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(3. Semester, Studiengang Diplom-Pädagogik)
Inhalt :
Seitenzahl
1. Einleitung: 3
2. Gesprächssituation in der Beratung (ohne aktiven Berater) 3
3. Grundlagen der Kommunikation nach Schulz von Thun 5
3.1. Die Anatomie einer Nachricht 5
3.2. Der vierohrige Empfänger 6
3.3. Modell der Zwischenmenschlichen Kommunikation 7
4. Ausgewählte Probleme der Zwischenmenschlichen Kommunikation 7
4.1. Allgemeine Probleme 7
4.2. Spezielle Probleme bezüglich der Selbstoffenbarungsseite einer Nachricht 9
4.3. Spezielle Probleme bezüglich der Sachseite einer Nachricht 12
4.4. Spezielle Probleme bezüglich der Beziehungsseite einer Nachricht 12
4.4. Spezielle Probleme bezüglich der Appellseite einer Nachricht 13
5. Lösungsvorschläge für den Berater im Beratungsgespräch 14
6. Schluss 19
7. Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung
Es gibt viele verschiedene Wege und Konzepte mit Problemen bzw. Konflikten in der Beratung umzugehen. Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun hat ein Konzept entwickelt, das sich zwar nicht genau auf die Beratungssituation bezieht, das aber sehr wohl hilft Kommunikation besser zu verstehen. Dieses Verständnis von zwischenmenschlicher Kommunikation kann letztendlich dem Berater helfen Probleme zweier Parteien besser zu verstehen und dazu beitragen, ein Problem zu lösen. In seinem Buch „Miteinander Reden 1. Störungen und Klärungen“ erklärt Schulz von Thun sein theoretisches Konzept von zwischenmenschlicher Kommunikation. Das Buch analysiert typische Störungen i nnerhalb der Kommunikation und gibt Anleitungen zu dessen Klärungen. Es wurde Anfang der achtziger Jahre veröffentlicht und mittlerweile gibt es schon die
36. Auflage des Buches. Es hat sich zu einem Standardwerk in der Aus- und Weiterbildung entwickelt. P rof. Schulz von Thun leitet heute an der Universität Hamburg den Studienschwerpunkt „Beratung und Training“. Dabei wird versucht das erworbene Wissen in die eigene Persönlichkeit zu integrieren und in der Praxis zu erproben. Ich möchte versuchen, mich an d iesem Prinzip zu orientieren und das theoretische Konzept anhand praktischer Beispiele zu verdeutlichen. Dazu werde ich die Theorie der zwischenmenschlicher Kommunikation von
Schulz von Thun anhand praktischer Beispiele in der Beratung verdeutlichen.
2. Gesprächssituation in der Beratung (ohne aktiven Berater)
Ich möchte nun eine Beratungssituation nachstellen in der ein Ehepaar mit einem bestimmten Problem hilfesuchend zu einem Berater kommt. Die fiktive Situation wird so geschildert, dass der Berater in das Gespräch des Ehepaars nicht eingreift. Auf diesem Gespräch aufbauend möchte ich danach versuchen, zu erklären, welche kommunikativen Vorgänge abgelaufen sind und damit gleichzeitig Grundlagen der Kommunikation nach Schulz von Thun vermitteln.
Das Ehepaar in der Beratung:
(Zeile1) - Berater: Also, dann erzählen sie mir mal, warum sie zu mir gekommen sind! (2) - Frau: Mein Mann und ich, wir beide brauchen unbedingt ihre Hilfe in einem sehr (3)niederschmetternden Problem!
(4) - Mann: Die Sache an sich ist für mich gar nicht so wild. Meine Frau ist halt ziemlich (5)fertig mit den Nerven!
(6) - Frau: Ja, ich weiß. Für dich ist ja wie immer alles nicht so wild. Du kümmerst dich (7)sowieso nie darum, wie ich mich wirklich fühle!
(8) - Mann: Jetzt fängst du schon wieder an so verletzlich zu reagieren! Wissen Sie Herr (9)Berater, meine Frau reagiert oft mit diesen psycho-chemischen Reaktionen, sie macht das (10)immer, wenn sie von ihren Problemen ablenken will. Ich kenne mich mit so etwas aus. Als (11)Wirt schaftsberater hat man oft mit Leuten zu tun, die sehr sensibel auf Anweisungen und (12)Verbesserungsvorschläge reagieren. Aber wir haben in zahlreichen Fortbildungen
(13)gelernt mit solchen Menschen umzugehen. Sagen ihnen die Begriffe „Themenzentrierte (14)Interaktion“, „Aktives Zuhören“ oder „Transaktionsanalyse“ etwas? Naja, wie auch (15)immer. Vielleicht solltest du, Schatz, erst einmal sagen, worum sich das Problem (16)eigentlich dreht!
