Vorwort
Die vorliegende Hausarbeit resultiert aus der Lehrveranstaltung im vierten Semester „Experimentelle Ökonomie“ der Fachhochhochschule Kaiserslautern am Standort Zweibrücken. Die Grundlage dieser Arbeit wurde durch ökonomische Experimente geschaffen, die im Rahmen der genannten Veranstaltung durchgeführt wurden. Die Experimente wurden vorgestellt, um wirtschaftliche Entscheidungseinheiten zu simulieren und die Ergebnisse mit den theoretischen Grundlagen der gesonderten Themengebiete abzustimmen. Dieses Vorwort wollen wir nutzen, um anzumerken, dass sich für uns das gestellte Thema der „Asymmetrischen Informationsverteilung“ und dem dadurch verbundenen Marktversagen als so interessant erwies, dass wir es allgemeiner betrachten wollten. Die Basis der Arbeit sollen aber immer noch die durchgeführten ökonomischen Experimente bleiben. Jedoch wurde unser Interesse bei der Vorbereitung sowie der Auswertung dieser in einem solchen Maße geweckt, dass wir uns dazu entschieden, hier nicht nur die Experimente einzeln vorzustellen, sondern eher einen übergeordneten Überblick über die Problemstellung zu geben. Daher wird sich der Schwerpunkt der Arbeit nicht aus den beiden Experimenten und deren Ablauf ergeben, sondern deren Verbindung mit der Theorie soll im Vordergrund stehen und so eine Übersicht über das Marktversagen im Zusammenhang mit Informationsmängeln geschaffen werden. Von besonderer Bedeutung soll weiterhin der Informationsmangel durch asymmetrische Information beziehungsweise Adverse Selektion bleiben. Des Weiteren möchten wir uns an dieser Stelle bei unseren Kommilitonen und Professoren, den Probanten für ihre rege Mitarbeit bei der Durchführung der beiden Experimente im Zuge der Lehrveranstaltung bedanken.
Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Gebrauchtwagenmarkt 2
2.1. Marktbegriff. 2
2.2. Eigenschaften des Gebrauchtwagenmarktes 2
3. Marktversagen durch Informationsmangel 3
3.1. Arten von Informationsmängeln 3
3.2. Asymmetrische Information 4
4. Adverse Selektion-Gebrauchtwagenmarkt 5
4.1. Experiment 1 6
4.2. Experiment 2 12
4.3. Marktzusammenbruch für gute Qualitäten. 14
5. Lösungsmöglichkeiten 16
5.1. Screening 16
5.2. Signaling 17
6. Schlusswort 18
Literaturverzeichnis 1
Anhang 2
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Gesamtergebnis (Experiment 1)
Abb. 2: Gewinnverteilung: Verkäufer 1
Abb. 3: Gewinnverteilung: Verkäufer 2
Abb. 4: Gewinnverteilung: Verkäufer 3
Abb. 5: Gewinnverteilung: Käufer 1
Abb. 7: Gewinnverteilung: Käufer 2
Abb. 8: Gewinnverteilung: Käufer 3
Abb. 9: Gewinnverteilung: Käufer 4
Abb. 10: Lösungsmöglichkeiten der Informationsasymmetrie.
Tabellenverzeichnis
Tab 1: Auszug aus Experimentablauf (Experiment 1)
Einleitung 1
1. Einleitung
Sofern man von Märkten spricht werden diese meist nur betrachtet oder die expliziten Gegebenheiten analysiert, die Funktionsweise des Marktes wird in solchen Analysen nicht berücksichtigt.
