaftsvertrag veröffentlicht
Annett Rischbieter hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare