Unternehmensethik - Ein ehrliches Anliegen der Unternehmen oder Marketingstrategie? 11 06 2003
Untersucht unter Einbezug von Unternehmenskodizes
Volker Schauerhammer
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
Präambel 2
1. Unternehmensethik - Definitionen und Abgrenzungen 3
2. Notwendigkeit und Durchsetzbarkeit einer Unternehmensethik 3
2.1. Motive für eine selbständige Unternehmensethik 4
2.2. Praktikabilität einer Unternehmensethik 5
2.3. Die besondere Verantwortung international tätiger Unternehmen 6
2.3.1. Beispiele aus der Textilindustrie 7
3. Ethisches Engagement in Unternehmen - Konzeptionelle Grundlagen 9
3.1. Bedeutung der Ethik im unternehmerischen Entscheidungssystem 10
3.2. Bedeutung der Ethik in unternehmerischen Aufgabenfeldern 10
3.2.1. Konflikte einer Person (Intrapersonelle Konflikte) 11
3.2.2. Konflikte innerhalb des Unternehmens (Intra-firm Konflikte) 11
3.2.3. Konflikte zwischen Marktpartnern (Inter-firm Konflikte) 12
3.2.4. Konflikte mit der Gesellschaft (Extra-firm Konflikte) 12
3.3. Implementierung eines Ethik-Managements 13
4. Unternehmensleitbilder, Strategische Entscheidungen und Instrumente 14
4.1. Unternehmenskodizes als formale Basis einer Unternehmensethik 14
4.1.1. Leitbilder und Kodizes - Mögliche Inhalte 16
4.2. Strategische Ansätze zur Einhaltung einer Unternehmensleitlinie 17
4.3. Unternehmensstruktur und -kultur als Basis ethischen Handelns 18
4.3.1. Unternehmensorganisation 18
4.3.1.1. Institutionelle Verankerung des Ethik-Managements 19
4.3.2. Unternehmenskultur 21
4.3.2.1. Ansätze zur Gestaltung eines unternehmenskultur-bewussten Managements 23
4.4. Lösungsansätze für ethische Konflikte zwischen Unternehmen und Stakeholdern 23
5. Kritische Betrachtung 24
Literaturverzeichnis 28
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Unternehmensethik - Ein ehrliches Anliegen der Unternehmen oder Marketingstrategie? 11.06.2003
Untersucht unter Einbezug von Unternehmenskodizes Volker Schauerhammer
Präambel
In dieser Studienarbeit soll der ethische Rahmen des wirtschaftlichen Handelns in Unternehmen, die Unternehmensethik, untersucht werden.
Es handelt sich hier um ein sehr interessantes und kontrovers diskutiertes Thema, das einen zunächst vor die Frage stellt worüber eigentlich schreiben: Wirtschaft oder Ethik.
Was veranlasst ein Wirtschaftsunternehmen zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung, durch die es sich selbst Werte und Normen vorgibt, die ergänzend zu geltenden Gesetzen einzuhalten sind? Was veranlasst es, verschärfte Umweltschutzbedingungen, die über geltendes Recht hinausgehen, einzuhalten? Was veranlasst es, Arbeitsbedingungen, weit über dem rechtlich vorgeschriebenen Niveau, zu gewährleisten?
Oder was treibt eben ein Unternehmen an, weitgehend als ethisch richtig anerkannte Maßstäbe zu missachten? Was veranlasst es, die in Unternehmenskodizes selbst auferlegten Werte und Normen zu missachten? 1
Sind die selbst gesetzten Maßstäbe, die Unternehmenskodizes, oder auch Unternehmensleitsätze genannt, wirklich ernst zu nehmen, steht hinter ihnen ein wirkliches Interesse, moralisch zu handeln, die selbst gesetzten Werte und Normen einzuhalten und sie nach außen zu tragen oder dienen sie lediglich als geschickter Teil einer ausgefeilten Marketingstrategie dazu, Kunden zu gewinnen, sie zu binden und letzt endlich Absatz, Umsatz und Gewinn zu erhöhen.
Nicht zu letzt geht es um die Frage, ob die Ausprägung einer Unternehmensethik nicht sogar als Gegenpart zum Shareholder 2 Value betrachtet werden kann. Ist es bei einer ernsthaften Durchsetzung aktionärs-, und damit rein dividenden- bzw. wertsteigerungsorientierter, Geschäftsführung überhaupt möglich, ethisch richtig zu handeln? Oder wird durch dieses Handeln gerade der Shareholder Value gestützt?
1 vgl. Kempka, Günther; http://www.gkempka.de/Fachliches/Global/Global3.htm, 28.04.2003
2 Shareholder = Anteilsbesitzinhaber, im engeren Sinn: Aktionär
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Unternehmensethik - Ein ehrliches Anliegen der Unternehmen oder Marketingstrategie? 11.06.2003
Untersucht unter Einbezug von Unternehmenskodizes Volker Schauerhammer
1. Unternehmensethik - Definitionen und Abgrenzungen
Die Unternehmensethik ist als Sektor der Wirtschaftsethik anzusehen und betrachtet insbesondere ethische Ansätze in Unternehmen. Sie ist bemüht, moralische Einstellungen, die bei Unternehmensentscheidungen zugrunde liegen, aufzuzeigen und zu erläutern. „Unternehmensethik thematisiert also moralische Fragestellungen des wirtschaftlichen Handelns von Unternehmen.“ 3 Es wird beobachtet, wie sich in einem marktwirtschaftlichen Umfeld moralische Grundsätze und Ideale von Unternehmen entwickeln und durchgesetzt werden.
Nicht betrachtet werden hier karitative Ansätze von Unternehmen, die beispielsweise in Form von Spenden zum Ausdruck gebracht werden.
2. Notwendigkeit und Durchsetzbarkeit einer Unternehmensethik
Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Unternehmensethik ist heute, gerade für multinational agierende Unternehmen, wichtiger denn je. Verstärkt werden sie heute für Missstände wie „… Massenentlassungen, Korruptionsaffären, Umweltskandale, Waffenlieferungen in Krisengebiete oder Entwicklungsländern“ 4 Missachtung der Menschenrechte in verantwortlich gemacht.
Unternehmensethik ist somit nicht nur eine Aktion, sondern ebenfalls eine Reaktion auf Krisenerfahrungen.
Wäre die Unternehmensethik lediglich Reaktion auf äußere Einflüsse, wäre eine andauernde Reflexion ethischer Handlungen nicht möglich, vielmehr wäre es nur ein Instrument in moralischen Krisen und Mittel zu Beruhigung öffentlicher Interessengruppen. Nachhaltigkeit wäre allerdings nicht zu erwarten.
Grundlegend sind die Fragen zu klären, warum ein Unternehmen ethische Verantwortung, über den moralischen Rahmen geltender Gesetze hinaus, übernehmen sollte und in wie weit ein Unternehmen in einem marktwirtschaftlichen Umfeld ethisch richtig handeln kann.
In der Marktwirtschaft gibt es nur eine einzige vertretbare Forderung an ein Unternehmen, die Maximierung des Gewinnes. Ziel muss es sein, die knappen Ressourcen möglichst gewinnbringend einzusetzen und das Unternehmen unter dem Ansatz der größtmöglichen Profitabilität zu führen. Ein Unternehmen ist unter dem herrschenden Konkurrenzdruck gezwungen, die Effizienz, nicht die Moral, in den Fordergrund seines Handelns zu stellen. Seine einzige soziale Verantwortung ist es, die Gewinne zu erhöhen. Auch wenn ein ethisches Handeln möglich wäre, würde dieses nur zu einer
3 Noll, Bernd; Wirtschafts- und Unternehmensethik in der Marktwirtschaft; Stuttgart 2002, S. 105
4 Noll, Bernd, a. a. O., S.87
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Schwächung des Wettbewerbsmechanismus´ führen und die Lenkungsmechanik der Preise beeinflussen 5 . Aus der Sicht des homo oeconomicus heraus ist die Unternehmensethik überflüssig. 6
Unter dem Einbezug unseres heutigen, wesentlich vielschichtigeren, wirtschaftlichen Umfeldes, kann man dieser These sicherlich nicht vollständig zustimmen.
Welche Zielsetzung sollte Unternehmensleitung verfolgen? Sicherlich ist die Gewinnmaximierung aus Sicht eines Eigenkapitalgebers (Shareholder) legitim, anderseits stehen hier nur die Wünsche einer Interessengemeinschaft im Fordergrund, alle anderen Gruppen, die in irgendeiner Form einen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten (Stakeholder 7 ) haben ebenso einen Anspruch auf entsprechende Würdigung.
Bei richtigem Verständnis beider Ansätze harmonieren diese. Der Anteilseigner möchte Residualgewinn erhalten; das Unternehmen arbeitet jedoch umso erfolgreicher, je zufriedener die Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sind. Allerdings muss dem Shareholder nach wie vor ein gewichtiger Part bei Entscheidungen eingeräumt werden, denn hätte jede Stakeholder-Gruppe ein absolutes Mitbestimmungsrecht, käme es sehr wahrscheinlich zu ständigen Grundsatzdiskussionen und die Entlastung durch allgemeine Regeln (z.B. Unternehmenskodizes) könnte nicht wahrgenommen werden. Die Kontrolle über das Management würde durch die Vielzahl von Interessen schwieriger werden. Eigenkapitalgeberinteressen würden eingeschränkt und damit würde die Grundlage für das Interesse an unternehmerischen Engagement entzogen werden; der Wettbewerbsmechanismus würde tatsächlich dauerhaft gehemmt werden. 8
In Deutschland wird durch den Gesetzgeber der Ansatz des Stakeholder Value, bsp. durch geltendes Aktienrecht, Mitspracherecht der Arbeitnehmer, Tarifbindung etc., unterstützt.
2.1. Motive für eine selbständige Unternehmensethik
Ideal wäre es, wenn die Einhaltung herrschender gesetzlicher Normen immer eine Einhaltung ethischer Grundsätze implizieren würde. Dies ist aber nur möglich, „wenn moralische Ansprüche immer schon durch den Markt und die Rahmenbedingungen erfolgreich durchgesetzt“ 9 wären.
Dem Gesetzgeber ist es jedoch immer nur möglich einen Rahmen, der nicht immer die aktuellen Tatsachen mit einbezieht, vorzugeben, da
5 Dieser Aussage liegt die These von Adam Smith, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Markt selbst regeln, und jegliches wirtschaftliches Handeln den Naturgesetzen folgt und somit nicht reglementiert werden muss, zugrunde.
6 vgl. Zitat M. Friedman in Noll, Bernd, a. a. O., S. 88
7 Stakeholder = Interessengruppe, bsp. Arbeitnehmer, Aktionäre, Kunden, Lieferanten, Gläubiger, Schuldner, Staat, Kommunen, Verbände, politische Interessengruppen
8 ausführlich hierzu: Wenger, Ekkehard, Knoll, Leonard, Shareholder Value, in Korff, Wilhelm (Hrsg.) Handbuch der Wirtschaftethik, Gütersloh 1999, Band 4, S. 439 ff.
9 Noll, Bernd, a. a. O., S. 92
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- Gesetze und Verordnungen nur Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln sind und einen gewissen Handlungsspielraum offen lassen
- Dynamik und Wandel der Wirtschaftswelt stets neue Probleme hervorrufen, die wiederum eine neue moralische Reflexionen und dementsprechende Handlungsweisen erfordern; Anpassungen des Rechtsrahmen erfolgen jedoch stets mit zeitlicher Verzögerung
- Interessenpluralismus und Lobbyismus sorgen immer wieder für Defizite in effizienten und gerechten Rahmenbedingungen, oftmals zu Gunsten einer einflussreichen Gruppe
- Globalisierung zu unterschiedlichen (rechtlichen) Rahmenbedingungen führt.
Ansatzpunkte für eine selbständige Unternehmensethik sind also die moralisch ungenügenden staatlichen Rahmenbedingungen und die schnell fortschreitende Globalisierung. In Situationen, in denen ein solcher Fall einsetzt, ist jedes Unternehmen gefordert, seine Aktivitäten, im Sinne eines „Rede über das was Du tust!“, moralisch zu begründen.
D. h. ergo, dass grundsätzliche ethische Vorgaben auf der Ebene der Gesetzgebung als Rahmenbedingungen vorgegeben werden müssen und nur in Ermangelung von Regelungen auf dieser Ebene eine eigenständige, situative Ethik des Unternehmens erforderlich wird. Allerdings ist zu beachten, dass der Unternehmensethik, aufgrund der rasanten Weiterentwicklung der Wirtschaft verbundenen mit der Trägheit des Gesetzgebers und der hohen Möglichkeit der Einflussnahme der Wirtschaft, hier dennoch eine entscheidende Rolle zukommt.
2.2. Praktikabilität einer Unternehmensethik
Stehen wirtschaftliches Handeln mit dem Ziel der Gewinnmaximierung und Unternehmensethik im Zielkonflikt? Unter Umständen ist die Durchsetzung von wirtschaftlichen und moralischen Anliegen mit dauerhaften Wettbewerbsnachteilen verbunden, oder ein Erfolg im Wettbewerb ist nur durch die Vernachlässigung moralischer Aspekte möglich.
Diese Situation führt im logischen Schluss dazu, zu fordern, dass moralische Angelegenheiten immer auf der Ordnungsebene, also durch die Gesetzgebung, gelöst werden. Allein diese wettbewerbsneutralen Regelungen vermeiden Auswirkungen auf einzelne Marktteilnehmer. Wie o. g. besteht jedoch gerade aufgrund der Trägheit der Ordnungsebene und des Lobbyismus der Wirtschaft die Forderung nach einer Unternehmensethik, ergo kann sich ein Unternehmen nicht auf unklare Regeln berufen, sondern ist selbst gefordert, ethische Grundlagen zu schaffen. 10
Allerdings bestehen für die meisten Unternehmen etwas größere Spielräume für moralisches Handeln. Diese bergen nicht nur das Risiko der kurzfristig erhöhten Kosten, sondern vielmehr auch die Chance
10 Grundlage für diese These ist ein stark eingeschränkter Handlungsspielraum der Unternehmen, aufgrund von homogenen Produkten, stagnierenden / rezessiven Märkten und vollkommener Markttransparenz.
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sich langfristig ökonomisch erfolgreicher am Markt zu platzieren. Durch die Implementierung, Einhaltung und konsequente Verfolgung ethische Standards wird Vertrauen geschaffen, Vertragsabschlüsse werden erleichtert und durch sie entstehende (Transaktions-) Kosten sinken, die interne und extern Kommunikation wird erleichtert. Ethik wird also u. U. die Basis für eine nachhaltige Unternehmenspolitik.
2.3. Die besondere Verantwortung international tätiger Unternehmen
Das globale Agieren von Unternehmen birgt für diese mehr Freiräume; Standorte können verlagert werden, Absatz kann auf der gesamten Welt erfolgen.
Hieraus ergibt sich die moralische Gefahr, den staatlich vorgegebenen Rahmen durch eine Verlagerung in ein weniger moralisch engagiertes Land (z. B. Schwellen- oder Entwicklungsland) zu verlagern.
Gerade dort gelten ganz andere, unethischere, Rahmenbedingungen hinsichtlich Arbeitnehmer-, Umweltschutz und Wettbewerbsbedingungen. Löhne unterhalb des Existenzminimums, Diskriminierung und Rassismus, Kinder- und Zwangsarbeit, mangelnde Umweltschutzmaßnahmen und Korruption, um nur einiges zu nennen, sind an der Tagesordnung.
International agierende Unternehmen kommt daher immer mehr die Rolle eines moralischen Vorreiters zu. Da bei diesen Unternehmen in der Regel eine hohe Abhängigkeit von den Stakeholdern, insbesondere von den Kunden, herrscht, müssen sie verstärkt moralisch handeln, d. h. sie müssen in Konfliktsituationen entsprechend abwägen und Mittelwege finden. Die Novartis Stiftung für nachhaltige Entwicklung spricht für sich sogar von einer „Globale(n) Verantwortung“ 11 . Gerade in Entwicklungsländern ist es selten eine Entweder-Oder-Entscheidung. Wichtig ist, dass die Unternehmen ihre Handlungen entsprechend reflektieren und kommunizieren.
Ein hoher moralischer Ansatz in der westlichen Welt und ein niedrigerer in Ländern der dritten Welt wird von den Verbrauchern kaum akzeptiert und getadelt werden. Ein Bespiel hierfür sei die Adidas-Salomon AG, die in ihrem Leitbild 12 Diskriminierung, Kinderarbeit und Löhne unter dem gesetzlichen Minimum verurteilt und auch eine Zusammenarbeit mit Partner ablehnt, die dieses befürworten. Als im Jahr 2000 durch die „Clean Clothes Campaign“ der Gewerkschaften und Kirchen bekannt wurde, dass sich Adidas-Salomon und auch deren Partner in Ländern der Dritten Welt hieran nicht hielten, kam es zu öffentlichem Tadel und erheblichem Reputationsverlust. 13
11 http://www.foundation.novartis.com/german/unternehmensethik_management.htm, 07.06.2003
12 siehe hierzu auch: 4.1 Unternehmenskodizes als formale Basis der Unternehmensethik
13 ausführlich hierzu: Kempka, Günther; http://www.gkempka.de/Fachliches/Global/Global3.htm, 28.04.2003 und epd-Wochenspiegel 24/2000, S. 21
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2.3.1. Beispiele aus der Textilindustrie
Viele Unternehmen der Textilindustrie sind Global-Player (z. B Adidas-Salomon, Otto, C&A). Gerade ihnen sollten daher die Auswirkungen und die Tragweite moralischen Handelns bewusst sein. Natürlich auch die negativen Effekte bei der Missachtung ethischer Werte. Trotzdem scheinen diese Unternehmen vielfach ihren Schwerpunkt lediglich in der kurzfristigen Kostenoptimierung zu suchen, als sich weiterreichenden Konsequenzen hinzugeben.
Adidas-Salomon AG 14
Auszüge aus den Leitlinien der Adidas-Salomon AG sind in dieser Arbeit aufgeführt. 15 Adidas-Salomon verpflichtet sich nur mit Partnern zusammenzuarbeiten, die gesetzeskonform handeln, keine Zwangsarbeiter und keine Kinder beschäftigen, sowie keinerlei Diskriminierung ihrer Angestellten dulden, gesetzlich vorgeschrieben Mindestlöhne zahlen und ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld sicherstellen. Im den vergangenen Jahren hat gerade diese Mitverpflichtung der Zulieferer zu öffentlichen Diskussionen geführt.
Adidas-Salomon unterhält Geschäftsbeziehungen mit dem salvadorianischem Zulieferer Formosa Textil. Bei diesem war es üblich Arbeitszeiten von bis zu zwanzig Stunden pro Tag zu verlangen, Überstunden nicht zu bezahlen, Pausen zu verweigern, nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen und Frauen vor der Einstellung generell einem Schwangerschaftstest zu unterziehen. Sexuelle Übergriffe waren an der Tagesordnung.
Durch den hohen Druck der Öffentlichkeit, der Kirchen und Gewerkschaften ist es mittlerweile gelungen, die Behandlung der Arbeiterinnen durch die Vorarbeiter zu verbessern. Einige Vorarbeiter wurden sogar entlassen, andere sind versetzt worden. Es gibt weniger Überstunden als früher und keine Entlassungen wegen Schwangerschaft mehr.
Obwohl nach wie vor einzelne Vorkommnisse bekannt geworden sind, hat sich das Betriebsklima des Zulieferers insgesamt deutlich verbessert. 16 Hier hat offensichtlich der öffentliche Druck dazu beigetragen, dass aus dem bloßen Marketing-Argument Unternehmensleitlinie, ehrlich Überzeugung geworden ist.
C&A 17
C&A, ebenfalls ein international tätiges Textilunternehmen, meidet sorgfältig jede Form der Öffentlichkeit und hält Informationen über Unternehmensstrategie, Geschäftsverlauf oder
14 ausführlich hierzu: http://www.oeku-buero.de/veroeff/maqbul2/3adidas.html, 11.06.2003; http://www.adidassalomon.com/de/sustainability/coc/default.asp, 31.05.2003; Kempka, Günther; http://www.gkempka.de/Fachliches/Global/Global3.htm
15 siehe hierzu: 4.1 Unternehmenskodizes als formale Basis einer Unternehmensethik
16 vgl. http://www.oeku-buero.de/veroeff/maqbul2/3adidas.html, 11.06.2003
17 ausführlich hierzu: http://www.trend.partisan.net/trd7898/t137898.html, 11.06.2003
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