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(17) - Frau: Also, wir streiten bestimmt schon seit 6 Wochen immer wieder über dieses (18)Problem. Ich habe mir zu Weihnachten insgeheim von meinem Mann irgend etwas (19)romantisches gewünscht. So etwas wie ein gemeinsames Wochenende in den Bergen, (20)Reizunterwäsche oder Karten für ein Musical. Das hätte unserer Beziehung bestimmt (21)wieder etwas mehr Pep gegeben. Ich habe ihm auch deutlich gemacht, dass ich mir so (22)etwas wünsche, als ich zum Beispiel einmal von unseren Nachbarn erzählt habe, die ein (23)Wochenende nahe der Zugspitze verbracht haben. Ich habe ihm richtig vorgeschwärmt (24)wie schön das bei ihnen war. Er hätte doch wissen müssen, dass ich mir auch mal so (25)etwas wünsche! Aber was glauben Sie, was er sich hat einfallen lassen!? Er hat mir eine (26)Spülmaschine geschenkt! Die war zwar auch ziemlich teuer, aber finden Sie das (27)romantisch? Ich hätte fast weinen müssen. Als er dann sagte „... die kannst du bestimmt (28)gebrauchen für das bißchen Hausarbeit, die du immer machst“ hätte ich ihn schlagen (29)können. Er würdigt nämlich nie meine Hausarbeit. Als Wirtschaftsberater hat er (30)anscheinend nie gelernt emotional zu sein und sich um seine Frau zu kümmern. (31) - Mann: Aber das stimmt doch überhaupt nicht! Bleib doch mal bei der Sache! . Ich fand (32)eine Spülmaschine zu Weihnachten sehr originell. Du hast immer so viel Arbeit beim (33)Abwaschen und da dachte ich mir, eine Spülmaschine würde dir viel Arbeit abnehmen. (34)Ich war mir sicher du würdest dich freuen. Aber gut. Ist jetzt auch egal. Ich tausche die (35)Spülmaschine wieder um. Das macht mir überhaupt nichts! (36) - Frau: Ja die Spülmaschine kannst du ruhig wieder umtauschen, aber meine (37)Verletzungen sind damit noch nicht geheilt! Ich fühle mich wie ein Kätzchen, das man auf (38)die Straße geworfen hat.
(39) - Mann: Ach hör doch auf so sensibel zu sein. Nur wegen einer Spülmaschine machst du (40)so ein Drama. Du solltest mal zum Psychologen gehen! (41) - Frau (weint etwas): Das ist doch unverschämt von dir! (42) - Mann: Aber es stimmt halt. Sag mal weinst du? (43) - Frau: Nein, ich habe nur was im Auge! (44) - Mann: Na dann ist ja alles o.k.. (45) - Frau: Sehen Sie! Er versteht mich überhaupt nicht!
(46) - Mann (wird sehr laut): Doch ich verstehe dich sogar gut. Aber du übertreibst völlig. (47)Nur wegen so einer Spülmaschine in die Beratung zu gehen und so sensibel zu reagieren, (48)das finde ich beschissen!
(49) - Frau: Du kapierst einfach nicht, was ich mir gewünscht habe. Ich hatte gehofft, dass du (50)dich mal ändern würdest und auf mich eingehst. Die Hausarbeit ist manchmal so stressig, (51)aber du siehst das gar nicht. Du sprichst mir nie ein Lob aus, ganz zu schweigen davon, (52)dass du mir mal helfen würdest.
(53) - Mann: Wenn ich von der Arbeit komme, möchte ich mich halt ausruhen. Die Arbeit ist (54)oft so stressig und da musst du halt verstehen, dass ich keine große Lust habe mich in der (55)Küche noch zusätzlich anzustrengen.
(56) - Frau: Aber wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du mir gerne in der (57)Küche oder sonst wo im Haus helfen. Das wäre dann gar kein Problem. Aber nein. Am (58)besten ist, wenn du mir überhaupt nicht mehr im Haushalt hilfst! Dann brauch ich dich (59)nämlich überhaupt nicht zu sehen!
(60) - Mann: Du verstehst einfach nicht wie ich mich fühle, wenn ich von der Arbeit nach (61)Hause komme!
(62) - Frau: Aber davon sehe ich gar nichts und wenn es so weiter geht, lasse ich mich (63)scheiden!
(64) - Mann: Ich glaube du spinnst. So etwas gehört hier gar nicht hin.
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(65) - Frau: Aber ich will dir nur sagen...
(66) - Mann (unterbricht): Du könntest ruhig mal „danke“ für die Spülmaschine sagen und (67)außerdem...
(68) - Frau (unterbricht): Ich habe jetzt geredet. Lass mich bitte ausreden und... (69) - Mann (unterbricht): Nein. Ich lass dich nicht ausreden, weil ich jetzt mal meinen (70)Gefühlen freien Lauf lassen will. Ich bin derjenige, der hier... (71) - Frau (unterbricht laut): ...der Obermacker ist und die ganzen Probleme verursacht und (72)zudem noch die ganze Zeit...
(73) - Mann (unterbricht lachend und steht auf): So. Ich habe jetzt die Schnauze voll. Ich fahr (74)nach Hause. Wie du heim kommst ist mir egal. Von mir aus brauchst du gar nicht mehr (75)kommen!
