,QKDOWVYHU HLFKQLV
1. Einleitung. 1
2. Entwicklung des Menschen bis zum 4. Lebensjahr. 1
2.1. Übersicht über die Entwicklung des Menschen in den ersten
Lebensmonaten. 2
2.1.1. körperliches Verhalten und Reflexe. 2
2.1.2. emotionale Entwicklung. 3
2.1.3. Lernprozesse beim Kleinkind. 3
2.1.4. Instinkte. 4
2.1.5. die kognitive Entwicklung, Piaget s Stufenlehre. 5
2.2. Entwicklung des Menschen vom 2. bis zum 24. Lebensmonat. 7
2.2.1. Veränderungen in der Zeit vom 2. bis 4. Lebensmonat. 7
2.2.2. Veränderungen in der Zeit ab dem 6. Lebensmonat. 7
2.2.3. Veränderungen in der Zeit vom 8. bis 10. Lebensmonat. 8
2.2.4. Veränderungen in der Zeit ab dem 12. Lebensmonat. 8
2.2.5. Veränderungen in der Zeit vom 18. bis 24. Lebensmonat. 9
3. Symptome und Folgen der Mutterentbehrung. 9
3.1. die anaklitische Depression. 10
3.1.1. Spätfolgen. 12
3.1.2. die psychotoxische Mutter. 12
3.2. Hospitalismus. 13
4. Mutterentbehrung und Entwicklung in Institutionen. 14
4.1. Untersuchung von R.A. Spitz. 16
4.2. Heimkinderstudie von M. Meierhofer und W. Keller. 19
5. die Bindungstheorie von J. Bowlby. 22
5.1. zentrale Merkmale der Theorie. 22
5.2. personenspezifische Bindungen im ersten Lebensjahr nach M Ainsworth 24
6. Aufarbeitung früherer Deprivationsstörungen. 26
6.1. Mutter- Kind- Dialoge. 27
6.2. therapeutische Maßnahme. 28
7. Elternverlust. 30
8. Ersatzfamilien. 30
8.1. Adoptivfamilien. 31
8.2. Pflegefamilien. 32
9. Zusammenfassung. 34
Quellenverzeichnis
Versicherung
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In der folgenden Arbeit werden gestörte Mutter- Kind- Beziehungen, speziell die gestörte Entwicklung von Kleinkindern aufgrund von Mutterentbehrung das Thema sein. Vergleichend erläutere ich eine normale Entwicklung. Ohne eine gesunde Beziehung zu einer Bezugs- oder Pflegeperson ist keinem Kind eine positive Entwicklung möglich. Zumeist ist mit Bezugs- und Pflegeperson die Mutter gemeint, denn zu ihr entwickelt ein Säugling im Normalfall seine erste wahre Beziehung. Gerade die Zeit des Stillens ist eine sehr enge, in der das Baby seinen ersten sozialen Erfahrungen begegnet.
Es gibt auf diesem Gebiet eine große Anzahl Forschungsergebnisse und daraus entwickelter kontroverser Standpunkte über die Ursachen der Spätfolgen des Mutterverlustes.
J. Bowlby z. Bsp. führte seine Forschungen durch, ohne Sigmund Freud`s Libidotheorien einzubeziehen (vgl.Göppel 1997, S.152), die als Grundlage der Kindheitsentwicklung galten und stieß damit auf Ablehnung anderer Forscher auf diesem Gebiet, wie z. Bsp. A. Freud; R. A. Spitz; E. Schmalohr; S. Freud; M. Klein. (vgl.Göppel 1997, S.135).
Da Verlust ein weiter Begriff ist, werde ich auf verschiedene Formen und Bedingungen eingehen, dabei hauptsächlich auf die gestörte Entwicklung von Kleinkindern in stationärer Versorgung, da die Syndrome dort am häufigsten auftreten.
Des weiteren werde ich anhand neuester Forschungsergebnisse auf die Schädigung bei Erwachsenen eingehen.
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Um den Unterschied von sich normal entwickelnden Kindern und hospitalisierten Kindern herausarbeiten zu können, muß man vorerst die normale Entwicklung betrachten.
Im Vergleich zu Tieren wird ein Mensch einige Monate zu früh geboren. Er ist lediglich mit Reflexen ausgestattet, in seinen Bewegungen ist er stark eingeschränkt und sein Gehör ist unzureichend entwickelt. Er ist vollkommen
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hilflos und abhängig von einer Pflegeperson. Unmittelbar nach der Geburt sieht er „erbarmungswert“ (Müller 1992, S.80) aus, aber nach Ablauf der Neugeborenenzeit entspricht er dem Kindchenschema, er hat Fettpölsterchen angesetzt und wirkt dadurch niedlich und liebenswert. Der Forscher K. Lorenz hat herausgefunden, daß bestimmte Körperproportionen bei Müttern den Pflegeinstinkt auslösen - das sogenannte Kindchenschema (vgl.Müller 1992, S.80).
2.1. Übersicht über die Entwicklung des Menschen in den ersten ... Lebensmonaten
Das Erste, was ein Neugeborenes beherrscht, ist das Schreien. Es ist eine Möglichkeit, Signale zu geben. Es drückt damit Mangelzustände aus, wie Hunger, Kälte, Nässe, Unwohlsein. Wenn der Mangelzustand behoben wurde oder es auf den Arm genommen wird, hört es auf zu schreien. Es erfährt, daß es auf sein Schreien eine Reaktion bekommt und lernt, daß eine Bedürfnisbefriedigung erfolgt. Das Kind beginnt, seine Stimme gezielt einzusetzen. Es hat also am Erfolg gelernt und behält diese Verhaltensweise bis in die späte Kindheit bei. Heimkinder erhalten diese Reaktionen nicht und der Lerneffekt bleibt bei ihnen aus (vgl. Müller 1992, S.80f.). N|USHUOLFKHV9HUKDOWHQXQG5HIOH[H
Man kann bei Neugeborenen drei Bewegungsarten erkennen (vgl.Müller 1992, S.83):
0DVVHQEHZHJXQJHQ. - sie sind ungesteuert, alle Körperteile bewegen sich .|USHU7HLOEHZHJXQJHQ - dazu gehören das Kopfdrehen und Kopfanheben 5HIOH[EHZHJXQJHQ. - sie sind angeboren und verlaufen immer gleich und ...werden nur durch bestimmte Reize ausgelöst, ... z.Bsp. der Greifreflex
Wie gerade erwähnt, sind Babies anfangs hauptsächlich mit Reflexen ausgestattet. Der überlebenswichtigste ist wohl der Saug- und Suchreflex. Er sichert dem Baby Überleben durch Nahrungsaufnahme - beim Suchreflex dreht das Baby sein Köpfchen so lange, bis es die Brustwarze der Mutter gefunden hat, um zu saugen.
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Ein anderer ist der Moro- Reflex, der wahrscheinlich aus der Frühgeschichte des Menschen erhalten geblieben ist. Das Baby macht bei einem lauten Knall unwillkürlich Klammerbewegungen. Dieser Reflex wird im 4. Lebensmonat vom Schreckreflex abgelöst, der lebenslang erhalten bleibt. Bei einem lauten Knall zuckt das Kind zusammen- es erschrickt (vgl.Müller 1992, S.84). Grundsätzlich verschwinden alle Reflexe, mit denen ein Neugeborenes ausgestattet ist, nach einigen Monaten und werden teilweise durch andere ersetzt (vgl.Müller 1992, S.84).
Das Sehvermögen ist relativ unausgereift; ein Neugeborenes sieht einfache Muster bis zu einer Entfernung von 25 cm, erkennt Farben und bewegte Gesichter (vgl.Oerter; Montada 1995, S.185). Damit sich das Sehvermögen entwickeln kann, braucht das Kind differenzierte Reize, anfangs einfache Muster (Streifen, große Punkte), später vielfältigere Farben und Muster, die nur möglich sind, bei ungehinderter Sicht und Einbezogenwerden in die Umwelt (vgl.Müller 1992, S.84).
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Die ersten Gefühle, zu denen ein jedes gesunde Baby fähig ist, sind Lust, Ärger und Wut. Mit zwei bis drei Monaten kommt dann die Angst hinzu. Diese kann sich erst entwickeln, wenn das Baby seine Wahrnehmungsfähigkeit ausgebildet hat, was bedeutet, daß Angst ein erlerntes Gefühl ist. Ab dem zweiten Monat beginnt der Säugling, eine gefühlsmäßige Bindung zu seiner Mutter aufzubauen. Dann ist seine stärkste Angst die vor der Trennung von der Mutter. Eine Muttertrennung beginnt demzufolge erst ab dem zweiten, bzw. dritten Monat gefährlich zu werden (vgl.Müller 1992, S.87).
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Um einem Säugling eine normale Entwicklung zu gewährleisten, gehört außer der primären Versorgung und der Schulung der Wahrnehmungsorgane durch Reize auch das Lernen dazu. Ein Kind lernt auf drei verschiedene Arten (vgl.Müller 1992, S.84):
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1. durch das Lernen am Erfolg/ LQVWUXPHQWHOOHV/HUQHQ: ein Kind lernt, daß eine bestimmte Reaktion (ein Reflex oder eine Verhaltensweise) eine andere auslöst - ein Beispiel dafür ist das Lächeln. Wird das Kind jedesmal, wenn es lächelt dafür belohnt, zum Beispiel durch Streicheln, wird es immer öfter lächeln. Ein anderes ist das Schreien, wie weiter oben im Text schon erwähnt. Das Kind benutzt das Schreien als Instrument, um seine Wünsche erfüllt zu bekommen, da es gelernt hat, daß auf sein Schreien (im Normalfall) eine Bedürfnisbefriedigung erfolgt
2. /HUQHQGXUFK1DFKDKPXQJ: dieses ist erst ab ca. der 4. Woche an möglich, weil erst ab da die Wahrnehmung als Grundvoraussetzung genügend ausgeprägt ist.
