Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Arbeitslosigkeit 4
1.1. Begriff und Messung der Arbeitslosigkeit 4
1.2. Die Ermittlung der "realen" Arbeitslosenzahl 5
2. Ursachen von Arbeitslosigkeit 7
2.1. Natürliche Arbeitslosigkeit 7
2.1.1. Friktionelle Arbeitslosigkeit 7
2.1.2. Strukturelle Arbeitslosigkeit 8
2.1.2.1. Demographische Ursachen 8
2.1.2.2. Technologische Arbeitslosigkeit 9
2.1.2.3. Regionale Arbeitslosigkeit 9
2.1.2.4. Veränderte Berufsstrukturen und Qualifizierungsanforderungen 10
2.1.2.5. Sektoraler Strukturwandel 10
2.1.2.6. Nachfrageverschiebungen durch Bedarfsstrukturänderungen 11
2.1.2.7. Außenwirtschaftliche Einflußfaktoren 11
2.1.2.8. Institutionelle Regelungen 12
2.1.2.9. Lohnstrukturverzerrungen 13
2.2. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit 13
2.2.1. Keynesianische Arbeitslosigkeit 14
2.2.2. Klassische Arbeitslosigkeit 15
2.3. Saisonale Arbeitslosigkeit 15
3. Instrumente zur Eindämmung oder Verhinderung von Arbeitslosigkeit mit
Hilfe der Wirtschaftspolitik 16
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3.1. Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Nachfrageankurbelung 16
3.2. Angebotsorientierte Strategien zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit 17
3.3. Verringerung des Arbeitsvolumens 18
3.4. Flexible Verteilung und Gestaltung von Arbeitszeiten 20
3.5. Strukturpolitische Strategien 21
Literaturverzeichnis 23
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1. Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit i n der Bundesrepublik Deutschland ist seit Mitte der siebziger Jahre zu einem zentralen gesellschaftlichen Problem geworden. Die Arbeitsmarktsituation hat sich nach der deutschen Wiedervereinigung extrem verschlechtert, da zu der seit langem anhaltenden hohen strukturellen Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern eine plötzlich stark angestiegene konjunkturelle Arbeitslosigkeit in den alten Bundesländern infolge der Rezession seit Anfang der neunziger Jahre hinzugekommen ist. 1) Die daraus resultierenden Probleme werden mit zunehmender Intensität in Wissenschaft und Politik diskutiert und erfolgsversprechende Lösungsansätze gesucht, um die Zahl der Arbeitslosen stark dezimieren zu können. 2) Verschiedene Ursachen von Arbeitslosigkeit sowie einige wirtschaftspolitische Instrumente zu deren Bekämpfung werden im weiteren Verlauf dieser Ausführungen vorgestellt. Zunächst aber werden Begriff und Messung sowie Gründe für Über- und Unterschätzungen von Arbeitslosigkeit erläutert, um eine allgemeine Grundlage für die nachfolgenden Ausführungen zu schaffen.
