Inhalt
1. Inhalt des Projektes
2. Zielgruppe
3. Träger und Institutionen
4. Besonderheiten des Projektes
5. Medienpädagogische Ansätze
6. Ziel des Projektes Hertz Junior
7. Probleme und Grenzen bei der Durchführung
8. Empfohlene technische Voraussetzungen
9. Erfolge des Projektes Hertz Junior
10. Didaktische Materialien
11. Links und weitere Informationsmöglichkeiten
12. Quellen
13. Anhang
1. Inhalt des Projektes
Ziel des Projektes Hertz Junior ist es dass Kinder Wissenschaft für Kinder und Jugendliche
verständlich im Radio präsentieren (z B Was ist Genetik Was macht ein Astronom Was
ist Neuroinformatik ) Dadurch soll Wissenschaft einer breiten Öffentlichkeit von jungen aber
auch erwachsenen Hörern zugänglich gemacht und Neugier geweckt werden Der Transfer
gelingt vor allem dadurch dass die Kinder selbst die wissenschaftlichen Themen aufbereiten
Schülerinnen und Schüler der Laborschule Bielefeld (z Zt neun Mädchen zwischen 12 und 14
Jahren) gestalten alle zwei Wochen Donnerstag nachmittag von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr eine
eineinhalbstündige Live-Sendung mit dem Titel Hertz Junior Das Radioprojekt ist Teil ihres
frei wählbaren Projektunterrichts an der Bielefelder Laborschule (Die Laborschule eine an die
Universität Bielefeld angegliederte Versuchsschule existiert seit den 70er Jahren und
unterscheidet sich von Regelschulen z B dadurch dass es keine festen Klassenräume und
bis zur 10 Klasse keine Zensuren gibt) Die Sendung wird Mittwoch nachmittag von den
Kindern in den Räumen des CampusRadio Bielefeld produziert
Ursprünglich richtet sich das Projekt auch an andere Partnerschulklassen weiterführender
Schulen (6 bis 9 Klasse) Die jeweilige Klasse bestimmt das Thema der Sendung Die
Schulklasse setzt sich schon im Vorfeld der Sendung mit dem jeweiligen Thema auseinander
Die Schülerinnen und Schüler widmen sich ganz verschiedenen Themen denen sie dann
wissenschaftlich auf den Grund gehen
In der Live-Sendung ist der Höhepunkt ein Live-Studiogespräch mit einem bzw einer
WissenschaftlerIn aus der Uni Verwendet der Wissenschaftler oder die Wissenschaftlerin ein
Wort das die Kinder nicht verstehen drücken sie auf den Buzzer und ein lautes HÄ ertönt
Der Wissenschaftler bzw die Wissenschaftlerin muss das Wort dann verständlich erklären
Die Schulklasse setzt sich schon im Vorfeld der Sendung mit der Arbeit der Wissenschaftlerin
auseinander NA
Für jede Sendung werden von den SchülerInnen der Partnerschulklassen drei Beitragsformen
vorproduziert: NA
1. eine Umfrage unter den Studierenden als Meinungsüberblick und Einstieg in das Thema
2. eine Reportage
3. die Nachrichten Infakt Junior die Zahlen und Fakten zum Thema liefern ( Infakt Junior als
Anlehnung an den Namen der Hochschulnachrichten Infakt im täglichen
Magazinprogramm des Senders Hertz 87,9CCCCCCC
In der Live-Sendung werden die vorproduzierten Beiträge eingespielt Höhepunkt der Sendung
ist das Studiogespräch mit der Wissenschaftlerin bzw dem Wissenschaftler Zum Schluss der
Sendung wird eine Quizfrage zum Thema gestellt. Die HörerInnen können im Sender anrufen und bei richtiger Antwort einen kleinen Preis gewinnen.
Zwei medienpädagogisch geschulte Teams von Studierenden und Festangestellten betreuen die Sendung. Jeweils zwei Teamer betreuen die Produktion einer Sendung. Der Umgang mit den Medien wie z.B. dem Schnittplatz wird "Learning by doing" erlernt. Die Kinder sind über die Dauer des gesamten Schuljahres kontinuierlich in die unterschiedlichen Prozesse der Sendeproduktion eingebunden.