Das Kind beginnt Laute und Gesichtsausdrücke nachzuahmen 3. NRQGLWLRQDOHV/HUQHQ: ein bestimmtes Ereignis geht mit einem Reiz einher und ... erzeugt beim Kind eine Reaktion. Nach einigen Versuchen erfolgt die ... Reaktion auch ohne Auftreten des Reizes. ,QVWLQNWH
Eine Grundlage bei der Verhaltensforschung des Neugeborenen ist die orale Theorie S. Freud`s. Diese kommt u. a. beim Saugverhalten des Babys zum Tragen.
Er betrachtete die Mundlust des Baby`s als eigenständigen Trieb. Seiner Theorie zufolge ist die Mundschleimhaut des Kindes eine erogene Zone, die es zu stimulieren versucht, um Befriedigung zu erleben. Das Saugen wird als frühkindliche Sexualität und sexuelle Betätigung angesehen (vgl.Müller 1992, S.92). Ein Reflex ist die Reaktion der Nerven, Instinkt die unbewußte Reaktion auf ein Ereignis.
Das Saugverhalten ist ein Instinkt, den alle Säugetiere zum Überleben brauchen. „Instinkt ist ein hierarchisch organisierter nervöser Mechanismus, der auf bestimmte vorwarnende, auslösende und richtende Impulse anspricht und sie mit koordinierten und lebens- bzw. arterhaltenden Bewegungen beantwortet.“(Müller 1992, S. 91)
Voraussetzung eines Instinktes ist ein Trieb oder ein Bedürfnis. Im Fall des Saugens ist es der Hunger, der das Baby so lange suchen läßt, bis es die
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Brustwarze gefunden hat. Der Auslöser des Instinkts ist ein Reiz, in diesem Fall die Brustwarze, die in der Mundschleimhaut des Kindes eine Erregung verursacht. Das gilt parallel auch für das Mundstück der Flasche. Das Saugverhalten kann bei großem Hunger auch durch andere Reize ausgelöst werden, wie eine Fingerspitze oder ein Stoffzipfel (vgl.Müller 1992, S.91). GLHNRJQLWLYH(QWZLFNOXQJ3LDJHWCV6WXIHQOHKUH
Ein allgemein gültiges Modell der geistigen Entwicklung ist Piagets Stufenlehre. Nach seinen Erkenntnissen verläuft die kognitive Entwicklung des Kindes sprunghaft in vier Stufen, die alle aufeinander aufbauen, das bedeutet, keine kann übersprungen oder ausgelassen werden (vgl.Müller 1992, S.153): 1. 6WXIHGHUVHQVXPRWRULVFKHQ,QWHOOLJHQ] (von der Geburt bis zum 2. Lebensjahr) Das Baby bildet aus Wahrnehmung und Motorik einfache Handlungsschemata, die erweitert werden. Diese Schemata sind veränderbar und kombinierbar. Das bedeutet, das Kind lernt Sehen und Greifen zu kombinieren und große und kleine Gegenstände gezielt zu greifen. Die sensumotorische Phase wiederum ist unterteilt in 6 Stadien (vgl.Rossmann, P. 1996, S.76):
... 1.Stadium- umfaßt den ersten Lebensmonat: das Kind übt angeborene .... Reflexe und differenziert sie
... 2.Stadium- zweiter bis vierter Monat: das Stadium ist geprägt von primären....
.... Kreisreaktionen - Handlungen mit positivem Erfolg werden... .... unbewußt wiederholt, was dem instrumentellen Lernen .... entspricht. Weitere Merkmale dieser Phase sind, daß sich das .... Baby seiner Umwelt aktiv anpaßt und sein Spiel auf den eigenen .... Körper (Daumen) beschränkt
... 3. Stadium- fünfter bis achter Monat: hier finden sekundäre Kreisreaktionen .... statt, damit ist gemeint, daß ein Baby erfährt, daß eine bestimmte .... Handlung eine entsprechende Reaktion zur Folge hat und in der .... Lage ist, diese Ereignisse in Zusammenhang zu bringen und... .... bewußt zu wiederholen
... 4.Stadium- neunter bis 12. Monat: ein Kind ist jetzt fähig, Gegenständen .... eine Funktion zuzuordnen und bekannte Schemata in neuen
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Arbeit zitieren:
Mandy Schmeißer, 2000, Hospitalismus, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft: Einstellungen, Verhalten...
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Seminararbeit, 27 Seiten
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Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
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