Diese wird aber in der Terminologie „A Market for Lemons“ von George Akerlof (1970) genauer untersucht, welche erklärt, wie der Druck des Wettbewerbs zur Verschlechterung der Qualität in solch einem Maße führen kann, dass die Funktion des Marktes fehlschlägt und letztendlich zum Marktversagen führt. Der Gegenstand dieser Arbeit soll das Marktversagen auf dem Gebrauchtwagenmarkt durch Informationsmängel sein, sowie die Ursache für diese unerwünschte Funktionsweise des Marktes. Zu diesem Zweck wird aber nur eine Art von Informationsmängeln genauer betrachtet, die Qualitätsunkenntnis. In der vorliegenden Hausarbeit wird das Problem der asymmetrisch verteilten Information erläutert. Um dieses Problem zu veranschaulichen, wurden während der Veranstaltung durch ökonomische Experimente wirtschaftliche Entscheidungssituationen simuliert, die sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt abspielten. Zunächst wird in der Arbeit der Markt und seine Eigenschaften vorgestellt. Danach soll das Marktversagen in Folge von Informationsmängeln betrachtet werden. Hier wird zuerst ein Überblick über die verschiedenen Arten von Informationsmängeln gegeben, wobei anschließe nd die Erscheinungsform der Informationsasymmetrie gesondert behandelt wird. Am Beispiel der zwei durchgeführten Experimente soll die Adverse Selektion auf dem Markt erläutert werden. Abschließend wird noch auf entsprechende Lösungsmöglichkeiten der Problematik der asymmetrischen Informationsverteilung eingegangen.
Gebrauchtwagenmarkt 2
2. Gebrauchtwagenmarkt
Zunächst soll der Markt, auf dem sich die Experimente abgespielt haben, vorgestellt werden. Hierbei werden nicht nur die Gegebenheiten des Gebrauchtwagenmarktes, sonder auch der Marktbegriff ganz allgemein erläutert.
2.1. Marktbegriff
Wenn der Begriff „Markt“ verwendet wird, denken viele zuerst an so etwas wie einen Wochenmarkt, an den Gemüsemarkt oder ähnliches. Wird der Marktbegriff jedoch genauer betrachtet, so hat er eine weit theoretischere Bedeutung: Mit „Markt“ ist im Allgemeinen kein räumlich begrenzter Ort, an dem sich Käufer und Verkäufer einfinden gemeint, sondern das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Hierdurch vollzieht sich am Markt die Preisbildung. Wird ein „Markt“ definiert, muss berücksichtigt werden, dass der Markt „die Gesamtheit aller Käufer und Verkäufer, die miteinander Informationen tauschen und in Transaktionen eintreten, die ein bestimmtes Gut oder eine bestimmte Dienstleitung betreffen“ 1 , umfasst. Entscheidend ist nicht mehr der geografische Ort der Zusammenkunft von Käufer und Verkäufer, sondern „die ökonomischen Aspekte des Tausches in Bezug auf den Preis, die Menge, die Kosten, den Zeitraum oder das Gebiet“. 2 Unter diesem Gesichtspunkt stellt ein Markt eine räumliche, zeitliche und persönliche Abgrenzung einer Menge von Gütern, Anbietern und Nachfragern dar, die zusammen ein ökonomisches und soziales Beziehungsnetz bilden.
2.2. Eigenschaften des Gebrauchtwagenmarktes
Der Gebrauchtwagen stellt einen Absatzmarkt dar, da auf ihm die Güterbewegung vom Anbieter zum Abnehmer hin erfolgt. Er definiert die Nachfrage und das Angebot von gebrauchten Automobilen. Unter Gebrauchtwagen ve rsteht man Kraftfahrzeuge, die aus zweiter Hand gehandelt werden. Die Preisbildung vollzieht sich auch hier durch das Angebot und die Nachfrage, während auch
1 Kotler, Philip, u.a. (2003), S. 420.
2 Thommen, Jean-Paul/Achleitner, Ann-Kristin (2001), S. 120.
Marktversagen durch Informationsmangel 3
umgekehrt der tatsächliche Preis das Angebot und die Nachfrage bestimmt. Auf dem Markt treffen sich Käufer und Verkäufer, wobei beide entweder Privatpersonen oder Gebrauchtwagenhändler sein können.