Der Empfang des Radiosenders ist möglich im Bielefelder Stadtgebiet und im nahen Umland. Der Sender ist leider noch nicht im Kabelnetz, aber im Internet unter www.radiohertz.de .
2. Zielgruppe
- Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Laborschule Bielefeld (als Produzenten)
- Kinder und Schulklassen (ab 12-13 Jahren/ 6. Klasse) aus dem Großraum Bielefeld (als Produzenten)
- Kinder und Jugendliche sowie Studierende aus Bielefeld und Umgebung (sowie bundesweit über das Internet), die durch "Hertz Junior", über die Schule hinaus, Zugang zu wissenschaftlichen Fragestellungen bekommen (als Hörer)
- alle deutschsprachigen Radiohörer, die an gut verständlich aufbereiteten wissenschaftlichen Zusammenhängen interessiert sind
3. Träger und Institutionen
"Hertz Junior" ist eine ca. eineinhalbstündige Radiosendung (genau 87,9 Minuten), die alle zwei Wochen donnerstags von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr im Programm von Hertz 87,9 gesendet wird. "Hertz Junior" wird in den Räumen von Hertz 87,9, dem Campus Radio der Universität Bielefeld, produziert. Das Campus Radio wird rund um die Uhr von Studierenden betreut. Das Campus Radio ist ein Radio von Studierenden für Studierende. Es ist der Universität Bielefeld angegliedert und hat fünf bezahlte Stellen:
- die Redaktionsleitung und die Ausbildungsleitung, jeweils mit 19 Stunden/ Woche, von der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft und der Fakultät für Pädagogik;
- die Projektleitung mit 19 Stunden/ Woche, vom Rektorat finanziert;
- die Leitung der Wissenschafts-Redaktion mit 10 Stunden/ Woche, von der Fakultät für Soziologie;
- die Koordinatorenstelle für das Projekt "Hertz Junior", z.Zt. finanziert vom Preisgeld "Goldene Göre 2003", steht mit der Robert Bosch-Stiftung in Verhandlung.
Hinzu kommen ca. 40 Redaktionsmitglieder (darunter ca. 15 studentische Redakteure als "fester Kern"). Neue MitarbeiterInnen werden nicht automatisch Redaktionsmitglieder, sondern müssen erst einige Zeit in der Redaktion mitarbeiten. Dann wird ihnen die Mitgliedschaft im Verein nahe gelegt. Durch den Vereinsbeitritt werden sie zu ordentlichen Redaktionsmitgliedern.
Hertz 87,9 hat regelmäßig Praktikanten. Schüler können ihr Betriebspraktikum beim Campus Radio absolvieren. Studierende können ein von den Fakultäten für Soziologie und Pädagogik anerkanntes Praktikum machen.
Als Ausbildungsradio im Bereich "Radiojournalismus" bietet Hertz 87,9 regelmäßig Wochenend- Seminare, die von Profi-Journalisten geleitet werden (Moderationstraining,
Reportageworkshops, Kommentare- und Glossen-Seminare usw.) Kooperationen mit Lehrenden der Hochschule gibt es ebenfalls. So erhalten die Studierenden die Möglichkeit, für ihre Arbeit beim Campusradio Leistungsnachweise zu bekommen (bisherige Kooperationen mit den Fakultäten für Linguistik und Literaturwissenschaft, Pädagogik, Soziologie).
Das Campus Radio Hertz 87,9 wird durch einen gemeinnützigen Verein getragen. Die Hochschule Bielefelds unterstützt Hertz 87,9 und hat Mitglieder in den Verein und den Programmbeirat entsandt. Weitere finanzielle Unterstützung erhält Hertz 87,9 vom Studentenwerk Bielefeld und der Westfälisch Lippischen Universitätsgesellschaft.
Außerdem zahlt jeder Studierende 0,50 € des Sozialbeitrags pro Semester an das Universitätsradio. Vor ca. vier Jahren wurde das Campus Radio mit Hilfe von Geldern aus einer Stiftung ins Leben gerufen. Am 6. Dezember 2000 ging das Campus Radio Bielefeld auf Sendung. Der Sender berichtet über das Neueste aus Forschung, Lehre und Hochschulpolitik sowie über studentisches Leben. Dazu gehören Hochschulnachrichten, Live-Reportagen, Comedy, Forschungsberichte, Interviews mit Professoren und Mitschnitte aus dem Hörsaal. Seit etwa drei Jahren gibt es das Medienprojekt "Hertz Junior". Dieses Projekt ist im Jahr 2001 durch den "Stifterverband für die deutsche Wissenschaft" im Rahmen des bundesweit ausgeschriebenen Aktionsprogramms "PUSH - Public Understanding of Science & Humanities" gefördert worden. Von August 2002 bis August 2003 unterstützte die ROBERT BOSCH - Stiftung die Arbeit des Projektes. Im November 2003 hat das Deutsche Kinderhilfswerk das Projekt "Hertz Junior" preisgekrönt. Zur Zeit wird das Projekt noch vom diesem Geld weitergeführt. Voraussichtlich wird das Projekt, insbesondere die Stelle der Koordinatorin, ab diesem Jahr wieder durch die ROBERT BOSCH-Stiftung gefördert.
4. Besonderheiten des Projektes
Das Kinderradio hat in Bielefeld Tradition. Durch den Bielefelder Jugendring gibt es seit vielen Jahren das Projekt "Kinder-Radio Kurzwelle", bei dem Kinder im Bürgerfunk ein Radioprogramm gestalten. "Hertz Junior" hebt sich von anderen Kinderradioprojekten dadurch ab, dass der thematische Schwerpunkt auf der Wissenschaft liegt, und dass es sich bei "Hertz Junior" um eine Live-Sendung handelt.
5. Medienpädagogische Ansätze
Das Anliegen von "Hertz Junior" ist es, Medienkompetenz zu vermitteln. Medien sind zu einem festen Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen geworden. Somit sind Kompetenzen gefragt, um Medien selbstbestimmt zu nutzen und sie in das Kommunikations- und Handlungsrepertoire zu integrieren.
- Perspektivwechsel vom Konsumenten zum Produzenten (erweitert bei den Kindern und Jugendlichen das Spektrum ihres Medienhandelns)
- Nutzen des Radios als Mittel zur Auseinandersetzung mit Wissenschaft
- Einblicke in journalistische Arbeitsweisen
6. Ziel des Projektes "Hertz Junior"
- Wissenschaft aus der Isolation der Universität zu lösen
- Wissenschaft durch die Aufarbeitung der Themen von Kindern einem breiten Publikum zugänglich machen
- Öffnung der Hochschule nach außen
- Kindern dem Umgang mit radiospezifischen Medien per "Learning by doing" vermitteln
- journalistisches Interesse bei Kindern wecken
7. Probleme und Grenzen bei der Durchführung
- geringe Geldmittel (um das Projekt in seinen Möglichkeiten voll auszuschöpfen, müssten der Redaktion des CampusRadios Hertz 87,9 mehr bezahlte Stellen in größerem Umfang zur Verfügung stehen)
- Ehrenamtlich Tätige mit knappen Zeitressourcen (erheblicher zeitlicher Aufwand, um eine "Hertz Junior" - Sendung zu produzieren, jedoch immerhin kleines "Gehalt" von 100,00 Euro pro Sendung und Teamer)
- Mangelnde Selbstständigkeit und Aktivität der Partnerschulen (oft passives Verhalten der SchülerInnen und LehrerInnen bei Themenwahl und schwieriger Kontakt zu Schulen, Lehrer zeigen sich unflexibel: "Keine Zeit, Lehrplan ist voll!")