3. Grundlagen der Kommunikation nach Schulz von Thun
Es ist offensichtlich, dass das gerade dargelegte Gespräch negativ ausgegangen ist. Das Ehepaar hat sich am Ende nur noch beschuldigt und ist gar nicht mehr aufeinander eingegangen. Der Höhepunkt des Gesprächs liegt wohl darin, dass der Mann entnervt aufsteht und den Raum verlässt. Statt die beiden Parteien wieder zueinander zu führen, i st der Keil in ihrer Beziehung nur noch größer geworden. Man kann sagen, dass die Beratung fehlgeschlagen ist. Ich möchte nun darlegen, welche kommunikativen Vorgänge hier in dem Konfliktgespräch abgelaufen sind, indem ich einige Grundlagen der Kommunikation nach Schulz von Thun erkläre. Hält man sich diese Grundlagen vor Augen, kann man verstehen, was in dem Gespräch falsch gelaufen ist und wie der vorprogrammierte Streit hätte vermieden werden können. Darauf aufbauend möchte ich später darstellen, wie der Berater in das Gespräch hätte einwirken können, um den Ratsuchenden „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben.
3.1. Die Anatomie einer Nachricht
Jede Nachricht, die eine Person an jemanden sendet beinhaltet verschiedene Botschaften. Als die Frau anfangs zum Berater sagt „Mein Mann und ich, wir beide brauchen unbedingt ihre Hilfe...“ (Zeile 2) so beinhaltet diese Nachricht sicherlich einen Appell an den Berater ihnen zu helfen. Sie möchte den Berater dazu veranlassen, sie in ihrem Problem weiterzuhelfen. Gleichzeitig tut sie mit ihrer Aussage kund, in welcher Sache sie Hilfe braucht: In einem persönlichen Problem - auch wenn sie diesen Aspekt noch sehr vage formuliert. Drittens offenbart die Frau etwas von sich selbst: Sie macht dem Berater deutlich, dass sie ein Problem hat und bei diesem Problem Hilfe braucht. Zuletzt wird aus der Nachricht deutlich, wie der Sender (die Frau) zum Empfänger (der Berater) steht: Die Frau ist Klient und nicht zum Beispiel Chef des Beraters. Demnach beinhaltet die vorliegende und generell jede andere Nachricht vier Aspekte: Sachinhalt, Appell, Selbstoffenbarung und Beziehung. Aus jedem Satz den wir sagen kann man diese vier Seiten einer Nachricht erkennen. Und wir können es nicht vermeiden eines dieser Anteile zu verbergen. „Daß jede Nachricht ein ganzes Paket mit vielen Botschaften ist, macht den Vorgang der zwischenmenschlichen Kommunikation so kompliziert und störanfällig, aber auch so aufregend und spannend“ (Schulz von Thun 2002, S.26). Was bedeuten diese vier Begriffe „Sachinhalt“, „Appell“, „Selbstoffenbarung“ und „Beziehung“ nun im Allgemeinen?
Der Sachinhalt einer Nachricht gibt immer Aufschluss darüber, worüber der Sender informiert. Er gibt immer Sachinformationen an den Empfänger ab.
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Der Selbstoffenbarung aspekt einer Nachricht macht dagegen etwas von der Person des Senders deutlich. Der Sender gibt etwas von seinen Gedanken, Gefühlen und seinem Gemütszustand weiter. Der Beziehungsaspekt einer Nachricht gibt dem Empfänger Informationen darüber, was der Sender von ihm hält, also wie sie zueinander stehen.
Zuletzt beinhaltet jede Nachricht eine Appellbotschaft. Dieser Aspekt einer Nachricht macht deutlich, wozu der Sender den Empfänger veranlassen möchte. Das heißt also, dass jede Nachricht auch immer Einfluss nimmt auf den Empfänger.
Diese vier Seiten, Aspekte oder Botschaften einer Nachricht können anhand dieses Modells verdeutlicht werden:
In ein und derselben Nachricht sind gleichzeitig vier verschiedene Botschaften aus vier verschiedenen Bereichen enthalten. Alle Seiten des Quadrats sind gleich lang. Dadurch soll gezeigt werden, dass alle vier Seiten den gleichen Rang haben, also gleichbedeutend sind.
3.2. Der vierohrige Empfänger
Bisher haben wir die Nachricht vorwiegend aus der Sicht des Senders betrachtet. Die Probleme in einer Kommunikation liegen aber nicht immer auf der Seite des Senders. Oft ist es der Empfänger, der eine Nachricht falsch versteht, indem er eine der vier Seiten zu sehr heraushört. Ein guter Empfänger hört alle vier Seiten einer Nachricht gleich gut heraus. Betrachten wir den Empfänger genauer: Jeder Empfänger hat insgeheim vier Ohren, die meist unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Folgende Grafik veranschaulicht diese These:
Arbeit zitieren:
Philipp Schulz, 2003, Die Beratungssituation: Störungen und Klärungen in der Kommunikation nach Schulz von Thun, München, GRIN Verlag GmbH
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Deutsche Sicherheitspolitik nach dem 11. September 2001
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