Die Güter auf dem Markt befinden sich in unterschiedlichen Qualitätszuständen (Klassen). Es lassen sich aber grundsätzlich zwei Arten von Gebrauchtwagen unterscheiden: Das eine sind schlechte Fahrzeuge, die erhebliche Mängel (z.B. Schaden am Getriebe) aufweisen, so genannte „lemons“ und das andere sind gute Fahrzeuge, die sich im Top-Zustand befinden, diese werden als „plum“ bezeichnet. Ausgehend von der Qualität des Wagens ist anzunehmen, dass die Besitzer der „plums“ einen Anreiz darin haben den potenziellen Käufer über den guten Zustand des Fahrzeuges zu informieren, wobei auf der anderen Seite die Besitzer der „lemons“ es bevorzugen würden, wenn der Interessent nichts über die Eigenschaften des Wagens erfährt. Daraus lässt sich das Problem des In-formationsmangels ableiten.
3. Marktversagen durch Informationsmangel
Werden Märkte dargestellt, so sind meist alle Marktakteure vollständig über den Preis und die Qualität der Güter informiert. In realen Märkten jedoch liegt diese Vollständigkeit der Information nicht vor! Viele Akteure treffen Entscheidungen ohne nur annähernd über vollständige Informationen zu verfügen. Dieser Informationsmangel führt dazu, dass der Markt in seiner Funktion „versagt“. 3
3.1. Arten von Informationsmängeln
Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Informationsmängeln unterscheiden: Unsicherheit und Unkenntnis.
Unsicherheit bringt Risiko mit sich und liegt dann vor, wenn sich zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen auch mit größtem Aufwand nicht mit vollkommener Gewissheit prognostizieren lassen. 4 Unsicherheit tritt aber im unternehmerischen Handeln immer auf, so kann zum Beispiel der Aktienkurs nie vollständig
3 Vgl. Fritsch, Michael/Wein, Thomas/Ewers, Hans-Jürgen (2003), S. 278.
4 Vgl. ebenda, S. 306.
Marktversagen durch Informationsmangel 4
vorhergesagt werden. Es existieren aber Möglichkeiten bzw. Anpassungsreaktionen, um sich gegen die Unsicherheit abzusichern, diese sind aber immer mit erheblichen Kosten verbunden. 5
Unkenntnis ist gegeben, „wenn Marktakteure unzureichend informiert sind“. 6 Der Informationsmangel durch Unkenntnis lässt sich in mehrere Formen unterteilen:
• Qualitätsunkenntnis
(Marktakteure können die Qualität eines Gutes nicht einschätzen)
• Nutzenunkenntnis
(Marktakteure können den Nutzen des Gutes nicht einschätzen, besonders bei immateriellen Gütern)
• Preisunkenntnis
(Marktakteure haben Probleme mit der Bestimmung des Gleichgewichtspreises, so dass dies zu Angebots- bzw. Nachfrage überhängen führt)
Unkenntnis kann generell durch entsprechende Informationsbeschaffung beseitigt werden, wohingegen sich die Unsicherheit auch nicht durch die Generierung zusätzlicher Informatione n ausschalten lässt. 7
3.2. Asymmetrische Information
Bei dem Informationsmangel durch „Unkenntnis“ kann Marktversagen, nicht nur auf Grund fehlender Informationen, sondern auch durch absichtlich falsche bzw. irreführende Informationen auftreten.
Dem Marktversagen durch Unkenntnis werden Tauschbeziehungen zugrunde gelegt, bei denen der eine Marktpartner vergleichbar besser informiert ist als der andere. 8 Dieses Vorhandensein von ungleich verteilter Information bei Markttransaktionen wird als Asymmetrische Informationsverteilung bezeichnet. Asymmetrisch verteilte Information kann gleichzeitig ein Problem aber auch ei-
5 Vgl.Fritsch, Michael/Wein, Thomas/Ewers, Hans-Jürgen (2003), S. 322.
6 ebenda, S. 278.
7 Vgl. ebenda, S. 320.
8 Vgl. ebenda S. 279.
Arbeit zitieren:
Verena Wolf, Diana Mayer, 2004, ANREIZPROBLEME - Asymmetrische Informationsverarbeitung und Adverse Selektion, München, GRIN Verlag GmbH
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