8. Empfohlene technische Voraussetzungen
- ein Aufnahmegerät (für Reportagen und Umfragen)
- zwei PCs (um Moderationen und die Nachrichten "Infakt Junior" zu produzieren, Beiträge zu recherchieren, zu schneiden, sowie die Wiederholung vorzubereiten)
- ein Telefon (um die Kontakte mit den Partnerschulen herzustellen und zu erhalten sowie Interviews zu organisieren)
9. Erfolge des Projektes "Hertz Junior"
"Hertz Junior" macht den Kindern und den Studierenden Spaß. Es ist über das Vergnügen hinaus eine Zusatzqualifikation für die Kinder und Studierenden, die sie durch ihre Arbeit bei "Hertz Junior" erlangen.
Gerade für Studierende der Pädagogik ist die Mitarbeit bei "Hertz Junior" eine Möglichkeit, medienpädagogische Kompetenz zu erlangen. Aber auch für Studierende, die Interesse an Wissenschaftsjournalismus haben, ist "Hertz Junior" eine hervorragende
Qualifikationsmöglichkeit. Da durch die Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen oftmals der Blick für das Wesentliche bei wissenschaftlichen Fragestellungen geschärft wird, lernt man den akademischen Habitus abzulegen und sich eine Sprache anzueignen, die klar und verständlich wissenschaftliche Zusammenhänge erfasst. Besonderen Spaß macht es den Mitarbeitern zu sehen, wie sich das Projekt entwickelt. Immer wieder tauchen ganz unerwartet Anschluss- und Kooperationsmöglichkeiten auf, die das Team von "Hertz Junior" dann verfolgt. So zum Beispiel die Zusammenarbeit mit einer von Kindern gemachten Fernsehsendung des WDR im Juni 2002. Oder die Präsentation des Preisträgerkolloquiums in der Universität Bielefeld, die das Campus Radio präsentierte. Dabei ist der Idee, Wissenschaft einer breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen, dadurch Rechnung getragen worden, dass ein Interview von "Hertz Junior" - Kindern mit dem Leibnizpreisträger Professor Helge Ritter die Podiumsdiskussion eröffnete. Die ernsthafte Auseinandersetzung des Vortragenden mit den Fragen der Kinder sollte dem Publikum die Hemmungen nehmen, einzuräumen, dass sie vielleicht auch etwas nicht verstanden haben und somit eine entspannte Atmosphäre für die Diskussion schaffen.
"Hertz Junior" wurde bereits ausgezeichnet mit dem Medienpreis "Goldene Göre 2003". Auch, dass sich bisher immer Förderer fanden, spricht für die Qualität des Projektes. In diesem Jahr hat "Hertz Junior" zum ersten Mal mit der ersten Kinder-Universität in Bielefeld zusammengearbeitet.
Ab Mitte diesen Jahres soll die Sendung "Hertz Junior" regelmäßig über das Berliner Kinderradio "JoJo" zur selben Sendezeit wie in Bielefeld ausgestrahlt werden. Es wird dann auch auf dieser Frequenz über das Internet bundesweit zu hören sein.
10. Didaktische Materialien
- CD mit Höreindrücken aus verschiedenen "Hertz Junior"-Sendungen
- Informationsbroschüre zum Campus Radio Bielefeld
- Postkarten zur Werbung von Partnerschulklassen für "Hertz Junior"
11. Links und weitere Informationsmöglichkeiten
www.wdr5.de/leonardo/index.phtml
(WDR 5 Leonardo - Wissenschaft und mehr)
www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-forschak/date/today/pagetop
Deutschlandfunk - Forschung Aktuell
Kontakt:
Hertz 87,9 - CampusRadio für Bielefeld / HERTZ JUNIOR Universitätsstraße 25 33615 Bielefeld Telefon: 0521/9114511 Email: radiohertz@radiohertz.de
www.radiohertz.de
Arbeit zitieren:
Britta Daniel, Hans-Peter Tonn, 2004, "Hertz Junior" - Kinder-Wissenschafts-Radio und "WhatsUp" - Internet-Stadtteilmagazin für Jugendliche aus dem Münchener Westen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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