1.1. Begriff und Messung der Arbeitslosigkeit
Grundsätzlich kann Arbeitslosigkeit in dem Sinne definiert werden, daß alle Personen, die erwerbsfähig und arbeitssuchend aber momentan nicht erwerbstätig sind, als Arbeitslose bezeichnet werden. Diese allgemeine Definition wird zwar weitgehend international anerkannt, liegt aber nicht den veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen der Bundesrepublik Deutschland zugrunde. 3) Die dort publizierte Arbeitslosenquote erfaßt lediglic h den prozentualen "Anteil der [bei den Arbeitsämtern] registrierten Arbeitslosen an der Gesamtzahl der abhängigen Erwerbspersonen". 4) Insofern sind
1 vgl. Friedrich, Horst/Wiedemeyer, Michael, S. 9
2 ders., S. 11 3 vgl. Görgens, Egon, S. 102 4 vgl. Friedrich/Wiedemeyer, S. 15
Arbeitslose im Sinne der Arbeitsmarktzahlen nur solche Personen, die sich auch arbeitslos gemeldet haben. 5)
1.2. Die Ermittlung der "realen" Arbeitslosenzahl
Um die tatsächliche Anzahl aller Arbeitslosen im Sinne der allgemeinen Definition von Arbeitslosigkeit 6) zu ermitteln, ist zunächst die sog. versteckte Arbeitslosigkeit zu berücksichtigen. Diese besteht zum einen aus Personen, die arbeitslos sind und sich nicht bei den Arbeitsämtern gemeldet haben. Man bezeichnet diese Personengruppe auch als "stille Reserve", dazu gehören z. B.:
- ausländische Arbeitnehmer, die aufgrund ihrer Erwerbslosigkeit in ihre Heimatländer zurückkehren,
- Jugendliche, die ihre schulische Ausbildung wegen mangelnder Lehrstellen oder Arbeitsplätze verlängern,
- Arbeitswillige, die vom Einkommen ihrer Partner oder Familie leben, weil sie keinen Arbeitsplatz finden,
- ältere Arbeitslose, die in den Vorruhestand gehen, da sie schlechte Aussichten auf einen geeigneten Arbeitsplatz haben. 7)
Andererseits müssen bei der Ermittlung der tatsächlichen Arbeitslosenzahl noch weitere Formen der versteckten Arbeitslosigkeit berücksichtigt werden. Beispiele dafür sind:
- Kurzarbeiter,
- Personen, die nach Verlust ihres Arbeitsplatzes eine minderwertigere Tätigkeit ausüben
5 vgl. Blümle, Gerold/Patzig, Wolfgang, S. 302
6 siehe unter 1.1: Begriff und Messung der Arbeitslosigkeit 7 vgl. Friedrich/Wiedemeyer, S. 15-16; siehe auch Blümle/Patzig, S. 304
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- Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz behalten, obwohl sie "bei strikt ökonomisch-effizienter Gestaltung des Wirtschaftsprozesses freigesetzt werden könnte[n]" 8)
Dieses zuletzt beschriebene Phänomen nennt man auch "verdeckte Arbeitslosigkeit", die insbesondere in der ehemaligen DDR "aufgrund des früheren planwirtschaftlichen Prinzips der Beschäftigungsgarantie" in großem Ausmaß vorzufinden war. 9) Wenn alle Formen der versteckten Arbeitslosigkeit bei der Ermittlung der realen Arbeitslosenzahl berücksichtigt und den registrierten Arbeitslosen hinzuaddiert sind, muß auch eine gewisse Überschätzung der tatsächlichen Erwerbslosenzahl korrigiert werden. Diese Überschätzung resultiert daraus, daß einige Arbeitslose sich beim Arbeitsamt registrieren lassen, ohne eine neue Tätigkeit aufnehmen zu wollen. Man nennt solche Personen auch freiwillige Arbeitslose. Dazu zählen z. B.:
- Personen, die aus familiären Gründen in nächster Zeit nicht arbeiten wollen und nur Unterstützungsleistungen ausnutzen,
- ältere Arbeitslose, die ab dem 60. Lebensjahr in den Vorruhestand treten wollen und als Vorraussetzung dafür mindestens ein Jahr arbeitslos gewesen sein müssen,
- Personen, die unter den herrschenden Arbeitsmarktbedingungen keine Arbeit finden, bei der sich eine Besserung der finanziellen Lage gegenüber dem Bezug von Unterstützungszahlungen einstellen würde.10)
8 vgl. Friedrich/Wiedemeyer, S. 16
9 wie zuvor 10 vgl. Görgens, S. 106
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Arbeit zitieren:
Sascha Wingen, 1995, Mögliche Ursachen von Arbeitslosigkeit und das wirtschaftspolitische Instrumentarium zu ihrer Bekämpfung, München, GRIN Verlag GmbH
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