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Einf ührung in Politische Sprachwissenschaft. S.2
1. Einleitung
2. Politische Sprachwissenschaft
2.1 Empirie / Theorie / Praxis
2.2 Geschichte der pol. Sprachwissenschaft
2.3 Ideologien
Sprache und Manipulation unter der Vorherrschaft des Faschismus. 5
1. Eingangsfrage Manipulation
2. Hitler und die Kunst des Erzeugens eines „geistigen Vakuums“
3. Sprache als Unterdrückung
4. Fehlende Authentizität der Dokumente
5. Literatur zur Zeit des Faschismus
Sprachliche Analyse von Goebbels Rede im Berliner Sportpalast. 8
1. Einleitung
2. Goebbels Rede (zitiert nach Michalka)
3. Analyse
3.1 Betrachtung des faschistischen Wortschatzes
3.1.1. Substantive
3.1.2. Superlative
3.1.3. Streben nach Steigerung
3.1.4. Nominalstil
3.2 Rhetorische Analyse der Rede
3.3 Struktur der Rede - Exkurs: Vergleiche
3.4 Zusammenfassung faschistischer Stilmerkmale (n. Seidel)
3.5 Warum trotzdem Euphorie ?
Schlu ßbemerkung. 16
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Einführung in die politische Sprachwissenschaft
Die vorliegende Arbeit möchte anhand von zwei Gesichtspunkten die Sprache zur Zeit des Faschismus untersuchen. Zum einen soll der Aspekt der Manipulation der deutschen Sprache durch den faschistischen Machtapparat betrachtet werden, zum anderen eine faschistische und politische Rede analysiert werden, um einen Einblick in die persuasiven Techniken der Faschisten zu geben. Da es sich bei der Analyse der politischen Rede um den Teilbereich der politischen Sprachwissenschaft handelt, soll gleich zu Beginn ein kurzer Einblick in die Charakteristika und Herangehensweisen der politischen Sprachwissenschaft geschaffen werden.
Politische Sprachwissenschaft ist nicht über einen aus der herkömmlichen Sprachwissenschaft auszugrenzenden Gegenstandsbereich zu definieren, genauso wenig läßt sie sich durch die politische Tätigkeit des Forschers beschreiben. An den folgenden Merkmalen soll aber kurz der Unterschied zur herkömmlichen Sprachwissenschaft aufgezeigt werden. (vgl. Januschek, S. 4) Der Forschende in der politischen Sprachwissenschaft ist nicht nur ein Teil seiner Forschung, sondern er betrachtet sich auch als einen solchen, wobei der herkömmliche Sprachwissenschaftler den zu erforschenden Gegenstand eher aus der Distanz des Forschers sieht. Der empirische Aspekt ist in der politischen Sprachwissenschaft ein grundlegender Gedanke. Das Forschen des politischen Sprachwissenschaftlers bezieht sich nicht nur auf rein formale Analysen, sondern er muß sich auch mit der Empirie, also der Erfahrung und Umwelt seines zu erforschenden Objektes, besser gesagt Subjektes, auseinandersetzen. Der sprachwissenschaftliche Autor muß die Geschichte auch „als Teil seiner selbst“ (Januschek, S. 7) begreifen. Nun stellt sich die Frage, für wen diese Analyse überhaupt bestimmt sein soll, bzw. wer sie verstehen können soll. Das zugrundeliegende sprachliche Problem wird als ein für alle Beteiligten gemeinsames Problem verstanden, nicht nur als ein persönliches Problem des Forschenden. Deshalb muß die Kompliziertheit der sprachwissenschaftlichen Analyse auf die vergleichbar komplizierte Form des zu analysierenden Textes zurückzuführen sein. Damit die programmatischen Formulierungen von Wissenschaftszielen nicht im Abstrakten verenden müssen, spielt in der pol. Sprachwissenschaft auch die Praxis eine wichtige Rolle. Hiermit ist das Sich-
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Aneignen von mehreren Lesweisen gemeint, um empirische Texte richtig erfassen zu können. Das ist den üblichen Grammatik- und Sprachtheorien in diesem Falle übergeordnet. Jedoch spielt natürlich auch die Theorie eine wichtige Rolle, wofür es mehrere Gründe gibt: Theorien können nie zuende gedacht und abgeschlossen sein, und in der Wissenschaft spielen sie eine sehr wichtige Rolle. Wenn man es schafft, eine später paradigmatisch behandelte Theorie aufzustellen, so hat man in der Wissenschaft ein hohes Ansehen erlangt. Außerdem ist die Theorie die herkömmliche und gewohnte Arbeitsweise, weil sie daheim am Schreibtisch ihren Platz hat. (vgl. Januschek, S. 5-10)
Bei der politischen Sprachwissenschaft geht es nicht um „universale Regeln menschlicher Geprächsorganisation (Konversationsanalyse) oder universale Prinzipien sprachlicher Verständigung“ (Januschek, S. 17), weil dadurch der politische Aspekt in der Forschungsarbeit verlorenginge, da man keine universalen Regeln auf die bestimmten Poltiken der verschiedenen Länder festlegen kann. (vgl. Januschek, S. 17)
Die Geschichte der politischen Sprachwissenschaft greift bis in die letzten Jahrtausende zurück. Anfangs wurde die Thematik von der Philologie bearbeitet. Dann kam es zu einer Spaltung von Sprach- und Literaturwissenschaft, wobei der politische Aspekt der Literaturwissenschaft zugeordnet wurde. Erst in den letzten Jahren wurde dieser Aspekt von einer Linguistik, dem Gebiet der Metaphorik, zurückgewonnen. (vgl. Januschek, S. 17)
Nun wollen wir uns aber speziell mit der Thematik der Ideologie im Bereich der politischen Sprachwissenschaft beschäftigen, um somit eine entsprechende Basis für die Auseinandersetzung mit der faschistischen Rede am Ende dieser Arbeit zu schaffen.
Ideologien bilden gerade deshalb eine solche Gefahr für die Menschheit, weil sie den Anspruch erheben, eine Erklärung für die reale Welt darzustellen, und somit allgemeingültig zu sein. Die zentralen Schemata der Ideologie werden stark emotionalisiert und somit wird die Allgemeingültigkeit verstärkt, wodurch der Begriff der Erkenntnis aus diesem Rahmen ausgeschlossen wird. Alles, was durch die Ideologie erklärt wird, scheint aufgrund ihrer inneren Geschlossenheit evident zu sein, alles Evidente wird zur Wahrheit erklärt. (vgl. Lay, S. 65)
Arbeit zitieren:
Florian Meinhard, 1998, Die persuasive Gewalt des Faschismus - die gewaltige Persuasion?, München, GRIN Verlag GmbH
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